Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung. 5
2 Theoretische Verortung des Betrachtungsfeldes 6
2.1 Kulturdefinition. 6
2.2 Geschäftsbeziehungen als besondere Art der Interaktion. 7
2.3 Kulturdimensionen nach Hofstede 8
2.3.1 Machtdistanz (PDI) 9
2.3.2 Kollektivismus versus Individualismus (IDV) 9
2.3.3 Feminine versus maskuline Kulturen (MAS) 10
2.3.4 Unsicherheitsvermeidung (UAI) 11
2.3.5 Langfristige versus kurzfristige Orientierung (LTO) 11
2.4 Kulturdimensionen nach Hall 12
2.4.1 Kontextorientierung. 12
2.4.2 Raumorientierung (Proxemik) 13
2.4.3 Monochrones bzw. polychrones Zeitverständnis. 13
2.4.4 Informationsgeschwindigkeit 14
3 Analyse kultureller Unterschiede zwischen Deutschland und Russland. 14
3.1 Divergenzen im kulturellen Ursprung. 14
3.2 Kulturelle Divergenzen nach Hofstede 17
3.3 Kulturell determinierte Kommunikationsunterschiede nach Hall 22
4 Kritische Würdigung der Dimensionierungskonzepte und Studien. 25
5 Zusammenfassung und Fazit. 26
III Literaturverzeichnis 28
I Abkürzungsverzeichnis 3
II Tabellenverzeichnis 3
2
II Tabellenverzeichnis
Tab: I Skalenwerte für Russland und Deutschland nach Hofstede-Modell 18 Tab: II Zusammenfassung der Ergebnisse der Analyse nach Hofstede und Hall………………………………………………………………… 25
4
1 Einleitung
Nach dem Zerfall der Sowjetunion Anfang der 90ger Jahre gelang Russland noch vor Ende der Dekade ein deutlicher wirtschaftlicher turn around. In Folge dessen ist die Zahl der deutsch-russischen Geschäftskontakte rasch gestiegen. 1 Die meisten Großunternehmen sind mittlerweile mit Direktinvestitionen und in Form von Joint Ventures in Russland engagiert und die Bezeichnung BRIC - Staat verdeutlicht das Potential das Russland auch in Zukunft noch zugerechnet wird. 2 Mit der Intensivierung der Geschäftsbeziehungen stieg aber auch das zwischenmenschliche Konfliktpotential, wodurch Wettbewerbsvorteile vernichtet wurden und werden. Die Basis für Indifferenzen in der Ost-West-Annäherung hat sich von einer politisch-wirtschaftlichen Determinierung zu Zeiten des Ost-West-Konfliktes hin zu einer kulturellen Determinierung gewandelt. Die Verringerung von Reibungsverlusten in interkulturellen Verhandlungssituationen und im interkulturellen Geschäftsalltag und somit interkulturelles Lernen haben stark an Bedeutung gewonnen. 3
Die vorliegende Arbeit vermittelt einen Überblick über den wissenschaftlichen Forschungsstand im Bereich kultureller bedingter Missverständnisse in deutschrussischen Verhandlungssituationen und im deutsch-russischen Geschäftsalltag aus deutscher Perspektive.
Den theoretischen Fokus bilden die Kulturanalysemodelle von Geerd Hofstede und Edward Hall, deren Beschreibung zusammen mit einer Kulturdefinition dem empirischen Teil vorangestellt ist. Die Analyse der kulturellen Unterschiede beginnt mit einer Darstellung des kulturellen Ursprungs beider Länder, die zwar nicht originärer Bestandteil der Modelle von Hall und Hofstede ist, aber hilfreich für das Verständnis der kulturellen Bedingtheit des jeweiligen Landes. Im Anschluss an die Identifikation von kulturellen Divergenzen entlang der beiden angewandten Modelle erfolgt die Ableitung möglicher Missverständnis-Quellen.
1 Russland ist Deutschlands Energielieferant Nr. 1, umgekehrt ist Deutschland der größte Handelspartner für Russland. Insbesondere für Investitionsgüter und High-Tech-Produkte besteht in Russland großer Bedarf. Vgl. hierzu auch Rothlauf 2006, BfAi 2011a.
