Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
1.1 Was ist nun sexueller Missbrauch? 2
2. Formen der Prävention 2
3. Präventionsprogramme und ihre unterschiedlichen Ansätze 4
3.1 Allgemeine Vorüberlegungen 4
3.2 Kurzportrait ausgewählter Präventionsprogramme 5
4. Fazit 6
5. Literaturverzeichnis 9
6. Internetverzeichnis 9
1. Einleitung
Fast wöchentlich hört, sieht oder liest man von sexuellem Missbrauch an - in seltenen Fällen auch durch - Kindern und Jugendlichen. Erst jüngst wurde ein Fall bekannt, in dem ein Mann
ein Baby mehrfach missbraucht haben soll 1 , davon ein Video aufzeichnete und dies dann ins Internet stellte. Diese Straftat nach § 176 StGB 2 ist jedoch kein Phänomen bestimmter sozialer Schichten, Ethnien oder Religionen, sondern zieht sich quer durch die gesamte Gesell-
schaft. Als Beispiele ist hier auf die Fälle am Canisius Kolleg Berlin 3 oder die katholische Odenwaldschule 4 , beide von 2010, verwiesen.
Dieser Essay möchte zunächst einmal klären, was sexueller Missbrauch ist um zum einen einen gemeinsamen Konsens für mich und den Leser zu schaffen, auf dem die Arbeit fußt, und zum anderen für eine bessere Verständlichkeit zu sorgen. Anschließend Formen der Prävention beschreiben. Des Weiteren sollen Ansätze von Präventionsprogrammen dargelegt werden, bevor ich sie an drei ausgewählten Beispielen skizziere. Unter Prävention folgendes verstehen:
„Als Prävention (vom lateinischen praevenire für „zuvorkommen, verhüten“) bezeichnet man vorbeugende Maßnahmen, um ein unerwünschtes Ereignis oder eine unerwünschte Entwicklung zu vermeiden. Ganz allgemein kann der Begriff mit „vorausschauender Problemvermeidung“ übersetzt werden.“ 5
Prävention hat demnach das Ziel, negative Ereignisse vor ihrem Eintreten zu vermeiden und die Voraussetzung zu schaffen, das Risiko oder die Risiken, die möglicherweise Nachteile oder Schaden für die einzelne Person entstehen lassen, frühzeitig respektive rechtzeitig wahrzunehmen und zu benennen, um dann gezielt entgegen wirken können 6 . Prävention per se straft und belohnt, droht und ermutigt, schreckt ab und belehrt, sammelt und sondert aus, entzieht Ressourcen und teilt sie zu, installiert technische Kontrollsysteme und nutzt soziale
Netzwerke 7 .
Unter Missbrauch bei Kindern und Jugendliche allgemein ist folgendes zu verstehen:
1 Der Tagesspiegel, „Baby missbraucht - Handfeste Hinweise auf Täter“
2 Bundesministerium der Justiz, „§ 176 Sexueller Mißbrauch von Kindern“
3 Röbel/Wensierski, „Schulleitung wusste früh von Missbrauch“
4 Spiegel-Online (Hrsg.) (2010): Pädagogen teilten "sexuelle Dienstleister" fürs Wochenende ein
5 Wilhelm Kirch & Bernhard Badura, „Prävention - Ausgewählte Beiträge des Nationalen Präventionskongresses Dresden 1. und 2. Dezember 2005“, S. 7
6 Christ/Nikolaev/Rahn, „Reflexion auf Prävention, Frühe Hilfen und den Fall Kevin“, S. 3
7 Bröckling, „Vorbeugen ist besser…Zur Soziologie der Prävention“, S. 38
gewaltsame psychische und/oder physische Beeinträchtigung von Kindern und Jugendlichen
durch Eltern, Erziehungsberechtigte und Erwachsene in der näheren Umgebung 8 . Diese Beeinträchtigungen können - so die Autoren - „durch aktive Handlungen (z.B. körperliche Misshandlung, sexuellen Missbrauch, verbale Beschimpfungen und Entwertungen), aber auch
durch Unterlassungen (z.B. physische oder emotionale Vernachlässigung) bedingt sein“ 9 . Missbrauch ist die falsche, unrechtmäßige, entgegen ihrem eigentlichen Sinn und Zweck oder die mit „böser“ Absicht ausgeübte Handlung gegen eine Person oder eine Sache, die zu deren Schädigung und Nachteil führt.
1.1 Was ist nun sexueller Missbrauch?
Sexueller Missbrauch eines Kindes liegt i.a.R. dann vor, wenn Erwachsene oder Jugendliche sexuelle Handlungen an oder vor einem Kind vollziehen. Dies geschieht gegen den Willen des Kindes - auch wenn es seinen eigenen Willen nicht äußern kann oder möchte, da es entweder nicht in der Lage oder im Besitz des dazu notwendigen Wortschatzes ist bzw. nicht über das nötige Wissen verfügt, um zu begreifen was gerade mit ihm geschieht - also auf-grund körperlicher, psychischer oder sprachlicher Unterlegenheit 10 . Das Kind kann aufgrund seines Entwicklungstandes nicht frei und überlegt zustimmen bzw. die Missbrauchshandlung ablehnen und vertraut dem Erwachsenen - den es i.d.R. gut kennt - dass er ihm nichts Böses will. Dabei nutzt der Erwachsene seine Macht- und Autoritätsposition aus, um seine Bedürfnisse zu befriedigen. Weiterhin ist der Internetseite wildwasser.de zu entnehmen, dass neuerdings die Bezeichnung „sexualisierte Gewalt“ anstatt „sexueller Missbrauch“ verwendet wird, um zu verdeutlichen, dass es sich nicht um Sexualität handelt sondern, um Gewalt, die vom
Täter sexuell besetzt wird 11 .
2. Formen der Prävention
Präventionsformen und -methoden sind sehr unterschiedlich und meist in sich zusätzlich dif-
ferenziert und/oder abgestuft. In Anlehnung an Amann und Wipplinger 12 skizziere ich die drei
8 Cierpka/Egle, „Missbrauch, Misshandlung, Vernachlässigung“, S. 370
9 Ebenda.
10 Wildwasser e.V., „Was ist sexueller Missbrauch?“
11 Ebenda.
12 Amann/Wipplinger, „Prävention von sexuellem Missbrauch“, S. 657
Arbeit zitieren:
Daniel Rahn, 2011, Prävention von sexuellem Mißbrauch , München, GRIN Verlag GmbH
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