Inhaltsverzeichnis:
Abbildungsverzeichnis 4
Abk ürzungsverzeichnis 6
1. Einleitung 8
2. Definitionen der eBegriffe 10
2.1. Definitionen und Abgrenzung der eBegriffe 10
2.2. Anwendungsbereiche 15
2.3. Anwendungsebenen 17
2.3.1. Kommunikationsbeziehungen 17
2.3.2. Beziehungskomplexität 20
2.3.3 Front Office vs. Front Office 21
2.4. Gründe für eGovernment 22
3. Stand des eGovernment in Deutschland 23
4. Entwicklung der Internutzung in Deutschland 27
4.1. Internetnutzung 2006 27
4.2. Internetnutzung nach Bundesländern 28
4.3. Internetnutzung nach Alter 29
4.4. Internetnutzung nach Geschlecht 30
4.5. Internetnutzung nach Schulbildung 30
4.6. Internetnutzung nach Einkommen 31
4.7. Internetnutzung nach Beschäftigung 31
4.8. Fazit der Internetnutzung in Deutschland 32
5. Hindernisse und Herausforderungen 34
5.1. rechtliche Rahmenbedingungen 34
5.2. Datenschutz 35
5.3. IT - Service 36
5.3.1. Formulare 36
5.3.2. Sicherheit 37
5.3.3. Optimierung der Auffindbarkeit von Web - Inhalten 39
5.3.4. sichere Zahlungssysteme 39
6. eGovernment - Entwicklungen im internationalen Vergleich 44
6.1. USA 45
6.2. Vereinigtes Königreich (UK) 46
6.3. Frankreich 49
6.4. Österreich 50
6.5. Schweden 52
2
6.6 Dänemark…………………………………………………………………… 54 6.7. Estland………………………………………………………………………. 56 6.8 Malta………………………………………………………………………… 57 6.9. Norwegen…………………………………………………………………… 60 6.10 Slowenien…………………………………………………………………… 61 6.11 Deutschland………………………………………………………………… 63 7. Möglichkeitsfelder für Gegenwart und Zukunft………………………………... 65 7.1. Einkommenssteuer………………………………………………………… 66 7.2. Arbeitsvermittlung/ Arbeitsplatzsuche…………………………………… 66 7.3. Sozialleistungen……………………………………………………………. 67 7.4. Persönliche Dokumente…………………………………………………… 67 7.5. Kfz - Zulassung……………………………………………………………. 68 7.6. Baugenehmigungen………………………………………………………. 68 7.7. Erklärungen an die Polizei……………………………………………….. 69 7.8. Öffentliche Bibliotheken…………………………………………………… 70 7.9. Geburts- und Heiratsurkunden…………………………………………… 70 7.10. Immatrikulation an Hochschulen…………………………………………. 70 7.11. Meldung Adressänderung………………………………………………… 70 7.12. Gesundheitsbezogene Dienste…………………………………………… 72 7.13. Sozialbeiträge………………………………………………………………. 72 7.14. Körperschaftssteuer……………………………………………………….. 73 7.15. Umsatzsteuer………………………………………………………………. 73 7.16. Gewerbeanmeldung……………………………………………………….. 74 7.17. Einreichung von Daten an Statistik - Ämter……………………………. 74 7.18. Zollerklärungen…………………………………………………………….. 74 7.19. Umweltkonzession………………………………………………………… 75 7.20. Öffentliche Beschaffung - eProcurement……………………………….. 75 7.21. eJustice……………………………………………………………………… 76 7.22. eDemocracy/ eVoting……………………………………………………… 77 7.23. eLearning…………………………………………………………………… 77 8. Zukunftsausblick…………………………………………………………………. 79 9. Zusammenfassung………………………………………………………………… 84 Literaturverzeichnis………………………………………………………………. 87
3
Abbildungsverzeichnis
Abb. 1: Innenansicht des eGovernment
Abb. 2: Interaktionsbereiche des eGovernment
Abb. 3: eGovernment als Teilbereich
von eBusiness neben eCommerce
Abb. 4: Elemente der eGovernment
Abb. 5: Anwendungsbereiche von eGovernment
Abb. 6: Bürgerrollen und G2C Kommunikation
Abb. 7: eGovernment Wertschöpfungskette
Abb. 8: Das BundOnline - Dienstleistungsportfolio nach
Dienstleistungstypen
Abb.9 : Internetnutzung in Deutschland
