- 3 - Dr.Phil: Hans S. Fiedler M.A.
Sozialarbeiter, Sozialpädagoge, FH. Freiburg Br. Heilpädagoge, Lehranalyse Psychagogisches Institut Stuttgart, Supervisor FH. München.
LMU München 1989 Magister artium der pädagogischen Psychologie, empirischen Pädagogik, Sozialpsychologie, Philosophie, Mediator.
LMU München 2003 Promotion Dr. Phil. Verhaltenstherapie, Gerontologie, Andragogik .
Durch meine therapeutischen Tätigkeiten in den vielen Jahren komme ich immer wieder mit den Alterungsprozessen in Berührung.
So z.B. als Dozent für Psychologie und Methodenlehre in der Altenpflegeausbildung. Meine Neugier hat den Hintergrund:
Ich selbst spüre es, dass wir alle älter werden und niemand kann uns aus der Vergangenheit mitteilen, wie man lernt alt zu werden. Die Vorgenerationen hatten eine extrem niedrigere Lebenserwartung und konnten somit Erfahrungen wenig oder nicht weitergeben.
Wir sollten es versuchen, den nachfolgenden Generationen zu erklären und selbst zu lernen wie man älter oder alt wird.
- 4 - Ichmöchte aus eigenem „Erleben des Alters“ (Jahrgang 1931) berichten, denn glaubwürdig ist in der Regel, der von sich berichten kann, oder den man mag. Meine Motivation oder mein Ziel ist: Der allgemeinen Meinung und Auffassung, das Alter sei ein krankhafter Teil des Lebens, oder eine leidvolle Lebensspanne, entgegen zu wirken. Helfen sie mir dabei?
Es ist meine Absicht, die „Berichte“ nicht durch Zitate oder Literaturhinweise zu belasten. Ich werde am Ende einige Literaturbeispiele nennen, die zur Vertiefung des Themas dienen könnten. Aus rein pragmatischen Gründen der Lesbarkeit wurde überwiegend die männliche Sprachform gewählt.
- 5 -
Inhaltsverzeichnis
Seite 8 Einführung
10 Fragen Antworten
11 Lernen älter zu werden
13 Alter und Zeit
17 Was ist Gerontologie
18 Langlebigkeitsuntersuchungen (alt)
20 „ (neu)
21 Münchhausen
22 Erkenntnisse zum Älterwerden
25 Warum Frauen älter als Männer
27 Bereitschaft zum Älterwerden?
(Beispiele zum Altern)
29 Turn Oma
31 Denen werde ich es zeigen
33 Ersatzteillager
35 Ü 30
37 Lieber die 3
38 Endlich 18
40 Fenster geschlossen
41 In die Hosesteigen
42 Jahrgangstreffen
43 Schwachstellen?
45 Nichts gefallen lassen
(Übungen, Tipps)
46 Worte formulieren
48 Was mache ich mit dem Rest
50 Was konnte ich nicht
53 Treiben lassen
54 Nichts tun
55 Dia Sammlung
56 Streiten
59 Hätte ich
61 Friedfertig
- 8 - Einführung:
Nach vielen Jahren als Pädagoge in der Arbeit mit „verlassenen“ Kindern und Jugendlichen, dem erneuten Studium im fortgeschrittenen Alter an der Uni - also immer in Kontakt mit jungen Menschen - fühle ich mich nicht alt. So scheint die alte Lebensweisheit: „man ist so alt wie man sich fühlt“ richtig zu sein.
Doch gibt es auch Unterschiede, wie ich altern empfinde. Ich bin körperlich gesund, d.h. ich fühle mich gesund. Trotz „Krampf in den Beinen“; „Schnaufen beim bergauf gehen“; „Zwicken und Zwacken an allen möglichen Stellen des Körpers“. Bin ich gesund wenn ich mich gesund fühle, oder bin ich krank / gesund wenn der Arzt es sagt? Spötter behaupten: „Man ist krank, wenn man oft genug untersucht wurde.“ Unser Körper sendet Zeichen, die wir beachten sollten. Die Zell- und Organebene des Körpers sind die „Frühmeldesysteme der Endlichkeit“, so ist Älterwerden keine Krankheit, sondern ein völlig normaler Zustand.
- 9 - Ichbin neugierig, geistig fit, habe viele Hobbys, nie Langeweile, liebe die Mitmenschen, versuche, wo gewünscht, Hilfestellung zu geben.
