Inhaltsverzeichnis:
1. Einführung 2
2. Zum Film 4
3. Handlung und Dramaturgie 5
4. Die Geburt des Absoluten Böse 7
4.1. Die Geburt der Liebe in der Welt des Absoluten Böse 10
4.2. Das Selbstopfer als der Weg zur Bereinigung von dem Bösen 11
4.3. Exkurs: Kurzer Vergleich mit dem Remake des Films (1994) 12
5. Symbolik und Folklore 13
6. Zusammenfassung 14
7. Quellenangaben 16
8. Anhang 17
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1. Einführung
Das Erzählen von Geschichten hat eine sehr wichtige Bedeutung für die kulturelle und geistige Entwicklung des Menschen. Durch Erzählen werden über Generationen hinweg verschiedene kulturelle Werte und Traditionen vermittelt, sowie eine Menge an Erfahrung und wertvolles Wissen. Des Weiteren kann das Erzählen auch der reinen Unterhaltung dienen, sowie dem interaktiven Austausch von Informationen und Inhalten und der zwischenmenschlichen Kommunikation allgemein.
Als älteste Geschichte bzw. „älteste Schrift der Menschheit“ 1 gilt das „Gilgamesch-Epos“ aus dem 24 Jhd. v. Chr. 2 , in dem zum ersten Mal die Grenzen des menschlichen Daseins sowie die Suche nach dem ewigen Leben thematisiert wurden. Weitere nachweisbare Quellen, die die Ursprünge des Geschichte-Erzählens dokumentieren, finden sich in der antiken Mythologie der Griechen und Römer sowie in zahlreichen Volksmärchen, Legenden und Sagen aus der ganzen Welt. Dabei zählen der Mythos und das Märchen zu den wichtigsten Vorbildern des Geschichte-Erzählens und liefern bis heute interessante Motive und Inspirationsquellen.
Durch die technische Entwicklung der Medien haben sich in den letzten Jahren viele neue Formen des Erzählens gebildet, wie etwa das Erzählen in bewegten Bildern, verschiedene Imagekampagnen im Internett, Print und TV, Geschichten in zahlreichen Sozial Networks, Chatrooms und Massengers, Geschichten im Radio, auf der Schallplatte und auf diversen digitalen Datenträgern. Das Erzählen und Wahrnehmen von Geschichten gehört zweifellos zum alltäglichen Leben des Menschen und ist unverzichtbar. Der Mensch braucht Geschichten und die Geschichten brauchen den Menschen.
1 Stefan M. Maul: Das Gilgamesch-Epos. Verlag C.H. Beck oHG. München 2005. S. 9.
2 Claus Wilcke: Vom göttlichen Wesen des Königtums und seinem Ursprung im Himmel. In: Franz-Reiner Erkens: Die Sakralität von Herrschaft - Herrschaftslegitimierung im Wechsel der Zeiten und Räume: Fünfzehn interdisziplinäre Beiträge zu einem weltweiten und epochenübergreifenden Phänomen. Akademie Verlag GmbH. Berlin 2002. S. 67.
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In diese Arbeit wird eine verfilmte Geschichte untersucht, die von tiefer Trauer und Schmerz erzählt, von brutaler Gewalt und Rache, von dem ewigen Kampf zwischen Gut und Böse sowie von der heilenden Kraft der Liebe. Die schwierige Problematik des Films wird hauptsächlich auf der visuellen Ebene erzählt: Dialoge werden durch Körpersprache ersetzt, die Hintergrundmusik durch die natürliche Geräuschkulisse des Waldes, die Menschen durch Tiere und Pflanzen. Das Leben der Hauptprotagonisten findet außerhalb der menschlichen Gesellschaft statt. Sie leben isoliert und allein. Der Berg ist ihr Zuhause, ihre Familie und ihr bester Freund zugleich und dient somit als Ersatz von wichtigen Inhalten und Bausteinen des Lebens, dessen „Fehlen“ wiederum eine tragende Rolle bei der dramaturgischen Entwicklung der Geschichte hat. Die narrative Struktur des Films baut so zu sagen auf fehlende Elemente auf und bietet dem Zuschauer, sowohl auf der inhaltlichen als auch auf der gestalterischen Ebene, eine außergewöhnliche Geschichte. Wie diese unkonventionelle Erzählmethode funktioniert, wird im Verlauf der Filmuntersuchung genauer beschrieben. Dabei geht es um einen Kultfilm aus der bulgarischen Filmgeschichte und zwar „Das Ziegenhorn“ 3 von Metodi Andonov 4 und Nikolai Haitov 5 .
