Inhaltsverzeichnis Seite
1 Einleitung 2
2 Begriffliche Grundlagen 3
2.1 Ältere Menschen. 3
2.2 Medienkompetenz 4
3 Die Lebenssituation älterer Menschen 5
3.1 Soziale Lage 6
3.2 Mediennutzung 7
3.3 Zugangbarrieren und Hemmschwellen. 8
4 Medienkompetenzentwicklung. 9
4.1 Lernvoraussetzungen älterer Menschen 9
4.2 Lerntheoretische Bezüge 10
4.3 Konzept des Lebenslangen Lernens 11
5 Möglichkeiten medienpädagogischer Förderung 13
5.1 Ansätze zur Bildungsarbeit mit älteren Menschen 13
5.2 Angebote zur Förderung der Medienkompetenz 14
6 Fazit und Ausblick. 15
Literaturverzeichnis 17
Verweis auf Internetseiten 20
Abbildungs - und Tabellenverzeichnis Seite
Abb. 1: Bevölkerung nach Altersgruppen 3
Abb. 2: Lernhemmnisse und Lernschranken: Lerngründe 10
Tab. 1: Relative Einkommenssituation nach Altersgruppen 6
Tab. 2: Vorteile neuer Technologien für Ältere 8
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1 Einleitung
Die heutige Wissens- und Informationsgesellschaft ist in hohem Maße medienvermittelt. Medien beeinflussen nicht nur unser Denken, unsere Einstellungen und Werte, sondern auch unseren Alltag und Lebensstil in vielfältiger Weise. Wir nutzen selbstverständlich Tageszeitungen, Bücher, Radio und Fernsehen, Video, Mobiltelefone oder das Internet. Das Fernsehen stellt in diesem Zusammenhang ein fast schontraditionelles Medium dar, wohingegen Mobiltelefone und das Internet als „neue“ Medien bezeichnet werden (Bachmair 2010, S. 5). Der technische Fortschritt vollzieht sich mit rasanter Geschwindigkeit, die Auswirkungen auf die einzelnen Bevölkerungsgruppen sind unterschiedlich. Während Kinder und Jugendliche heute mit den neuen Medien aufwachsen und - letztlich auch aufgrund der Gefahren, die die Nutzung der neuen Medien mit sich bringen kann - im Fokus medienpädagogischer Förderung stehen, geraten ältere Menschen zunehmend in Gefahr von der gesellschaftlichen Entwicklung ausgeschlossen zu werden. Im Fokus der Anbieter stehen sie meist nur dort wo sie als zahlungskräftige Klientel gesehen werden. Aufgrund eigener Vorbehalte, Ängste, Lernwiderstände oder anders gelagerter Bedürfnisse findet ein teilweiser Rückzug aus dem gesellschaftlichen Leben statt. Laut Branchenverband Bitkom steht die Nutzung neuer Medien durch ältereMenschen trotz der demografischen Entwicklung in Deutschland noch immer in einem Missverhältnis zur Bevölkerungsstruktur. 20 % der Deutschen sind heute 65 Jahre oder älter, aber nur 11 % der Internet-Nutzer sind Senioren. Der „digitale Graben“ zwischen den Generationenbesteht fort (Bitkom 2010a, S. 1). Ausgehend von der Beschreibung der Lebenssituation und dem Mediennutzungsverhalten älterer Menschen, will diese Arbeit - unter Bezugnahme auf Lernvoraussetzungen, die lerntheoretischen Bezüge und das Konzept des Lebenslangen Lernens - Ansätze zur Förderung der Medienkompetenz älterer Menschen aufzeigen. Abschließend werden exemplarisch bereits bestehende Angebote zur Förderung der Medienkompetenz beschrieben.
