Inhaltsverzeichnis
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1. Einleitung 1
2. Theoretische Grundlagen der Biografiearbeit. 1
2.1 Biografieforschung. 1
2.2 Biografiearbeit 3
2.2.1 Funktion des biografischen Gedächtnis 4
2.3 Zielgruppen, Methoden und Möglichkeiten von Biografiearbeit 4
2.3.1 Das narrative Interview. 6
2.3.2 Biografiearbeit und Medien 6
2.3.3 Musik als Methode in der Biografiearbeit 7
3. Biografiearbeit mit Kindern 7
3.1 Die autobiografische Kompetenz von Kindern. 8
3.2 Voraussetzung für Biografiearbeit mit Kindern 9
3.3 Das Lebensbuch - eine Methode in der Biografiearbeit mit Kindern 10
3.4 Fallbeispiel Thomas 11
4. Analyse des Fallbeispiels und des Lebensbuches als Methode. 14
5. Gesamtfazit 15
Literaturverzeichnis 16
Internetquellen 16
1. Einleitung
Verschiedenste Internetplattformen- und foren bringen es zum Vorschein. Der Mensch scheint ein sehr großes Interesse daran zu haben, sich in Zeiten des modernen Kommunikationswesens, fast zwanghaft, öffentlich darstellen zu müssen, und so viel wie möglich über sich preis zu geben. So ist z.B. mancher Gast einschlägiger Talkshows des privaten Fernsehens darin bestrebt, seine ureigene Lebensgeschichte in allen Einzelheiten darzulegen.
Mit „Biografie“ werden oftmals literarische Werke verbunden, je nachdem mit mehr oder weniger Anspruch. Mittlerweile scheint jeder, der etwas auf sich hält, oder einigermaßen bekannt ist in der Öffentlichkeit, seine eigene Biografie veröffentlichen zu müssen. Was aber, wenn die eigene Biografie zur Belastung wird oder nur lückenhaft vorhanden ist? Wie kann man sie bearbeiten und sie als solche akzeptieren?
Diese Arbeit soll diese Fragen näher betrachten und erläutern. Dabei wird der Fokus auf Kinder gelegt. Insbesondere jene, die in belastenden Verhältnissen aufwachsen, oder ihre Herkunftsfamilien nie kennengelernt haben. Speziell die Methode des „Lebensbuches“ soll näher untersucht werden. Inwieweit lässt sich die Methode des Lebensbuches in der sozialen Arbeit mit Kindern anwenden?
Dabei soll zunächst die Biografiearbeit allgemein vorgestellt werden, insbesondere für welche Zielgruppen diese geeignet ist und welche Methoden eingesetzt werden. Außerdem werden theoretische Grundlagen zum Thema dieser Arbeit angeführt, sowie ein Einblick in den Bereich der Forschung. Im Hauptteil wird anhand der Darstellung eines Fallbeispiels ein Einblick in die praktische Verwendung des Lebensbuches gewährt. Anhand der Analyse und dem Gesamtfazit wird im Schlussteil dieser Arbeit, Bezug genommen zur gestellten Frage dieser Arbeit, um diese hinreichend zu beantworten.
2. Theoretische Grundlagen der Biografiearbeit
In diesem Kapitel wird ein kleiner Einblick über den Bereich der Forschung der Biografieforschung sowie den theoretischen Grundlagen zur Biografiearbeit gegeben.
2.1 Biografieforschung
„Biographieforschung umfasst im weitesten Sinne alle Forschungsansätze, die sich mit biographischem Material beschäftigen. In engerem Sinne bezeichnet Biographieforschung einen Teil der qualitativen Sozialforschung, der sich der interpretativen Analyse
1
autobiographischer Erzählungen widmet.“(www.psychology48.com, letzter Zugriff:03.05.2011)
Die Biografieforschung 1 ist ein relativ junges Forschungsfeld. Erste Anfänge sind in den 1930 er Jahren zu finden in den USA. Dort wurden Lebenslauf- und Fallanalysen von straffälligen Jugendlichen erstellt. Der Fokus lag hier in den gesellschaftlichen Schichten, aus denen die Jugendlichen kamen. Außerdem sind an dieser Stelle die Arbeiten von Thomas William und Florian Znaniecki zu nennen, die sich 1927 mit qualitativen Studien zu Lebensbedingungen polnischer Einwanderer in die USA untersuchten.