Andreas Weber, Daniel 8 - das Heiligtum und der Yom Kippur 2
INHALTSVERZEICHNIS
1. Einleitung 3
2. Historischer Hintergrund 3
3. Yom Kippur 4
4.1. Das Heiligtum 4
4.1.1. Die Vermittlung 5
4.1.2. Die Versöhnung 5
4.1.3. Die Heiligung 6
4.2. Der Yom Kippur 7
5. Die Reinigung des Heiligtums 8
5.1. Was bedeutet Frevel? 9
5.2. Das Problem mit der Reinigung 10
6. Ein Typos? 11
7. Schluss 14
8. Bibliographie 15
2
Andreas Weber, Daniel 8 - das Heiligtum und der Yom Kippur 3
1. EINLEITUNG
Was mich dazu bewegt dieses Kapitel zu bearbeiten ist die Tatsache, dass das Buch Daniel für mich persönlich mit zu den spannendsten Büchern der Bibel gehört. Es steckt voller Geheimnisse, Symbole, geistlichen Lektionen und eschatologischen Inhalten. Es liefert uns Informationen über die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft. In dieser Arbeit wird sich alles um das 8. Kapitel drehen. Ich sehe dieses Kapitel und dieses Thema auch zum Teil als persönliche Herausforderung und Weiterentwicklung. Ein Kapitel was auf den ersten Blick unklar und verwirrend erscheint, jedoch wenn man sich Stück für Stück und unter Gebet diesem Teil der Heiligen Schrift nähert, sich allmählich die Augen öffnen. Dieses Kapitel liegt mir persönlich sehr am Herzen. Ziel dieser Arbeit ist es die Verbindung zu dem 3. Buch Mose aufzuzeigen. Mögen wir uns mit einer demütigen Einstellung an dieses Kapitel wagen, offen für Gottes Geist sein und offen für Korrekturen unseres menschlichen Denkens. Es ist allein Gott der Erkenntnis und Verständnis schenkt (Dan 1,17).
„Die Bibelstelle, die vor allen andern die Grundlage und der Hauptpfeiler des
Adventglaubens war, ist die in Daniel 8,14 gegebene Erklärung: „Bis
zweitausenddreihundert Abende und Morgen um sind; dann wird das Heiligtum
wieder geweiht werden.“ GK 411
2. HISTORISCHER HINTERGRUND
Das 8. Kapitel des Daniel Buches gibt uns ein historisches Datum anhand dessen wir bestimmen können in welchem Jahr Daniel das Nwø zD j (die Vision) erhalten hat. Die Schilderung „Im dritten Jahr der Herrschaft des Königs Belsazar“ lässt nach unserer Zeitrechnung auf das Jahr 548 v. Chr. schließen. 1 Zu dieser Zeit kam es im Nahen Osten zu großen Umwälzungen. Persien trat nun auf die politische Weltbühne. Babylons Macht schwand allmählich, während Persien im Nahen Osten immer einflussreicher wurde. Die Meder und die Perser waren verwandte Völker. Jedoch herrschte ein Militärisches Ungleichgewicht. Die Meder waren das mächtigere der beiden Völker. 2 Demnach lebt Daniel als er die Vision erhalten hat, kurz vor dem Untergang Babylons und der Machtübernahme durch das Medo-Presische Reich.
1 William H. Shea, Daniel 7-12: Prophetie und Endzeit, Studienreihe zur Bibel, 2 (Hamburg: Advent-Verlag
GmbH, 1998) 78.
2 Ibid., 78-80.
3
Andreas Weber, Daniel 8 - das Heiligtum und der Yom Kippur 4
Shea sagt weiter, dass der Perserkönig Kyros 539 v. Chr. die Babylonier besiegte, 3 neun Jahre nach dem Daniel die Vision erhalten hat. In Daniel 5 und 6 ist nachzulesen, welche unmittelbaren Auswirkungen dieser Sieg hatte. Wir halten fest, dass wenn wir uns in Kapitel 8 bewegen, wir uns im 6. Jhd. v. Chr. befinden. Eine Zeit des Umbruches, eine Zeit des Paradigmawechsels, eine Zeit im Exil.
