Inhaltsverzeichnis
I. Abkürzungsverzeichnis III
1. Hinführung zum Thema 1
2. Entstehung der Subprime Krise 1
2.1. Die Rolle der Federal Reserve 1
2.2. Subprime Kredite 2
2.3. Auslagerung der Kreditrisiken mittels Verbriefung 3
3. Rolle der Ratingagenturen 4
3.1. Allgemeine Definition 4
3.2. Unzulänglichkeiten der Ratingagenturen 5
4. Übergreifen der Subprime Krise auf die Finanz- sowie Realwirtschaft 6
4.1. Finanzkrise 2007 6
4.2 Wirtschaftskrise 2008 7
5. Fazit und Ausblick 9
II. Anhang IV
III. Literaturverzeichnis X
I. Abkürzungsverzeichnis
S&P Standard & Poor´s IWF Internationaler Währungsfonds
III
1. Hinführung zum Thema
Die Subprime Krise die 2007 auf dem US amerikanischen Immobilienmarkt begann und sich schließlich zu einer Finanz- und Wirtschaftskrise entwickelte, hat die Welt erschüttert. Aus-
gangspunkt war eine spekulative Blase die sich auf dem US Immobilienmarkt bildete. 1 Das Platzen dieser Immobilienblase im Jahre 2007 stürzte zuerst die Finanzwelt und schlussendlich die gesamte Weltwirtschaft in eine Rezession, deren Folgen - zum Beispiel in Form der
ausufernden Staatsverschuldung einiger Länder 2 - auch heute noch spürbar sind. Der IWF schätzte im April 2009 die Gesamtverluste durch die Finanzkrise auf ca. 4 Billionen US Dol-
lar. 3 Allein die konjunkturstützenden Pakte, die von den G8 Staaten bis 2009 verabschiedet wurden, hatten ein Gesamtvolumen von 2,5 Billionen US Dollar. 4 Bundeskanzlerin Angela Merkel verglich die weltweite Rezession im März 2009 gar mit der Situation nach dem zwei-
ten Weltkrieg. 5
Die vorliegende Hausarbeit hat die Zielsetzung, die Entstehung, den Verlauf sowie den Einfluss der Subprime Krise auf die Finanz- und Wirtschaftswelt nachzuvollziehen.
2. Entstehung der Subprime Krise
Nach dem Zusammenbruch der New Economy und den Terroranschlägen vom 11.09.2001 bestand die Gefahr, dass die USA in eine tiefe und langanhaltende Rezession rutschen würde.
2.1. Rolle der Federal Reserve
Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, entschied sich der damalige Vorsitzende der amerikanischen Notenbank, Alan Greenspann, zu einer drastischen Senkung des US Leitzins (siehe Anhang, Abbildung 1). Von Januar 2001 bis Juli 2003 wurde der US Leitzins in mehreren
1 Vgl. Tishkin, Ina: Finanzmarktkrise und Corporate Governance steigende Anforderungen an Banken, Hamburg 2010, S. 6
2 Vgl. Internet- Recherche vom 06.05.2011,http://www.welt.de/dossiers/wachstum2010/article6559745/ Staatsverschuldung-laeuft-aus-dem-Ruder.html, Staatsverschuldung läuft aus dem Ruder
3 Vgl. Internet- Recherche vom 06.06.2011, http://www.faz.net/artikel/C30350/finanzkrise-iwf-schaetzt-verluste-auf-4-billionen-dollar-30064239.html, IWF schätzt Verluste auf 4 Billionen Dollar
4 Vgl. Internet- Recherche vom 06.06.2011,http://www.wiwo.de/finanzen/galerien/konjunkturprogramme-416/1/usa.html, Konjunkturprogramme
5 Vgl. Internet- Recherche vom 07.06.2011,http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,612557,00. html, Merkel sieht schwerste Krise seit 1945
1
Trippelschritten von ehemals 6,5 auf 1,0 Prozent abgesenkt. 6 Der niedrige Leitzins sorgte dafür, dass sich Millionen Amerikaner in einen kreditfinanzierten Konsumrausch stürzen
konnten. 7 Auch die Hypothekenkredite wurden im Zuge der Leitzinssenkung günstiger und machten den Kauf von Wohneigentum für private Haushalte attraktiver. 8 Dies führte zu einer erhöhten Nachfrage nach Wohneigentum und mündete in einer deutlichen Überbewertung von US- Immobilien. Diese Überbewertung lässt sich auch mit Hilfe des S&P/Case-Shiller Home Price Index nachvollziehen (siehe Anhang, Abbildung 2), der die Preisentwicklung am US- Immobilienmarkt grafisch wiedergibt. Dieser Index verzeichnete in einem Zeitraum von 1996 bis 2006 einen Wertzuwachs von annähernd 100 Prozent. Dies entspricht einer durchschnittlichen Wertsteigerung pro Immobilie um ca. 10 Prozent pro Jahr. Dieser Preisanstieg verstärkte zunehmend das spekulative Interesse der privaten wie auch institutionellen Anleger, die nach lukrativen Investitionsmöglichkeiten suchten. So wurde im Jahre 2005 jeder fünfte Hauskauf in den USA ausschließlich in der Hoffnung auf Veräußerungsgewinne getä-tigt. 9
2.2. Subprime Kredite
Die immer weiter steigenden Immobilienpreise sorgten dafür, dass jetzt auch Kredite an Kun-
10 Dieden vergeben wurden, die nur eine mäßige bzw. schlechte Bonität vorzuweisen hatten. se Kredite werden als Subprime Kredite bezeichnet. Das Wort Subprime bedeutet in etwa
soviel wie zweitklassig und bezieht sich auf die schlechte Bonität des Schuldners. 11 Diese zweifelhafte Geschäftspolitik mündete letztlich in der Erschließung der sogenannten NINJA-Gruppe. Das Wort NINJA ist ein Akronym und steht für No Income, No Jobs, and Assets. 12 Die kreditgewährenden Banken spekulierten darauf, dass im Falle eines Kreditausfalles die erworbene Immobilie zu einem relativ hohen Marktpreis weiterverkauft werden kann. Solan-
6 Vgl.Witkowski, Peter: Kreditvergabe während der Subprime-Krise in den USA - Empirische Evidenz, Studienarbeit München 2010, S. 3 f.
