Diese Arbeit trägt in der originalen Fassung einen Sperrvermerk. Zwecks Zugang für die Öffentlichkeit wurde die vorliegende Version so modifiziert, um eine Weitergabe an Lesern außerhalb der IBM zu ermöglichen. Sie enthält somit keine IBM-vertraulichen Informationen. Entsprechende Textpassagen, die sich auf IBM beziehen, wurden modifiziert, verfremdet oder weg- gelassen. Daher entfallen Analyse und Schlussbetrachtung.
III
Inhaltsverzeichnis
Abk ürzungsverzeichnis VI
Abbildungsverzeichnis IX
Tabellenverzeichnis IX
1. Einleitung 1
1.1 Problemstellung 1
1.2 Zielsetzung und Vorgehensweise 2
2. Grundlagen zu Cloud Computing 4
2.1 Definitionen 4
2.2 Ebenen 5
2.3 Bereitstellungsformen 7
2.4 Rollen 8
2.5 Vor- und Nachteile 10
3. Grundlagen zu Gründungen und Startups 12
3.1 Begriffsbestimmungen 12
3.2 Kategorisierung von Startups. 15
3.2.1 nach der Herkunft der Ressourcen 15
3.2.2 nach Höhe der Reglementierung und Bedeutung von IT. 15
3.2.3 nach der Benutzerrolle einer Cloud 16
3.2.4 nach den Marmer Stages für Web Startups 17
3.2.5 innerhalb von Web Startups 18
3.2.6 Schlussfolgerungen 19
3.3 Studienkonsolidierung zur Betrachtung des Kundensegments 20
3.3.1 Marktvolumen 21
3.3.2 Innovationsgrad 21
3.3.3 Demographie 22
IV
3.3.4 Erfolgsindikatoren 22
3.3.5 Kapitalausstattung 23
3.3.6 Umsatz und Gewinn 24
3.3.7 Hochschulen und Absolventen 24
3.3.8 Veranschaulichung 25
4. Cloud Computing für Startups aus Kundensicht 27
4.1 Vorteile 27
4.2 Der Lean-IT- und Lean Startup-Ansatz 29
4.3 Typische Anwendungsszenarien für Startups 31
4.4 Public-Cloud-Angebote ausgewählter Anbieter 32
4.4.1 Cloud Services für kleine Unternehmen 33
4.4.2 Cloud Services: IaaS 33
4.4.3 Cloud Services: PaaS 34
4.4.4 Cloud Services: SaaS 36
4.5 Angebote ausgewählten Anbieter anhand der IBM Workloads 37
4.6 Ausgangsbasis für weitere Untersuchungen 38
5. Cloud Computing für Startups aus Anbietersicht 39
5.1 Vorteile 39
5.2 Möglichkeiten 43
5.3 Aktivitäten ausgewählter Anbieter im Startupumfeld 44
5.3.1 Microsoft 44
5.3.2 Google 46
5.3.3 Amazon 47
5.3.4 IBM 48
5.3.5 Überblick 49
5.4 Aktivitäten ausgewählter Anbieter im Bildungsbereich 50
5.4.1 Microsoft 50
5.4.2 Google 51
V
5.4.3 Amazon 52
5.4.4 IBM 52
5.4.5 Überblick 53
Anhang. 54
Literaturverzeichnis 74
Verzeichnis der Internetquellen 76
Gespr ächsverzeichnis 85
Sonstige Quellen 85
VI
Abkürzungsverzeichnis
aaS as-a-Service
API Application programming interface / Programmierschnittstelle
AT&T American Telephone & Telegraph Company
AWS Amazon Web Services
B2B Business-to-Business
B2C Business-to-Consumer
BI Business Intelligence
BITKOM Bundesverband Informationswirtschaft, Telekomm. und neue Medien
BMBF Bundesministerium für Bildung und Forschung
BP Business Partner
BpaaS Business-Process-as-a-Service
BPOS Microsoft Business Productivity Online Suite
BT British Telecommunications
CPU Central Processing Unit / Hauptprozessor
CRM Customer Relationship Management
CVC Corporate Venture Capital
D Deutschland
DB2 IBM Universal Database / Datenbankmanagementsystem
DIHK Deutsche Industrie- und Handelskammer
EaaS Everything-as-a-Service
EC2 Amazon Elastic Cloud
ECO Verband der deutschen Internetwirtschaft e.V.
