Reflektierende Dokumentation: Planung, Durchführung und Evaluation eines Girls’Day
Inhaltsverzeichnis Seite
1. Einleitung 2
2. Praktikumsstelle 3
2.1 Arbeits- und Aufgabenfeld des Projekts 3
2.2 Unternehmen und Rahmenbedingungen des Praktikums 4
2.3 Analyse der Zielgruppe 5
3. Handlungsablauf 6
3.1 Planungsphase 7
3.2 Durchführungsphase 9
3.3 Auswertungsphase 10
4. Projektmanagement 11
5. Qualitätssicherung 12
6. Evaluation 15
7. Fazit und Ausblick 17
Literaturverzeichnis 19
Abbildungsverzeichnis 21
Anhang 22
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1. Einleitung
Für das Modul „Praxis der Mediendidaktik“ wurde als Projekt ein Girls’Day ge- plant,durchgeführt und evaluiert. Ziel des Projektes ist es, den Girls’Day im Sinne der Ziele der Veranstaltung durchzuführen und zu evaluieren. Die Evaluation soll mögliche Schwachstellen aufweisen und das Projekt auf seine Ziele hin überprüfen.
Ziel der Veranstaltung Girls’Day ist es, Mädchen für technische und naturwissenschaftliche Berufe nachhaltig zu begeistern und dafür Interesse zu wecken, so dass diese Berufe in ihre Berufswahl mit einbezogen werden. Seit 2001 findet der Girls’Day mit wachsender Beteiligung in Deutschland statt. Am Airbus Standort Stade, an dem das Projekt durchgeführt wurde, fand 2011 der neunte Girls’Day statt.
In technischen Berufen fehlt vermehrt der Nachwuchs und auch Mädchen sollen für diese Berufszweige begeistert werden. Der Girls’Day stellt mit dem Besuch ei- nestechnischen Unternehmens, einer Hochschule oder einem Forschungszentrum die Möglichkeit dar, Berufe im technischen Bereich kennen zu lernen und Hemmschwellen für diese Berufsbilder abzubauen. Die Schulbildung und Abschlüsse von jungen Frauen sind sehr gut und können damit den Bedarf an qualifiziertem Nachwuchs mit abdecken.
Innerhalb der Veranstaltung des Girls’Day wurde das Bewerbertraining von mir neu konzipiert und durchgeführt. Die Überarbeitung dieses Workshops hat das Ziel, einen höheren Erfolg im Bezug auf Bewerbungen für die möglichen technischen Berufe bei Airbus sicher zu stellen. Zusätzlich wurde die Evaluation in Form eines Fragebogens überarbeitet.
Als erstes gibt diese Arbeit einen Überblick über die Praktikumsstelle, d.h. das Arbeits- und Aufgabenfeld, das Unternehmen und die Rahmenbedingungen sowie eine Analyse der Zielgruppe. Im Anschluss wird der Handlungsablauf des Projektes detailliert durch die Beschreibung der Planungs-, Durchführungs- und Auswertungsphase dargestellt. Weiter werden das durchgeführte Projektmanagement, die statt gefundene Qualitätssicherung und die Ergebnisse der Evaluation erläutert.
Abschließend gebe ich ein kurzes Fazit mit Ausblick auf die zukünftige Gestaltung des Girls’Day.
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2. Praktikumsstelle
2.1 Arbeits- und Aufgabenfeld des Projekts
Das Projekt beinhaltet die Planung, Durchführung und Evaluation des Girls’Day am 9. April 2011 am Airbus Standort Stade.
Der Girls’Day ist seit neun Jahren ein fester Bestandteil der Veranstaltungen bei Airbus Stade, die zur Förderung des Auszubildendennachwuchses durchgeführt werden. Das Projekt beinhaltet die Koordination aller Aufgaben im Bereich der unter Punkt 3.1-3.3 dargestellten Planungs-, Durchführungs- und Auswertungsphase. Besonders hervorzuheben ist die komplette Überarbeitung und spätere Durchführung des Bewerbertrainings, als einer der drei Workshops am Veranstaltungstag und die Überarbeitung der Evaluation in Form von Fragebögen. Zusätzlich wird für die Evaluation eine Feedbackrunde mit den Auszubildenden und Dualen Studentinnen durchgeführt, die die Teilnehmerinnen während der Veranstaltung in kleinen Gruppen begleiten.
Ziel des Girls’Day bei Airbus Stade ist es Mädchen für den Ausbildungsberuf der Verfahrensmechanikerin für Kunststoff- und Kautschuktechnik oder einen Dualen Ingenieurinnen-Studiengang zu begeistern. Am Girls’Day lernen die Teilnehme- rinnendas Ausbildungszentrum, das Produktionswerk und Auszubildende und Studenten kennen. Sie haben die Möglichkeit, in kurzen Workshops Einblick in die Fertigkeiten des Umgangs mit Faserverbundwerkstoffen zu erhalten. Die Hemmschwelle zu technischen Berufen soll durch die Workshops und die Besichtigung der Produktion abgebaut werden.