Abb. 10: Internetnutzung nach Bundesländern
Abb. 11: Internetnutzung im Alter
Abb. 12: Internetnutzung nach Geschlecht
Abb. 13: Internetnutzung nach Bildung
Abb. 14: Internetnutzung nach Einkommen
Abb. 15: Internetnutzung nach Beschäftigungsverhältnis
Abb. 16: Lebenslagen und Geschäftsperioden
Abb. 17: Ablauf einer Geldbörsenzahlung
Abb. 18: Ablauf einer Online- Überweisung
Abb. 19: Ablauf einer Zahlung mittels Lastschrift
Abb. 20: Ablauf einer Kreditkartenzahlung (3-D-Secure)
Abb. 21: Ablauf einer Zahlung per Nachnahme
Abb. 22: Stand der eGovernment- Nutzung
Abb. 23: http://www.firstgov.gov
Abb. 24 http://recreation.gov
Abb. 25: http://www.govbenefits.gov
Abb. 26: http://www.planningportal.gov.uk
Abb. 27: http://www.gateway.gov.uk
Abb. 28: http://www.direct.gov.uk
Abb. 29: http://www.impots.gouv.fr
Abb. 30: http://www.service-public.fr
Abb. 31: http://www.skatteverket.se
Abb. 32: http://www.tastselv.toldskat.dk
Abb. 33: http://www.oio.dk
4
Abb. 34: http://www.andmevara.ee
Abb. 35: https://www.sais.ee/
Abb. 36: https://secure.gov.mt
Abb. 37: http://www.maltatransport.com
Abb. 38: http://www.politi.no
Abb. 39: http://norge.no
Abb. 40: http://evem.gov.si
Abb. 41: http://www.wmsbundonline.de
Abb. 42: http://www.bund.de
Abb. 43: http://www.arbeitsagentur.de
Abb. 44: Darstellung des Baugenehmigungsprozess
Abb. 45: Prozess der Melderegisterauskunft und
seine Automatisierungspotentiale
Abb. 46: Entwicklung des eGovernment - nach der Ernüchterung
folgen neue Strategien
Abb. 47: eGovernment entlastet die öffentlichen Haushalte
5
Abkürzungsverzeichnis AG --Aktiengesellschaft BA --Bundesanstalt für Arbeit BBG --Bundesbeschaffungs- GmbH BDA --Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeber BMBF --Bundesministerium für Bildung und Forschung BMFSFJ --Bundesministerium für Familie, Senioren Frauen und Jugend BMWA --Bundesverband Mediation in Wirtschaft und Arbeitswelt BUrlG --Bundesurlaubsgesetz BSI --Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik DGB --Deutscher Gewerkschaftsbund DfES --Abteilung für Erziehung und Qualifikation DHL --DHL Worldwide Express DPD --Deutscher Paket Dienst eAdministration --electronic Administration eAdmissions --electronic Amdmission eAssistance --electronic Assistance eAuthentication --electronic Authentication eBusiness --electronic Business eCitizen --electronic Citizen eCommerce --electronic Commerce eDemocracy --electronic Democracy eGovernment --electronic Government eDay --electronic Day eGIS --elektronischer Geo - Informationsdienstes eIdentification --electronic Identification eInvoice --electronic Invoice eJustice --electronic Justice eLearning --electronic Learning eMail --electronic Mail eMobility --electronic Mobility eOrdering --electronic Ordering eOrganization --electronic Organization ePayment --electronic Payment eProcurement --electronic Procurement
6