ERP Enterprise Resource Planning
VII
EXIST Existenzgründungen aus der Wissenschaft / Förderprogramm
GEP IBM Global Entrepreneur Program
GPU Graphics Processing Unit / Grafikprozessor
GTUG Google Technology User Group
HaaS Human-as-a-Service
HP Hewlett Packard Corporation
HPC High Performance Computing
HW Hardware
IaaS Infrastructure-as-a-Service
IBM International Business Machines Corporation
IDC Marktforschungsunternehmen
IDR IBM Developer Relation
IFC International Finance Corportation / Teil der Weltbank
IHK siehe DIHK
IMT Integrated Management Team / Tochtergesellschaft - Landesebene
IP Intellectual Property / geistiges Eigentum
IPO Initial Public Offering / Börsengang
ISV Independent Software Vendor / Softwarehersteller
KIT Karlsruher Institut für Technologie
KfW Kreditbank für Wiederaufbau
KSRI Karlsruhe Service Research Institute
LaaS Landscape-as-a-Service
MA Mitarbeiter (hier: Anzahl)
MaaS Monitoring-as-a-Service
VIII
MS Microsoft Corporation
MSDNAA Microsoft Developer Network Academic Alliance
OS Operation System / Betriebssystem
PaaS Platform-as-a-Service
PHP Hypertext Preprocessor / Skriptsorache
RAM Random-Access Memory / Arbeitsspeicher
RSS Really Simple Syndication
SaaS Software-as-a-Service, seltener Security-as-a-Service
SES Amazon Simple Email Service
SI Systemintegrator / Systemhaus
SMS Short Message Service
SQL Structures Query Languege / Datenbanksprache
SW Software
SWOT Strengths, Weaknesses, Opportunities, Thread
VC Venture Capital
WW Weltweit
XaaS siehe EaaS
ZEW Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung GmbH
ZfW Zentrum für Wissenschaftstheorie Münster
IX
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Übersicht und Aufbau der Bachelorarbeit
Abbildung 2: Überblick der Cloud Service Ebenen
Abbildung 3: Cloud Sourcing-Optionen und Evolutionsschritte
Abbildung 4: Unternehmens-Lebenszyklus mit den Definitionen nach Heinrichs.
Abbildung 5: Veranschaulichung der Kennzahlen des Gründermarktes
Abbildung 6: Nutzungsschwerpunkte nach Unternehmensgrößen
Abbildung 7: Vergleichsszenario einer traditionellen IT zu Cloud Computing
Abbildung 8: Anwendungsszenarien für Cloud Computing
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: Merkmale von Web Startups nach den Marmer Stages
Tabelle 2: Zusammenfassung der Aktivitäten im Bereich Startups
Tabelle 3: Zusammenfassung der Aktivitäten im Bereich Bildung
1
1. Einleitung
Cloud Computing ermöglicht ganz neue Wege im Aufbau und Betrieb einer IT-Infrastruktur. Statt hoher Erst-Investitionskosten für Hardware- oder Softwarelizenzen können IT-Leistungen jetzt „as-a-Service“ bedarfsorientiert zu variablen Kos- tenbezogen werden. Hierdurch werden Cloud Computing-Lösungen insbesondere für kleine Unternehmen, Startups und sogar Selbstständige attraktiv, die nun auch in den Genuss hochprofessioneller IT-Leistungen kommen können. Mit dem Wegfall dieser Fixkostenblöcke ermöglicht Public Cloud-Services jungen Unternehmen, das begrenzte Startkapital eher für ihr eigentliches Kerngeschäft aufzuwenden. Begriffe wie Lean-IT und Lean-Startup beschreiben hierbei eines der Phänomene, die in den letzten Jahren im Startup-Umfeld zu beobachten sind. Web Startups sind zum Beispiel auf hochskalierbare Infrastrukturen angewiesen, um den bei Beginn stark schwankenden und schwer vorhersehbaren Besucheransturm zu bewältigen - denn mit dem globalen Internet kann die kritische Masse an Nachfrage heutzutage wesentlich schneller erreicht werden. Es gibt mittlerweile über 250 erwähnenswerte Cloud Computing-Anbieter 1 , darunter auch IBM, Amazon, Microsoft und Google. Diese weltweiten IT- und Beratungsunternehmen sind besonders bei großen Kunden auf internationalen Märkten bekannt: Hier handelt es sich um einen Zielmarkt, in dem die Gewinnmargen im IT-Bereich besonders hoch sind.