3 Originaltitel: „Козият рог“, englische Übersetzung: „The Goat Horn“, Entstehungsjahr: 1971.
4 Metodi Andonov (1932 - 1974) ist ein bekannter bulgarischer Regisseur und Dramaturg. 1955 schließt er sein Studium an der Nationalakademie für Film und Theater „Krustio Sarafov“ in Sofia ab. Nach seiner Tätigkeit als Regisseur und Direktor am Burgas Theater unterrichtet er Regie an der Nationalakademie für Film und Theater „Krustio Sarafov“. Zu seinen besten Filme gehören: „Das Ziegenhorn“ (1971), „Es gibt nichts Besseres als das schlechte Wetter“ (1971), „Die große Langeweile“ (1973), „Das weiße Zimmer“ (1968) u.a. Vgl.: http://movie.pop.bg/biography23486.html, 07.08.2011.
5 Nikolai Haitov (1919 - 2002), Schriftsteller, Dramaturg, Patriot und Publizist, bekannt mit seinem Sammelband „Wilde Erzählungen“ (in 24 Sprachen übersetzt), wie auch mit den Schriften über das verschwundene Grab von Vasil Levski. Drehbuch: „Das Ziegenhorn“, „Kapitän Petko Voivoda“, „Männerzeiten“, „Das Ende des Liedes“, „Baum ohne Wurzeln“ u.a. Vgl.: http://nhaitov.hit.bg/, 07.08.2011.
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2. Zum Film
Der Film „Das Ziegenhorn“ 6 von Metodi Andonov (Regie) und Nikolai Haitov (Drehbuch) wird weltweit als ein Meisterwerk des Kinos anerkannt. Viele Kritiker bezeichnen ihn als der beste bulgarische Film aller Zeiten. 7 Bereits im Jahr 1972 wird das Filmmaterial von 62 Ländern gekauft und neben 7 weiteren Produktionen für den „Oskar“ nominiert. 8 Auf dem Kinofestival in Varna (Bulgarien, 1972) wird der Film mit dem ersten Preis ausgezeichnet, sowie mit dem Preis des Publikums. Darauf folgen der „silberne Hugo“ in Chicago (USA, 1973), der dritte Preis in Kolombo (Schiri Lanka, 1973) und nicht zuletzt 2 Preise für beste weibliche Hauptrolle und beste Darstellerin (Katja Paskaleva). 9 Doch „Das Ziegenhorn“ wird nicht von allen bewundert. 1972 tuen die südlichen Nachbarn Bulgariens alles Mögliche dafür, dass der bereits zugelassene Film bei den Internationalen Filmfestspiele von Cannes nicht ausgestrahlt wird. Wegen seiner stark antitürkisch orientierten Thematik gewinnt der Film neben der Türkei auch weitere Gegner wie Algerien, Marokko und Tunesien. 10 Heute wird „Das Ziegenhorn“ als ein kinematografisches Kunstwerk betrachtet, das genauso wie damals tief unter die Haut geht. Starke Emotionen, unvergängliche Bildoriginalität und bemerkenswerte Dramaturgie zeichnen dieses Meisterwerk aus.
6 Die ursprüngliche Geschichte „Das Ziegenhorn“ erscheint zum ersten Mal im Jahr 1967, in dem Sammelband „Wilde Erzählungen“ von Nikolai Haitov. Wenige Jahre später schreibt der Autor auch das Drehbuch zum gleichnamigen Film, der mit einem kleinen Produktionsbudget und nicht ohne Reibereien zwischen Autor und Regisseur realisiert wird.
7 Bulgarische Nationalfilmothek: Filme: Das Ziegenhorn (1971). Vgl.: http://bnf.bg/bg/odeon/movies/1255/, 07.08.2011.
8 Daniela Krusteva: Hinter der Kulissen: Geschichte des Bulgarischen Kinos. (04.05.2006). Vgl.: http://www.blitz.bg/article/2047, 07.08.2011.
9 Bulgarische Nationalfilmothek: Filme: Das Ziegenhorn (1971). Vgl.: http://bnf.bg/bg/odeon/movies/1255/, 07.08.2011.
10 Daniela Krusteva: Hinter der Kulissen: Geschichte des Bulgarischen Kinos. (04.05.2006). Vgl.: http://www.blitz.bg/article/2047, 07.08.2011.
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Arbeit zitieren:
Raliza Petrova, 2011, In der Welt des "Absoluten Böse". Das Ziegenhorn" (1971), München, GRIN Verlag GmbH
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