eServices --electronic Services eShop --electronic Shop eSourcing --electronic Sourcing eTendering --electronic Tendering eTickets --electronic Tickets eVoting --electronic Voting EDV --Elektronische Datenverarbeitung ELSTER --Die elektronische Steuererklärung EU --Europäische Union G2C --Government to Customer G2B --Government to Business G2G --Government to Government G2N --Government to Non governmental organisations GmbH --Gesellschaft mit beschränkter Haftung IBM --International Business Machines IKT --Informations- und Kommunikationstechnologie IT --Informationstechnik ODPM --Büro des stellvertretenden Premierministers (UK) OIO --Offentlig Information Online MPI --Merchant Server Plug-in NPM --New Public Management NRW --Nordrhein-Westfalen PDF --Portable Document Format PIN --Persönliche Identifikationsnummer PPP --Public Private Partnership PRN --persönliche Registrierungs- Nummer SEIS --Secured Electronic Information in Society SMS --Short Message Service TAN --Transaktionsnummer im Electronic Banking TÜV --Technischer Überwachungs-Verein UK --United Kingdom (Vereinigtes Königreich) USA --Vereinigten Staaten von Amerika UPS --United Parcel Service userID --user Identification WBT --Web Based Training WWW --World Wide Web
7
1. Einleitung
Mit der Entstehung einer globalen Informationgsesellschaft sind die Grenzen des terrestrischen Wissens aufgebrochen und neues Wissen aus anderen Teilen der Welt konnte sich mit dem unseren verbinden. Diese Einflüsse und Möglichkeiten haben unsere Sicht der Dinge erheblich beeinflusst und Innovationen geschaffen, die ohne eine Globalisierung nicht möglich gewesen wären. Dies verlangt, dass sich die Gesellschaft den neuen Innovationen anpassen muss. Neue Denkweisen können die Entwicklung entscheidend vorantreiben und die Effektivität und Effizienz des Handels verbessern.
Die neuen Begriffe der Informationsgesellschaft lauten beispielsweise eMail, eCommerce, eBusiness und auf den öffentlichen Sektor bezogen eGovernment. 1 Im Rahmen der Modernisierung unserer vorhandenen Gesellschaftsstrukturen wurden zahlreiche Projekte zur elektronischen Verwaltung dem eGovernment ins Leben gerufen.
Die immer knapper werdenden wirtschaftlichen Ressourcen bedingten das sich auch die öffentliche Verwaltung den neu entstandenen Gesellschaftsstrukturen nicht mehr entziehen konnte.
Aus diesem Grunde wurde dann im Jahr 2000 von der damaligen SPD/ Bündnis 90/Die Grünen Bundesregierung ein Projekt zur Neugestaltung der öffentlichen Verwaltung initiiert. Das Projekt „BundOnline 2005“. Es sollte die Koordinierung aller onlinefähigen Dienstleistungen der deutschen Verwaltung auf Bundesebene überwachen. Dazu war es nötig, das die etwa 100 Bundesbehörden ihr Dienstleistungsportfolio überarbeiten sollten. Es wurde im Rahmen der Umsetzung der Initiative BundOnline 2005 geplant, bis zum Abschluss des Projektes 376 Dienstleistungen internetbasiert anzubieten. Diese Zielsetzung wurde am 29. August 2005 verwirklicht. Bis zum Ende dieses Bundesprojektes am 31. Dezember 2005 konnten 440 Online- Dienstleistungen elektronisch verfügbar gemacht werden.
1 Für den Begriff "Electronic Government" sind in seiner Kurzform zwei Schreibweisen gebräuchlich:
eGovernment oder E-Government. Im Rahmen dieser Arbeit wird ausschließlich die erste
Schreibweiseverwendet. Dies gilt ebenso für ähnlich geartete Wörter wie eMail, eCommerce oder
eDemocracy. Wird an einigen Stellen der Arbeit aus Literaturquellen wörtlich zitiert, die im Rahmen des
Zitats die alternative Schreibweise "E-Government" verwenden, wird dies stillschweigend durch
"eGovernment" ersetzt, um eine einheitliche Darstellung zu wahren.
8
So erschien es sinnvoll sich einmal mit dem Thema zu beschäftigen was im Anschluss daran erfolgen sollte.