3. YOM KIPPUR
Bevor wir uns dem zentralen Thema dieser Arbeit widmen, nämlich der Verbindung zwischen Daniel 8 und dem Heiligtum (und somit auch zum Yom Kippur), ist es zuerst notwendig zu verstehen was genau die Aufgabe des Heiligtums war und was der Yom Kippur bewirkt.
4.1. Das Heiligtum
Nach dem Mose am Berg Sinai einen Bund zwischen Gott und dem Volk Israel geschlossen hat (2Mo 24,1-11) und anschließend die Gesetzestafel in Empfang genommen hat (2Mo 24,12-18) sprach der Herr zu ihm: „Sag den Kindern Israel, dass sie für mich eine Opfergabe erheben von jedem, der es freiwillig gibt“ (2Mo 25,2). Diese Opfer 4 bestanden aus unterschiedlichsten Gegenständen. 5 Diese Dinge sollten hauptsächlich für den Bau der Stiftshütte verwendet werden, aber auch für die Kleidung der Priester und der Unterhaltung des Heiligtumsdienstes. 6 Doch warum sollte das Volk Israel dies alle darbringen und daraus ein Heiligtum (hebr. v∂ ; dV qI m) bauen? Warum dieser Aufwand? Die Bibel gibt uns diesbezüglich eine eindeutige Antwort: „Und sie sollen mir ein Heiligtum machen, damit ich in ihrer Mitte wohne“ (2Mo 25,8). Der ausschlaggebende Grund warum das Volk Israel ein Heiligtum für den Herrn bauen sollte war weil Gott ein Gott der Nähe,
3 Ibid.
4 Heb. hD m… wrV ; t - was eigentlich mit „Hebopfer“ übersetzt werden sollte, wird von der Wurzel M… wr - „hoch
sein“ abgeleitet. Das Wort bezeichnet die Abgabe der Israeliten an das Heiligtum (2Mo 29,27; 4Mo
18,8.11.19.24.26; Neh 10,40), die auch Hebopfer genannt werden, weil sie sich auf den Teil beziehen, der
von ihren Einkommen und Erträgen abgehoben wurde. Siehe dazu: L. Wächter und T. Seidel, „hD m… wrV ; t“, in G.
Johannes Botterweck und Helmer Ringgren Hg., Theologisches Wörterbuch zum Alten Testament, Band VIII
(Stuttgart: W. Kohlhammer GmbH, 1995), 758-764, dort 758.
5 Aus Gold, Silber, Kupfer, blauem und rotem Purpur, Scharlach, feiner Leinwand, Ziegenhaar, rotgefärbten
Widderfellen, Dachsfellen, Akazienholz, Öl für die Lampen, Spezereien zum Salböl und zu wohlriechendem
Räucherwerk, Onyxsteinen und eingefaßten Steinen zum Priesterschurz und zur Brusttasche. Siehe 2Mo
25,3-7.
6 M. L. Andreasen, Der Heiligtumsdienst (Königsfeld: Edelstein-Verlag, 1988), 17.
4
Andreas Weber, Daniel 8 - das Heiligtum und der Yom Kippur 5
ein Gott der Beziehung ist. Sein Wunsch ist es am Leben der Menschen teil zu haben. Er möchte mitten unter ihnen wohnen 7 , das heißt, mit ihnen leben. Aufgrund des Sündenfalls ist es Gott nicht mehr möglich von Angesicht zu Angesicht mit uns in Kontakt zu treten. „With the inception of sin, the experience of open communion came to an end, and a perception of listance - on humanity's part - arose.“ 8 . Daher musste eine andere Lösung her. Das Heiligtum, als ein Ort der Begegnung mit Gott. Doch das Heiligtum ist mehr als „nur“ Gottes „Wohnort“. Es hat noch drei weitere Grundlegende Aufgaben - nämliche 1. Die Vermittlung; 2. Die Versöhnung; 3. Die Heiligung. Diese drei Bereich wollen wir uns nun genauer anschauen.
