Sven Theel I Kennzahlenorientiertes
Logistik -Controlling
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung 1
2 Grundlagen und Begrifflichkeiten 2
2.1 Logistik 2
2.2 Controlling 5
2.3 Betriebliche Kennzahlen und Kennzahlensysteme. 8
3 Der Logistik-Controlling-Prozess 12
4 Fazit 19
Literaturverzeichnis 20
1 Einführung
Der Bereich der Logistik ist im Laufe der letzten Jahrzehnte zu eines der wichtigsten und größten Aufgabengebieten avanciert. So ist der Logistik derzeit ein Anteil zwischen 20 und 40 Prozent am gesamten Unternehmenserfolg zuzuordnen (vgl. Wildemann 2008, S. 4). Die wachsenden Strukturen und die Internationalisierung der Unternehmen und somit auch der Logistik, sowie der stetig steigende Konkurrenzdruck am Markt erfordern ein leistungsstarkes Logistik-Controlling, welches den reibungslosen Ablauf der betrieblichen Logistikprozesse gewährleistet. Schnelle Anpassungen an die dynamischen Veränderungen des Marktes müssen erfolgen können und es muss zu jeder Zeit möglich sein Aussagen über die derzeitige Logistiksachlage treffen zu können.
Damit das Logistik-Controlling effektiv arbeiten kann, das heißt logistische Strategien und Maßnahmen entwickeln, durchführen und überwachen, hat sich die Verwendung von betrieblichen Kennzahlen zu einem wichtigen und wirkungsvollen Werkzeug etabliert. Dies ermöglicht es fundierte und aussagekräftige Angaben über die Logistik-Situation des Betriebes und betriebliche Entwicklungen treffen zu können und bietet somit großes Potential hinsichtlich des Unternehmenserfolges und -fortbestandes.
Ziel dieser Arbeit ist es dem Leser einen Überblick über die Aufgaben und Funktionen des kennzahlenorientierten Logistik-Controllings zu geben und wo, beziehungsweise inwieweit dabei die Verwendung von Kennzahlen eine Rolle spielt.
Folgend werden hierfür zunächst die wichtigsten Begrifflichkeiten „Logistik“, „Controlling“ und „Kennzahlen“ erläutert, wobei diese genau definiert werden und deren Einsatzspektren innerhalb eines Unternehmens abgesteckt werden. Auf dieser Grundlage wird anschließend das Logistik-Controlling, sowie dessen Aufgaben, Instrumente und Stellenwert im Unternehmen vorgestellt. Abgeschlossen wird die Arbeit mit dem Logistik-Controlling-Prozess. Dieser wird dabei in seine einzelnen Phasen aufgeschlüsselt und zeigt somit den komplexen Aufgabenbereich des Logistik-Controllings in einer festen Sequenz auf.
2 Grundlagen und Begrifflichkeiten
Bevor auf den Logistik-Controlling-Prozess eingegangen wird, werden in diesem Abschnitt die grundlegenden Begriffe hierfür erläutert. Zunächst werden dabei die beiden Kerngebiete Logistik und Controlling genauer vorgestellt, wobei jeweils nach einer Definition, sowohl die Aufgaben, als auch die Bedeutung der Gebiete erläutert wird. Anschließend wird ein Überblick über die für das kennzahlenorientierte Logistik-Controlling benötigten Kennzahlen und entsprechenden Systemen gegeben.
2.1 Logistik
Die Logistik hat ihren Ursprung im Militär, wo sie das militärische Versorgungssystem beschreibt, wie etwa die Truppenversorgung (vgl. Gollwitzer/Karl 1998, S. 15 und Burchert/Glöckner 2000, S. 3), ehe sie in der Unternehmenswelt zunächst nur die Lagerung und den Transport kennzeichnete und später nahezu mit jeder Abteilung eines Betriebes Berührungspunkte aufweist. (vgl. Gollwitzer/Karl 1998, S. 15) Heute wird der Begriff Logistik grundsätzlich unter dem betriebswirtschaftlichen Aspekt als wichtige Teildisziplin der Betriebswirtschaftslehre verstanden. (vgl. Wirtschaftslexikon24 2009a) Auf Grund des weiten Einsatzspektrums, finden sich für die Logistik viele Definitionen, welche sich jedoch in weiten Teilen decken. Somit lässt sich die Logistik durch betriebliche Aufgaben der marktgerechten Planung, Umsetzung, Steuerung und Kontrolle von Güter-, Energie-, Personen- und Informationsflüssen zur Befriedigung von Kundenaufträgen definieren, welche nicht unmittelbar in den Herstellungsprozess eingehen. Dabei gilt es diese Aufgaben zu Optimieren und den Raum und die Zeit effektiv zu überbrücken. (vgl. Gollwitzer/Karl 1998, S. 15f)
Das Aufgabenfeld der Logistik ergibt sich im Wesentlichen aus den sieben R‘s (vgl. Gleissner/Femerling 2007, S. 4f):
• Richtiges Produkt
• Richtige Menge
• Richtige Qualität
• Richtiger Ort
• Richtige Zeit
• Richtige Kosten
• Richtiger Kunde
Der Begriff „richtig“ ist in diesem Rahmen nicht genau definierbar, jedoch kann es als das Optimum für die jeweilige Situation betrachtet werden.