2 Vgl. BfAi 2011(b), S. 2.
3 Vgl. Roth 1998, S. 58, Groeger 2006, Bühler 2002, S. 101.
5
Neben einer kritischen Würdigung der Arbeiten werden im Fazit auch Empfehlungen definiert.
2 Theoretische Verortung des Betrachtungsfeldes
2.1 Kulturdefinition
Die Wirtschaftswissenschaften, neben einer ganzen Reihe von wissenschaftlichen Disziplinen, beschäftigen sich mit dem Gebiet der kulturellen Forschung. Es existieren viele Ansätze und Modelle zur Beschreibung dieses Themengebietes. Kultur ist nach Kutschker und Schmied: „…die Gesamtheit der Grundannahmen, Werte, Normen, Einstellungen und Überzeugungen einer sozialen Einheit, die sich in einer Vielzahl von Verhaltensweisen und Artfakten ausdrückt und sich als Antwort auf die vielfältigen Anforderungen, die an diese soziale Einheit gestellt werden, im Laufe der Zeit herausgebildet hat“. 4 Ivers fasst die gängigen Definitionen zusammen und schreibt: „…daß Kultur ein Orientierungssystem und einen Bezugsrahmen bereitstellt, mit dessen Hilfe eigene Erfahrungen und Verhaltensweisen eingeteilt und organisiert werden können. Der kulturelle Rahmen setzt durch die Sozialisierung, d. h. das Hineinwachsen in die Kultur, für seine Mitglieder Standards für deren Wahrnehmung, Denken, Urteilen und Handeln. Damit stellt Kultur einen effektiven Interpretations- und Problemlösungsmechanismus dar, der hilft, die komplexe Umwelt bewältigen zu können.“ 5
Kultur setzt sich sowohl aus sichtbaren und unsichtbaren Elementen zusammen. Sichtbare Elemente können materielle Merkmale wie Kleidung, Statussymbole, oder Architektur und immaterielle Artefakte wie Sitten, Sprache und Gebräuche sein. Als unsichtbare Merkmale werden Werte, Einstellungen, soziale Strukturen, Konventionen und Wahrnehmungsprägungen bezeichnet. Die unsichtbaren Elemente bestimmen maßgeblich das Verhalten der Mitglieder einer Kultur,
4 2002, S.658.
5 2010, S. 33.
6
weshalb man für das Verständnis einer Kultur nicht ohne Betrachtung der „Tiefenstruktur“ auskommt. 6
Insbesondere in interkulturellen Kommunikationssituationen kann es aufgrund divergierender Kodierungen und Entschlüsselungen (Interpretation) von Informationen zu Missverständnissen kommen, wenn der Entschlüsselungsprozess durch den Empfänger die Intention des Senders verzerrt. Störungen auf der Beziehungsebene werden jedoch kaum bewusst wahrgenommen. 7 Die kulturbedingten Denk- und Verhaltensmuster empfinden die Kulturzugehörigen oft als normal, selbstverständlich, natürlich und die Abweichungen von diesen Normen als fremdartig, nicht richtig, sonderbar aufgenommen werden. Die Ursache vieler interkultureller Missverständnisse und Probleme im (Geschäfts-) Alltag ist demnach im ungenügenden Bewusstsein in Bezug auf die eigene Kulturgebundenheit, sowie die des kulturfremden Gegenübers begründet. 8
2.2 Geschäftsbeziehungen als besondere Art der
Interaktion
Hofstede schreibt: „The business of international business is culture“. 9 Wenn auch die Formulierung etwas überspitzt wirkt, so lässt sich mittlerweile schlecht abstreiten, dass kulturelle Unterschiede ursächlich sein können, wenn trotz vordergründiger ökonomischer Vorteile Umfang und Intensität von Geschäftsbeziehungen und Wachstum im Ausland hinter den Erwartungen zurückbleiben. Die Kenntnis der Kultur bietet im Kontext geschäftlicher Beziehungen Verhandlungsvorteile, sowie Reduzierung von Unsicherheit im Auslandsgeschäft. Geschäftsbedingungen werden als Interaktionssituationen und
Beziehungsgeflechte nicht-privater Art verstanden die eher sequentielle als einmalige Transaktionen beinhalten. Es existieren offizielle Rollenträger, ein Normengerüst und klare Erwartungen. Die geschäftlichen Beziehungen sind von
