Ludwig-Maximilians-Universität München
Institut für Kunstgeschichte
Propädeutikum ,,Begriffs- und Formenlehre der Architektur"
Wintersemester 2000/2001
Chiswick House
von
Konrad Lischka
Hauptfach Journalistik, Nebenfächer Kunstgeschichte und Politik,
5. Fachsemester
Inhaltsverzeichnis
I. Annäherung 2
II. Frontseite 3
III. Kuppelhalle 4
IV. Galerie 5
V. Red Velvet Room 6
VI. Blue Velvet Room 6
VII. Octagon Hall 7
VIII. Entfernung 7
Bibliographie 8
I. Annäherung
Von Nordosten kommend nähert man sich dem Ende 1729 vom Erbauer Lord Burlington fertiggestellten Chiswick House über eine Allee durch den weitläufigen Garten. Zwischen zwei Torpfosten öffnet sich der Blick über einen rechteckigen Vorplatz auf die Südostfassade von Chiswick House. An dieser Haupteingangsseite fällt zunächst die optische Zweiteilung der Geschosse auf. Farblich heben sich Unter- und Obergeschoss heute wegen der hellen Verputzung nicht ab, ursprünglich aber war die Teilung noch deutlicher. Das Untergeschoss ist aus ursprünglich weißem Kalkstein zu einem Rustikamauerwerk mit grob behauenen Buckelquadern gemauert. Das wesentlich höhere Obergeschoss wurde außen durch die Verwendung von ursprünglich dunklerem, glatten Graphitstein abgesetzt. Deutlich sichtbar ist heute vor allem das zwischen beiden Geschossen umlaufende Gurtgesims. Zudem ragt eine Mauer aus grob behauenen Buckelquadern in Höhe des Untergeschosses an der Frontseite gut 3,75 Meter über die Seitenenden der Villa hinaus. Dasselbe findet sich auch an der Rückseite des Hauses. Die Mauern sind mit einer Art von kugelförmigen Ziergliedern bekrönt, fünf Stück stehen auf jeder Mauer. An der Frontseite sind vor den beiden Mauer zwei Statuen platziert, links Andrea Palladio, rechts Inigo Jones.
Über dem Obergeschoss der Villa erhebt sich eine Kuppel in Form eines achteiligen Klostergewölbes. Außen ist sie mit Blei verkleidet. Sie ruht auf einem achteckigen Bau, der die zentrale oktogonale Halle der Villa über das Obergeschoss und Dach hinausführt. Das Dach läuft in Form eines Pultdachs leicht schräg zum Ansatz der Kuppel hinauf. Vier mal zwei Kaminpaare, die sich obeliskenartig nach oben hin verjüngen, flankieren die zentrale Kuppel an der Südwest und Nordost-Seite der Villa. Nicht nur die Kamine auf dem Dach sind an den äußeren Seiten des Hauses gelegen, auch in den Innenräumen befinden sich die Feuerstellen alle an den zwei seitlichen Außenmauern.
Das Haus hat einen nahezu quadratischen Grundriss von etwa 15 mal 15 Metern. Schon beim ersten Blick aus der Entfernung fällt die Symmetrie des Baus auf, John Charlton so beschrieb: ,,Indeed while endeavouring everywhere to maintan a Roman correctness, Burlington′s design shows a freedom of handling which removes him from a mere copyist."1 Die Symmetrie wird zum Beispiel durch den auch von der Frontseite aus sichtbaren Verbindungsbau zum Sommerhaus an der nordwestlichen Ecke der Villa gebrochen.
II. Frontseite
Der Haupteingang an der Südost-Seite hat die Form eines zweigeschossigen Portikus. Nähert man sich diesem von Säulen getragenen Vorbau, werden an der Frontseite weitere Mittel sichtbar, die Unter- und Obergeschoss trennen. Zum einen das umlaufende Gurt-Gesims zwischen beiden Geschossen. Zum anderen ein zweites Gesims, das oberhalb der Geländerreihe der zwei Giebelfenster an den Seiten des Portikus verläuft. Diese beiden Fenster haben eine Verdachung in Form eines Dreieckgiebels, der die Form des Portikus zitiert. Sie werden durch Setz- und Querhölzer in zwölf Teile gegliedert. Diese Gliederung findet sich auch bei den zwei Fenstern im Bereich des Portikus, seitlich des Eingangs liegenden Fenstern, die jedoch keinen Dreieckgiebel haben.
Zwei Treppenaufgänge führen zum Portikus. Sie sind jeweils vierläufig mit zwei Armen. Diese Arme führen, parallel zur Hausfassade einmal von der Fassadenmitte, einmal von ihrem Rand her verlaufend zu einem ersten Podest.
[...]
1 Charlton, S. 9
Arbeit zitieren:
Konrad Lischka, 2001, Chiswick House, München, GRIN Verlag GmbH
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