1.1 Problemstellung
IBM Deutschland warb auf ihrer Webseite: „Cloud-Computing wurde als der nächste große Trend tituliert. Das Nonplusultra für Startups. Eine Idee, deren Zeit gekommen ist ... oder deren Durchbruch kurz bevorsteht.“ 2 Diese Aussage gilt es zu validieren - Was ist der Mehrwert von Cloud Compuinhg für Startups? Lohnt es sich, trotz der eingangs erwähnten Umstände der IT-Riesen, ein aktives Engagement im Bereich des Cloud Computing für Startups zu betreiben? Wie groß ist der potenzielle Markt? Wie sehen die derzeitigen Aktivitäten der großen Marktteilnehmer im Startup-Umfeld aus und was könnte verbessert werden? Diese und viele weitere Fragen wirft das Zitat der Webseite auf.
1 Vgl. Geelan, J. (2010), http://www.ulitzer.com/?q=node/1386896 (Stand: 13.08.2011)
2 o.V. (o.J.a), http://www-05.ibm.com/de/pov/cloud/index.html (Stand: 13.08.2011)
2
1.2 Zielsetzung und Vorgehensweise
Ziel dieser Arbeit ist es, umfangreiche Grundlagen hinsichtlich der Problemstellung zu erarbeiten.
Folgende Abbildung skizziert den Aufbau der vorliegenden Arbeit:
Nach dieser Einleitung versucht Teil 2 Grundlagen zu Cloud Computing zu vermitteln. Dies geschieht mit einer Übersicht an vorhandenen Definitionen aus wissenschaftlicher Literatur, der Beschreibung der verschiedenen Ebenen und Bereitstel-lungsformen sowie der Benutzerrollen. Abgerundet wird dieser Teil mit den allgemeinen Vor- und Nachteilen von Cloud Computing.
Der darauffolgende Teil Grundlagen zu Gründungen und Startups beginnt mit einer Begriffsbestimmung. Nach der Kategorisierung von Startups nach verschiedenen Gesichtspunkten mit der Ableitung von Schlussfolgerungen wird mit Hilfe einer umfassenden Studienkonsolidierung der Zielmarkt bzw. das Kundensegment für Deutschland betrachtet. Hierzu wurden die wesentlichen Erkenntnisse aus acht
3 Eigene Darstellung Grau = überwiegend Theorieaufbau; Blau = überwiegender Praxisteil
3
Studien extrahiert, da zur Thematik dieser Arbeit keine aussagekräftigen Unterlagen vorhanden sind. Die hinreichenden Zusammenfassungen der verwendeten Quellen kann der Leser im Anhang detailliert einsehen. Eine Visualisierung des Marktes rundet den 3. Teil dieser Arbeit ab.
Zwecks der Vertiefung der Problemstellung wurden zwei Perspektiven ausgewählt: So setzt sich Teil 4 mit Cloud Computing für Startups aus Kundensicht aus-einander. Neben der Betrachtung der Vorteile durch den Einsatz von Cloud Computing, insbesondere für Lean Startups, werden typische Anwendungsszenarien skizziert. In Kapitel 4.4 werden die Public-Cloud-Angebote der Anbieter Microsoft, Google, Amazon und IBM anhand der Cloud-Ebenen skizziert. Hierbei liegt der Fokus auf der Leistungsfähigkeit der Cloud-Services für kleine Unternehmen bzw. Startups. Mit Hilfe des Workload-Ansatzes der IBM erfolgt eine Einteilung der verschiedenen Produkte der Anbieter [nicht in dieser Version enthalten]. Kapitel 4.6 gibt einen Ausblick auf eine mögliche Quantifizierbarkeit und Validierung der Aussagen durch weitere Untersuchungen, die im Rahmen dieser Arbeit nicht möglich waren.