Manchmal gedankenverloren, oder als „Beginn von Senilität“, unterlaufen mir Handlungen, über die ich jedenfalls lachen kann. So nahm ich z.B. anstatt der Zeitung, die Klopapierrolle mit an den Frühstückstisch.
Wenn man älter wird, werden viele Dinge des Alltags „ausgeblendet“, sie sind unwichtig, nebensächlich für mich. Trotzdem ist für mich „mitreden, streiten, einmischen“ also alles was zur Gemeinschaft gehört, lebensnotwendig. Ich will mit diesen Aufzeichnungen meiner Gedanken einmal die Frage stellen „Wann bin ich alt?“ oder wie der Titel „Jetzt bin ich alt, seit wann?“
- 10 - Fragen- Antworten ?
Wann bin ich alt?
Warum bereitet uns das Älterwerden große Sorgen, „Kopfschmerzen“?
Für diese beiden Fragen gibt es keine konkreten Antworten.
Kann ich „Älterwerden“ lernen?
Ja, wenn ich will!
- 11 - Waswollen sie und / oder was wollen sie nicht? Wenn wir unsere Mitmenschen befragen, erhalten wir nachstehende Antworten oder Meinungen: „Ich will alt werden!“
„Ich will nicht älter werden, zu den Alten gehören.“ Ist es nicht nur Widerspruch, sondern beinahe Schwachsinn. (Wollen wir es nicht erkennen?) Wir wissen es doch alle:
Die einzige Möglichkeit alt zu werden, ist älter zu werden. In den letzten 50 Jahren haben wir erlebt und erfahren, dass die Menschen erheblich älter werden, als die Generationen vor uns. Dieses hat viele Gründe, wobei der Fortschritt der Medizin, sicher die Hauptquelle ist.
Es gibt somit wenige oder keine „Vorbilder“, die uns verraten können, wie man älter werden kann, ohne alt zu sein.
- 12 - Beispieledie heute (immer noch) als Lebenslosung bekannt gegeben werden:
Der 100 Jährige antwortet auf die Frage warum er so alt geworden ist:
„Ich habe gelebt, geliebt, getrunken, geraucht, dies machte mich alt“
Andere behaupten genau das Gegenteil und betonen die Mäßigung in allen Bereichen als Schlüssel, um alt zu werden. Altern ist immer noch - mit steigender Tendenz - in den Generationen mit vielen Vorurteilen belastet. Sind diese nicht ebenso irreführend wie falsch?
Wir bilden uns ein „alles“ in dieser Welt im Griff zu haben, auch unser Ende?
Bedeutet die Tatsache, dass ich sterben muss und nicht daran denken möchte, eine Ablehnung (Verdrängung), die nur Ängste erzeugt?
Meinen sie, es wäre philosophisch, so irren sie, denn allein das nicht daran denken wollen, ist ein philosophischer Akt.
- 13 - Alternist „Hier - sein, Da - sein“ (Leben) in der Zeit.
„Ich habe keine Zeit“; „die Zeit rinnt mir davon“; „Zeit ist Geld“.
Diese Aussagen hören wir alle im Alltag. Es werden Unsummen ausgegeben um „Zeitmanagement“ in Seminaren und Büchern zu lernen.
Meistens mit dem Erfolg, dass wir noch weniger Zeit haben. Wir „managen“ (hetzen) dann von einem Termin zum anderen. Transportmittel, das Auto, die Bahn, das Flugzeug müssen immer schneller werden.
Warum und zu welchem Preis? Es kostet Milliarden um zwei Stunden schneller von A nach B zu kommen, und im nächsten Stau zu stehen oder auf ein Taxi zu warten. Vor vielen Jahren fuhr ich mit dem „Europaexpress“ in einem Aussichtswagen von München nach Köln. Es war herrlich die Schönheiten der Rheinlandschaft zu bewundern. Vor wenigen Wochen die gleiche Strecke, nur zwei Stunden kürzer.
Ich freute mich den Rhein und seine wunderschönen Orte wieder zu sehen.
Das Ergebnis: Ich sah nur Tunnel, Mauern und Zäune.
- 14 - Esist eine „Zeitgier“ ausgebrochen, die Stress erzeugt und an unser aller Leben nagt.
Obwohl wir immer älter werden, haben wir immer weniger Zeit! Alles muss immer effizient sein, etwas bewirken, Nutzen bringen. Warum eigentlich?
