Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 4
2 Begriffliche Verortung des Untersuchungsgegenstandes. 5
2.1 Definition Konjunktur 5
2.2 Definition Konjunkturpolitik (KP) 6
3 Theoretische Verortung des Diskurses 10
3.1 Die klassische Nationalökonomie (KNÖ) 10
3.2 Keynesianismus (K) 11
3.3 Monetarismus (M) 14
4 Situation vor der Finanzkrise und Zwischenfazit. 16
5 Umriss des aktuellen Diskurses und Fazit 18
I Abkürzungsverzeichnis 3
II Literaturverzeichnis. 21
2
I Abkürzungsverzeichnis
K -Keynesianismus KNÖ -Klassische Nationalökonomie KP -Konjunkturpolitik M -Monetarismus VWL -Volkswirtschaftslehre
3
1 Einleitung
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Bewertung von staatlicher Konjunkturpolitik (KP). Konjunkturzyklen mit ihren negativen
Begleiterscheinungen wie Preissteigerungen und Arbeitslosigkeit stehen seit Anbeginn der ökonomischen Forschungen im Mittelpunkt des wissenschaftlichen wie allgemeinen Interesses. Die, durch ungesteuerte Entwicklungen, entstehenden Übertreibungen an den Märkten durch aktive staatliche Steuerung einzudämmen und damit die wirtschaftlichen und sozialen Folgen konjunktureller Abschwünge abzufedern wird immer wieder durch die Betroffenen selbst und Teile der Wissenschaft an die Politik adressiert. Genauso vehement vertreten durch wissenschaftliche Kreise und wirtschaftliche Akteure ist die Forderung nach Enthaltsamkeit staatlichen Eingreifens in den komplexen volkswirtschaftlichen Mechanismus. Olaf Storbeck schreibt 2011 in Zeit-Online: „Die Antworten, die Volkswirte auf diese Fragen geben, könnten unterschiedlicher nicht sein. Wenige Themen sind in der ökonomischen Zunft so umkämpft wie Sinn oder Unsinn von Konjunkturpolitik.“ Während zum Ende des 20. Jahrhunderts eine gewisse Harmonisierung der Ansichten einsetzte, sind die Meinungen seit Auflegung der Konjunkturpakete in Folge der Finanz- und Wirtschaftskrise wieder weit auseinander gegangen.
Dem Umfang der Arbeit entsprechend soll der wissenschaftliche Diskurs zum Thema KP im theoretischen, historischen und aktuellen Kontext dargestellt werden. Zuerst erfolgt eine begriffliche Verortung des
Untersuchungsgegenstandes. Danach sollen die zentralen Eigenschaften der dem Diskurs zugrunde liegende theoretischen Modelle dargestellt werden um anschließend den Diskursverlauf, sowie den aktuellen Stand zusammengefasst wiederzugeben.
Bei der Beschreibung des Untersuchungsgegenstandes, sowie der theoretischen Modelle wird hauptsächlich auf Lexika, wissenschaftliche Aufsätze und Monographien zurückgegriffen, während bei der Einschätzung des Diskursverlaufes und der aktuellen Situation insbesondere aktuelle Dokumente, wie Zeitungen und Zeitschriften herangezogen werden.
4
2 Begriffliche Verortung des Untersuchungsgegenstandes
2.1 Definition Konjunktur
Konjunktur beschreibt die wirtschaftliche Lage eines Landes in Form eines wiederkehrenden Musters von Auf und Ab der wirtschaftlichen Aktivitäten. Die nach Konjunkturphasen 1 eingeteilten Schwankungen ergeben zusammen einen Konjunkturzyklus. Entscheidenden Einfluss auf den Konjunkturverlauf haben die Nachfrage der privaten Haushalte, die Investitionen der Unternehmen, die Einnahmen und Ausgaben des Staates sowie die Importe und Exporte. Veränderungen der genannten Größen beeinflussen den Konjunkturverlauf positiv oder negativ, wirken also belebend oder dämpfend auf die Konjunktur und können auch Aufschwung- und Abschwungphasen einläuten. Veränderungen bei den einzelnen Einflussfaktoren werden durch den Multiplikatoreffekt 2 und durch den Akzeleratoreffekt 3 sowohl in ihrer belebenden Wirkung als auch in ihrer dämpfenden Wirkung auf den Konjunkturverlauf verstärkt, bzw. beschleunigt. 4 Diese wiederkehrende wellenförmige Veränderungsweise des wirtschaftlichen Aktivitätsniveaus wird durch die Konjunkturtheorien untersucht und zu erklären versucht. Die zentralen Größen in der wissenschaftlichen Betrachtung sind: Produktion, Beschäftigung, Zinssatz und Preise. Zusammen sind sie ursächlich für Nachfrage- und Angebotsschwankungen und damit mittelbar für Schwankungen des Auslastungsgrades der Produktionskapazitäten.