Die zweite Perspektive wird in Teil 5 betrachtet. Hier wird die Thematik der Arbeit aus Anbietersicht geprüft. Zuerst werden mögliche Motive genannt, warum ein Cloud-Anbieter Startups bedienen sollte, um dann nach einer Aufzählung der Möglichkeiten zur Bedienung des Kundensegments die konkreten Aktivitäten der ausgewählten Anbieter zu beleuchten. Anschließend werden die für Deutschland relevanten Ergebnisse in einer Übersicht tabellarisch gegenübergestellt. Mit der gleichen Herangehensweise werden auch Aktivitäten im Bildungsbereich aufgeschlüsselt. Die Begründung ergibt sich zum einen aus den Anforderungen des Auftraggebers dieser Arbeit, zum anderen aus der Tatsache, dass Hochschulabsolventen einen signifikanten Teil erfolgreicher Startups ausmachen und einige der innovativen Gründungen aus akademische Spin-Offs resultieren.
[Teil 6 und das Fazit (Teil 7) sind in dieser Version nicht enthalten.]
4
2. Grundlagen zu Cloud Computing
2.1 Definitionen
Cloud Computing ist als Begriff vor wenigen Jahren entstanden und fand seine Ursprünge hauptsächlich im Grid Computing und der Vitalisierung 4 . Die erst junge Literatur zu diesem Thema skizziert verschiedene Ansätze zur Beschreibung dieser IT-Leistung. Eine sehr kurze Definition von Mair-Huber lautet: „Cloud Compu- tingist die Auslagerung von Anwendungen, Daten und Rechenvorgänge in das
Internet.“ [sic!] 5
Der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V., kurz BITKOM, definiert Cloud Computing als „eine Form der bedarfsgerech- tenund flexiblen Nutzung von IT-Leistungen. Diese werden in Echtzeit als Service über das Internet bereitgestellt und nach Nutzung abgerechnet. Damit ermöglicht Cloud Computing den Nutzern eine Umverteilung von Investitions- zu Betriebs- aufwand.“ 6
Das international tätige Analyse- und Beratungshaus Experton definiert Cloud Computing in seiner aktuellen Studie Cloud Vendor Benchmark 2011, die als eine der wenigen vorhandenen Literaturquellen zum Thema dieser Arbeit im späteren Verlauf herangezogen wird, folgendermaßen: „Beim Cloud Computing werden Ressourcen wie Rechenleistung, Speicherkapazität, Anwendungen oder Datenservices in einem Modell bereitgestellt, das auf folgenden fünf Hauptmerkmalen basiert: 1) Bereitstellung nach Self-Service Modell, 2) Orts- und geräteunabhängiger Zugriff über IP-Netze, 3) Dynamisches Kapazitätsmanagement für hohe Skalierung, 4) Abstrahierte, vitalisierte Infrastruktur für standardisierte Auslieferung, 5) Nutzungsabhängige Bezahlung.“ 7
Andere Autoren, beispielsweise Braun et al., bestätigen zwar die hohe Anzahl an vorhandenen Interpretationen, bestreiten aber das Vorhandensein einer standardisierten oder gar einer einheitliche Beschreibung. 8 Nach einer Befragung des Marktforschungsunternehmens IDC unter 157 deutschen Unternehmen hat sich auch in der Praxis Ende 2010 noch keine allgemeingültige Definition für Cloud
4 Vgl. hierzu ausführlich Meir-Huber, M. (2010), S. 19-23
5 Meir-Huber, M. (2010), S. 12
6 o. V. (2009a), S. 14
7 Velten, C.; Janata, S. (2011), S. 21
8 Vgl. Braun, C. u.a. (2011), S. 1 f.
5
Computing durchgesetzt. 9 Da die hier exemplarisch vorgestellten Begriffsbestimmungen sich ergänzen, aber nicht auszuschließen, verzichtet der Autor auf die Auswahl einer allgemeingültigen Definition und schließt sich der Auffassung von Braun et al. und des IDC an.
2.2 Ebenen
IT-Leistungen von Cloud Computing werden als Dienste bereitgestellt (= as a Service, kurz aaS). 10 Diese werden in Ebenen unterteilt, die in der Regel aufeinander aufbauen. 11 Die Einteilung der Cloud-Dienste in drei Ebenen wie in Abbildung 2 dargestellt ist weitestgehend akzeptiert. Diese werden im Folgenden kurz dargestellt.
