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1 Definition des Begriffs
Ein Portfolio zeigt was der Autor oder die Autorin im Rahmen des Studiums oder im Laufe des Studiums gelernt, wie sie / er gearbeitet und sich weiterentwickelt hat. Portfolios wurden bereits durch Künstler und Architekten in der Zeit der Renaissance verwendet. Die Portfolioarbeit kann noch zusätzlich mit einem Lerntagebuch oder Arbeitsjournal unterstützt werden.
Die Portfoliopraktiker unterscheiden eine enge und weite Fassung des Portfoliobegriffs. Die engere Fassung wird als alternatives Beurteilungsinstrument verstanden. Das bedeutet eine alternative Methode der Leistungsbeurteilung, welche die Beurteilungsgerechtigkeit erhöht und auch die soft skills beurteilen lässt.
In der weiten Fassung versteht man das Portfolio als ein Lehr-, Lern- und Entwicklungsinstrument.
Der Begriff Portfolio kann je nachdem eine besondere alternative Methode der Leistungsbeurteilung bezeichnen und / oder ein umfassenderes Unterrichtskonzept. Im einen Fall akzentuiert der Begriff stärker die Frage der angemessenen Leistungsbeurteilung. Im anderen Fall geht es vor allem um eine Veränderung des Unterrichts in Richtung auf erhöhte Lernförderlichkeit und Schülerorientierung (die allerdings über die Veränderung der Leistungsbeurteilungsprozeduren initiiert werden). 1
Während einer Konferenz im Jahre 1990 wurde von mehreren Spezialisten zu dem Thema Portfolioarbeit folgende Definition erarbeitet:
Ein Portfolio ist eine zielgerichtete Sammlung von Arbeiten, welche die individuellen Bemühungen, Fortschritte und Leistungen der/des Lernenden auf einem oder mehreren Gebieten zeigt. Die Sammlung muss die Beteiligung der/des Lernenden an der Auswahl der Inhalte, der Kriterien für die Auswahl, der Festlegung der Beurteilungskriterien sowie Hinweise auf die Selbstreflexion der/des Lernenden einschließen. 2
1 Brunner, Ilse; Häcker, Thomas; Winter Felix (Hg.): Das Handbuch Portfolioarbeit. Konzepte - Anregungen -Erfahrungen aus Schule und Lehrerbildung. Seelze-Velber: Kallmeyer bei Friedrich in Velber 2006. S. 36
2 Ebd. S. 36 (Brunner)
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Ein wichtiges Ziel der Portfolioarbeit ist die Reflexivität der Lernenden, hinsichtlich der Inhalte des eigenen Lernens und seiner Ergebnisse, zu erhöhen.
2 Formen und Typen
Man unterscheidet mehrere Typen des Portfolios, wie:
Arbeitsportfolio: Es dient der Diagnose des Lernprozesses. Es enthält unterschiedliche Dokumente, die den Lernprozess dokumentieren. Es steht hier die Entwicklung und die Analyse des Lernprozesses im Vordergrund. Ein Arbeitsportfolio eignet sich sehr gut als Grundlage für ein Beratungsgespräch.
Entwicklungsportfolio: Es ist eine genauere Form des Arbeitsportfolios. Es lässt der/dem Lernenden eigene Fortschritte erkennen und diese, anhand der im Portfolio abgelegten Arbeiten etc., zu beurteilen. Dieses Portfolio lässt auch sehr gut eigene Stärken und Schwächen erkennen. Von einem Lernportfolio unterscheidet sich das Entwicklung-sportfolio vor Allem in der Bestimmung des Ziels, indem es auf die berufliche Laufbahn konzentriert ist.
Vorzeigeportfolio: Es enthält nur die besten Arbeiten des Studierenden, die einen schnellen Überblick über den aktuellen Entwicklungsstand erkennen lassen. Es können Arbeiten von einem Fach oder auch fächerübergreifend sein.
Beurteilungsportfolio: Es hat einen formalen Charakter. Es dokumentiert die Leistungen der Studierenden und wird zwecks einer Vorlage beim Dozenten fertig gestellt. Meistens betrifft es nur ein bestimmtes Seminar oder ein Projekt. Bewerbungsportfolio: Es ist eine Form des Ausweises, die den Adressaten, z. B. den potenziellen Arbeitgebern, über die im Laufe des Studiums erzielten Ergebnisse oder die besonderen Qualifikationen, die der Kandidat erreicht hatte, zu informieren. Seminar-Portfolio: Unterlagen, die ein bestimmtes Seminar dokumentieren und reflektieren.