Der Begriff der Konjunktur ist hierbei zu unterscheiden vom Wachstumsbegriff, der nicht auf die kurzfristige Verstetigung des Wirtschaftsablaufs abzielt, sondern den Wachstumstrend der Wirtschaft, also die Steigerung Menge aller dauerhaft rentablen Produktionsmöglichkeiten (Produktionspotenzial) betrachtet. 5
1 Die Konjunkturphasen sind Aufschwungphasen (Expansion) , Hochkonjunktur (Boom), Abschwungphasen (Rezession) und Tiefphasen (Depression).
2 “Grundsätzlich lässt sich dabei eine Vervielfältigungswirkung (multiplikative Wirkung) feststellen.“ Vgl. BpB 2011.
3 Eine Schwankung der Nachfrage nach Konsumgütern führt zu einer prozentual gesteigerten Schwankung der Nachfrage nach Investitionsgütern. Vgl. Neumann 1972, S. 20f..
4 Vgl. ebd.
5 Vgl. BpB 2011, Teichmann1972, 11ff., Gabler-Wirtschaftslexikon 2011c
5
Ein wesentliches Problem und Ursache eines anscheinend immerwährenden Diskurses liegt in der mangelnden Falsifizierbarkeit der theoretischen Modelle, sowie richtigen Deutung der Indikatoren. 6
2.2 Definition Konjunkturpolitik (KP)
KP wird definiert als Summe aller Maßnahmen, „die darauf abzielen, den Konjunkturverlauf zu beeinflussen, z. B. Krisen und Rezessionen mit der Folge von Unterbeschäftigung sowie konjunkturelle Überhitzungen mit der Folge von Produktionsengpässen und starken Preisniveausteigerungen abzuschwächen oder ganz zu verhindern.“ 7 Im engeren Sinne beschreibt die KP die Gesamtheit aller Maßnahmen, die auf die Verstetigung der Nachfrage- und Produktionsentwicklung und einen hohen Auslastungsgrad der Produktionskapazitäten abzielen. 8 Konkret sind die Maßnahmen der KP auf die Erreichung gesamtwirtschaftlicher Ziele ausgelegt, wie sie im Stabilitätsgesetzt (StabG) aus dem Jahre 1967 und ergänzend hierzu im Europäischen Stabilitäts- und Wachstumspakt 9 , beschrieben wurden 10 . Der Staat als zentraler Akteur der KP soll im Rahmen der marktwirtschaftlichen Ordnung Maßnahmen ergreifen, die „gleichzeitig zur Stabilität des Preisniveaus, zu einem hohen Beschäftigungsstand und außenwirtschaftlichem Gleichgewicht bei stetigem und angemessenem Wirtschaftswachstum beitragen.“ 11
Unter den Zielen bestehen jedoch auf kurzfristiger Ebene zum Teil erhebliche Konflikte („trade-offs“), in dem Maßnahmen zur Förderung eines Ziels gleichzeitig eine andere Zieldimension mit beeinflussen. 12 Dennoch orientieren
6 „Die Wirkungen höherer Staatsausgaben oder niedrigerer Steuern seriös zu messen bereitet Volkswirten seit Jahrzehnten großes Kopfzerbrechen. Denn die bloße Beobachtung, dass die Welt die Rezession von 2008/09 schnell überwunden hat, sagt noch nichts aus. Niemand weiß, wie sich die Dinge ohne die Konjunkturprogramme entwickelt hätten. Zudem ist es oft schwierig, Ursache und Wirkung auseinanderzuhalten: Legt das Wachstum zu, weil die Staatsausgaben steigen, oder ist es umgekehrt?“ Storbeck 2011.
7 Wirtschaftslexikon 2011.
8 Vgl. Gabler-online 2011.
9 Vgl. Art. 119 Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union
10 Vgl. Wagschal 2003, S. 254.
11 § 1 StabG
12 Beispielsweise kann eine staatliche Nachfrageexpansion den Beschäftigungsstand erhöhen und dabei gleichzeitig inflationäre Impulse auslösen. Aber auch zwischen scheinbar komplementären Zielen wie Wachstum und einem aussenwirtschaftlichen Gleichgewicht bestehen in manchen Ländern „trade-offs“, wie in Frankreich oder Großbritannien.Vgl.Wilke 1998 S. 346.
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Arbeit zitieren:
B.A. Alexander Schabowski, 2011, Stellungnahme zur These - Konjunkturpolitik ist teuer und bringt wenig, München, GRIN Verlag GmbH
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