7 Vgl. Internet- Recherche vom 06.05.2011, http://www.handelsblatt.com/unternehmen/banken/usa-kein-ende-der-kettenreaktion-in-sicht/2991922.html, USA: Kein Ende der Kettenreaktion in Sicht
8 Vgl. Busch, Annira: Das Verhalten von Europäischer Zentralbank und Federal Reserve System wäh rend der Subprime-Krise, Studienarbeit München 2008, S.3
9 Vgl. Ulm, Alexander: Ursachen und Ablauf der Subprime-Krise, Studienarbeit, München 2009, S.3 10 Vgl. Graf, Matthias: Ist die Wall Street noch zu retten? die Folgen der amerikanischen Immobilienkrise fur den Wirtschaftsstandort New York City, Diss. Leipzig 2009, S. 10
11 Vgl. Oppermann, Kordula: Wirtschaftswissenschaftliche Ausarbeitung, Sammelband I, Norderstedt 2009, S. 64
12 Vgl. Balzli, Beat; Hornig, Frank; Jung, Alexander; Pauly, Christoph; Reiermann, Christian; Reuter, Wolfgang; Sauga, Michael; Schlamp, Hans-Jürgen: Der Bankraub, in: Der Spiegel 43/ 2008, S. 44-80
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ge die Immobilienpreise also stiegen oder zumindest nicht fielen waren die Hypothekenban-ken abgesichert. 13
Erschwerend kam noch hinzu, dass einige Hypothekenbanken ihre Kunden massiv mit variablen Zinssätzen lockten. So zahlten die Kreditnehmer in den ersten zwei Jahren meist einen
relativ geringen Zinssatz, der sich dann aber in den folgenden Perioden rapide erhöhte. 14 Die Festzinskredite wurden zusehends von den variablen Modellen verdrängt. Im Jahre 2007 fiel
der Anteil der Festzinskredite auf ein historisch niedriges Niveau. 15
Vergleicht man die Daten zwischen den Jahren 2000 und 2005 zeigt sich die Überhitzung am Subprime Markt deutlich. Entfielen zwischen den Jahren 2000 und 2003 lediglich rund zehn Prozent der variablen Hypothekenkredite auf Hausprojekte mit weniger als fünf Prozent Ei-genkapital, so waren es 2004 schon 17,7 und 2005 bereits 41,8 Prozent. 16
2.3. Auslagerung der Kreditrisiken mittels Verbriefung
Parallel zu dieser Entwicklung geriet das Wachstum der Hypotheken an eine Grenze, da die Hypothekenbanken laut dem Baseler Eigenkapitalakkord dazu verpflichtet waren, mindestens acht Prozent ihrer ausgegebenen Kredite an Nichtbanken in Form von Eigenkapital vorzuhal-
17 ten und zwar unabhängig von dem individuellen Ausfallrisiko des einzelnen Kreditnehmers. Das Ziel dieser Vorschrift war es, eventuelle Verluste durch den Ausfall von Krediten abzufedern und die Zahlungsfähigkeit der Banken zu gewährleisten. Da es den Kreditinstituten aber missfiel, in Zeiten boomender Konjunktur ständig mehr Geld passiv im Tresor zu horten, suchten sie nach Wegen, die Basler Kreditsperre auszuhebeln, um frisches Kapital für neue
Hypotheken zu generieren. 18 Damit dieses Ziel erreicht werden konnte, wurden Hypotheken-forderungen und die damit verbundenen Kreditausfallrisiken in Wertpapiere, sogenannte Verbriefungen umgewandelt und an Investoren verkauft. Die Hypothekenbanken bündelten dazu
13 Vgl. Findeisen, Marcus: Ursachen der aktuellen Finanzmarktkrise, Studienarbeit München 2008, S. 7
14 Vgl. Internet- Recherche vom 07. 06. 2011, http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,472141,00.html, Kredit-Karussell außer Kontrolle
15 Vgl. Internet- Recherche vom 07. 06. 2011, http://www.faz.net/artikel/S31501/hypothekenkrise-das-problem-ist-nicht-der-subprime-sektor-30064005.html, Das Problem ist nicht der Subprime-Sektor
16 Vgl. Internet- Recherche vom 07. 06. 2011,http://www.faz.net/s/Rub48D1CBFB8D984684AF5F46CE 28AC585D/Doc~E70F2B3C65C0649C7A9B792270BB5D723~ATpl~Ecommon~Sspezial~Ap~ E1.html, Das Problem ist nicht der Subprime-Sektor
17 Vgl. Dähne, Ralf: Kredit- Rating Interne Ratingverfahren der Banken und Sparkassen als Basis bonitätsabhängiger Bepreisung vom Krediten, Diss. Leipzig 2007, S.1
18 Vgl. Balzli, Beat; Hornig, Frank; Jung, Alexander; Pauly, Christoph; Reiermann, Christian; Reuter, Wolfgang; Sauga, Michael; Schlamp, Hans-Jürgen: Der Bankraub, in: Der Spiegel 43/ 2008, S. 44-80
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Arbeit zitieren:
Sascha Zendlowski, 2011, Subprime Krise in den USA, München, GRIN Verlag GmbH
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