Leseportfolio: Mit einem Portfolio kann man auch eigene Leseergebnisse dokumentieren. Es kann eine Liste der gelesenen Bücher sein, die mit einer kurzen Zusammenfassung dokumentiert wird. Bei dieser Gelegenheit kann man Rezensionsschreiben üben und jedes gelesene Buch oder Text kurz rezensieren, bzw. Sekundärliteratur oder interessante Artikel zu diesem Thema nennen, bzw. beifügen.
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Weitere Beispiele: Ausstellungs- oder Präsentationsportfolio, Prüfungsportfolio, Organi-sationsportfolio
In der Praxis sind diese Typen nur selten in einer Reinform zu finden, da sich die Intentionen des Portfolios teilweise überlagern.
Formen des Portfolios: konventionell: Mappe; Ringbuch; etc. elektronisch: CD-Roms; DVD-Roms; USB-Sticks; etc. Webseite: e-Lernportfolio
3 Die Erstellung eines Portfolios
Es lassen sich fünf wesentliche Phasen der Erstellung eines Portfolios aufweisen: 1. Einführungsphase 2. Sammeln und Zusammentragen vom Material 3. Er- und Überarbeitungs- bzw. Auswahlphase 4. Reflexionsphase 5. ggf. Veröffentlichung / Vorzeigen
In der Einführungsphase wird über die Form und die Ziele entschieden. Der Studierende sollte überlegen, was er damit erreichen möchte und welche Schwerpunkte er seinem Portfolio setzten möchte. Im weiteren Schritt wird über die Form entschieden. Der Studierende sollte auch entscheiden, wie er die Unterlagen für sein Portfolio auswählen bzw. bewerten wird. In der zweiten Phase werden die Inhalte für ein Portfolio gesammelt. Diese Phase dauert, abhängig von der Art des Portfolios, länger oder kürzer. Für ein Lernportfolio vom Studiumsverlauf, wird diese Phase mit dem Anfang eines neuen Semesters wieder neu begonnen. Die Daten werden anfangs, ohne bewertet zu werden, gesammelt. Erst in der Auswahlphase sollten die Unterlagen, die der Autorin / dem Autor nicht wichtig genug erscheinen, aussortiert und nur aussagekräftige Materialien, die eine Repräsentativfunktion haben, bzw. einen Überblick schaffen können, belassen werden. In der Reflexionsphase sollte die / der Studierende über den Lernvorgang, über die Ergebnisse und Erfolge, bzw. noch offene Fragen und die
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möglichen Antworten nachdenken. Sie sollte vorzugsweise während der Vorbereitung für die Prüfung stattfinden.
Die Phasen: Sammeln, Auswählen und Reflektieren erfolgen mehrmals und immer wieder im Laufe der Erstellung eines Portfolios. Sie können und sollten durch die gezielte Arbeitaufträge des Dozenten beeinflusst und gesteuert werden.
Das Lernportfolio unterscheidet sich von einer Sammelmappe vor allem durch die Zielsetzung und einem bestimmten Produkt, das die Studierenden erarbeiten sollten. In der Lernphase sollte nicht nur der eigene Bildungsweg und das eigene Bildungsziel, aber auch die Diagnose der eigenen Lernsituation, erreicht werden.
Die Reflexionsphase sollte die konkreten Lern- und Leistungsmerkmale auf folgenden Ebenen umfassen:
inhaltlich / fachlich (Wissen, Verstehen und Bedeutungszusammenhänge, Erkenntnisse und Urteile)
methodisch (Lernformen und -strategien, Arbeits- und Sozialformen) individuell (Lernfortschritte, individuelle Lernstrategien)
Die letzte Phase, die Veröffentlichung, soweit sie nicht zum Leistungsnachweis erklärt wurde, muss nicht zwingend erfolgen. Es ist jedoch sehr ratsam das eigene Portfolio oder seine bestimmten Teile oder Aspekte mit einem Freund / einer Freundin, bzw. mit dem Dozenten zu besprechen. So lässt sich besser die Entwicklung erkennen und überprüfen, ob man noch immer auf dem guten Wege zu der Zielerreichung ist, oder ob Korrekturen nötig sind.
4 Einführung des Portfolios im Seminar
Das Ziel des Portfolios ist unter Anderem, wie oben bereits genannt, die Reflexion des eigenen Werdegangs und der eigenen Entwicklung durch die Studierenden. Die Studierenden sollten mit Hilfe des Portfolios ihre Aktivitäten selbständiger steuern und bewusst mitgestalten können. Um diese Ziele erreichen zu können muss das Portfolio gut eingeführt werden. Es genügt nicht nur eine Vorgabenliste zu verteilen. Die Portfolioarbeit muss von der Konsultation und einem Feedback begleitet werden. Die Aufgaben, die als Bestandteil des Portfolios
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Arbeit zitieren:
Bozena Anna Badura, 2009, Lernportfolio - Ein Werkzeug für Ihr Seminar und/oder Studium, München, GRIN Verlag GmbH
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