Inhaltsverzeichnis Seite
1. Einleitung 18
2. Das 4CID Modell: praktischer Teil 19
2.1 Kompetenzhierarchie 19
2.2 Aufgabenklassen 22
2.3 Lernaufgaben 24
2.3.1 Lernaufgabe 1: Themenrecherche 25
2.3.2 Lernaufgabe 2: Themenreihe festlegen 26
2.3.3 Lernaufgabe 3: Inhaltspunkte für die Seminare erarbeiten 26
2.4 Unterstützende Informationen 26
2.5 Just-in-time Informationen 28
3. Das 4CID Modell: theoretischer Teil 29
3.1 Lerntheoretische Überlegungen 29
3.2 Situiertes Lernen 30
3.3 Didaktische Szenarien 31
3.4 Medien 32
4. Zusammenfassung und Fazit 33
Literaturverzeichnis 35
Abbildungs - und Tabellenverzeichnis 35
1. Einleitung
Referententätigkeit in verschiedenen Bildungsbereichen ist eine der klassischen Aufgaben des Bildungswissenschaftlers oder Bildungswissenschaftlerin. Weiterbildung fördern, lebenslanges Lernen vereinfachen, soziale Kompetenzen stärken oder Umgang mit der Wissensexplosion sind nur einige der vielen Themen, die ein Bildungswissenschaftler oder Bildungswissenschaftlerin behandeln können. Oftmals wird er/sie für ein Bildungsinstitut oder öffentlichen Bildungsträger arbeiten und die Themen werden sich an den Schwerpunkten des Bildungsträgers und Arbeitsbereiches anlehnen. Zielgruppen können von Menschen mit langer Arbeitslosigkeit, die an einer Wiedereingliederungsmaßnahme teilnehmen bis zu Projektleitern von Firmen, die Ihre sozialen Kompetenzen stärken möchten, reichen. Diese Arbeit erstellt einen Entwurf für einen Lehrplan, der einen Bildungswissenschaftler oder eine Bildungswissenschaftlerin in die Lage versetzt, die Tätigkeit als Referent bzw. Referentin auszuführen.
Das Vier-Komponenten-Instruktionsdesign-Modell, kurz 4CID Modell, von Jeroen van Merriënboer wird als Grundlage für den Entwurf eines Lehrplans verwendet. Das 4CID Modell wurde zur Ausbildung von komplexen Fähigkeiten entwickelt und eignet sich damit für einen Ausbildungsplan für die vielseitige und komplexe Aufgabe eines Referenten oder einer Referentin. Da das 4CID Modell sowohl für die Präsenzlehre, wie für E-Learning oder die Kombination dessen im BlendedLearning geeignet ist, kann es in der Ausbildung von Referenten besondere Relevanz finden. Der Bereich E-Learning und BlendedLearning wird in der späteren Tätigkeit des Referenten wieder eine Rolle spielen, da eine reine Präsenzlehre in der Erwachsenenbildung immer stärker abzunehmen scheint. So kann bereits in der Ausbildung der Umgang und die Möglichkeiten im Lernen mit E-Learning und BlendedLearning erlernt werden.
Van Merriënboer entwickelte 10 Schritte zum komplexen Lernen, die in dem Buch „Ten steps to Complex Learning“ (2007) ausführlich dargestellt werden. Davon werden fünf Schritte im praktischen Teil der Arbeit erläutert und angewendet. Im
theoretischen Teil werden verschiedene Lerntheorien begründet, sowie die Besonderheit im situierten Lernen und die Einbindung didaktischer Szenarien. 1
2. Das 4CID Modell: praktischer Teil
2.1 Kompetenzhierarchie
Die Erstellung und Analyse der Kompetenzen wird von Bastiaens, Deimann, Schrader & Orth als erster wichtiger Schritt genannt (2010, S. 95). Die für den Beruf als Referenten mit dem Hintergrund des Bildungswissenschaftlers zu erlernenden Fertigkeiten und Fähigkeiten werden zu Beginn analysiert und beschrieben. Um die Fertigkeiten und Fähigkeiten festzulegen werden Experten herangezogen, die den Beruf kennen und ausüben. Das Modell zeichnet sich dadurch aus, dass es Kompetenzen systematisch zergliedert in zu erlernendes Verhalten, dies wird in einer Fertigkeitshierarchie abgebildet.
Dabei wird die Hierarchie in vertikale und horizontale Relationen geteilt, die unterschiedlich zu lesen sind. Die sich bedingenden Teilkompetenzen werden vertikal dargestellt auf konditionaler Ebene. Damit ist die jeweils untere Fertigkeit Voraussetzung für die darüber liegende Fertigkeit (van Merriënboer & de Croock, 2002, S. 41). Die Hierarchie ist also von unten nach oben zu lesen. Die horizontale Ebene zeigt den temporären Bezug. Teilkompetenzen, die zuerst erlernt werden müssen stehen links und nachfolgende weiter rechts. Eine Teilkompetenz muss immer erst abgeschlossen werden, bevor mit dem Erlernen der nächsten begonnen werden kann. Dabei ist zu beachten, dass es auch parallel zu erlernende Teilkompetenzen gibt, die in der Hierarchie durch einen Doppelpfeil dargestellt werden (van Merriënboer & Kirschner, 2007, S. 82). Weiter gibt es in einigen Hierarchien die Besonderheit, dass die zeitliche Reihenfolge irrelevant ist bzw. austauschbar (van Merriënboer & Kirschner, 2007, S. 82).
Es wurde bereits in der Einleitung darauf hingewiesen, dass die Arbeit als Bildungswissenschaftler in der Referententätigkeit sehr vielseitig und komplex ist, sowie abhängig von jeweiligen Bildungsinstitut/träger. So werden im Folgenden
1 Aus Gründen der Einfachheit wird im Folgenden nur noch die Bezeichnung „Bildungswissenschaftler“ oder „Referent“ verwendet, die jeweils die weibliche und männliche Berufsbezeichnung beinhaltet.
grundlegende und bereichsübergreifende Fertigkeiten in der Lehrplandarstellung genannt. Dies beinhaltet Aneignung von neuen Inhalten, Erstellung von Seminarkonzepten, Organisation von Seminaren und Vorträgen, sozialkompetente Vorbereitung auf die Seminarteilnehmer und die Durchführung des Seminares. Die Hierarchie geht davon aus, dass ein Referent sich ständig auf neue Personengruppen einlässt und inhaltlich an seinen Bildungsträger gebunden ist. Die Hierarchie ist ohne Ausnahme von rechts nach links (temporärer Bezug) und von unten nach oben (konditionale Ebene) zu lesen. Es bestehen keine Gleichzeitigkeiten.
Abb 1: Kompetenzhierarchie
Arbeit zitieren:
Ute Halbritter, 2010, Bildungswissenschaftler in der Referententätigkeit, München, GRIN Verlag GmbH
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