Familienbehandlung 5. Sem. SA/SP
GLIEDERUNG :
1. Selbstwertprozessmodell
1.1. Exkurs: Veränderungsprozess
1.2. Die Phasen des Selbstwertprozessmodells
1.2.1 Erste Stufe: Kontakt
1.2.2 Zweite Stufe: Chaos
1.2.3 Dritte Stufe: Integration
2. Persönlichkeit und Beruf des Familientherapeuten
2.1 Grundannahmen und Wertesystem
2.2 Menschliche und therapeutische Fähigkeiten
2.3 Ausbildung
2.4 „Self Care“ des Therapeuten und Selbstzentrierung
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1. SELBSTWERTPROZESSMODELL
„Jetzt sehe ich meine therapeutische Aufgabe darin, die in der Pathologie eines Menschen oder einer Familie aufgestaute Energie so umzuformen und zu transformieren, daß sie fruchtbar werden kann, ganz im Gegensatz zu meiner früheren Ansicht, die sich auf die Beseitigung der Krankheit beschränkte. Man kann diese Methode ‚gesundheitsorientiert‘ nennen, aber in Wirklichkeit ist sie mehr, also nenne ich sie das ‚Selbstwertprozessmodell‘.“
1.1 Exkurs: Veränderungsprozess
Dieses Modell ist das logische Ergebnis von Satirs Thesen über den Veränderungsprozess:
1.These: Menschen sind auf Veränderung und Wachstum ausgerichtet und von jeder Art von Verwandlung fähig (diese Ausrichtung kann durch gestörte Kommunikation oder Familienregeln blockiert werden)
Familienregeln erwachsen aus Mechanismen, mit denen die Eltern ihren Selbstwert aufrechtzuerhalten versuchen (sie sind also der Kontext, in dem auch die Kinder aufwachsen und ihren Selbstwert entwickeln)
der Selbstwert der einzelnen Familienmitglieder beeinflußt das Familiensystem grundlegend darum ist der Hauptfaktor der Satirschen Methode die Unterstützung der einzelnen Familienmitglieder bei der Steigerung ihres Selbstwerts
2.These: Jeder Mensch trägt bereits all das in sich, was er zu seiner Entfaltung braucht
der therapeutische Prozess besteht darin, den Klienten Zugang zu ihren eigenen Ressourcen zu verschaffen und ihnen so zu neuen Bewältigungsfähigkeiten zu verhelfen in diesem Kontext ist das Symptom nur ein Ausgangspunkt, ein Hinweis für den gegenwärtigen Stand der Bewältigung
das Symptom liefert den Schlüssel für die Fehlfunktion (ABER: Der Fokus liegt auf dem Prozess, der zu der Fehlfunktion geführt hat!)
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3.These: Satir sieht die Familie als ein System, in dem jeder einzelne alle anderen
Personen oder Ereignisse beeinflußt und seinerseits davon beeinflußt wird
kein einzelnes Familienmitglied kann allein für etwas verantwortlich gemacht werden Aufgabe des Therapeuten ist es, die umfassende Auffassung von „System“ für die Familie lebendig werden zu lassen
4.These: Persönlichkeit und Überzeugung des Therapeuten sind seine wichtigsten
der Therapeut muß davon überzeugt sein, daß der Mensch wachsen und sich verändern kann, daß er alle nötigen Ressourcen bereits in sich trägt und daß alle Probleme immer mehr als eine Ursache haben
er muß der Familie die Kongruenz vorleben, die sie entwickeln müssen wesentliche Fähigkeit: auf die unterschwelligen Botschaften in der Kommunikation wertungsfrei reagieren zu können (denn das demonstriert der Familie neue Modelle der Kommunikation) die Menschlichkeit des Therapeuten ist wichtiger als seine Sachkenntnis!
1.2 Die Phasen des Selbstwertprozessmodells
Das Selbstwertprozessmodell von Virginia Satir lässt sich in 3 Stufen einteilen:
1.2.1 Erste Stufe: Kontakt aufnehmen
Beginn der ersten Stufe: wenn der Therapeut der Familie begegnet Ende der ersten Stufe: wenn der Therapeut genug Informationen gesammelt hat
Erste Aufgabe des Therapeuten: Schaffen einer angenehmen Atmosphäre, in der Hoffnung und Vertrauen möglich werden
auf dieser Grundlage können die einzelnen Familienmitglieder nach und nach die für eine Veränderung nötigen Risiken auf sich nehmen
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Arbeit zitieren:
Judith Hilden, 2003, Selbstwertprozessmodell und Persönlichkeit des Therapeuten nach V. Satir, München, GRIN Verlag GmbH
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Einbetten
DOI
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