„Wir haben viel in der Schule, Ausbildung, Universität gelernt, jedoch nicht, wie man Kinder erzieht und wie man zufrieden älter werden kann.“
Ich muss, „je eher, je besser, “ akzeptieren, (lernen) dass meine Zeit, Tage, Wochen, Monate, Jahre, der Augenblick, mein Leben sind.
Die Erkenntnis müsste sein:
„ Nutze die Zeit, erlebe jeden Augenblick.“
- 15 - Ebenso,dass alles Leben nicht „unendlich“ sondern „endlich“ ist. Dieses ist gut so, weil „unendlich“ keinen Sinn hätte. Wenn das Leben unendlich wäre, wären alle unsere Handlungen „egal“, weil man ewig Zeit hätte sie zu revidieren. Also gibt gerade die Endlichkeit unserem Leben Gewicht, Verantwortung und Sinn. Auch ich lebe. Würden sie dieser Aussage zustimmen?
- 16 - Wannbin ich alt?
Sind sie auch neugierig zu erfahren wann sie alt sind? Ich bin Jahrgang 1931 und nähere mich somit langsam (oder schnell) der statistischen Grenze, ob ich „jungsterblich“ oder „altsterblich“ bin.
Ich spinne nicht, wenn ich diese Frage stelle. Blättern sie ruhig öfter im statistischen Jahrbuch, es lohnt sich: Es bedeutet, ob ich vor dem statistischen Datum (2006 lag es lt. Stat. Jahrbuch bei 83,2 Jahre) oder nach diesem (k)alt werde. Ich werde es erleben müssen - oder auch nicht. Ich suche seit vielen Jahren die Antwort auf die Frage, „Wann bin ich alt?“
- 17 - Kennensie die Gerontologie?
„Gera“ kommt aus dem Griechischen und bedeutet „Greis“. Wir leben in einer Zeit, in der wir immer mehr ergründen wollen, so auch die Lebensphasen des Alterns, die Gerontologie. Gerontologie ist nicht, wie viele meinen, ein Versuch die wissenschaftliche Ergründung des Alters zu erfassen, sondern sie beschäftigt sich mit den „Prozessen des Alterns.“ Die erste Erkenntnis: Das Altern beginnt unmittelbar nach der Geburt.
Wie kann ich es lernen, älter und alt zu werden? War die Frage, die ich mir im Studium stellte. Hier waren die Andragogik (Lernen im Erwachsenenalter) und die Gerontologie, Fächer die meine Neugier weckten.
- 18 - Langlebigkeitsuntersuchungenin der Gerontologie: Sie sagen wie folgt aus: Menschen werden älter, wenn:
- Langlebigkeit der Eltern und Großeltern; wenn diese älter als 85 Jahre wurden
- Stellung in der Geschwisterreihe; Erst- und Zweitgeborene leben länger als weitere Kinder
- Schulbildung; besser gebildet
- Wohnortgröße; Leben in der Kleinstadt, auf dem Lande vergrößert Lebenserwartung
- Familienstand; Für Männer insbesondere, wenn sie mit einer(m) Partner(in) leben
- Berufstätigkeit; je qualifizierter die Berufsausübung, je höher die Lebenserwartung.
- Frauen leben länger als Männer
- 19 - Diesessind Werte aus der Statistik, die Anlass zur Spekulation geben könnten. Warum ist es so? Wie geht es Ihnen jetzt, wenn sie es gelesen haben. Werden sie „sehr alt“? Zu welcher Gruppe würden sie gehören? Oder denken Sie nicht daran, wie alt sie werden? Was sagen sie zu den nachfolgenden Modellrechnungen? Das „Max-Planck-Institut für demographische Forschung“ hat einige Modellrechnungen 2008 publiziert. Es wurden viele Datenbanken ausgewertet und interessante Ergebnisse bekannt gemacht:
So starb der „Durchschnittsmann“ 2006 im Alter von 77 Jahren, die „Durchschnittsfrau“ mit 82 Jahren und vier Monaten.
Besonders beeindruckend ist der Hinweis, dass die Todesraten in den einzelnen Altersgruppen, bei den „Jüngeren“ seit 1990 gleich geblieben sind.
Nur den Älteren (Männer ab 55 Jahren, Frauen ab 65 Jahren) können wir die Erhöhung der allgemeinen Lebenserwartung verdanken.