Die vorliegende Arbeit untersucht wie weit die Entwicklungen des eGovernment vorangekommen sind, in welchen Dienstleistungsgebieten Bedarf zur Realisierung besteht und welche Zukunftsaussichten des eGovernment in Relation zum eBusiness bestehen. In Ergänzung daran findet auch eine Untersuchung der Internetnutzung der deutschen Bevölkerung statt, um einen Einblick zu gewähren wie weit wir auf dem Weg zu einer elektronischen Informationsgesellschaft sind. Der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schröder beschrieb das Ziel des eGovernment im Jahre 1999 so: „Die Daten sollen laufen, nicht die Bürger“. Nach dem Ende des 5- jährigen Entwicklungsprozesses wurde von der Gesellschaft Electronic Commerce Info Net (ecin) die folgende Aussage über den Stand der eGovernment- Entwicklung in Deutschland getroffen: „eGovernment in Deutschland: viel erreicht - noch viel zu tun.“ 2
2 http://www.ecin.de/state-of-the-art/egovernment/, 07.10.2006
9
2. Definitionen der eBegriffe
Kapitel 2 soll eine Einleitung in den Themenbereich der elektronischen Kommunikations- und Informationstechnologien bieten. Hier werden die elektronischen Begriffe definiert und abgegrenzt. Weiter erfolgt auch eine Erläuterung, weshalb eine Einführung und Weiterentwicklung des eGovernment-Sektors in unserer Gesellschaft als sinnvoll zu erachten ist. 2.1. Definitionen und Abgrenzung der Begriffe: Im öffentlichen Bereich erlangten zunächst die Begriffe Elektronischer Geschäftsablauf „eBusiness“ und „Elektronischer Handel“ eine Bedeutung. Im Laufe der Zeit kam schliesslich noch für die Verwaltung der Begriff der elektronischen Verwaltung „eGovernment“ hinzu, der für diese Arbeit von besonderer Bedeutung ist. In diesem Teil der Arbeit werden die wesentlichen Bestandteile definiert. Ein Diskurs zum Begriff des eGovernment wird durchgeführt und eine Abgrenzung zur Thematik des Electronic Governance eGovernance vorgenommen. 3 In den Diskussionen die sich mit den eBegriffen beschäftigen findet man verschiedene Auslegungen zum Begriff „eBusiness“.
Die „arch-it-ecture - IT Consulting Group” definiert Electronic Business so: „E-Business ist die integrierte Ausführung aller automatisierbaren Geschäftsprozesse eines Unternehmens mit Hilfe von Informations- und Kommunikationstechnologie.“ 4
Hieraus lässt sich schliessen, dass sich eBusiness auf die Implementierung von Geschäftsprozessen in Form von Transaktionskosten und auch auf die Durchführungszeit bzw. die Übermittlungskosten auswirkt. Eine weitere zu erwähnende Definition ist die von IBM. Da der Begriff eBusiness von IBM im Rahmen ihrer Werbekampagnen in den 90er Jahren des letzen Jahrhunderts populär gemacht worden ist.
3 Bianca von Bredow, 2003, Sichere Online-Transaktionen im Bereich von Electronic Government
4 http://www.arch-it-ecture.com/de/publikationen/artikel/ebusiness.html, 17.09.2006
10
„IBM definiert E-Business als "Neugestaltung strategischer Unternehmensprozesse und die Bewältigung der Herausforderungen eines neuen Marktes, der sich zunehmend durch Globalisierung auszeichnet und auf Wissen basiert." 5 Diese Definition umfasst die komplette Wertschöpfungskette eines Unternehmens und dessen strategische Ausrichtung.
Jedoch wird hier nicht erwähnt, wie die Umsetzung geschehen soll. Der Begriff lässt vermuten, dass dies wahrscheinlich durch eine elektronische Permutation der Informations- und Kommunikationstechnik (IKT) geschehen soll. Wir können daher an dieser Stelle die Aussage treffen, dass eBusiness sich das Ziel setzt, die Geschäftsabläufe und Geschäftsfunktionen eines Unternehmens durch den Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien zu unterstützen 6 . Es kann durch qualifizierten Einsatz zur Optimierung der Effizienzsteigerung beitragen und die betriebswirtschaftlichen Unternehmensabläufe verbessern. In den 90iger Jahren wollten fast alle Firmen einen eBusiness- Bereich in ihrem Unternehmen implementieren. Denn die Integration eines eBusiness- Bereichs im Unternehmen versprach Erfolg. Diese Sichtweise hat sich nach dem Zusammenbruch des Internet- Hypes jedoch verändert. So wird heute der eBusiness- Begriff bedeutend realistischer betrachtet. Dies führt in der Regel zu einer besseren Einschätzung der Unternehmen die sich mit diesem Thema beschäftigen. Hierdurch lassen sich die Erfolgpotentiale besser bewerten und langfristiger realisieren.