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2 Begriffliche Grundlagen
2.1 Ältere Menschen
Eine klare Definition ab wann von „älteren Menschen“ gesprochen werden kann ist in der Literatur kaum zu finden. Es werden verschiedene Abgrenzungskriterien diskutiert, die sich teils auf biophysische Veränderungen, teils auf Übergänge undLebensereignisse im Erwachsenenalter beziehen (Faltermaier et al. 1992, S. 163ff.). Die marketingorientierte Wirtschaft spricht von der Gruppe „50plus“. Diese verfügt über erhebliches finanzielles Potenzial und tritt so in den Fokus des Interesses (Meyer-Hentschel & Meyer-Hentschel 2004, S. 10). Die Berliner Altersstudie konzentriert sich bei ihrer Betrachtung auf die Gruppe 70-100+ (Lindenberger et al. 2010, S. 29) und untergliedert dabei in sechs Gruppen.Meyer-Hentschel und Meyer-Hentschel (2004, S. 9) bezeichnen den Eintritt in den Ruhestand als Einschnitt im Leben,der sich auch in verändertem Verhalten zeigt. Mit dem Eintritt ins Rentenalter können Potenziale freigesetzt werden -Raum für neue Interessen entsteht.
Vorliegende Arbeit folgt diesem Ansatz undlegt den Schwerpunkt auf die Gruppe der älteren Menschen ab dem Eintritt ins Rentenalter.
Das durchschnittliche Renteneintrittsalter in Deutschland lag im Jahr 2004 bei 63 Jahren (Radl 2007, S. 516). Der Anteil der 65- bis 80-Jährigen wird sich bis 2060 um 14% erhöht haben (Stat. Bundesamt 2009, S.16). Bevölkerung nach Altersgruppen:
Die Ursachen des demografischen Wandels d.h. hierdes steigenden Anteils älterer Menschen liegen im Geburtenrückgang, der gestiegenen Lebenserwartung und der Differenz zwischen Zu- und Abwanderung (Stat.Bundesamt 2009, S. 5).
2.2 Medienkompetenz
Zur Definition des Begriffs Medienkompetenz soll zunächst der Kompetenzbegriff selbst erläutert werden. Maßgeblichen Einfluss auf den Kompetenzbegriff hatte Noam Chomsky, der als Sprachwissenschaftler den Begriff Ende der 1960er-Jahre prägte. In Bezug auf Sprache unterscheidet er zwischen Kompetenz und Performanz. Wobei Kompetenz eher die genetisch bedingten Fähigkeiten meint und Performanz die Fähigkeit diese Kompetenzen auch anzuwenden. Kompetenz selbst ist nicht erfassbar und wird nur über die Performanzebene deutlich (Süss et al. 2010, S. 106). Erpenbeck und Heyse(2007, S. 159) definieren Kompetenz als „Selbstorganisationsdisposition des Individuums“. Nach Gnahs (2010, S. 19ff.) zeigt sich Kompetenz immer dann, wenn das Individuum beim „Zusammentreffen situativer Erfordernisse“ aufgrund des ihm zur Verfügung stehenden Potenzials an Wissen und Fertigkeiten fähig ist angemessen zu handeln. Zudem fließen in dieses Handeln die Werte, die Motivationen, die Dispositionen des Individuums sowie seine physischen und genetischen Grundlagen ein.Unter Wissen versteht er die „Kenntnisse von Fakten und Regeln, die dem Individuum abrufbar zur Verfügung stehen“. Fertigkeiten beziehen sich auf die „sensumotorischen Aspekte des individuellen Leistungsvermögens“. Bei Werten handelt es sich um „Haltungen und Einstellungen, die Personen gegenüber Dingen, Personen oder Personengruppen sowie gegenüber Ideen und Verhaltensweisen entwickeln bzw. entwickelt haben“. Motivationen bezeichnet er als „emotionale Antriebskräfte und Interessen, die das individuelle Handeln anregen, auslösen und in seiner Intensität bestimmen“. Die Komponente Dispositionen „zielt auf Persönlichkeitseigenschaften, die vergleichsweise stabil im Lebenslauf sind“.Gnahs (2010, S. 