Die Einsamkeit in Cien años de soledad
von Gabriel García Márquez
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung 2
II. Definition von Einsamkeit 4
III. Die Einsamkeit im innerliterarischen Kontext 6
1. Die Einsamkeit Macondos 6
A. Die räumliche Einsamkeit 6
B. Die zeitliche Einsamkeit 7
2. Die Einsamkeit der Buendía 10
A. Die Einsamkeit des Obersts Aureliano Buendía10
B. Die Einsamkeit Úrsulas 11
C. Die Einsamkeit der Toten und der übrigen Familienmitglieder 14
D. Die hundert Jahre währende Inzucht 15
3. Der Einbruch des Fremden 16
A. Die ersten Fremden 16
B. Der Corregidor 17
C. Die Bananengesellschaft 18
a. Die Veränderungen, die mit der Bananengesellschaft in Macondo Einzug halten 18
b. Der Streik und das Massaker 19
4. Un día después del sábado: Die Einsamkeit als zentrales Thema in weiteren Werken von García Márquez 24
IV. Die außerliterarischen Bezüge 26
1. Kolumbien: Geschichte und politisch-soziale Realität 26
2. Der Streik der Arbeiter in Santa Marta von 1928 28
3. Die räumliche Einsamkeit 30
4. Die Einsamkeit der Rassen 33
5. Die Einsamkeit Lateinamerikas 35
V. Schlußbetrachtung 38
VI. Bibliographie 40
1. Primärliteratur 40
2. Sekundärliteratur 40
I. Einleitung
Die Einsamkeit ist eines der zentralen Themen in Cien años de soledad von Gabriel García Márquez, dies wird schon durch den Titel des Werkes verdeutlicht. Der Begriff Einsamkeit als solcher taucht beinahe auf jeder Seite auf, und das Thema begleitet den Leser durch den gesamten Roman hindurch. Die Einsamkeit bestimmt grundlegend das Leben in Macondo allgemein als auch speziell das Leben der Buendía und trägt somit zu deren Schicksal bei: der letztendlichen Zerstörung des Dorfes und dem Untergang der Familiensippe.
Die Menge der veröffentlichten Arbeiten zu Cien años de soledad ist schier unüberschaubar und auch die Einsamkeit wurde schon in zahlreichen Untersuchungen thematisiert. Oft handelt es sich hierbei entweder um rein literarische Betrachtungen, welche die Verbindung zum außerliterarischen Kontext vernachlässigen oder aber um Arbeiten, die sich primär auf den Kontext Kolumbien oder Lateinamerika beziehen und jeweils nur einige spezielle Details oder Episoden aus dem literarischen Text herausgreifen. Ich möchte mit meiner Arbeit versuchen, beides zu verbinden, das heißt, die Bedeutung der Einsamkeit sowohl rein textimmanent betrachten, als auch den Bezug zum außerliterarischen Kontext Kolumbiens beziehungsweise Lateinamerikas herstellen. Deshalb wird sich meine Arbeit in zwei Hauptteile gliedern.
In einem innerliterarisch ausgerichteten ersten Teil werde ich zunächst auf die „räumliche und zeitliche Einsamkeit“ eingehen, die das Dorf Macondo als Ganzes betrifft und von der übrigen Welt isoliert. Die vererbte Einsamkeit der Buendía, hauptsächlich am Beispiel der Figur des Oberst Aureliano Buendía, die sich vor allem auf die zwischenmenschlichen Beziehungen auswirkt, soll im Anschluß betrachtet werden. Dabei werde ich versuchen, die Gründe für die Einsamkeit sowie auch die daraus ableitbaren möglichen Auswege anzuführen. Der Einbruch der Fremden und des Fremden und die daraus resultierenden Konsequenzen für Macondo und seine Einwohner werden im folgenden Kapitel beleuchtet und mit dem Thema der Einsamkeit in Beziehung gesetzt. In diesem Zusammenhang soll die Episode mit der Bananengesellschaft und dem Massaker an den streikenden Plantagenarbeitern besondere Aufmerksamkeit erfahren. Die Bedeutung der Einsamkeit als zentrales, wiederkehrendes Thema im Werk von García Márquez werde ich schließlich kurz am Beispiel der Erzählung Un día después del sábado skizzieren. Den zweiten eher außerliterarischen Teil werden ein kurzer geschichtlicher Abriß und eine Darstellung der politisch-sozialen Realität Kolumbiens beginnen. Im Anschluß daran werde ich versuchen, Parallelen zwischen der fiktiven Welt Macondos und der Realität Kolumbiens beziehungsweise Lateinamerikas aufzuzeigen. In diesem Zusammenhang soll unter anderem der Streik der Arbeiter in Santa Marta von 1928 als historisches Gegenstück der im Roman dargestellten Episode betrachtet werden. García Márquez´ Äußerungen zur Einsamkeit in seinem literarischen Werk sowie seine Nobelpreisrede von 1982, in der er sich zur Einsamkeit Lateinamerikas äußert, werden ebenfalls in die Betrachtung einfließen und die Arbeit abschließen.
