Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis 2
Bildungsf öderalismus für staatliche und private Bildungsangebote 3
Selbstbetrachtungen eines Waldorfschülers 5
Reale und virtuelle Beziehungen im Wandel 9
Social Media und Schule 18
Urheberrechtsnovelle 2007 23
Wie werde ich Unternehmer oder was man bei der studentischen 25
Selbst ändigkeit beachten sollte
Quellenverzeichnis 30
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Bildungsföderalismus für staatliche und private Bildungsangebote
Deutschland ist ein Flickenteppich, sechzehn Länder, sechzehn Bildungssysteme. Das fällt es auf den ersten Blick nicht auf, aber die Unterschiede im Detail sind gewaltig. Hier werden Gesamtschulen gefördert, da gibt es Überlegungen das Dreigliedrige System abzuschaffen, ein Bundesland fördert Privatschulen, das nächste will sie verhindern, private Einrichtungen im tertiären Bereich genießen in einem Bundesland hohes Ansehen, das nächste versucht sie aus dem Land zu treiben. Nun stellt sich die Frage, ob dieser Bildungsföderalismus Fluch oder Segen für unser Land ist?
Hätten wir in Deutschland einen echten Bildungswettbewerb, hätten wir eine wirkliche marktwirtschaftliche Situation und keinen Staatsdirigismus in der Bildungslandschaft, dann wäre dieser Föderalismus gewiss ein Segen, denn dann könnten sich die guten Angebote (staatlich oder privat) leicht durchsetzen, aber das ist nicht so. In Deutschland glauben viele Politiker immer noch: Bildung ist eine hoheitliche Aufgabe wie Polizeiarbeit, Landesverteidigung oder Außenpolitik. Und die Folge? Laue Kompromisse, müde Angleichungsversuche der Systeme bei klarer Benachteiligung privater Bildungsinitiativen. Aber warum? Private Träger sind - auf allen Ebenen - oft die besseren Bildungsanbieter. Nicht nur Pisa, auch andere Untersuchungen sprechen eine deutliche Sprache. Egal ob im Primären (Grundschulen), Sekundären (Oberschulen) oder Tertiären (Hochschulen etc.) Bereich, die privaten Ausbilder leisten in der Regel bessere Arbeit. Dennoch werden sie in manchen Bundesländern - trotz gegenteiliger Beteuerung der Politik - nicht in dem Maße unterstützt wie es wünschenswert wäre, und dies führt dazu, dass die Bedingungen der privaten Innovationsschulen und Hochschulen in den Bundesländern so unterschiedlich gestaltet werden, dass private Initiativen deutlich unter dem Bildungsföderalismus leiden.
Warum gestaltet der Staat die staatlichen Bildungsangebote in allen Bundesländern relativ ähnlich, im privaten Bereich aber lässt er die Bildungsanbieter den Föderalismus durch restriktive Maßnahmen mit voller Wucht spüren? Warum versucht der Staat, dass private Bildung möglichst aussieht wie staatliche Bildung in privater Trägerschaft? Warum entscheidet sich der Staat (bzw. die Bundesländer) nicht für echte Freiheit im Bildungsbereich und eine faire Mitbewerbersituation zwischen staatlichen und privaten Angeboten?
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Viele offene Fragen und viele Hindernisse. Dennoch, es tut sich langsam was. Kleine Pflänzchen der Hoffnung keimen und es besteht Anlass zu der Hoffnung, dass sich die Politik hier in Richtung Bildungsfreiheit bewegt. Bildungsinnovation ging über die Jahrhunderte immer von den Privaten aus. Der Staat hat diese Innovationen teilweise übernommen, er sollte sie deshalb (die privaten Initiativen) mit aller Kraft fördern und in allen Ländern für echte Bildungsfreiheit sorgen. Ein letztes Argument noch für die Haushälter: private Bildungsangebote sparen dem Staat viel Geld, also ist Bildungsfreiheit auch ein Haushaltskonsolidierungsprogramm, wenn das kein Argument ist.
