Inhaltsverzeichnis
1.) Einleitung 2
2.) Der erste Schlesische Krieg
2.1.) Zu Vorgeschichte des Krieges 3
2.2.) Beginn und Verlauf des Ersten Schlesischen Krieges 3
3.) Der Wiedereintritt Preußens in den Krieg
3.1.) Preußens Weg in den 2. Schlesischen Krieg 6
3.2.) Der Verlauf des 2. Schlesischen Krieges 6
4.) Der Siebenjährige Krieg
4.1.) Die Situation vor dem Krieg und die Ursachen des Krieges 10
4.2.) Der Verlauf des Krieges 11
4.3.) Die letzten Kriegsjahre und das Ende des Siebenjährigen Krieges 13
5.) Schlussbetrachtungen 15
6.) Literatur 17
7.) Schlussvermerk 19
2
1.) Einleitung
Friedrich II. war ein vielschichtiger, außergewöhnlicher Herrscher, der neben seiner Tätigkeit als Staatsmann und Feldherr auch durch seine Liebe zur Kunst, zur Musik und Philosophie bekannt geworden ist. Um die Bedeutsamkeit und die Einzigartigkeit des Preußenkönigs, sei es im positiven, wie auch im negativen Sinne, bedarf es sowohl der Betrachtung seiner persönlichen Hintergründe, als auch seiner Innen- wie Außenpolitik. Dies zu vollziehen würde jedoch den Rahmen dieser Arbeit sprengen. Im Folgenden sollen lediglich die militärischen Miss- und Erfolge Friedrichs II. in den Schlesischen Kriegen und im Siebenjährigen Krieg betrachtet werden.
Friedrichs Vater, Friedrich Wilhelm I., hatte während seiner Regierungszeit das Militär zum wichtigsten Stützpfeiler des Staates entwickelt. Während die Heeresstärke im Jahre 1713 noch ca. 40.000 Mann betrug, verdoppelte sie sich bis zum Jahre 1740. 1 Er hinterließ seinem Sohn die, im Verhältnis zur Bevölkerungszahl, größte Armee Europas. Durch seine strenge Sparsamkeit war es ihm überdies gelungen, einen beachtlichen Staatsschatz anzuhäufen. Obwohl Preußen unter seiner Herrschaft zu einem potenziell gefährlichen Widersacher der anderen Staaten des Reiches geworden war, verhielt sich Friedrich Wilhelm I. in außenpolitischen Belangen ruhig. Bis zur Machtübernahme Friedrichs II., am 31. Mai 1740 2 , hatte sich Brandeburg-Preußen 3 in Kriegsbelangen ruhig verhalten und war eher unfreiwillig in fremden Kriegen aktiv geworden.
Unter dem neuen Herrscher jedoch sollte die bisherige kriegerische Zurückhaltung ein Ende finden. Friedrich II. war nicht bereit, die Armee im Stillstand verharren zu lassen, wie es sein Vater getan hatte. Er wollte Preußen als Macht in Europa etablieren; die Armee, die der Soldatenkönig ihm hinterlassen hatte, ebenso wie der angehäufte Staatsschatz, waren eine günstige Voraussetzung dafür. 4 Dennoch stellt sich die Frage, wie es einer Mittelsmacht wie Preußen gelingen konnte, sich mehr als einmal erfolgreich gegen die Übermacht der Großmächte Europas aufzulehnen. War Friedrich wirklich ein überragender Taktiker? Hatte er einfach Glück? Im Folgenden werden die Hintergründe für Friedrichs militärische Erfolge betrachtet, um in einem anschließenden Fazit mögliche Antworten auf diese Fragen zu diskutieren. Schlussendlich wird zudem die Überlegung, ob Preußen durch Friedrich II. nun seinen Platz in Europa gefunden habe, eine Rolle spielen.
1 Vgl. Ingrid Mittenzwei, Friedrich II. von Preußen. Eine Biographie, Berlin 1984, S. 14
2 Vgl. Peter Baumgart, Kronprinzenopposition. Zum Verhältnis Friedrichs zu seinem Vater Friedrich Wilhelm I., in: Heinz Durchhardt (Hg.), Friedrich der Große, Franken und das Reich, Köln/Wien 1986, S. 21