(vgl., Jansen, 2011, S.17) Desweiteren finden sich in der Soziologie erste Anfänge von Biografieforschung in den 1970 er Jahren (z.B. Pieper und Kohli 1978). Sie befassten sich mehr mit den Strukturen eines institutionalisierten Lebenslaufes (z.B. durch Familie,Schule,Beruf etc), an denen sich gesellschaftliche und soziale Muster orientieren über die jeweilige Lebensspanne, die sich vom Kind zum Alten Menschen vollzieht. Diese bilden die Normalbiografie, wobei der Lebenslauf als vorhersehbarer Zyklus bezeichnet wird. Dabei spielen Bedingungen wie soziale Teilhabe und kulturelles Kapital, aber auch Geschlecht und Bildung eine große Rolle. (ebd.,S.17) Allerdings wurde bemängelt, dass zu wenig auf den Menschen als Individuum eingegangen wurde. In der Wissenschaftlichen Community schien es zunächst wichtiger, den Menschen im Zusammenhang mit gesellschaftlichen Umbrüchen zu betrachten. In den 1990 er Jahren änderte sich diese Vorgehensweise. Mit der Gründung einer Kommission für Biografieforschung in der deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft (1994), gelangte das Subjekt bei der Erfassung biografischer Prozesse in den Vordergrund. Diesem versuchte man sich mit verschiedensten qualitativen Forschungsmethoden zu nähern.(vgl.,Jansen,2011,S.19) Dadurch gelang es, den einzelnen Menschen in seinem sozialen Kontext zur erfassen und zu erforschen(ebd.., S.19). Dabei liegt eine Schwierigkeit der Biografieforschung darin, durch mehrperspektivische Sichtweisen der Forscher, allgemeingültige Aussagen treffen zu können. „Ausgangsmaterial sind zum einen persönliche Dokumente (z.B. Brief-sammlungen, Aufsätze, Tagebücher, Autobiographie) die in der sozialen Realität vom Forscher vorgefunden werden. Zum anderen handelt es sich um biographische Materialien, die durch die Forschungsinstrumente des Wissenschaftlers (z.B. narratives Interview, Gruppendiskussionen, teilnehmende Beobachtungen) erst produziert werden.“ (Krüger,Marotzki,2006,S.8)
1 Im Folgenden verwendet die Verfasserin die einfachere Schreibweise, nämlich ‚Biografieforschung‘
2
An dieser Stelle ist anzumerken, dass sich die Biografieforschung dafür interessiert, wie „Individuen angesichts eines forcierten und immer schwerer überschaubaren sozialen Wandels historische und institutionelle Umbrüche verarbeiten.“(Mäder, 2010, S.66) In der aktuellen Biografieforschung werden wichtige Themen diskutiert, wie „Untersuchungen zur Aneignung von Bildung im Kontext belasteter Lebenslagen (vgl.Schreiber 2006)“ oder „ Fragen zur ‚Biografizität‘ als Prozesskategorie von Identität (vgl.,Alheit 2002)“ (Jansen,2011,S.20)
2.2 Biografiearbeit
Das Wort Biografie oder auch Biographie stammt aus dem Griechischen und bedeutet: „1. Beschreibung der Lebensgeschichte einer Person, 2.Lebens[ab]lauf, Lebensgeschichte eines Menschen.“ (Duden, Das Fremdwörterbuch, 1997,S.118)
Biografiearbeit ist eine sehr kreative Möglichkeit mit der eigenen Lebensgeschichte umzugehen. Irma Jansen spricht davon, dass „allen Ansätzen gemein ist, dem Leben einen sinnhaften Bezug (einen Bedeutungsfaden) zu geben, sich selbst dabei als lebendigen Gestalter der eigenen Lebensgeschichte zu erleben.“(Jansen, 2011, S.21) Biografiearbeit kann hierbei hilfreich sein, Knotenpunkte in der Lebensgeschichte darzustellen und zu entschlüsseln. Der Mensch wird sich selbst als Akteur seines eigenen Lebenslaufes erleben. Dies ermöglicht die Reproduktion der eigenen Identität (vgl.,ebd.) „Trotz rasanter Modernisierungsschübe, in denen Menschen aus ihren Zugehörigkeiten, Traditionen und Kontinuitäten heraus geworfen werden, bleibt es Aufgabe, die jeweils eigene Identität in der Matrix sozialer Netzwerke prozesshaft zu gestalten und dabei gegebenenfalls als emanzipierte Identität auch zu überschreiten.“ (Jansen,2011,S.21) Hans Georg Ruhe (2007) stellt heraus, Biografiearbeit „[…]muss und will darauf aufmerksam machen, dass das Leben, das Schicksal des Einzelnen einen Wert hat.“(Ruhe, 2007, S.10) Nach Ruhes Ansicht bedeutet Biografiearbeit, die Anerkennung zu finden, die nicht immer durch die Gesellschaft gegeben ist. Er macht weiterhin darauf aufmerksam, dass Lebensgeschichte früher im Familienverband gepflegt und verarbeitet wurde, was in heutigen Zeiten vermehrt in die Hände von Professionellen gelegt wird, um einer fehlenden Integration vorzubeugen(vgl., Ruhe, 2007, S.10). Warum ist es demnach von so elementarer Bedeutung für den Menschen, seine Biografie genau zu kennen? Das soll im nächsten Punkt kurz dargestellt werden.
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Arbeit zitieren:
Daniela Kesting, 2011, "Das Lebensbuch" - wie lässt sich diese Methode mit Kindern aus belastenden Lebensverhältnissen anwenden?, München, GRIN Verlag GmbH
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