2
Inhalt
/E /dE'E EhE ZZ' d hE'
// h /KEhDDEEzKhE''W E
ZZzKhE 'W EEhE /Eh t/Z hE'EEEh hd ,Z/,
mZtKZdZZ zKhE'W E
/ W
EdZhD
/WW
/sWW
''EZZ zKhE'W E
/Z,d ZZ/ EEhE/,ZsK d/DDhE'
/ W
, dhE''/E h Z/,ZZWZ PE /, /dEE hDDzKhE'W E
Z /, E WZZ /Edd,:: DDZZ ,,,d
Z /, WZZ /EddWh sKEE,/EEhZ'
h DDE hE'
3
Einleitende Gedanken und Fragestellung
Der Young-Plan regelte die Reparationsfrage zwischen Deutschland und England sowie Frankreich und löste den Dawes-Plan von 1924 ab.
Er befand sich damit im langen Schatten des ersten Weltkriegs sowie des Versailler Vertrags und sollte der Liquidation dieses Krieges dienen.
Im Zeitraum der Verhandlungen und der Verabschiedung des Young-Plans durch den Reichstag war die Weimarer Republik politisch instabil. Zwar waren die letzten Jahre von wirtschaftlichem Aufschwung geprägt, es kündigte sich jedoch bereits eine Verschlechterung dieser Situation an. Außerdem waren die Deutschen noch immer von der militärischen Niederlage geprägt und konnten sich mit der vertraglich fixierten Kriegsschuld nur schwer abfinden. Im Revisionsstreben war man sich einig und nicht wenige sahen eine Zusammenarbeit mit dem ehemaligen Kriegsgegner als Verrat am Vaterland an. In dieser angespannten innenpolitischen Situation fand sich im Reichstag eine Mehrheit, um den Vertrag zu ratifizierten. Doch aus welchen Gründen stimmte die jeweilige Partei für oder gegen den Young-Plan und wie war das Stimmungsbild innerhalb der Parteien? Das Thema genoss große Aufmerksamkeit in der Bevölkerung und wurde viel diskutiert. Doch in welcher Form und in welchem Umgangston wurde diese politische Diskussion geführt?
Um diese Fragen zu klären, werden die Positionen und Argumente von Gegnern und Befürwortern des Young-Plans nacheinander dargelegt. Im Anschluss wird die Rolle des Reichsbankpräsidenten Hjalmar Schacht und des Reichspräsidenten Paul von Hindenburg erörtert. Beide spielten eine wichtige Rolle beim politischen Meinungsbildungsprozess. Der eine aufgrund seiner Stellung in der Verfassung, der andere wegen seiner Nähe zur behandelten Materie und wegen seines persönlichen Engagements. Die Forschung hat diesen Teil der Geschichte bereits mit viel Aufmerksamkeit bedacht. Neben Werken wie Philipp Heydes „Das Ende der Reparationen“ wurden vor allem Monographien über die damals im Reichstag vertretenen Parteien verwendet, um auf diesem Weg einen Erkenntnisgewinn über deren jeweilige Sicht des Young-Plans zu erreichen. Weiterhin wurden dem siebten Band der Quellenedition „Ursachen und Folgen“ wichtige Informationen entnommen.
4
Die Diskussion um den Young-Plan
1. Der Young-Plan und seine Auswirkungen auf das Deutsche Reich
Der ursprüngliche Young-Plan wurde von Februar bis Juni 1929 von Sachverständigen in Paris ausgearbeitet und diente als Grundlage für die Verhandlungen der beiden Regierungskonferenzen in Den Haag, welche im August 1929 sowie im Januar 1930 stattfanden. Für die „Haager Verträge“ wird auch der Name „Young-Plan“ verwendet, obwohl dies ursprünglich nur das Ergebnis der Sachverständigen in Paris bezeichnete. Im Gegensatz zum Dawes-Plan wurde erstmals die Gesamtsumme der Reparationen auf 112 Milliarden Reichsmark festgelegt. Diese Summe sollte in Annuitäten von durchschnittlich 2 Milliarden Reichsmark bis 1966 gezahlt werden. Im folgenden Zeitraum bis 1988 sollte die jährliche Reparationssumme der Höhe der Kriegsschuldzahlungen von England und Frankreich an die USA entsprechen.
Dies bedeutete eine Einsparung für Deutschland im Vergleich zum Dawes-Plan, insbesondere da die Annuitäten der ersten Jahre nach Inkrafttreten des „Neuen Plans“ mit ca. 1,7 Milliarden Reichsmark deutlich niedriger waren. Der Dawes-Plan hätte für diesen Zeitraum jährliche Zahlungen von ca. 2,5 Milliarden Reichsmark vorgesehen. Für die Abwicklungen der Transferleisten wurde die Bank für internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) gegründet.