- 20 - MitModellrechnungen (so das MPI) ist es gelungen die Bedeutung einzelner Faktoren zu ermitteln, die uns die „Lebenszeit“ rauben. 1. Die ungesunde Lebensweise
Starker Alkoholgenuss (Frauen minus 23,1, Männer minus 16,2 Jahre)
Nikotin (Nichtraucher leben bis zu 2 Jahrzehnten länger) Übergewicht, Bluthochdruck, unausgewogene Ernährung, Bewegungsmangel
(Frauen minus 20,8, Männer minus 21,4 Jahre) 2. Umwelt
Scheidung (Frauen minus 9,8, Männer minus 9,3 Jahre) Arbeitslosigkeit (Frauen minus 12,6, Männer minus 14.3 Jahre)
Geringer Bildungsgrad ( Frauen minus 9,1, Männer minus 7,2 Jahre)
Es sind hier nur wenige Modellrechnungen genannt. Wer dafür Interesse zeigt, kann die „Modellkalkulation“ 2008 von Elena
Muth u.a. Rostocker MPI für demographische Forschung im Detail
nachlesen.
Sind es glaubhafte Aussagen und Theorien oder nur statistische Erhebungen, die uns hier angeboten werden. Welche Konsequenzen sollten wir daraus ziehen? Stimmt der Satz: Du bist, was du isst?
- 21 - Münchhausenlebt noch unter uns. Wir kennen alle die Erzählung, dass sich Münchhausen samt seinem Pferd am eigenen Schopf aus dem Moor / Sumpf heraus ziehen konnte.
In meinen Beratungsdiensten konnte ich immer wieder erkennen, dass die meisten Mensch in der Lage sind, sich selbst aus Ängsten, Notsituationen zu befreien. Hierzu ist nur der Glaube an die eigene Kraft notwendig. Die nachfolgenden Aussagen sind überwiegend Resultate und Bemerkungen von Frauen, Männern und Jugendlichen, die meine Beratungsdienste in Anspruch nahmen. Ihnen möchte ich besonders danken, denn von ihnen konnte ich viel lernen. In der Regel kommen Menschen zu mir, die meinen, sich in zurzeit aussichtslosen Situationen zu befinden. Sie berichten von Gefühlen der Einengung, von Leid, Krankheiten und übermächtigen Ängsten.
Neben diesen Schilderungen ist das Ernstnehmen, Zuhören zunächst wichtig. Dann jedoch die „Suche“ nach einem Weg aus diesen Situationen.
In der Praxis habe ich die Erfahrung gemacht, dass die meisten Menschen, die Gabe besitzen mit diesen Schwierigkeiten fertig zu werden.
- 22 - Nuneinige Aussagen zum Älterwerden: „Ich bin jetzt alt!“
Die kleine Lydia, ist mit ihrer Mutter zum „Schulreifetest“ bei mir. Das Ergebnis, „Du darfst jetzt in die Schule gehen“ Sie stellt sich vor der spiegelnden Balkontür in Positur und ruft: “ Ich bin jetzt alt, bin ein Schulkind, muss nicht mehr in den Kindergarten“. Erkenntnis 1:
Die Empfindung des Alterns ist nicht an Lebensjahre gebunden. „Jeder ist so alt wie er sich fühlt“ (Uraltes Sprichwort) „Alt“ kann auch etwas Gutes sein, z.B. „endlich 18, endlich in Rente gehen, usw.“
„Es gibt so viele junge, hübsche, frohe Mädchen, junge Frauen; wo kommen nur die alten keifenden Weiber her?“ (Russisches Sprichwort)
In ähnlicher Weise müssen wir von „jungen Männern und griesgrämigen, rechthaberischen Alten“ sprechen. Erkenntnis 2:
Warum verlieren wir im Altern den Humor, die Zufriedenheit? Obwohl es uns viel besser geht, als Generationen vor uns, werden wir immer (keifender, rechthaberischer) unzufriedener.
- 23 - EinParadigma (Lehrsatz) der Gerontologie: „Soll das spätere Altern gelingen, muss man es spätestens mit 35 Jahren vorbereiten“
Wenn ich etwas lernen will, muss ich es üben, trainieren und sehr früh damit beginnen,
(Erkenntnis - Einsicht - Lebens- Änderung - Planung) Erkenntnis 3:
Älterwerden kann man lernen, wir müssen nur sehr früh damit beginnen.
Was ist meine Zeit, mein Leben, wie möchte ich sein, wenn ich älter, alt bin, wie bin ich gegenüber den Kindern, den Eltern, welche Werte, Einstellungen, Hobbys habe ich neben meiner Berufstätigkeit?