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Selbstbetrachtungen eines Waldorfschülers
Am Dreikönigstag 1971 erblickte ich in München das Licht der Welt, nicht ganz freiwillig, denn ich musste geholt werden. Mediziner nennen das „sectio caesarea abdominalis“ (vulgo: Kaiserschnitt). Eigentlich sollte ich schon zehn Tage früher kommen, aber Waldorfschüler brauchen eben ein wenig länger für alles. Nun ja, ich war sicher da noch kein klassisches Waldorfkind, und auch mein erster Kindergarten war noch nicht im Dunstkreis von „Rudi“, sondern wurde von katholischen Nonnen geleitet. Allerdings, schon nach kurzer Zeit wurde ich in den Kindergarten der Rudolf-Steiner-Schule Nürnberg „verlegt“. Fräulein Dietmann war die Leiterin. Ja, geneigter Leser, geneigte Leserin: Fräulein Dietmann, die Dame war zwar schon über 50, aber damals waren die unverheirateten Frauen eben Fräuleins, auch an Waldorfeinrichtungen.
Anno Domini 1977 war es dann soweit, der „Ernst des Lebens“ sollte beginnen, und ich wurde eingeschult. Frau Prause war nun für mich und 35 andere Schülerinnen und Schüler verantwortlich. Sie war zwar nur halb so alt wie Fräulein Dietmann, mit uns Schülerinnen und Schülern ziemlich überfordert, aber, da verheiratet, eine „Frau Prause“. Nach zwei Jahren wurde sie schwanger und musste uns verlassen. Es bestand weder für sie noch für uns Grund, einen allzu schlimmen Trennungsschmerz zu pflegen. Es kam Herr von dem Borne, er hatte uns besser im Griff und steuerte uns durch die ersten Jahre mit sicherer Hand.
Mit 15 Jahren begann ich dann am Nachmittag nach der Schule mit einer Ausbildung zum Tischlergesellen an der Waldorfschule in Nürnberg. Vor allem meinem Meister Herrn Uihlein sen., er ist inzwischen verstorben, verdanke ich sehr viel. Er war ein echter Meister und hat mich mit gütiger Hand und verschmitztem Lächeln durch die Lehrzeit geführt. Wenn es einen Himmel gibt, dann schaut er jetzt von dort oben auf uns herab. 1989 habe ich die Gesellenprüfung bestanden, aber ich bin nicht zum Tischler geboren, umso wichtiger war die Erfahrung.
1989 bin ich dann an die Herner Waldorfschule gegangen, hier habe ich 1990 Fachabitur und 1992 die allgemeine Hochschulreife gemacht. Nun galt es, ein passendes Studienfach zu finden. Da ich seit meinem 18.Lebensjahr aktiv Politik in der FDP machte, lag ein Jurastudium nahe. Ich bewarb mich bei einigen Universitäten, und Dank meines ganz akzeptablen Abiturs konnte ich zwischen verschiedenen Orten wählen. Ich entschied mich für Bochum, denn meine damalige Freundin wohnte in Herne. Bevor das Studium losging, waren wir zwar wieder getrennt,
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aber uns verbindet noch heute eine sehr gute Freundschaft. Unvergessen sind mir unsere gemeinsamen Abi-Lernnachmittage, sie versuchte, mir englische Autoren und ihre Werke zu erklären, und ich brachte ihr die spannenden Seiten von Geschichte nahe. Es war eine schöne Zeit.
Neben dem Studium trieb ich meine politische Karriere voran; ich ging ins Stupa, in die Fachschaft Jura, wurde erst Vorsitzender der Liberalen Hochschulgruppe in Bochum, dann Landesvorsitzender der Liberalen Hochschulgruppen in NRW, später wurde ich auch im
Bundesschiedsgericht der Liberalen Studenten aktiv. Aber nicht nur auf die Hochschule konzentrierte ich meine politischen Aktivitäten; ich war Funktionsträger der Jungen Liberalen im Ruhrgebiet, wurde Pressesprecher der Herner FDP und 1996 jüngster FDP-Kreisvorsitzender, außerdem wurde ich Mitglied im FDP-Bezirksvorstand Ruhr. Es ging eigentlich recht schnell aufwärts, aber ich musste auch viel tun für die Partei, da litt das Studium natürlich, zumal ich nebenbei auch noch für verschiedene Firmen tätig war, um mir meine politischen Aktivitäten (Reisen, Kongresse etc.) auch leisten zu können. Zum Glück hatte ich immer spannende Tätigkeiten, die gut bezahlt und auch recht verantwortungsvoll waren. 1999 machte ich dann das Examen und fing danach gleich zu arbeiten an. Einen Tag nach meiner letzten Prüfung saß ich zwölf Stunden im Büro.
