Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Die Bewegung der Waldenser im 12./13. Jh
2.1. Die frühen Waldenser unter Valdes und Durandus von Huesca. 4
2.3. Kurzer Überblick zu späteren Waldensern 6
3. Vergleich zu den Katharern
3.1. Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Entwicklung 7
3.2. Vergleich beider Lehren 8
4. Resümee 10
5. Quellen- und Literaturverzeichnis 12
1. Einleitung
„Das 12. Jahrhundert war ein Jahrhundert des Aufbruchs.“ 1 So kann man zu jener Zeit die Ausgangssituation im französischen Languedoc beschreiben. Nicht nur kulturelle und politische Differenzen standen auf der Tagesordnung, sondern auch die Religionsansichten waren gespalten. Die römische Kirche versuchte ihre Macht zu festigen, das ihr im Norden Frankreichs auch gelang. Jedoch gaben diese Machtkonsolidierungsversuche ebenso Impulse für neue Bewegungen. Jene hatten allerdings andere Voraussetzungen, als vielleicht die Reformbewegungen der Gregorianer ein Jahrhundert zuvor. Für Bewohner im Süden Frankreichs war es nicht ungewöhnlich mit mehr als einer später genannten Häresie in Kontakt zu kommen 2 . In dieser Zeit entstanden vor allem zwei bedeutende Bewegungen, zum einen die der Katharer und zu anderen die der Waldenser. Die letztere ist durchaus weniger bekannt, jedoch existiert sie noch bis heute. Außerdem wird in vielen Aufsätzen immer wieder erwähnt, dass die Waldenserbewegung aus klerikaler Sicht weitaus gefährlicher schien als die radikale Bewegung der Katharer 3 . Daher soll in dieser Arbeit die Entwicklung und die Lehre von den Waldensern, besonders von den frühen unter Petrus Valdes, genauer betrachtet werden. Man könnte auch meinen, da beide Richtungen im selben Jahrhundert entstanden sind, dass diese sich im Grunde ähneln, wenn nicht sogar identisch sind 4 . Im Verlaufe der Arbeit soll dem aber widersprochen werden. Daher ist es notwendig, dass die Lehre der Katharer ebenfalls hinterfragt wird. Auch die eigenständige Entwicklung wird dabei eine Rolle spielen. Beim Vergleich beider Seiten werden zwar Gemeinsamkeiten vorkommen, jedoch überwiegen die Unterschiede. Dies werden auch Sichtweisen von anderen Autoren und Quellen belegen.In wie fern die Waldenser wirklich eine Bedrohung waren, soll hier aufgezeigt bzw. widerlegt werden. Beiden Bewegungen wurden jedoch vom selben Schicksal getroffen. Sie wurden von der Kirche als Ketzer bezeichnet und verurteilt.
1 Auffahrt, Christoph, Die Ketzer, Katharer, Waldenser und andere religiöse Bewegungen, München, 2009 S.46
2 Siehe: Feuchter, Jörg, 2 Häresien in einer Stadt, Die Anhänger von Waldensern und Katharern in Montauban (Quercy) im 13. Jahrhundert. In: Zeitschrift für Kirchengeschichte, Vol 119, 2008, S. 297
3 Zum Beispiel: Utz-Tremp, KathrinVon der Häresie zur Hexerei, „wirkliche“ und imaginäre Sekten im Spätmittelalter, MGH Schriften, Band 59, Hannover 2008 S. 134
4 Zitat Gretser: „ Between the Albigensians and the Waldesians there is a difference in the name, but not in reality.“ in: Emily Mc Caffrey, Memory and Collective Identity in Occitanie: The Cathars in History and Popular Culture, in : History &Memory, Vol 13, Nr. 1 2001, S.116
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2. Die Waldenserbewegung im 12./13. Jahrhundert
2.1. Die frühen Waldenser und Valdes und Durandus von Huesca
Um 1170 entwickelte sich die „letzte und zäheste Wanderpredigerbewegung des 12. Jahrhunderts“ 1 . Petrus Valdes, so besagt die Legende 2 , habe eines Tages das Lied des Heiligen Alexios gehört, in dem es darum geht, wie der Besagte ein Leben in Armut vollbringt und die Botschaften des Evangeliums predigt. Über Valdes genaue Herkunft weiß man nicht viel, jedoch war er entweder ein Kaufmann oder Bankier von Lyon und somit war er kein Außenseiter im Bürgertum. Von diesem Lied berührt, entschied er sich sein Leben zu verändern. Er gab all seine Besitze auf und versorgte seine Familie um letzten Endes Jünger Jesu zu werden. Wie viele Handelsleute in Frankreich konnte auch Valdes kein Latein, also ließ er sich die Bibel von zwei Klerikern übersetzen, um dann in Französisch zu Predigen. Dies fand im Bürgertum großen Anklang und so schlossen sich bereits die ersten Valdes an. In der Literatur tauchen sie auch öfters als die „Armen von Lyon“ oder „Armen Christi“ auf. Besonders für diese Bewegung war ihr Auftreten als ein Teil der Kirche. Sie kämpften nicht gegen die katholische Kirche selbst, sondern sie wollten sie verbessern und die Missstände beseitigen. Es war eine sehr charismatische Wanderbewegung, die auch Frauen als Predigerinnen hatten 3 . Sie wurden nicht umgehend verfolgt. Aus klerikaler Sicht gab es teilweise sogar Zuspruch für diese Bewegung, jedoch aber auch Abneigung. Die beste Überlieferung für diese Situation bieten Quellen zum 3. Laterankonzil im Jahre 1179 Papst Alexander III.. Es ist nicht ganz gewiss, ob Valdes persönlich auf diesem Konzil anwesend war. 4 Jedoch kann an davon ausgehen, denn wiederum eine Legende besagt, dass am Ende der Papst Valdes persönlich umarmt habe und seine Forderung nach Erlaubnis der Wanderpredigt sogar nachvollziehen konnte. Dennoch gab es auf dem Konzil auch Kritik an den Waldensern. Walter Map überliefert in seinen Aufzeichnungen 5 , dass die Waldenser, die
1 Lambert., Malcolm, Häresie im Mittelalter, Von den Katharern bis zu den Hussiten, Darmstadt 2001, S.64
2 u.a. Utz Tremp, Kathrin und Oberste, Jörg nehmen Bezug darauf, eine genaue Überlieferung lässt sich jedoch nicht finden.
3 Deane, Jennifer Kolpacoff:, Archiepiscopal Inquisitions in the Middle Rhine: Urban Anticlericalism and Waldensianism in Late Fourteenth-Century Mainz, in: The Catholic Historical Review, Vol. 9, Nr.3, 2006, S.207 „... early Waldesianism, a charismatic urban and Gospelbased movement, which allowed the participation of female preachers...“
4 Grundmann schreibt ebenfalls: „ Zwei Waldenser, vielleicht Valdes selbst, kommen auf das 3. Laterankonzil...“ Göttingen, 1978, S.29
5 Map, Walter, De nugis curialium: „Vidimos... Valdesios, homines ydiotas,illiteratosa primate ipsorum Valde... lingua conscriptum Gallica, in quo textus et glosa Psalterii plurioruque legis utriusque librorum continebantur.“
-4-
Arbeit zitieren:
Carolin Teubert, 2010, Die Lehren und das Wirken der Waldenser, München, GRIN Verlag GmbH
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