3 Von diesem Punkt an wird abkürzend der Begriff Preußen verwendet.
4 Vgl. Monika Wienfort, Geschichte Preußens, München 2008, S. 48
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2.) Der erste Schlesische Krieg
2.1.) Zu Vorgeschichte des Krieges
Der 1740 verstorbene österreichische Herrscher Karl hatte 1713 mit dem Erlass der Pragmatischen Sanktion die kaiserliche Erbfolge für weibliche Nachfahren der Familie ermöglicht. Bereits nach seinem Ableben kam diese Verordnung zur Anwendung, da er keinen männlichen Nachkommen hinterlassen hatte; die 1717 geborene Maria Theresia folgte ihm auf den Thron. Das Gebilde der Pragmatischen Sanktion, um dessen Anerkennung die österreichische Politik bereits zwei Jahrzehnte lang bemüht gewesen war, brach nach Karls Tod schnell in sich zusammen. 5 Entgegen der Erwartungen der europäischen Öffentlichkeit war es jedoch nicht einer der Söhne Josephs I., der zum Erstschlag ausholte, sondern der preußische Thronfolger. 6 Neben seinen wirtschaftlichen Interessen und seinem Ehrgeiz, Preußen als Großmacht in Europa zu etablieren, brachte ihn wohl auch sein Wunsch nach persönlichem Ruhm dazu, sich gegen die österreichische Vorherrschaft aufzulehnen. Sein Marsch nach Schlesien sollte die erste Bewährungsprobe für die bislang noch schlummernde preußische Armee werden. 7
Im Vergleich zu den europäischen Großmächten war Preußen zu diesem Zeitpunkt ein wirtschaftlich rückständiges Land, das zudem eine im Verhältnis zur Fläche geringe Bevölkerungszahl aufwies. Im Gegensatz dazu jedoch stand Friedrich eine blendend ausgebildete Armee zur Verfügung, die zwar zahlenmäßig den Kräften Österreichs unterlegen war, sich aber in punkto Schlagkraft vor keinem europäischen Gegner zu fürchten hatte. Friedrich richtete seinen Blick auf die österreichische Provinz Schlesien, einem wirtschaftlich starken Gebiet. 8 Die geografische Lage Schlesiens lag für den preußischen Einmarsch günstig, da die Versorgung der Truppen über die Oder gesichert werden konnte. Zudem war das Gebiet nur durch zahlenmäßig schwache österreichische Kräfte besetzt. 9
2.2.) Beginn und Verlauf des Ersten Schlesischen Krieges
Am 16. Dezember 1740 entsandte Friedrich eine 27.000 Mann starke Armee nach Schlesien. 10 Am 22. Dezember besetzte eine die Preußen Glogau, wenige Tage später Bunzlau und Breslau. Friedrich setzte den Vormarsch seiner Armeen in die Provinz fort, bis er Ende Januar 1741 alle
5 Vgl. Gertrud Fussenegger Gertrud, Maria Theresia, München 1994, S.25-26
6 Vgl. Wilhelm Bringmann, Friedrich der Große. Ein Porträt, München 2006, S. 276
7 Vgl.: Heinz Durchhardt, Das Zeitalter des Absolutismus, in: Jochen Bleicken (Hg.), Oldenburg Grundriss der Geschichte (Bd. 11), Oldenburg 1989, S. 106
8 Vgl. Geschichte Preußens, S. 48
9 Vgl. Olaf Groehler, Die Kriege Friedrichs II., Berlin 1989
10 Vgl. http://www.suite101.de/content/der-erste-schlesische-krieg-von-1740-bis-1741-a51060
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österreichischen Kräfte aus Schlesien entfernt hatte. Um seine Kriegszüge finanzieren zu können, erhob Friedrich sogleich in den eingenommenen Gebieten Steuern. Zugleich begann er die Eingliederung des eroberten Gebietes vorzubereiten, indem er die Provinzialverwaltung der eigenen anglich. 11
Trotz der Erfolge in Schlesien hatte sich die Situation für Preußen zu Beginn des Jahres 1741 ungünstig entwickelt. In den Verhandlungen mit Österreich wurde deutlich, dass der Wiener Hof nicht willens war, Schlesien abzutreten. Maria Theresia wollte unter allen Umständen eine Verletzung der Pragmatischen Sanktion verhindern. Sie musste befürchten, dass der Übergriff des Preußenkönigs in einer für das Hause Habsburg ohnehin kritischen Phase eine Kettenreaktion auslösen könnte. Friedrichs musste seine Hoffnung, eine der anderen Großmächte für sich gewinnen zu können, aufgeben. Nachdem Frankreich nicht auf die Bündnisanregungen des Preußenkönigs eingegangen war, versuchte er, England und die Niederlande für sich gewinnen. Die Spannungen zwischen dem englischen König und des Hannover’schen Kurfürsten verhinderten jedoch einen solchen Zusammenschluss. Letzterer wurde im Jahre 1741 Initiator eines Treffens zwischen den Vertretern Russlands, Englands, Österreichs, Sachsen und der Niederlande, in dem der gemeinsame Beschluss gefasst wurde, Preußen mit militärischen Mitteln zur Einhaltung der Pragmatischen Sanktion zu zwingen. 