Lernziel ist es, nachhaltiges Interesse an technischen Berufen zu wecken, so dass diese die Berufswahl beeinflussen. Die Umsetzung des Lernziels orientiert sich an „Modellen arbeitsbezogenen Lernens“ nach Peter Dehnbostel. Das Modell „Lernen durch Hospitation sowie durch Erkundung“ findet in Kurzform am Girls’Day statt, indem die Teilnehmerinnen eine Betriebserfahrung machen, die innerhalb ihres schulischen Bildungsganges stattfindet. Weiter findet das Modell „Lernen durch Simulation von Arbeitsprozessen“ durch die praktische Aufgabe Anwendung. (Dehnbostel, 2010, S. 42-46)
Darüber hinaus können die Workshops in formelles und informelles Lernen unterschieden werden. Unter formellem Lernen versteht man „die Vermittlung festgelegter Lerninhalte und Lernziele in organisierter Form“ (Dehnbostel, 2010, S. 47). Hierunter fallen der Workshop „Bewerbertraining“, die Betriebsführung und die In-
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formationen zu Airbus Stade. Unter informellem Lernen wird Lernen über Erfahrungen verstanden, die in Arbeitshandlungen gemacht wurden. Der Workshop „Praktische Arbeit“ gibt die Möglichkeit für Erfahrungslernen. Durch Problemlösung einer Aufgabe wird das Lernergebnis erreicht. Abgrenzend muss festgehalten werden, dass es aber organisiert wird und somit nicht komplett den Anforderungen der Definition von informellem Lernen entspricht. (Dehnbostel, 2010, S. 47-48)
2.2 Unternehmen und Rahmenbedingungen des Praktikums
Die Airbus Operations GmbH ist eine 100% Tochtergesellschaft von EADS (European Aeronautic Defence and Space Company) und als Flugfahrtunternehmen tätig. Insgesamt sind aktuell ca. 52.500 Mitarbeiter weltweit an 15 Standorten beschäftigt. Im Jahr 1974 ist Airbus in den Markt eingetreten und hat seit dem mehr als 6.500 Flugzeuge ausgeliefert. (AirbusPeople, About Airbus / Geschichte, 2011; Airbus, Airbus Facts and Figures, 2011)
Das Praktikum findet im Ausbildungszentrum des Airbus Standortes Stade statt. Der Standort wurde 1981 gegründet, heute arbeiten dort ca. 1.450 Mitarbeiter. Stade ist ein Produktionsstandort, der Flugzeugteile herstellt, wie das Seitenleitwerk, die Rumpfschale oder die Druckkalotte jeweils für alle Typen der Airbus-Flugzeug-Familie. Der Standort ist spezialisiert auf die Herstellung und Weiterentwicklung der CFK-Technologie für die Luft- und Raumfahrt. Der Werkstoff CFK (kohlefaserverstärkter Kunststoff) hat als herausragende Eigenschaften Leichtigkeit und Stabilität und wird seit der erstmaligen Verwendung 1981 immer stärker im Flugzeugbau eingesetzt.
Alle in Stade gefertigten Flugzeugbauteile sind aus Faserverbundwerkstoffen. Aus diesem Grund bildet der Ausbildungsstandort Stade den Beruf des/r Verfahrensmechanikers/in für Kunststoff- und Kautschuktechnik, Schwerpunkt Faser-verbundwerkstoffe für alle Airbus Standorte in Deutschland aus. Zusätzlich wird der in Deutschland einmalige Duale Studiengang des Bachelor Engineering Ver-bundwerkstoff/Composites in Zusammenarbeit mit der Privaten Fachhochschule Göttingen angeboten. (AirbusPeople, SiteMaps Stade, 2011) In Stade werden ca. 90 Auszubildende und ca. 15 Duale Studenten ausgebildet. Ein Ausbildungsmeisterstab von sechs Meistern, die Ausbildungsleitung und ihre Stellvertretung sind für das Ausbildungszentrum verantwortlich. Das Ausbildungszentrum besteht aus sechs technischen Werkstätten, sowie Computerraum und
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Schulungsraum. Die Ausbildung zum/r Verfahrensmechaniker/in sowie die Dualen Studiengänge teilen sich in drei gleich verteilte Blöcke auf: Berufsschule bzw. Universität, Lehrgänge und Einsatz in der Produktion. Der Airbus Standort Stade hat aktuell einen Frauenanteil von ca. 30% in der Ausbildung (Auszubildende und Duale Studenten) und damit einen der höchsten Frauenanteile in der Ausbildung im Vergleich zu anderen Airbus Standorten.