In einer zweiten eBegriff Bestimmung wird der Begriff des eCommerce festgelegt. eCommerce ist der Handel mit Hilfe des Internets. 7 Man versteht unter dem eCommerce die elektronische Anbahnung, Aushandlung und Abwicklung zwischen Individuen über den Weg der Informations- und Telekommunikationsnetzwerke. 8 eCommerce integriert neben dem Handel von physischen Gütern auch die Vermarktung von Dienstleistungen und Informationen. Hierbei kommen alle IKT - Hilfsmittel zur Abwicklung der Vorgänge in Betracht. Durch den Einsatz des eCommerce sollen die internen und externen Kosten gesenkt werden und eine Gewinnoptimierung erzielt werden. Zudem soll die
5 http://www.makroökonomie.de/E-Business.html, 14.09.2006
6 a.a.O., Bianca von Bredow
7 http://www.buerger-cert.de/glossar.aspx?param=68Ey0t3r%2bPzhx13HJfr5rw%3d%3d, 15.09.2006
8 a.a.O., Bianca von Bredow
11
Kundenbindung durch eine jederzeit aktuelle und international erreichbare Marktpräsenz gesteigert werden.
In Relation zum eBusiness steht hier der Handel über dem elektronischen Telekommunikationsweg und der damit verbunden Wertschöpfung im Vordergrund und nicht der elektronische Support bei Geschäftsprozessen und Funktionen. Im Umfeld des „Electronic Government“ haben sich verschiedene Definitionen entwickelt.
So versteht die Speyerer Definition den Begriff eGovernment als „die Abwicklung geschäftlicher Prozesse, die im Zusammenhang mit Regieren und Verwalten (Government) mit Hilfe von Informations- und Kommunikationstechniken über elektronische Medien erfolgen.“ 9
Hierin ist aber noch nicht zu sehen, auf welche Bereiche sich die Prozesse auswirken. Dies wird im zweiten Teilbereich der Speyrer Definition ausführlicher beschrieben.
„Bei Electronic Government geht es sowohl um Prozesse innerhalb des öffentlichen Sektors, als auch um jene zwischen diesen und der Bevölkerung, der Wirtschaft und den Non-Profit und Non-Government Organisationen des dritten Sektors.“ 10 In einer weiteren Definition bestimmt das Bundesamt für Sicherheit und Informationstechnik (BSI) den Begriff als
„Nutzung elektronischer Information- und Kommunikations- Technik (insbesondere des Internets) zur Einbeziehung des Kunden (Bürger, Unternehmen, andere Behörden, …) in das Handeln von Regierung und Verwaltung.“ 11
9 H. Reinermann; J. von Lucke, 2000, Speyrer Definition von Electronic Government,
Forschungsinstitut für öffentliche Verwaltung der Deutschen Hochschule für
Verwaltungswissenschaften, Speyer 2000
10 a.a.O., H.Reinermann, J. von Lucke
11 www.bsi.de/fachthem/egov/download/6_Folien.ppt, Präsentationsfolien zum Thema E-Government
12
Abb. 1 Innenansicht des eGovernment (Quelle BSI Präsentationsfolien zum Thema eBusiness)
Tiefer ins Detail des eGovernment geht Gisler. Er teilt in regulierendes Electronic Government (eGovernance) und partizipierendes Electronic Government (eGovernment). 12
Die Rahmenbedingungen der Informationsgesellschaft, die zur Nutzung und Bearbeitung notwendig werden, sind Bestandteil des eGovernance. Das partizipierende eGovernment wird als
„die Unterstützung der Beziehungen, Prozesse und der politischen Partizipation innerhalb der staatlichen Stellen aller Ebenen sowie zwischen den staatlichen Stellen und all ihrer Anspruchsgruppen durch die Bereitstellung entsprechender Interaktionsmöglichkeiten mittels elektronischer Medien“ 13 verstanden. Im eGovernment können verschiedene Informations-, Kommunikations- und Interaktionsbeziehen auftreten.