12 Trotz der potenziellen Bedrohung für sein Kernland ließ Friedrich seine Truppen in Schlesien verstärken. Nachdem er die Festung Glogau erobert hatte, zogen die österreichischen Truppen in Schlesien auf. Am 10. April stießen die Armeen bei Mollwitz aufeinander. Trotz ihrer zahlenmäßigen Überlegenheit gelang es den preußischen Truppen vorerst nicht, die Österreicher zurückzuschlagen. Als sich die Vorräte der Preußen dem Ende neigten, sah Friedrich die Schlacht bereits als verloren an und zog sich vom Schlachtfeld zurück. 13 Doch der Elan der Österreicher erschöpfte sich. Unter der Führung Generalfeldmarschall von Schwerin gelang es den preußischen Truppen schließlich, den Feind in die Flucht zu schlagen. Die Verluste auf beiden Seiten waren hoch und überdies war es den Österreichern trotz der verlorenen Schlacht gelungen, Oberschlesien wiederzugewinnen. 14
Durch die Niederlage der Habsburger ermutigt, beschleunigten Frankreich und Bayern ihre Kriegsvorbereitungen. Im Mai schlossen sie gemeinsam mit Spanien den Nymphenberger Vertrag. Nachdem Englands Bemühungen, die beiden befeindeten Parteien Österreich und Preußen zu befrieden, ins Leere gelaufen waren, trat Friedrich ebenfalls dem Bündnis bei. Die Aufrüstung Frankreichs und Bayerns sicherten Preußens Grenzen außenpolitisch ab, sodass
11 Vgl. Die Kriege Friedrichs II., S. 25-26
12 Vgl. Das Zeitalter des Absolutismus, S. 94-96
13 Vgl. Wolfgang Venohr, Fridericus Rex. Friedrich der Große - Porträt einer Doppelnatur, Bergisch Gladbach 1985, S. 111-112
14 Vgl. Fridericus Rex, S. 105 ff
5
Friedrich einen Vorstoß nach Böhmen erwog. Da es seinen Truppen jedoch nicht gelang, die Österreicher aus Schlesien zu drängen, versuchte er die bayrisch-französischen Armeen in möglichst kräftezehrende Gefechte mit den Österreichern zu verwickeln. 15 Angesichts der Aussicht auf einen langatmigen Krieg zwischen den Koalitionen und der knappen finanziellen Ressourcen Preußens beschloss Friedrich, sich vorerst aus dem Kriegsgeschehen zurückzuziehen. Er ließ mit Hilfe Englands das Angebot nach Österreich übermitteln, die Kampfhandlungen einzustellen, wenn Österreich dafür vorerst auf Schlesien verzichtete. Da Österreich all seine Kräfte für den Krieg gegen die bayrisch-französischen Truppen benötigte, ging Maria Theresia auf seinen Vorschlag ein. Am 9. Oktober schlossen die beiden Herrscher den geheimen Vertrag von Kleinschnellendorf; wenig später zogen die österreichischen Truppen aus Schlesien ab. Friedrich hatte mit diesem Übereinkommen seine eigenen Bündnispartner verraten. Als es Ende 1741 aussah, als würde die habsburger Monarchie kurz vor dem Sturz stehen, leugnete er das Abkommen mit Österreich, um sich nun wieder aktiv am Krieg zu beteiligen. Friedrich witterte seine Chance auf die Einverleibung eines Teils des österreichischen Territoriums nach dem vermeintlich nahenden Untergang der Habsburger. 16 Als es Preußens Verbündeten im November gelungen war, Prag zu erobern, entsandte Friedrich seine Truppen nach Böhmen und Mähren. Der Einmarsch erfolgte ohne Gegenwehr, da die Österreicher, vertrauend auf das geheime Abkommen mit Preußen, alle Truppen aus diesem Gebiet gezogen hatten. Mit seinem Plan über einen Vormarsch nach Znaim wollte Friedrich Druck auf Wien ausüben und zu weiteren territorialen Abtretungen bewegen. Unterstützung erhielt Friedrich von sächsischen Truppen. 17 Im Februar 1742 zogen die Regimenter gen Süden. Doch Friedrichs Hoffnung auf die politische Effektivität seines Handelns wurde alsbald zerschlagen. Er hatte auf einen schnellen Friedensschluss gesetzt, in dem das unter Druck stehende Österreich Böhmen an Bayern, Mähren an Sachsen und Schlesien endgültig an Preußen abtreten würde. Bald jedoch schwächten Versorgungsmängel die preußisch-sächsischen Streitkräfte. Um die Armee zu versorgen, plünderten die Preußen Mähren. Das geplagte mährische Landvolk jedoch widersetzte sich der Schreckensherrschaft der verhassten Eroberer. Die Lage verschärfte sich für Preußen, als österreichische Truppen die Verbindung des preußischen Heeres nach Schlesien bedrohten. Friedrich ließ seine Truppen am 8. März den Rückzug antreten. 18
Friedrich wähnte sich sicher in der Annahme, die Österreicher würden nun von ihm ablassen und die geschwächten französischen Truppen bei Budweis angreifen. Er zog mit einem Teil
15 Vgl. Preußische Geschichte, S. 165
16 Vgl. Theodor Schieder, Friedrich der Große, Frankfurt am Main/Berlin/Wien 1983, S.154
17 Vgl. Die Kriege Friedrichs II., S. 34
18 Vgl. Fridericus Rex, S. 127
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Antje Weckmann, 2010, Die Kriege Friedrichs II., München, GRIN Verlag GmbH
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