6 Vgl. hierzu auch Ting-Toomey 1999, S.9f.; Bolten 2001, S. 21f; Ivers 2010, 32.
7 Vgl. Adler 2003, S. 248; Ting-Tomey 1999, S. 22; Watzlavik, u.a. 1990, S.9f..
8 Vgl. Bolten 2001, S. 25; Rothlauf 2006, S. 24.
9 Hofstede.nl 2010.
7
ökonomischen Zielen geleitet und basieren auf Vertrauen und etablierten Bindungen. 10
2.3 Kulturdimensionen nach Hofstede
Der Maastrichter Professor für Organisationsanthropologie und internationales Management Geert Hofstede erfragte zwischen 1968 und 1972 die Werteinstellungen von ca. 116.000 IBM-Mitarbeitern in 50 Ländern. Die Studie gilt bis heute als umfangreichste Untersuchung im Bereich vergleichender Kultur-und Managementforschung. Hofstedes Arbeit zeigt die Weltgemeinschaft differenziert in nationale und regionale Kulturgruppen und dass diese Kulturgruppen einen wesentlichen Einfluss auf das Verhalten von Unternehmen, deren Organisation und Führung haben. 11 Hofstede verbindet Kultur mit einer „mentalen Software“: Kultur ist die “kollektive Programmierung des Geistes, die die Mitglieder einer Gruppe oder Kategorie von Menschen von einer anderen unterscheidet.“ 12 Somit war sein Ziel die Ausarbeitung von Dimensionen, mit deren Hilfe man Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Ländern darstellen kann. 13 In der Untersuchung wurden dabei unterschiedliche Bereiche festgelegt, die in Folge zu messbaren Dimensionen weiterentwickelt wurden. Hofstede identifizierte fünf Kulturdimensionen in seiner Studie „national influences“ 14 Die ursprünglichen vier Kulturdimensionen und die dazugehörenden Kennzahlen heißen 15 :
1. Machtdistanz (Power-Distance-Index, PDI) 2. Kollektivismus versus Individualismus (IDV) 3. Maskulinität versus Femininität (MAS-Index) 4. Unsicherheitesvermeidung (Uncertaincy Avoidance-Index, UAI)
10 Vgl. Grekova 2009 2009, S. 11.
11 Vgl. Emrich 2007, S. 76.
12 Vgl. Rothlauf 2006, S. 112.
13 Vgl. Ivers 2010, S. 47
14 Eine Kulturdimension definiert Hofstede als „an aspect of a culture that can be measured relative to other cultures“ 1994, S. 14.
15 Vgl. Geert-Hofstede.com 2010.
8
Arbeit zitieren:
B.A. Alexander Schabowski, 2011, Kulturell bedingte Konfliktpotentiale in den deutsch-russischen Geschäftsbeziehungen, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation: Kulturell bedingte Konfliktpotentiale in den deutsch-russischen Geschäftsbeziehungen ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation: neuer Titel erschienen: Kulturell bedingte Konfliktpotentiale in den deutsch-russischen Geschäftsbeziehungen
Alexander Schabowski hat einen neuen Text hochgeladen
Kulturell bedingte Konflikte in den Deutsch-Russischen Wirtschaftsverh...
Eine sozialpsychologische Pers...
Antje Bühler
Wörterbuch der Medizin. Russisch-Deutsch / Deutsch-Russisch
Mit etwa 70 000 Fachbegriffen
Alexandra J. Bolotina
Fachwörterbuch Recht Deutsch-Russisch
A. Aksenenko, B. Naumann, I. Fagradjanz, R. Shahidzhanjan, P. Jakovenko
Fachwörterbuch Medizin Deutsch-Russisch
I. Palonov, A. Naumenko, I. Fagradjanz, J. Shahidzhanjan, I. Bulanova
0 Kommentare