12 M.Gisler, 2001, Einführung in die Begriffswelt des eGovernment; in M. Gisler; D. Spahni (Hrsg.),
eGovernment - Eine Standortbestimmung; Haupt, Bern 2001
13 a.a.O., M.Gisler
13
eGovernment wird vielfach in der Literatur als das eBusiness des Staates bezeichnet, 15 . Daher stellt sich die Frage ob eGovernment als eigener Bereich oder nur als Teil des eBusiness zu sehen ist. Beide haben das Ziel durch den Einsatz neuer Informations- und Kommunikationstechnologien die Effizienz und Effektivität ihrer Geschäftsprozesse zu erhöhen. Sie unterscheiden im Wesentlichen nur durch ihre Konzeption. Wir werden daher für diese Arbeit eGovernment als einen Teilbereich des eBusiness betrachten. 16
14 A. Hermanns, 1999, Electronic Commerce - Herausforderungen für das Marketing- Management, in
A. Hermanny; M. Sauter (Hrsg.), Management - Handbuch Electronic Commerce, München, Vahlen
15 www.rechtsprobleme.at/doks/e-gov-tabakow.pdf, 17.09.2006
16 a.a.O., Bianca von Bredow
14
2.2. Anwendungsbereiche
Im Umfeld des eGovernment gibt es verschiedene Teilbereiche aus denen sich das eGovernment zusammensetzt, dies sind unter anderem die Bereiche eProcurement, eOrganization, eAssistance, eAdministration, eDemocracy und eVoting.
eProcurement befasst sich mit dem Beschaffungswesen der öffentlichern Verwaltung. Hier wird die elektronische Kommunikation mit den Lieferanten abgewickelt.
Das Leitziel des eGovernment muss aber die Umgestaltung der organisatorischen Prozesse der staatlichen Verwaltung sein. Dazu müssen die neuen internen Möglichkeiten innerhalb der Verwaltung eOrganisation, sowie die Interaktionsmöglichkeiten mit den Kunden der staatlichen Organisationen berücksichtigt werden. 18 Dies gilt vor allem in Bezug auf das New Public Management (NPM). Das NPM zeichnet sich in der staatlichen Organisation dadurch aus, dass privatwirtschaftliche Managementtechniken in der öffentlichen Verwaltung implementiert werden.
Das eGovernment muss neben der effizienteren und effektiveren Dienstleistungsabwicklung auch einen verbesserten Kundenservice und Komfort anbieten.
Der Begriff des eGovernment ist in zwei Bereiche untergliedert, zum einen in einen weiten und engen Rahmen. eGovernment im weiteren Sinn wird als die Vereinfachung und Durchführung von Geschäftsabläufen zu den Kunden in Form von Informationen, Kommunikation und Transaktionen durch den Einsatz von IKT verstanden. Der engere Sinn, wird auch als eAdministration bezeichnet. Er kennzeichnet sich dadurch aus, dass die auch die Transaktionen innerhalb der
17 http://deposit.ddb.de/cgi-
bin/dokserv?idn=970740263&dok_var=d1&dok_ext=pdf&filename=970740263.pdf, 18.09.2006
18 a.a.O., Bianca von Bredow
15
Behörden integriert werden, neben den Beziehungen zu Bürgern (G2C) und Unternehmen (G2B) sind es auch die zu Teilen der staatlichen Verwaltung (G2G). In dieser Arbeit untersuchen wir vier Anwendungsbereiche, dies sind: eAdministration, eAssistance, eDemocracy und eVoting. Durch eDemocracy wird ein Bereich geschaffen in dem die politischen Rechte der Bevölkerung, Diskussionen über politische Fragen und die politische Entscheidungsfindung mit moderner IKT betrieben werden kann. 19 Mit dem Einsatz von eAssistance sollen die Lebensumstände der Kunden besser in das staatliche System eingepasst werden. Beispielsweise sollen hier Arbeitsplatzbörsen und Weiterbildungsseminare als staatliche Verpflichtung zur Versorgung der Kunden angeboten werden.