Schon während des Studiums hatte ich bei der Werbe- & Medien-Akademie Marquardt angefangen, dies ist ein privater Bildungsträger, der in verschiedenen Medienberufen ausbildet. Erst war ich dort für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig, dann wurde ich Mitglied der Geschäftsleitung und im Jahre 2001 Stellvertretender Akademieleiter. Nebenbei unterrichte ich an diesem Bildungsträger Medienrecht, das ist ein sehr schöner Ausgleich zu meiner sonstigen Arbeit. Neben meiner Tätigkeit für die Werbe-& Medien-Akademie Marquardt bin ich noch als Vorsitzender des Verbandes junger Film- und Medienschaffender e.V. tätig. Auch ehrenamtlich engagiere ich mich in verschiedenen Bereichen neben der Politik. Ich war Pressesprecher von amnesty international Wanne-Eickel und in verschiedenen Vereinen und (Wirtschafts-) Verbänden im Vorstand.
Zur Zeit engagiere ich mich bei den Wirtschaftsjunioren und im Marketing Club sowie im Verband Deutscher Privatschulen. Auch in der FDP arbeite ich nach wie vor noch mit, wenn auch nicht mehr als Kreisvorsitzender, denn das lässt meine Zeit nicht zu. Den Liberalen Studenten bin ich über eine Mitgliedschaft im Sozialwerk des LHG und über den Verband Liberaler Akademiker weiter eng verbunden.
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Nun ist wahrscheinlich noch ein Wort zum Thema Lebensweg und Waldorfschule geboten. Viel habe ich gelernt, und ich möchte die Zeit nicht missen. Nicht alles sehe ich völlig unkritisch, aber insgesamt glaube ich schon, dass mir die Zeit an der Waldorfschule viele Möglichkeiten geboten hat und mich reifer gemacht hat für das Leben und auch meinen Beruf. Mein Lebensweg war nicht immer gerade und wird es vielleicht auch in Zukunft nicht sein - erst eine Tischlerlehre, dann ein Jurastudium, dann die Arbeit im Medienbereich, in Verbänden und nicht zuletzt in der Politik - das ist doch recht verschlungen, aber es war immer spannend, und ich hoffe, es bleibt auch weiterhin spannend, denn mit jetzt 33 Jahren bin ich noch ein junger Kerl.
In meinem Job muss man vor allem einen guten Überblick haben, man muss mit Menschen umgehen können, sich mit Behörden herumschlagen, von wirtschaftlichen Zusammenhängen etwas verstehen und nicht zuletzt auch künstlerische Arbeiten würdigen und verstehen können. Im Medienbereich fühlen sich viele als Künstler, da ist es gut, wenn man selbst eine Basis in diesem Bereich hat. Zwar bin ichinmitten von Kreativen - vor allem für organisatorische und unkreative Dinge verantwortlich, aber ich kenne meine Pappenheimer und spreche ihre Sprache, und nicht zuletzt das habe ich der Waldorfschule zu verdanken.
Ich denke auch, dass meine Weltsicht durch die Waldorfschule beeinflusst wurde. Als eigentlich mehr agnostischer Mensch habe ich dennoch ein großes Interesse an metaphysischen Fragestellungen, auch wenn ich nicht daran „glaube“. Ich mag es, wenn Leute vom üblichen Pfad der Gedankenwege abkommen, querdenken, aber sich dennoch im gesellschaftlich akzeptierten Raum bewegen, d.h. nicht an offensichtlichen Erkenntnissen oder wissenschaftlichen Gewissheiten vorbeigehen. Ich merke, dass die Waldorferziehung Gemeinsamkeit und Identität gestiftet hat. In aller Welt kann ich mich mit Waldorfschülern austauschen, es gibt durchaus so etwas wie eine gemeinsame Basis, sowohl in positiven wie auch in negativen Erlebnissen aus der Waldorfzeit. Anders zu sein ist für mich daher eher ein Wert und kein Stigma. Ich bin, auch durch die Waldorferziehung, ein anderer Mensch, als ich es ohne diese Zeit wäre. Ich interessiere mich sehr für Kunst und Kultur, ohne selbst Künstler zu sein oder es sein zu wollen. Zwar wurde ich durch meine Mutter in dieser Richtung geprägt, aber die Waldorfschule hat das verstärkt und auch nachhaltig (mal ein Modewort ganz ohne Anglizismus) mit Substanz unterfüttert.