Außerdem gestattete der Vertrag Deutschland, in wirtschaftlich schwierigen Zeiten durch ein Moratorium die Zahlungen aufzuschieben.
Des Weiteren gewann Deutschland staatliche Souveränität zurück. Der Reparationsagent, das Transferkomitee und der alliierte Einfluss bei Reichsbank und Reichsbahn wurden abgeschafft.
Zudem erklärten sich die Alliierten bei Annahme des Young-Plans bereit, das Rheinland zum 30.06.1930 zu räumen - 5 Jahre vor dem im Versailler Vertrag vorgesehenem Datum. Wegen dieser Bestimmungen wird der Young-Plan heutzutage im Allgemeinen als Erfolg angesehen. 1
1 Vgl. Eberhard Kolb, Die Weimarer Republik, (Oldenbourg-Grundriß der Geschichte, Bd. 16), München,
Oldenbourg 2002, S. 73.
1. Die SPD
Die SPD gehörte zu den Befürwortern des Young-Plans, es wäre jedoch falsch zu glauben, dass diese Zustimmung von Begeisterung getragen war. Bezüglich der Reparationsverpflichtung als solcher war sich ganz Deutschland nur in einer Hinsicht einig: Niemand war mit dieser Situation zufrieden. 2
Dennoch gehörte die deutsche Sozialdemokratie aus realpolitischen Erwägungen heraus zu den Befürwortern des Young-Plans. Seit dem Mai 1928 bestand eine Koalition zwischen SPD, Zentrum, DDP und DVP, bei der die SPD als Partei mit den meisten Sitzen im Reichstag mit Hermann Müller den Reichskanzler stellte.
Die Außenpolitik genoss bei der Koalition Müller Priorität und dabei wurde voll und ganz auf eine Politik der Verständigung gesetzt. 3 Als Option zur Verständigungspolitik gab es die Idee, es auf eine Transferkrise ankommen zu lassen, um so die Zahlungsunfähigkeit Deutschlands zu demonstrieren und sich auf diesem Weg der Reparationszahlungen zu entledigen. Die Konsequenz wäre die gleiche wie bei einer alternativen Fortführung des Dawes-Plans. Die Bezahlung der hohen Annuitäten würde ebenso unvermeidlich in eine „katastrophale Finanz-und Wirtschaftskrise“ 4 führen. Die Politik des Kabinetts Müller war es jedoch, „die Krise unter allen Umständen zu vermeiden“. 5 Ausdruck dieser Politik war der Young-Plan, welcher jedoch von den Koalitionsparteien in unterschiedlichen Nuancen mehr geduldet als gefeiert wurde.
Die deutsche Sozialdemokratie urteilte noch am positivsten über den geschlossenen Vertrag. 6 Neben den niedrigeren Annuitäten für die folgenden Jahre wurde „die Wiedererlangung der wirtschaftlich-finanzpolitischen Hoheitsrechte sowie (…) der (…) fixierte Termin einer Rheinlandräumung“ 7 als Vorteil gegenüber einer Beibehaltung des Dawes-Plans angesehen. Trotz aller Vorteile war sich auch die SPD vor allem der weiterhin immensen finanziellen
2 Vgl. Philipp Heyde, Das Ende der Reparationen. Deutschland, Frankreich und der Youngplan, München [u.a.]
1998, S. 65.
3 Vgl. Peter Krüger, Die Aussenpolitik der Republik von Weimar, Darmstadt 1985, S. 435.
4 Heyde, Ende der Reparationen, S. 66.
5 Krüger, Aussenpolitik, S. 485.
6 Heyde, Ende der Reparationen, S. 65.
7 Hermann Hagspiel, Verständigung zwischen Deutschland und Frankreich? Die deutsch-französische
Außenpolitik der 20er Jahre im innenpolitischen Kräftefeld beider Länder, (Pariser historische Studien, Bd. 24),
Bonn, Röhrscheid 1987, S. 438.
Arbeit zitieren:
Thomas Weisser, 2010, Die politische Kontroverse um den Young-Plan in der Weimarer Republik, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Gesch. Europa - Deutschland - I. Weltkrieg, Weimarer Republik: Die politische Kontroverse um den Young-Plan in der Weimarer Republik ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Gesch. Europa - Deutschland - I. Weltkrieg, Weimarer Republik: neuer Titel erschienen: Die politische Kontroverse um den Young-Plan in der Weimarer Republik
Thomas Weisser hat einen neuen Text hochgeladen
Parlamentarische Kultur in der Weimarer Republik
Politische Kommunikation, symb...
Thomas Mergel
Historisch-Politische Weltkunde. Weimarer Republik und Nationalsoziali...
Kursmaterialien Geschichte Sek...
Politische Kommunikation in der Weimarer Republik
Das Dresdner Stadtverordnetenk...
Anita Maaß
0 Kommentare