Die Logistik befasst sich dabei mit Funktionen vieler Bereiche im Unternehmen, vom Einkauf, der Lagerung und dem Transport über die Organisation der Auftragszentren, der Fertigung und dem Vertrieb bis zum Service, der Entwicklung und der Entsorgung. Je nach Art und Schwerpunkt des Unternehmens weisen diese Funktionen eine unterschiedlich starke Ausprägungen und Wichtigkeit auf. (vgl. Gollwitzer/Karl 1998, S. 16f) Zudem zählen Logistikaufgaben zu funktions- und ebenenübergreifenden Tätigkeiten. (vgl. Gollwitzer/Karl 1998, S. 18) Hierbei gilt es drei Ebenen zu berücksichtigen. Zum einen die Ebene der Gestaltungsaufgaben, welche den Aufbau der Informations- und Güterflüsse übernehmen und zum anderen die der Controlling-Aufgaben. Dabei werden eventuelle Veränderungen logistischer Systeme und deren Wirkungen und Folgen überwacht, wobei sich solche Systemveränderungen und logistische Leistungen und Kosten durch vorher festgelegte Vereinbarungen hinsichtlich Kennzahlen und Zielgrößen konsequent und zuverlässig erkennen und verfolgen lassen. Zuletzt bleiben die Abwicklungsaufgaben zu erwähnen, welche verantwortlich für die Lenkung und Ausführung der erforderlichen Prozesse zur Befriedigung der Kundenaufträge und -anforderungen sind. (vgl. Gollwitzer/Karl 1998, S. 18f)
Eine weitere Unterteilung der logistischen Aufgabenfelder kann erfolgen, wenn man zwischen physischen, administrative und dispositiven Tätigkeiten unterscheidet. (vgl. Wirt-schaftslexikon24 2009a) Grundsätzlich übernimmt jedes der Aufgabenfelder Aktivitäten, welche dafür sorgen, dass Güter und mit diesen zusammenhängende Informationen vom Entstehungsort und Ausgangszustand zu einem Verbraucher in einem Endzustand gebracht werden, wobei sich im Allgemeinen mindestens eines der drei Attribute Zeit, Ort und Menge im Wert ändert. Die Physischen Aufgaben betreffen direkt den Güterfluss, beispielsweise den Transport und die Lagerung oder die Kommissionierung und die Verpackung, während die administrativen Aufgaben den Informationsfluss behandeln, wie die Auftragsabwicklung. Unter den dispositiven Tätigkeiten versteht man Aufgaben, wie beispielsweise den Entwurf von logistischen Systemen und Organisationen und Aufgaben des Logistik-Controllings. (vgl. Wirtschaftslexikon24 2009a) Die dispositive Logistik steuert somit in gewissem Maße die physische Logistik. (vgl. Weber 1990, S. 10) Weiterhin kann zwischen logistischen Subsystemen unterschieden werden. (vgl. Wirt-schaftslexikon24 2009a) Hierzu zählt zunächst die Beschaffungslogistik, welche für die Sicherstellung des Materialnachschubes, beziehungsweise der Materialverfügbarkeit für
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe verantwortlich ist. Eine Variante der Beschaffungslogistik ist beispielsweise die Ersatzteillogistik, welche Reparaturen und die Wartung von Betriebsmitteln gewährleistet. Weitere Subsysteme sind die Produktionslogistik, die Distributionslogistik, sowie die Entsorgungslogistik. Die Produktionslogistik versorgt die unterschiedlichen Stufen der Produktion mit den notwendigen Betriebsmitteln, während die Distributionslogistik sicherstellt, dass Produktionserzeugnisse zu den jeweiligen Verbrauchern, beziehungsweise Endverbrauchern gelangen. Die Entsorgungslogistik befasst sich wiederrum mit Rückständen aus den Produktions- und Geschäftstätigkeiten wie zum Beispiel Ausschuss, um diese ökologisch und ökonomisch korrekt zu Entsorgen oder sie im Produktionsprozess wieder zu verwenden. (vgl. Wirtschaftslexikon24 2009a) Im Rahmen der Beschaffung und Fertigung findet auch der Begriff Materiallogistik Anwendung. (vgl. Burchert/Glöckner 2000, S. 3)
Dies zeigt, das die Logistik ein sehr weites Gebiet ist mit vielen Berührungspunkten zu anderen Abteilungen im Unternehmen, hinsichtlich der betrieblichen Grundfunktionen Beschaffung, Produktion, Absatz und Lagerung. (vgl. Wirtschaftslexikon24 2009a) Die Bedeutung von Logistikentscheidungen nimmt immer mehr zu. Hierfür sind unter anderem die Zunahme der Wettbewerbsintensität, sowie die raschen Entwicklungsfortschritte in der Informations- und Kommunikationstechnologie. Auch die fortwährend wachsende Internationalisierung, beziehungsweise Globalisierung ist dabei mit verantwortlich. (vgl. Göpfert 2006, S. 40) Die Logistik zählt zu den Instrumenten der aktiven Gestaltung des Absatzmarktes und kann zudem die Aufgabe der Produktionssteuerung übernehmen. (vgl. Wirtschaftslexikon24 2009a)
Außerdem zeichnet sich die Logistik heute vor allem durch vier Begriffe aus (vgl. Gollwitzer/Karl 1998, S. 16): Marktorientierung:
Die Marktorientierung steht im Fokus wirtschaftlicher Aktivitäten, weshalb sich auch die logistisch relevanten Geschäftstätigkeiten konsequent an den Anforderung des Marktes und der Verbraucher ausrichten. Ganzheitlichkeit:
Bei der Ganzheitlichkeit geht es darum die komplette Logistikkette als ein Ganzes anzusehen und entsprechend zu gestalten und somit alle zugehörigen Funktionen in den Gesamt- prozess einzubetten.
Arbeit zitieren:
Sven Theel, 2008, Kennzahlenorientiertes Logistik-Controlling, München, GRIN Verlag GmbH
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