2.3 Analyse der Zielgruppe
Die Girls’Day Veranstaltung wird Schülerinnen aller Schularten ab der 5.Klasse für die Berufsbereiche Technik, Naturwissenschaften und IT allen Schülerinnen angeboten. (Girls’Day Info, 2011) Die Mädchen sind zwischen 13 und 18 Jahren alt. Die aktuellen Statistiken zeigen, dass Mädchen überwiegend sog. typische Frauenberufe als Ausbildungsberuf wählen (siehe Anhang 1). Mädchen machen durchschnittlich die höheren Schulabschlüsse als Jungen, so schließen u. a. 55,7% Mädchen mit der Allgemeinden Hochschulreife ab. (Girls’Day, Schulabschlüsse an Allgemeinbildenden Schulen nach Geschlecht, 2011) Ihr Anteil an Gymnasien und Realschulen liegt in Deutschland inzwischen über 50%. (Girls’Day, Daten und Fakten, 2011) Dagegen liegt der Anteil der Schülerinnen bei der Studieneinschreibung für technische Studiengänge weit unter 50% (siehe Anhang 2).
Da gerade im technischen Bereich qualifizierter Nachwuchs fehlt, ist der Girls’Day eine Möglichkeit, Mädchen auf interessante innovative technisch-orientierte Berufsfelder aufmerksam zu machen.
Die Teilnehmerinnen des Girls’Day setzen sich bisher aus Töchtern von Werksmitarbeitern/innen, befreundeten Kindern von Werksangestellten und aus Mädchen ohne direkten Bezug zu Airbus zusammen. Der Fragebogen bestätige wieder, dass fast ausschließlich Teilnehmerinnen anwesend waren, die einen direkten Bezug durch Eltern/Verwandtschaft zu Airbus hatten oder einen indirekten Bezug durch einen Nachbarn oder Freunde von Eltern bzw. Eltern von Schul-freundinnen. Es ist festzuhalten, dass aktuell wenig Mädchen ohne direkten oder indirekten Bezug zu Airbus am Girls’Day teilnehmen.
Das Projekt ist ein Teilaspekt des Themas Berufswahl und Berufsfindung. Heinz R. Walter weist auch auf den Aspekt der geschlechtlichen Sozialisation bei der Berufswahl hin, den Veranstaltungen wie der Girls’Day durchbrechen möchten. Weiter geht Walter darauf ein, dass in der schwierigen Phase der Berufsfindung
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auf geschlechtsspezifische Interessen zurück gegriffen wird, „auch wenn dies nicht den ursprünglichen Berufsvorstellungen entspricht“ (Walter, 2009, S. 43). Die Findung des Ausbildungsplatzes ist stark von sozialen Beziehungen und Netzwerken sowie der sozialen Herkunft geprägt. Auf verschiedene Untersuchungen, die dies untermauern, verweist Walter. (Walter, 2009, S. 49-51)
3. Handlungsablauf
Zur übersichtlichen Darstellung des Handlungsablaufes, folgend eine grafische Darstellung über den zeitlichen Ablauf und die verschiedenen Projektphasen.
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Abbildung 1: Zeitlicher Handlungsablauf des Girls’Day 2011
3.1 Planungsphase
In die Planungsphase gehören aus dem zeitlichen Handlungsablauf (siehe Abbildung 1) die Abschnitte 1-3: Projektstart, Werbung, Vorbereitungsphase 1. In der Jahresplanung des Ausbildungszentrums wird die Teilnahme am Girls’Day beschlossen und als Hauptprojektverantwortlicher der stellvertretende Ausbildungsleiter festgelegt, der auch die offizielle Anmeldung bei der Girls’Day Organisation, sowie die Bestellung von Werbematerialien vornimmt. Nach Eingang der Plakate werden diese im Produktionswerk Stade und beim Betriebsrat vor Ort mit einem internen Informationsschreiben ausgelegt. Das interne Informationsschreiben enthält Angaben über das Anmeldungsverfahren und Ansprechpartner (siehe Anhang 3). Weiter werden die örtlichen Schulen durch ein Anschreiben über die Teilnahme von Airbus Stade am Girls’Day informiert. In der Kalenderwoche 10 wird bei einem Arbeitstreffen der Ablauf in Form einer inhaltlichen und zeitlichen Agenda festgelegt und die Aufgaben und Verantwortlichkeiten für die Workshops verteilt.
Abbildung 2: Ablaufplan für den Girls’Day 2011
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Arbeit zitieren:
Ute Halbritter, 2011, Reflektierende Dokumentation: Planung, Durchführung und Evaluation eines Girls‘Day, München, GRIN Verlag GmbH
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