26) unterteilt Kompetenzen zudem nach Arten z.B. in Fach-, Sozial-, Methoden- und personale Kompetenzen. Bezogen auf die neuen Medien stellt sich der Erwerb einer Medienkompetenz als zu vermittelnde Lernaufgabe dar. Der Nutzer soll befähigt werden „die neuen Möglichkeiten der Informationsverarbeitung souverän handhaben zu können“. Ziel ist es, sich in der „computerisierten Medienwelt“ zurechtzufinden (Baacke 1997, S. 98). Baacke sieht für die Medienpädagogik vier Aufgabenfelder der Medienkompetenz: die Fähigkeit zur Medienkritik, die Medienkunde, die Mediennutzung und schließlich die Mediengestal-
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tung. Er beschreibt Medienkritik als die Fähigkeit „problematische gesellschaftliche Prozesse“ (Baacke 1997, S. 98) analytisch zu erfassen, dieses analytische Wissen reflexiv auf sich selbst anzuwenden. Hinzu kommt die ethische Dimension, die analytisches Denken und Reflexion sozialverantwortlich handhabt. Nach Baacke umfasst Medien-kunde das Wissen über heutige Medien und Mediensysteme. Er differenziert in zwei Dimensionen, die informative (klassische Wissensbestände) und die instrumentell-qualifikatorische (Fähigkeit zur Bedienung neuer Geräte). Der Medienkritik und Me-dienkunde schreibt er die Funktion der Vermittlung zu, wohingegen er Mediennutzung und Mediengestaltung als zielorientiert definiert. Medienhandeln istals Mediennutzung zu bezeichnen und beinhaltet zum einen rezeptiv anwendende Nutzungskompetenz zum anderen interaktiv anbietende Kompetenz. Den Bereich der Mediengestaltung bezeichnet Baacke einerseits als innovativ im Sinn von Veränderungen und Weiterentwicklungen von Systemen, andererseits als kreativ in Bezug auf das Erarbeiten neuer Medienprodukte (Baacke 1997, S. 98f.).
Süss et al. (2010, S. 105) verweisen im Zusammenhang mit theoretischen Modellen zur Medienkompetenz auf eine idealisierte Überhöhung der Norm die kaum erreicht werden kann. Zudem bemängeln sie die teilweise fehlende Ausdifferenzierung auf spezifische Altersgruppen. Sie definieren Medienkompetenz weniger als statischen Zustand, sondern im Hinblick auf die „gesellschaftliche und mediale Entwicklung“ als eine „zentrale Aufgabe lebenslangen Lernens“ (Süss et al. 2010, S. 105) (s. Kapitel 4.3 Konzept des Lebenslangen Lernens).
3 Die Lebenssituation älterer Menschen
Der demografische Wandel und die damit steigenden Zahlen älterer Menschen in Deutschland bringen ein verstärktes Interesse an den Lebensbedingungen und der Lebensqualität dieser Bevölkerungsgruppe mit sich. Durch die gestiegene Lebenserwartung verlängert sich die Phase des Ruhestands. Seit 1970 hat sich die mittlere Lebenserwartung von 60-Jährigen in Westdeutschland um rund 5 auf 21 Jahre bei Männern und 24 Jahre bei den Frauen verlängert. Diese zusätzlichen Jahre sind auch gesellschaftspolitisch von wachsender Bedeutung (Stat. Bundesamt 2008, S. 193). Mit dieser verlängerten Lebensspanne sind einerseits positive Erwartungen verbunden, andrerseits sind die Vorstellungen über die Lebensphase Alter von negativen Vorstellungen hinsichtlich körperlicher Gesundheit, sozialer Vereinsamung, Abhängigkeit oder von ökonomischer Unsicherheit geprägt (Lindenberger et al. 2010, S. 7).Die individuellen Un-
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Arbeit zitieren:
Ulrike Englmann, 2011, Medienkompetenz und Mediennutzung älterer Menschen, München, GRIN Verlag GmbH
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