Die unterste Ebene, Infrastructure-as-a-Service (IaaS), umfasst IT-Leistungen auf physischer oder virtueller Hardwareebene. Hier werden Rechner-, Speicher-und Kommunikationsleistungen (in Form einer Netzinfrastruktur) bereitgestellt. 13 Laut Terplan/Voigt gehören Amazon, IBM, Microsoft, Google, Computer Associa-tes, NetApp, SunCloud und Hewlett-Packard zu den wichtigsten Anbietern. 14
Die mittlere Ebene, Plattform-as-a-Service (PaaS) repräsentiert die so genannte Middleware und umfasst vor allem Entwicklungsdienste und Laufzeitumgebungen.
9 Vgl. Thorenz, L. (2011), S. 2 f.
10 Vgl. Terplan, K.; Voigt, C. (2011), S. 24 f.
11 Vgl. Meir-Huber, M. (2010), S. 42 ff. 12 Enthalten in: Terplan, K.; Voigt, C. (2011), S. 24
13 Vgl. Braun, C. u.a. (2011), S. 39-41
14 Vgl. Terplan, K.; Voigt, C. (2011), S. 144
6
Systemarchitekten und Entwickler sind die Benutzer dieser softwarebasierten Ebene. Hierzu zählen auch Datenbankfunktionen und die Synchronisierung von Anwendungen. 15 Microsoft, Force.com, Google, AT&T, NetSuite und Verizon sind hier insbesondere präsent. 16
Die oberste Ebene, Software-as-a-Service (SaaS), bietet Geschäftssoftware für die Benutzer an. Darunter fallen beispielsweise Anwendungen und Dokumentenmanagement. 17 Dienstleister hier sind etwa Salesforce, Google, Microsoft, Oracle, SAP und SAS. 18
Neben den drei hauptsächlichen Ebenen haben sich noch einige weitere Ansätze etabliert. Hierzu gehören zum Beispiel Storage-as-a-Service 19 oder Software plus Service, bei der sich nur bestimmte Teile einer Software in der Cloud befinden. Typisch hierfür sind Speicher- und Synchronisationsdienste moderner Betriebssysteme oder mobile Endgeräte. Weitere Ansätze sind unter anderem Business(BPaaS) 20 , Process-as-a-Service High-Performance-Computing-as-a-Service
(HPCaaS), Landscape-as-a-Service (LaaS) 21 und Testing-as-a-Service. (TaaS) 22 . Letztendlich ist die Auslagerung von „Allem“ als Service vorstellbar, auch Everything-as-a-Service (EaaS oder XaaS) genannt. Als Teilaspekt wird in der Basisliteratur vor allem Human-as-a-Service (HuaaS) erwähnt, bei der Menschen als Service für sich wiederholende Aufgaben eingesetzt werden, die ein Computer heute noch nicht erledigen kann. Hierzu gehören unter anderem Bilderkennung und Informationsgenerierung wie die Beantwortung von Fragen. 23 Ein Standardbeispiel für eine so genannte Crowdsourcing-Schnittstelle ist Amazon Mechanical
Turk. 24
Einige Dienste können wie in Abbildung 2 ersichtlich auch ebenenübergreifend zugeordnet werden. Dazu zählen beispielsweise Sicherheitsleistungen (Security-
