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I. Einleitung 3
II. Hauptteil 4-14
1. Einführender Teil zu Kant 4-5
Was ist unbedingt gut?
2. Einführender Teil zu Moore 5-8
Das Prädikat „gut“ ist undefinierbar
3. Die Kritik Moores 8-14
Kann das Argument der offenen Frage Kant treffen?
III. Schluss 14-15
Literaturverzeichnis 16
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1. Einleitung
In dieser Hausarbeit sollen die Ansichten von Georg Edward Moore und Immanuel Kant bezüglich des Guten dargestellt werden, um dann zu prüfen ob das Argument der offenen Frage, welches G. E. Moore aufgestellt hat, Kant treffen kann.
Zunächst werde ich Kants Einstellungen nachzeichnen, indem ich näher darauf eingehe, wie Kant die Begriffe gut und böse verwendet. Dazu ist es für Kant wesentlich, dass nur bedingt Gute vom unbedingt Guten klar zu trennen. Zum erreichen beider Güter kann die Vernunft hilfreich sein. Bezüglich des ersten ergibt sich allerdings lediglich ein hypothetischer Imperativ, welcher kausale Beziehungen aufdeckt und somit die Dinge anzeigt, welche gut als Mittel, also nützlich, aber nur relativ gut sind. Bezüglich des Zweiten muss der Wille direkt von reiner Vernunft bestimmt sein, d.h. die Willensbestimmung erfolgt frei von allem Sinnlichen in Form eines kategorischen Imperativs, welcher allgemeine Gültigkeit besitzt. Hieraus kann die Pflichtethik Kants abgeleitet werden.
Im zweiten Teil der Arbeit sollen die Einstellungen von Moore beleuchtet werden. Wie auch bei Kant erscheint es Moore wesentlich die Güter nach der Art der Güte zu unterscheiden. Moore fragt also „Was ist gut als Mittel?“ und „Was ist gut an sich?“. Wobei die Beantwortung der zweiten Frage notwendig ist für die der ersten. D.h. ich muss zunächst wissen ob es etwas an sich Gutes gibt und wenn ja was dies ist, um dann das Verhalten darauf zu richten, wobei kausale Zusammenhänge erfasst werden müssen. Doch bevor diese Fragen überhaupt sinnvoll werden, zeigt Moore was das Prädikat „gut“ bedeutet, nämlich dass es undefinierbar bzw. einzig ist. Hieraus ergibt sich für Moore ein Fehler, welchen er den naturalistischen Fehlschluss nennt. Ein weiteres Argument für die Undefinierbarkeit von „gut“ und das Wesentliche für diese Arbeit ist das sogenannte „Argument der offenen Frage“ was an dieser Stelle zunächst allgemein erläutert wird.
Diese ersten Abschnitte sollen einführend einen Einblick in die Ansichten der beiden Philosophen geben, um der Kritik folgen zu können.
Im dritten und letzten Teil wird nun die Kritik Moores geprüft. Im Zentrum steht hierbei die Frage: Kann Moore das Argument der offenen Frage auf Kants Ethik anwenden? Ist also die Frage, ob das was von einem guten Willen gewollt ist, auch gut ist, berechtigt? Doch zuvor halte ich es für sinnvoll, da Moore von hier aus zu seinem Argument gelangt, zu zeigen, dass der Vorwurf von Moore Kant setze das Moralgesetz mit dem Naturgesetz gleich nicht in vollem Maße gerechtfertigt ist. Hierbei scheint das Problem darin zu liegen, dass es Moore schwer fällt, sich Kausalität aus Freiheit vorzustellen.
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2. Hauptteil 2.1 Was ist unbedingt gut?
„Es ist überall nichts in der Welt, ja überhaupt auch außer derselben zu denken möglich, was ohne Einschränkung für gut könnte gehalten werden, als allein ein guter Wille.“(Kant 1785, S.1). Mit diesem prägnanten Satz beginnt die „Grundlegung zur Metaphysik der Sitten“. Doch so einfach ist es dann doch nicht und deshalb soll es in diesem einleitenden Abschnitt zunächst allgemein darum gehen, wie Kant sich bezüglich des Guten äußert und wie ein guter Wille vorgestellt werden muss.
