Inhalt
Dank / 9
Vorwort / 13
Der Beringia-Höhlenlöwe
oder
Ostsibirische Höhlenlöwe
Panthera leo
vereshchagini
15
H öhlenlöwen
in der Kunst
der Eiszeit
41
L öwen der Gegenwart
59
7
Dank
Für Hilfe bei der Entstehung dieses Taschenbuches danke ich: Dr. Gennady Baryshnikov,
Zoological Institute of Russian Academy of Sciences, St. Petersburg
Dr. Gennady Boeskorov, Mammoth Museum of the Institute of Applied Ecology of the Academy of Sciences of The Sakha Republic (Yakutia), Jakutsk
Alyssa Ganezer, Santa Monica, Kalifornien
Dr. Charles Richard (Dick) Harington, Curator of Quaternary Zoology Emeritus, Canadian Museum of Nature, Ottawa, Ontario
Lothar Henke, Pirna
Tansy Jefferies, Fort Lauderdale, Florida
Sergio De la Rosa Martinez, Toluca, Mexiko
Hristo Peshev, Blagoevgrad, Bulgarien
Kevin Pluck, London
Richard Scharpenberg, Castrop-Rauxel
Shuhei Tamura, Kanagawa, Japan
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VORWORT
Eine neue Unterart
des Höhlenlöwen
2001 erfuhr die Fachwelt erstaunt von der neuen Höhlenlöwen-Unterart Panthera leo vereshchagini, die im Eiszeitalter vor etwa 40.000 bis 10.000 Jahren in Nordostasien und auf Beringia existierte. Diese Löwenunterart wird als Beringia-Höhlenlöwe oder Ostsibirischer Höhlenlöwe bezeichnet. Die wissenschaftliche Erstbeschreibung erfolgte durch die russischen Paläontologen Gennady F. Baryshnikov in St. Petersburg und Gennady Boeskorov in Jakutsk. Der Beringia-Höhlenlöwe bzw. Ostsibirische Höhlenlöwe war im Vergleich mit dem bis zu 3,20 Meter langen Europäischen Höhlenlöwen (Panthera leo spelaea) größer. Vom bis zu 3,70 Meter langen riesigen Amerikanischen Höhlenlöwen (Panthera leo atrox) dagegen unterscheidet er sich durch seine geringere Körper- und Schädelgröße. Mit dieser Raubkatze, die durch Funde in Nordostasien und auf Beringia nachgewiesen ist, befasst sich das Taschenbuch „Der Ostsibirische Höhlenlöwe“. Verfasser ist der Wiesbadener Wissenschaftsautor Ernst Probst, der zahlreiche Taschenbücher über Raubkatzen aus grauer Urzeit geschrieben und veröffentlicht hat. Aus seiner Feder stammen Werke über urzeitliche Säbelzahnkatzen, Dolchzahnkatzen, Jaguare, Mosbacher Löwen, Höhlenlöwen, Leoparden und Geparde.
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Zeichnung des Originalfundes aus der Zoolithenhöhle von Burggaillenreuth bei Muggendorf in der Fränkischen Schweiz (Bayern), nach dem der Europäische Höhlenlöwe (Panthera leo spelaea) 1810 erstmals beschrieben worden ist.
und Naturforscher Georg August Goldfuß (1782-1848) beschrieb 1810 den Europäischen Höhlenlöwen (Panthera leo spelaea) anhand eines Schädelfundes aus der Zoolithenhöhle von Burggaillenreuth bei Muggendorf in der Fränkischen Schweiz.
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Der Beringia-Höhlenlöwe
oder Ostsibirische Höhlenlöwe
Panthera leo vereshchagini
I n Nordostasien und auf Beringia existierte im Eiszeit alter vor etwa 40.000 bis 10.000 Jahren der Beringia-Höhlenlöwe (Panthera leo vereshchagini), der erst 2001 von den russischen Forschern Gennady F. Baryshnikov und Gennady Boeskorov beschrieben und somit der Fachwelt bekannt wurde. Diese Löwenunterart wird auch als Ostsibirischer Höhlenlöwe bezeichnet. Baryshnikov leitet das „Faunas Department“ am „Zoological Institute of Russian Academy of Sciences“ in St. Petersburg und ist Spezalist für Säugetiere aus dem Quartär (etwa 2,3 Millionen Jahre bis heute). Boeskorov wirkt am „Mammoth Museum of the Institute of Applied Ecology of the Academy of Sciences of The Sakha Republic (Yakutia)“ in Jakutsk. Untersuchungen von Schädeln und Oberkiefern dieser eiszeitlichen Großkatze zeigten, dass es sich um eine bisher unbekannte Unterart handelt, die sich von anderen prähistorischen Löwen unterscheidet. Bereits 1985 waren dem finnischen Paläontologen Björn Kurtén (1924-1988) Unterschiede zwischen den Beringia-Höhlenlöwen und anderen Unterarten der Höhlenlöwen aufgefallen.
Die Aufstellung der neuen Höhlenlöwen-Unterart Panthera leo vereshchagini findet in der Fachwelt aber
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nicht nur Gegenliebe. Nach Ansicht des kanadischen Paläontologen Charles Richard (Dick) Harington aus Ottawa gehören die Höhlenlöwen aus Kanada und Alaska der Unterart Panthera leo spelaea an. Er sagt: „I think that the name Panthera leo vereshchagini is a case of taxonomic ,splitting‘“.
Im Vergleich zum bis zu 3,20 Meter langen Europäischen Höhlenlöwen (Panthera leo spelaea) ist der Beringia-Höhlenlöwe größer. Vom bis zu 3,70 Meter langen riesigen Amerikanischen Höhlenlöwen (Panthera leo atrox) dagegen unterscheidet er sich durch seine geringere Größe und andere Schädelproportionen. Sein Schädel ist kürzer als derjenige des Amerikanischen Höhlenlöwen.
Bei den Untersuchungen von Baryshnikov und Boes-korov hatten zwei Höhlenlöwenschädel vom Fluss Kolyma in Jakutien vorgelegen, die beide im Sommer entdeckt worden waren. Diese Schädel sind 30 bzw. 31 Zentimeter lang. Bei einem dieser Höhlenlöwenschädel wurde mit Hilfe der Radiocarbon-Methode ein Alter von etwa 36.000 Jahren ermittelt. Auf Anfrage des Wiesbadener Wissenschaftsautors Ernst Probst teilte der russische Paläontologe Gennady Boeskorov per E-Mail mit, dass bisher noch kein komplettes Skelett und keine Mumie des Beringia-Höhlenlöwen gefunden worden sind. Dessen großer Schädel habe eine ähnliche Dimension wie der eines heutigen Amur-Tigers.
Als Fundorte von Panthera leo vereshchagini werden in der Literatur erwähnt: der Kolyma-Fluss (Sibirien/ Russland), Fairbanks Creek, Lost Chicken Creek, Kaolak River (alle drei in Alaska/USA) sowie Hunker Creek und
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Arbeit zitieren:
Ernst Probst, 2011, Der Ostsibirische Höhlenlöwe, München, GRIN Verlag GmbH
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