2. Rolle und Stellenwert internationaler Institutionen im Realismus (Mearsheimer) In Bezug auf Rolle und Stellenwert internationaler Institutionen erkennt der Realismus zwar an, dass Staaten innerhalb und durch diese agieren können, betont aber gleichzeitig, dass Institutionen und deren Regeln vor allem das Ergebnis der subjektiven Interessen und Ziele der Großmächte sind. Stets sind es die mächtigsten Staaten des Systems, die Institutionen schaffen und formen, damit sie ihren Anteil an der Weltmacht behaupten oder erhöhen können. Auf Grund dessen fungieren Institutionen nach Ansicht des Realismus eher als Arenen für den Machtkampf der Staaten, als als ein Garant für Stabilität und Frieden. Während Institutionen nur die Machtverteilung im internationalen System wiederspiegeln, gilt für den Realismus das Gleichgewicht der Kräfte als Ursache für Krieg und Frieden. Institutionen sind somit kein entscheidendes Element bei der Schaffung von Stabilität, sondern lediglich eine nebensächliche Variable im Prozess des Friedensaufbaus - oder Verlustes. Am Beispiel der NATO bekräftigt Mearsheimer seine Argumente und betont, dass Institutionen und ihre Wirkungen von äußeren Gegebenheiten beeinflusst werden (z.B. von konkreten Machtverhältnissen) und nur so lange in ihrer Form bestehen können, wie diese Gegebenheiten andauern. 3. Die Kritik Mearsheimers am Institutionalismus
In seinen kritischen Ausführungen über die 3 Haupttheorien des Institutionalismus führt Mearsheimer folgende Argumente an: Neben der entscheidenden Tatsache, dass die wenigen verfügbaren empirischen Beweise aus der Historie nur sehr geringe Unterstützung für die Theorien bieten, weist jede der Denkrichtungen zudem fundamentale Fehler in ihrer kausalen Logik auf. Der Liberalismus hält an seiner Annahme fest, dass Institutionen die internationale Stabilität fördern, trotzdem er sich vorwiegend mit der politischen Ökonomie beschäftigt, die relevanten Fragen der Sicherheit aber vernachlässigt. In diesem Kontext zentriert sich Mearsheimers Kritik vor allem auf die Tatsache, dass die wichtige Rolle der relativen Gewinne als Hindernis für transnationale Kooperation ignoriert wird. Die Theorie der kollektiven Sicherheit weist außer ihrer mangelhaften empirischen Untersetzung ebenfalls Fehler in ihrer kausalen Logik auf. So wird zwar davon ausgegangen, dass die Staaten im internationalen System einander vertrauen und auf Grund dessen miteinander
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Arbeit zitieren:
Franziska Letzel, 2009, Textanalyse zu Mearsheimer: "False Promise of International Institutions" (1995) sowie Keohane und Nye: "Power and Independence in the Information Age" (1998) und "Globalization: What’s New? What’s Not?" (2000), München, GRIN Verlag GmbH
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