- 24 - Nach„lebensverändernden“ Ereignissen, (Krankheit, Leid, Heirat, Geburt, Arbeitsverlust, Ruhestand, Verlust v. Angehörigen etc.) werde ich immer wieder nach Lösungen befragt. Ich verweise hier gerne auf S. Beckett „Warten auf Godot“. Wir verharren, warten, wissen nicht auf wen, auf was, sind nur in der Vergangenheit und Gegenwart. Hilflos, orientierungslos, überrascht vom Ereignis. Was tun? „Es gibt nur die Zukunft“ Das Leben muss weitergehen, wir müssen es erkennen, neu gestalten, das Leben neu erleben lernen. Dazu gibt es keine Alternative. Erkenntnis 4:
Das Altern gehört zu unserem Leben. Jede Phase des Alterns ist ein Akt der Veränderung, denn leben ist verändern.
- 25 - Warumwerden (lt. Statistik) Frauen älter als Männer? Haben sie sich auch schon einmal diese Frage gestellt? Ich erhielt auf diese Frage keine Antwort. So machte ich mich auf die Suche und kam zu folgender Erklärung. (nicht ganz ernst nehmen)
Neben der Pädagogik „Päd“ bedeutet der Knabe, erfahre ich in der Andragogik dass „Andros“ der Mann ist, „Gera“ ebenfalls aus dem Griechischen, meint den Greis.
„Ago“ können wir auch aus dem Latein als „führen, lenken etc.“ ableiten.
Die „Führung, Begleitung“ in den Lebensabschnitten sind „agogische“ Prozesse:
Pädagogik (Jungen) Andragogik (Männer) Gerontagogik (Greise)
Ist es nicht seltsam, dass nur Männer, jeden Alters, “geführt, begleitet“ werden müssen. Sie haben es sicher nötig. Das holde weibliche Geschlecht scheint schon von jeher so zu sein, dass Führung oder Begleitung nicht notwendig sind. (vielleicht in Ausnahmefällen)
- 26 - Mankönnte jedoch auch gegensätzlich vermuten, dass es seit der Antike bekannt ist, wie nutz- und hoffnungslos Versuche einer „Führung“ bei den Frauen sind. Frauen können - so müsste das Ergebnis dieser Überlegung sein - von sich aus, also „aus dem Bauch heraus“ erkennen, was richtig und falsch ist.
Ist es auch mit dem „Älterwerden“ so? Liegt hier das Geheimnis des „Altwerdens“ bei den Frauen? Also haben Männer größere Schwierigkeiten mit dem „Älterwerden“!
Sie müssen gelenkt oder begleitet werden. Es ist mit Hilfe der Gerontologie, (Gerontagogik) notwendig und möglich. „Was Hänschen nicht lernt; lernt Hans nimmermehr. Einen alten Baum verpflanzt man nicht“ Auch hier handelt es sich um „männliche“ Wesen. Ist es eine plausible Erklärung?
- 27 - DerMann das unbekannte Wesen, oder der Mensch, der Alles kann?
„Ich bin ein anständiger Mensch, habe gearbeitet, bin älter geworden, habe mich um die Familie, um die Gemeinschaft im Ort gekümmert, warum sollte ich mich ändern, verändern“? sind Aussagen vieler Altersgenossen, mit denen ich Kontakte pflege. Ich gebe dann gerne zu bedenken, dass z.B. beim Kauf eines Handys, PC oder einer Stereoanlage wir die „instruction“ nicht nur lesen, sondern verstehen müssen um dann zu lernen, wie wir mit der Technik, mit dem „Neuen“ fertig werden. Genauso müssen wir das Lernen zum Älterwerden begreifen. Lehnen sie die neuen Techniken ab? Warum? (Ich habe ein 10 Jahre altes Handy, weil ich damit telefonieren will, mehr nicht, bisher?)
So stehen wir vor einem „Dilemma“, einmal die Tatsache etwas „Unbekanntes“ vor uns zu haben (höheres Alter als Vorgenerationen) und dann die Weigerung zu erkennen, dass wir uns „verändern“ müssen, neu lernen sollen, um älter zu werden.
Arbeit zitieren:
Dr. Phil. M.A. Hans-Siegfried Fiedler, 2011, Jetzt bin ich alt! Seit wann?, München, GRIN Verlag GmbH
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