Zunächst einmal ist es wichtig zu bemerken, dass die Worte „gut“ und „schlecht“ im allgemeinen Sprachgebrauch oft ungenau verwandt werden. Um hier präzise Aussagen treffen zu können, setzt Kant eine klare Trennung zwischen dem Guten und dem Angenehmen und dem Bösen und dem Übel. Das erstgenannte muss sich somit stets allgemeingültig, also objektiv sein und das bedeutet, dass jedem vernunftbegabten Wesen klar wird, dass dies gut oder schlecht ist. „Was wir gut nennen sollen, muss in jedes vernünftigen Menschen Urteil ein Gegenstand des Begehrungsvermögens sein, und das Böse in den Augen von jedermann ein Gegenstand des Abscheues;“(Kant 1788, S.106) Im Gegensatz hierzu stehen Wohl und Übel nur für die subjektiven Befindlichkeiten, insofern, dass ja jeder nur für sich selbst beurteilen kann, was er denn als angenehm oder unangenehm empfindet. Was dem einen also als ein Wohl erscheint, kann ohne Widerspruch für einen anderen ein Übel darstellen. Die Beurteilung, ob es gut ist wird jedoch immer gleich bleiben. So nennt Kant hier das Beispiel einer Operation, welche für den Kranken selbst ein Übel darstellt, da er hierbei beispielsweise Schmerzen erleidet, „aber durch Vernunft erklärt er, und jedermann sie [Operation] für gut.“(Kant 1788, S.107) Die Vernunft stellt also u.a. ein Mittel dar, um solche Zusammenhänge zu verstehen und zu beurteilen. Durch sie kann der Mensch das bloße Wohl, also das nur bedingt Gute vom Guten an sich unterscheiden. Das bedingt Gute trägt somit, da es auf ein Subjekt bezogen bleibt immer ein Objekt, also eine Materie bei sich, auf das sich das Gute bezieht. Es ist also gut um ein bestimmtes Ziel zu erreichen, es ist gut als Mittel, also nützlich. Für Kant sind es Lust und Unlust, welche in solchen Fällen das Begehrungsvermögen bestimmen und somit den Bestimmungsgrund des Willens empirisch werden lässt. Es also nur darum geht sein eigenes Wohl, seine eigenen Neigungen zu verfolgen (Prinzip der Glückseligkeit).Wenn dies jedoch die einzige Aufgabe der Vernunft wäre so Kant, dann würden sich die Triebe und Instinkte, wie sie bei den Tieren vorliegen, allerdings besser eignen, um dieses Ziel des eigenen Wohls zu erreichen. „aber er hat sie
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[Vernunft] überdem noch zu einem höheren Behuf, nämlich auch das, was an sich gut oder böse ist, und worüber reine, sinnlich gar nicht interessierte Vernunft nur allein urteilen kann, nicht allein mit in Überlegung zu nehmen, sondern diese Beurteilung von jener [Beurteilung über Wohl] gänzlich zu unterscheiden, und sie zur obersten Bedingung […] zu machen.“(Kant 1788, S.108).
Um etwas an sich Gutes hervorzubringen, darf der Bestimmungsgrund des Willens also nicht empirisch, d.h. sinnlich geprägt sein. Es darf also kein materielles Objekt den Anreiz geben etwas zu Wollen. Somit kann das an sich Gute auch nicht einfach ein empirisches Prädikat darstellen. Es ist vielmehr ein Prinzip und zwar ein Prinzip des Wollens, indem es darum geht etwas um seiner selbst willen zu wollen und nicht aus irgendwelchen erhofften Annehmlichkeiten. Dieses Prinzip ist nach Kant a priori, also vor aller Erfahrung, in uns gelegt. Und zwar durch die Vernunft, welche ein Gesetz hervorbringt, was allerdings, da es frei von jedem Objekt sein muss, nur der Form nach gegeben ist. Wird der Wille nun nicht wie oben durch ein materielles Objekt bestimmt, sondern von der reinen Vernunft selbst, dann ist die Handlung an sich gut und derjenige Wille, welcher stets diesem Vernunftprinzip, also dem moralischen Gesetz folgt ist ein guter Wille. „ein Vernunftprinzip wird schon an sich als der Bestimmungsgrund des Willens gedacht, ohne Rücksicht auf mögliche Objekte des Begehrungsvermögens (also bloß durch die gesetzliche Form der Maxime), alsdenn ist jenes Prinzip praktisches Gesetz a priori, und reine Vernunft wird für sich praktisch zu sein angenommen. Das Gesetz bestimmt alsdenn unmittelbar den Willen, die ihm gemäße Handlung ist an sich selbst gut, ein Wille, dessen Maxime jederzeit diesem Gesetze gemäß ist schlechterdings, in aller Absicht, gut, und die oberste Bedingung alles Guten;“(Kant 1788, S.109) Die Besonderheit an Kants Ethik ist also, dass nicht die Begriffe des Guten festgelegt werden um das Handeln danach auszurichten, sondern das sich aus einen Prinzip der Vernunft heraus der Form nach ein Gesetz ausbildet, durch welches das Gute bestimmt wird. 2.2 Das Prädikat „gut“ ist undefinierbar.
Die erste von Moore aufgeworfene Frage in „principia ethica“ bezieht sich zunächst nicht darauf welche Dinge gut sind oder nicht. Für ihn muss zunächst etwas Grundlegendes geklärt werden, und zwar die Frage wie das Prädikat „gut“ zu definieren ist. Dies klingt einleuchtend, denn wie kann es sinnvoll sein einem Ding ein Prädikat zuzuordnen, dessen Bedeutung selbst völlig unklar ist. Moore selbst bezeichnet diese Frage sogar als „die fundamentalste Frage der ganzen Ethik“(G.E.Moore 1903, S.34).
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Arbeit zitieren:
Carolin Drößler, 2010, Kann das Argument der offenen Frage Kant treffen?, München, GRIN Verlag GmbH
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