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Gibt es einen roten Faden, der sich von der Waldorfschulzeit ausgehend durch das ganze Leben zieht? Ja, den gibt es. Das Bewusstsein, anders zu sein als andere. Einerseits das Gefühl, einer „Elite“ anzugehören und andererseits Teil einer belächelten Gruppe zu sein: der „Waldis“. Einmal Waldi, immer Waldi. Das Gefühl von gemeinsamer Vergangenheit mit anderen ehemaligen Waldorfschülern teilen können, das ist viel wert und ein Erlebnis, welches nur Privatschüler haben. Vielleicht bin ich deshalb in einer privaten Bildungseinrichtung gelandet.
Ich denke, dass die Waldorfschulzeit für mich gut war, denn durch sie konnte ich reifen und hatte Zeit zur persönlichen Menschwerdung. Nicht für alle ist die Waldorfschule die richtige Schule, ich glaube, dass für mich jedoch die Waldorfschule richtig war. Die Verbindung von Kunst und Kommerz, das Wissen um die Verantwortung des Menschen gegenüber anderen und der Wille zur Freiheit und zur Zurückdrängung des Staates auf seine Kernaufgaben sowie die Erkämpfung von Freiräumen, das hat die Waldorfzeit bei mir nachhaltig entwickelt und war und ist mir persönlicher Leitfaden.
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Reale und virtuelle Beziehungen im Wandel
Wie Social Media unser soziales Miteinander verändert
Die Revolution
Das Internet hat unser Leben nicht nur verändert, es hat es revolutioniert. Unser Alltag sieht heute tatsächlich anders aus als noch vor 15 Jahren, und das ist Folge der Internetrevolution. Doch so schnell dieser Prozess auch war, er war nicht so schnell, dass wir Nutzer diese Revolution zwingend als eine solche empfunden haben. Die Art der Revolutionsempfindung war deutlich nutzerabhängig. Die ältere Generation 1 hat sie oftmals als echte Revolution erlebt und sich dadurch teilweise von ihr abhängen lassen, die mittlere Generation konnte überwiegend Schritt halten und die jüngere Generation nimmt sie als völlig selbstverständlich wahr; für sie ist diese Revolution keine, für sie ist sie einfach nur Alltag. Die Weiterentwicklung der Internetrevolution ist die Social Media Revolution, ein Kind der Ersten und diese gilt es hier näher zu betrachten.
Die Historie
Seit den achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts ist der PC (persönlicher Computer, Einzelplatzrechner) 2 aktiver Bestandteil unseres Lebens, auch wenn es Computernutzung schon viel länger gibt, so ist erst seit dieser Zeit der Rechner täglicher Begleiter unseres Seins. War der Computer in den frühen 80er Jahren vor allem ein Spielgerät (z.B. Commodore Amiga) 3 , so hat er sich schnell zu einem wichtigen Organisator unserer täglichen Verrichtungen entwickelt, und schon Anfang der 90er Jahre war er ein fast notwendiger Bestandteil unseres Lebens. Neben Computerspielen 4 haben wir begonnen, den Rechner als Hilfe zur Verbesserung und Strukturierung unseres Lebens zu verwenden. Anfangs wurden vor allem Briefe mit ihm geschrieben, Texte verfasst und gespeichert, doch schon schnell war er für uns Hilfe in allen Lebenslagen. Auch Firmen und Institutionen begannen den Rechner bald als Selbstverständlichkeit anzusehen und täglich zu nutzen.
Gegen Mitte bis Ende der 90er Jahre kam dann das Internet zur Computernutzung dazu. Ein gewaltiger Schritt für alle „User“ 5 und der Eintritt in eine neue Welt. Der Verfasser dieser Zeilen erinnert sich an
1 Näheres zum Begriff der Generation http://de.wiktionary.org/wiki/Generation
2 Siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Personal_Computer
3 Siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Amiga
4 Näheres zur Geschichte der Computerspiele http://www.computerspielemuseum.de/
5 Siehe http://de.wikipedia.org/wiki/User
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Arbeit zitieren:
Daniel Poznanski, 2011, Ein Jahrzehnt im 21. Jahrhundert , München, GRIN Verlag GmbH
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