Unter eAdministration werden die elektronischen Dienstleistungen des Staates und seiner Verwaltung verstanden.
Durch die vielfältigen IKT - Möglichkeiten kann die Verwaltung die internen und externen Dienste gezielt für ihre Kunden anbieten. Ein Beispiel für den Einsatz der eAdministration ist die elektronische Steuererklärung.
19 http://www.buerger-cert.de/glossar.aspx?param=68Ey0t3r%2bPzhx13HJfr5rw%3d%3d, 16.09.2006
16
2.3. Anwendungsebenen
Im nachfolgenden Abschnitt erfolg eine Betrachtung der Ebenen auf denen eGovernment angewandt.
2.3.1. Kommunikationsbeziehungen
Im Rahmen der Kommunikationsbeziehungen sollen die Beziehungen zu den Kunden der öffentlichen Verwaltung dargestellt werden. Das Ziel ist die Erbringung von Leistung und Bereitstellung von Produkten für die Kunden. 21 Es gibt aus Sicht der Verwaltung 4 Geschäftsbeziehungen zu den Kunden. Government to Customer (G2C)
In der Beziehung zum Bürger gibt es aus Sicht der Verwaltung zwei Rollen in denen der Bürger gesehen wird. Zum einen ist der Bürger in der Rolle des Entscheidungsakteurs und zum anderen in der Rolle des Entscheidungsempfängers.
In der Rolle des Entscheidungsakteurs ist der Bürger als Mitgestalter des Gemeinwesens gefragt. Im Blickfeld steht er als Wähler oder als Parlamentariern. 22 Die meisten Aktivitäten richten sich aber an dem Leitbild des Bürgers als Entscheidungsempfänger aus. Er kann vielfältige Rollen in der Beziehung zur öffentlichen Verwaltung annehmen. So können einige Bürgerrollen 23 die des
20 M. Wimmer; B. von Bredow, 2001, eGovernment: Aspects of Security on Different Layers; Twelfth
International Workshop on Database and Expert Systems Applications, 3-7 September 2001, Munich,
Proceeding DEXA 2001
21 a.a.O., Shahab Behjat
22 Harald Mehlich, 2002, Electronic Government, Die elektronische Verwaltungsreform, Grundlagen -
Entwicklungsstand - Zukunftsperspektiven,Gabler Verlag, Wiesbaden
23 a.a.O., Harald Mehlich
17
Die Mitarbeiter der öffentlichen Verwaltung können zudem auch als Kunden in der G2C - Beziehung auftreten. Ihre Rollen sind dies des Antragsteller (Bsp.: Dienstreiseantrag, Urlaub) Auskunftsuchender (Bsp. Einsicht in die Personalakten) Anmeldung (Bsp. Fortbildungsseminarteilnahme) Beschwerdeführer
Wahlberechtigter (Bsp.: Personalratswahlen) Bescheinigungswesen Government to Business (G2B)
Hier steht die elektronische Kommunikation zwischen der Verwaltung und den Wirtschaftssubjekten im Blickfeld. Sie bietet ein breites Spektrum an Möglichkeiten an. Zum derzeitigen Stand wird dem eProcurement- Bereich die grösste Aufmerksamkeit geschenkt. 24 Als Schwerpunkte für die Geschäftbeziehungen zwischen Unternehmen und staatlichen Organisationen können die folgenden Bereiche eingeschätzt werden 25 :
Gerade in der Geschäftbeziehung zu dem Business- Bereich sind wesentliche Kostenvorteile und Zeitvorteile durch ein umfangreiches Portfolio zu erzielen. Hier können aufgrund des hohen Anteils der Internetnutzung die Projekte des eGovernment besser und schneller durchgesetzt werden, um die dort eingesetzten
24 http://archiv.ub.uni-heidelberg.de/volltextserver/volltexte/2003/4075/pdf/DAeGovMR.pdf, 19.09.2006
25 a.a.O., Harald Mehlich
18
Arbeit zitieren:
Hilger Schneider, 2006, Möglichkeiten und Zukunftsaussichten des eGovernment in Relation zum eBusiness, München, GRIN Verlag GmbH
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