4.1.1. Die Vermittlung
Die Aufgabe des Priesters war in erster Linie die Rolle des Vermittlers. Das war ihre hervorragendste Aufgabe. Selbst wenn der Sünder das Opfer brachte - das Blut durfte er nicht versprengen. Genauso wenig durfte er - der Sünder - von den Schaubroten essen, noch den Weihrauch darbringen oder die Leuchter versorgen. Dies alles musste ein anderer für ihn tun. Auch wenn er sich dem Tempel nähern konnte, so konnte er nicht hinein; auch wenn er das Opfer brachte, so konnte er es nicht darbringen; auch wenn er das Lamm töten durfte, so konnte er das Blut nicht darbringen. Gott war für ihn nur durch die Vermittlung des Priestertums erreichbar. Er konnte sich Gott nur in der Person eines anderen nähern. Durch all diese Dinge musste ihm bewusst werden, dass er jemanden brauchte, der für ihn eintrat, jemanden, der für ihn vermittelte. Der gesamte Heiligtumsdienst beruht auf dem Prinzip der Vermittlung. Der Sünder selbst war auf den Priester angewiesen der das reinigende Blut versprengte. 9
4.1.2. Die Versöhnung
Ein weitere wichtiger Gesichtspunkt des Heiligtumsdienstes ist die Versöhnung. Sünde trennt von Gott. Sünde ist es, die ihn veranlasst sein Angesicht vor uns zu verhüllen und uns nicht zu hören (Jes 59,2). Doch durch die Darbringung der Opfer und der Gebete, konnte man sich Gott nähern, so konnte die Verbindung wiederhergestellt werden, so
7 Hebr. NA kD v - sich niederlassen, wohnen, ruhen, verweilen, sich aufhalten. Görg schreibt in: M. Görg,
„NA kD v“, in G. Johannes Botterweck und Helmer Ringgren Hg., Theologisches Wörterbuch zum Alten
Testament, Band VII (Stuttgart: W. Kohlhammer GmbH, 1993), 1337-1348, dort 1348: „JHWH, der
„inmitten der Israeliten wohnen will“, gibt auch in Ez 43,7.9 eine „Verheißung der unkonditionalen
zugsagten Gottesgegenwart“, die sich zugleich als eine „Selbstbindung Jahews an Israel“ [...] darstellt.“
8 Roy Adams, The Sanctuary: Understanding the Heart of Adventist Theology (Hangerstown, MD: Review
and Herald Publishing Association, 1993), 20.
9 M. L. Andreasen, 37.
5
Arbeit zitieren:
Andreas Weber, 2009, Daniel 8,14 - Das Heiligtum und der Yom Kippur, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Theologie - Biblische Theologie: Daniel 8,14 - Das Heiligtum und der Yom Kippur ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Theologie - Biblische Theologie: neuer Titel erschienen: Daniel 8,14 - Das Heiligtum und der Yom Kippur
Andreas Weber hat einen neuen Text hochgeladen
The Koren Classic Yom Kippur Machzor: A Hebrew High Holiday Prayerbook...
Daniel Goldschmidt, Yona Frankel, Koren Publishers
Yom Kippur-Its Significance, Laws, and Prayers: A Presentation Antholo...
Nosson Scherman, Meir Zlotowitz
Inside Kremlin Yom Kippur War -Ppr
Victor Israelyan, Viktor Levonovich Israelian, Alvin Z. Rubinstein
The Yom Kippur War 1973 (1): The Golan Heights
Simon Dunstan, Kevin L. Lyles, Howard Gerrard
0 Kommentare