as-a-Service) undÜberwachungsleistungen (Monitoring-as-a-Service). 25
15 Vgl. Braun, C. u.a. (2011), S. 39-41
16 Vgl. Terplan, K.; Voigt, C. (2011), S. 144
17 Vgl. Braun, C. u.a. (2011), S. 39-41
18 Vgl. Terplan, K.; Voigt, C. (2011), S. 144
19 Vgl. hierzu ausführlich Terplan, K.; Voigt, C. (2011), S. 175 f.
20 Vgl. Weber, M. (2010), S. 16
21 Vgl. Braun, C. u.a. (2011), S. 39-41
22 Vgl. Ballou, M.-C.; Hendrick, S. D. (2010), http://www.idc.com/... (Stand: 13.08.2011)
23 Vgl. hierzu ausführlich Terplan, K.; Voigt, C. (2011), S. 24-27
24 Vgl. Braun, C. u.a. (2011), S. 39-41
25 Vgl. Terplan, K.; Voigt, C. (2011), S. 27-28
7
IBM subsumiert sein Portfolio in die drei gängigen Ebenen IaaS, PaaS und SaaS, zusätzlich in die Ebene BPaaS. 26
2.3 Bereitstellungsformen
Neben den Ebenen gibt es noch ein weiteres Unterscheidungsmerkmal: die Offenheit bzw. Zugriffsart der Plattform. Grundsätzlich wird zwischen Private und
Public Cloud unterschieden. 27
Unter Public Cloud versteht man die Ressourcenteilung mit mehreren Kunden durch einen externen Plattformanbieter. So werden etwa Datenspeicher oder Ma-schinenstunden am selben physikalischen Server geteilt. Typischerweise wird die Nutzung der Ressourcen anhand des tatsächlichen Verbrauchs pro Monat auf Basis eines Abo-Modells abgerechnet. Manche Angebote haben jedoch gewisse monatliche Fixkosten. Public Cloud ist die häufigste verwendete Form, wenn von
Cloud Computing gesprochen wird. 28
Im Gegensatz zur Public Cloud findet bei der so genannten Private Cloud keine Ressourcenteilung statt. Private Clouds befinden sich innerhalb eines Unternehmens und besitzen Schnittstellen nach außen. Diese erlauben es Dritten, normalerweise bestimmten Personen(gruppen) wie Kunden oder Lieferanten, auf gewisse Daten oder Tools zwecks Zusammenarbeit zuzugreifen. Als wesentlicher Vorteil wird die einfachere Kontrolle von Datensicherheit und Privatsphäre genannt. Allerdings bedeutet der Betrieb einer Private Cloud im Gegensatz zur Public Cloud für das Unternehmen die Bereitstellung von Hard- und Software, welches mit Per-
sonalkosten, insbesondere für die Wartung, verbunden sind. 29 Bei einer Managed Private Cloud erfolgt der Betrieb durch einen IT-Dienstleister beim Kunden vor Ort. Befinden sich neben der Betriebsverantwortung auch die Eigentumsrechte der
Assets beim Anbieter, so spricht man von einer Outsourced Private Cloud. 30
Eine Mischform zwischen einer Public und Private Cloud ist die so genannte Hybrid Cloud, welche versucht, die Vorteile beider Techniken zu vereinen und die Nachteile zu substituieren. 31 Eine Hybrid Cloud verbindet das traditionelle, meis-
26 o.V. (2011), S. 3
27 Vgl. Meir-Huber, M. (2010), S. 40 ff.
28 Vgl. Meir-Huber, M. (2010), S. 40 ff.
29 Vgl. Meir-Huber, M. (2010), S. 40 ff.
30 Vgl. Münzl, G. u.a. (2009), S. 31 f.
31 Vgl. Meir-Huber, M. (2010), S. 40 ff.
8
tens starre Rechenzentrum mit den skalierbaren Ressourcen von externen Cloud-Dienstleistungen über standardisierte Schnittstellen. Typische Nutzung einer hybriden Cloud ist das Abfangen von Spitzenlasten, beispielsweise durch Marketing-kampagnen, oder das Testen von Anwendungen. 32
Diese grundsätzlichen Bereitstellungsformen können weiter differenziert werden. Folgende Abbildung verdeutlicht Sourcing-Optionen, nach den typischen Evolutionsschritten, ausgehend von einer traditionellen IT-Umgebung:
2.4 Rollen
Wesentlich für den weiteren Verlauf dieser Arbeit ist die Erläuterung der verschiedenen Rollen beim Cloud Computing. Eine Möglichkeit dieser Rollenverteilung beschreiben Terplan/Voigt. Sie differenzieren die einzelnen Rollen folgendermaßen:
x „Der Cloud-Kunde: Er betreibt seine private Cloud und nimmt bedarfsgerecht externe Dienste und Ressourcen aus der Public Cloud in Anspruch. x Der Cloud-Benutzer: Er nimmt spezielle Dienstleistungen aus Public Clouds in Anspruch, die zur Geschäftsabwicklung erforderlich sind. x Der Cloud-Service-Provider: Er baut und betreibt eine Public Cloud, um seine Dienstleistungen Kunden und deren Benutzern bedarfsgerecht bereitzustellen. Mit den Diensten wird nutzungsabhängig abgerechnet. x Der Cloud-Enabler: Zur Unterstützung der Benutzung von Anwendungen aus der Cloud, auch Software Infrastructure-as-a-Service kann vom Enabler bereitgestellt werden. Der Enabler kann auch Dienste integrieren und Management-Software bereitstellen.