II. Definition von Einsamkeit
Einsamkeit ist eine "Empfindung des räumlichen und/oder emotionalen Alleinseins"1, der Isolation oder fehlenden Kommunikation. Im Gegensatz zum Alleinsein, welches - auch über längere Zeiträume hinweg - nicht als Einsamkeit empfunden werden muß und im Gegenteil sogar produktiv genutzt werden kann, ist Einsamkeit ist ein Zustand, der häufig mit negativen Gefühlen (etwa des Ungeliebtseins oder des Ausgeschlossenseins) einhergeht. "Einsamkeit kann vom Individuum selbst gewählt (abweichendes Verhalten) oder die Folge sozialer Ausgliederungsprozesse sein."2. Einsamkeit ist nicht notwendigerweise an die Abwesenheit von Personen geknüpft: ein Mensch kann einsam sein, obwohl er von Mitmenschen umgeben ist und selbst, wenn er Kontakt zu diesen hat oder in einem persönlichen Verhältnis zu ihnen steht, kann er Einsamkeit empfinden. Negativ läßt sich formulieren, "daß nur Gemeinschaft (nicht etwa schon Gesellschaft) Einsamkeit ausschließt, und zwar auch nur in dem Maße ihrer Gegebenheit. Erlebte Einsamkeit wäre also erlebte Nicht-Gemeinschaft"3. Einsamkeit kann sowohl von einem Individuum als auch kollektiv von einer Gruppe erfahren werden. "Grundsätzliches und absolutes Einzelgängertum [scheint] der menschlichen Natur als soziales, in ständiger Kommunikation begriffenes Wesen zu widersprechen"4. Deshalb führt langanhaltende Einsamkeit in der Regel zu Krankheit, Instabilität, Passivität, Gleichgültigkeit, Lethargie, Ohnmacht, Hilflosigkeit, Stagnation oder Regression. Da der Mensch sich nur im Spiegel anderer Menschen definieren kann, führt anhaltende Einsamkeit und der damit einhergehende Mangel an Identifikationsmöglichkeiten häufig zum Verlust der Identität und zur Entfremdung.
Góngoras Soledades (1613 und 1614), die zu den berühmtesten Gedichten in spanischer Sprache zählen, und El laberinto de la soledad (1950) des mexikanischen Autors Octavio Paz sind zwei weitere Beispiele aus der spanischsprachigen Literatur, in denen das Substantiv "soledad" bereits im Titel auftaucht. Darüber hinaus ist "Soledad" sowohl in Spanien als auch in Lateinamerika ein gebräuchlicher weiblicher Vorname. Welche Aspekte dieser Definition für die Einsamkeit im Roman sowie für mögliche textexterne Bezüge zutreffen, wird die folgende Arbeit zeigen.
III. Die Einsamkeit im innerliterarischen Kontext
1. Die Einsamkeit Macondos
A. Die räumliche Einsamkeit
[...]
1 Microsoft® Encarta® 99 Enzyklopädie. © 1993-1998 Microsoft Corporation. "Einsamkeit".
2 Karl-Heinz Hillmann, Wörterbuch der Soziologie, 4., überarb. u. erg. Aufl. (Stuttgart: Kröner, 1994), 173.
3 Gerhard Kölbel, Über die Einsamkeit. Vom Ursprung, Gestaltwandel und Sinn des Einsamkeitserlebens (München: Ernst Reinhardt Verlag, 1959), 36.
4 Microsoft® Encarta® 99 Enzyklopädie. "Einsamkeit".
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Sonja Weimar, 2002, Die Einsamkeit in ´Cien años de soledad´ von Gabriel García Márquez, Munich, GRIN Publishing GmbH
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HASSAN HAKECH
Die Einsamkeit des Diktators.
Ich will hier gern über die Einsamkeit des Dictators sprechen,die im Luxus leben und ausser Sicht der Menschen verstecken.Kann man eine politische und sociale Einsamkeit des Diktators nennen,sie sind so weit aus Realität ihres Volkes,sie ignorieren uberhaupt die Alltag der normaler Menschen,die unter Armut,Elend und Frustration leiden.Ich glaube diese Art von Einsamkeit hat mit Macht und Herrschaft zu tun,sie ist eine politische und Aristokatische Entscheidung des Leaders.
on Thursday, March 20, 2008-