x Der Cloud-Service-Einkäufer: Diese Entity repräsentiert die Cloud-Kunden gegenüber Cloud-Providern. Er kann bessere Konditionen erzielen. Durch
32 Vgl. Terplan, K.; Voigt, C. (2011), S. 29
33 Enthalten in: Terplan, K.; Voigt, C. (2011), S. 43
9
Kontakte zu vielen Cloud-Providern ist die Übersicht über aktuelle Serviceangebote besser.
x Der Cloud-Broker: Diese Instanz baut Beziehungen zu mehreren Cloud-Providern auf. Mehrere Dienste und mehrere Provider können in Kombination für den Kunden ausgewählt werden. Auch Mehrwertdienste sind vor-
stellbar.“ 34
Diese Rollen können innerhalb oder außerhalb von Organisationen wahrgenommen werden, was von den konkreten Gegebenheiten abhängt. IBM ist demnach ein Cloud-Service-Provider. IT-Unternehmen können neben der Kundenrolle auch andere Rollen einnehmen: So bieten Independent Software Vendors (ISV) ihre Software-as-a-Services in Form des Hostings als Cloud-Provider oder Cloud Enablers an. Systemintegratoren (SI) bzw. Systemhäuser spiegeln oftmals die Rolle eines Technology Suppiers wieder und sind somit in der Regel den Cloud-Einkäufern oder sogar Cloud-Brokern zuzuordnen. 35, 36
34 Terplan, K.; Voigt, C. (2011), S. 30 f. 35 Vgl. [nicht öffentlich-zugängliches Material] 36 Vgl. hierzu ebenso Münzl, G. u.a. (2009), S. 18 f.
10
2.5 Vor- und Nachteile
Es gibt eine Menge Vorteile für den Einsatz von Cloud Computing, die beispielsweise zur Argumentation bei Verkaufsgesprächen herangezogen werden können. Diese werden meist aus den Vorteilen des IT-Outsourcings 37 und der Vitalisierung 38 abgeleitet. In der wissenschaftlichen Literatur werden diese in fünf Kernbereiche, namentlich Strategie, Leistung, Kosten, Personal und Finanzen, unterteilt. 39 Vorteile für den Einsatz von Cloud Computing im Allgemeinen lauten zusammenfassend: 40, 41, 42, 43, 44, 45
Strategie
x Ermöglicht die Konzentration auf das Kerngeschäft
x Flexibilität in Bezug auf Rechenleistung, Multi-Mandanten-Zugriffsfähigkeit und geringere Ortsgebundenheit
x Risikotransfer (Ausfallsicherheit, Personalverantwortung, Wartung) x Höhere Standardisierung, einfacherer Wechsel des Anbieters x Neue Geschäftsprozesse lassen sich schnell implementieren, Unternehmenszusammenschlüsse und Akquisitionen werden erleichtert x Cloud Computing erlaubt komplett neue Geschäftsmodelle und deren zügige Umsetzung, Verringerung des Time-to-Market
x Erlaubt mehr Gestaltungsfreiheit im Hinblick auf die Verwendung des IT-Budgets, insbesondere für Entwicklungsprojekte
Leistung
x Serviceorientierung, hohe Kompetenz und Spezialisierung des Dienstleisters
x Verfügbarkeit neuester IT-Technologien x Große verfügbare Palette an passenden Sourcing-Optionen x Klar definierte Leistungen und Verantwortlichkeiten
37 Vgl. Meir-Huber, M. (2010), S. 59
38 Vgl. Braun, C. u.a. (2011), S. 10
39 Vgl. Meir-Huber, M. (2010), S. 59-62 40 Vgl. Thorenz, L. (2011), S. 10 41 Vgl. Braun u.a. (2011), S. 10-12 42 Vgl. Velten, C.; Janata, S. (2011), S. 12 f. 43 Vgl. Münzl, G. u.a. (2009), 16 ff.
44 Vgl. Deutsch, M.; Grotemeyer, H.-W.; Schipman, V. (2007), 104 ff. 45 Vgl. Braun, C. u.a. (2011), S. 115 ff.
Arbeit zitieren:
Daniel Bartel, 2011, Startups als ein Marktsegment für den Vertrieb von Cloud Computing-Services in Deutschland, München, GRIN Verlag GmbH
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