Inhaltsverzeichnis
Seite
1. Einleitung 3
2. Darstellung des brahmanischen Totenrituals 4 - 6
3. Religiöse und kulturelle Gründe für die Entstehung der
Seelenwanderungslehre 7 - 9
4. Kennzeichen der Lehre 10 - 12
1 Einleitung
Für einen Großteil von uns ist es wahrscheinlich nicht besonders angenehm sich Gedanken über die Endlichkeit des eigenen Lebens und dessen Unausweichbarkeit zu machen. Da uns Erfahrungswerte fehlen und die Vorstellung von einem abrupten Ende all unserer Empfindungen, Gedanken und Gefühle in uns Unbehagen und Furcht auslösen, vermeiden wir lieber zu viel Kopfzerbrechen über dieses Thema oder suchen nach Antworten oder Anzeichen für eine, wie auch immer geartete, Fortdauer der eigenen Existenz nach dem Tode. Häufig finden sich solche Antworten und Erklärungen in Religionen, religiösen Gruppierungen oder Sekten, die sich aber zumeist sehr von einander unterscheiden und deren Ausgestaltungen immens unterschiedliche Ausformungen annehmen können. Von diesen mannigfaltigen Vorstellungen zum Thema Leben nach dem Tod soll aber in dieser Arbeit nur eine, genauer gesagt die des Hinduismus, genauer unter die Lupe genommen und in ihren Grundzügen erläutert werden.
Dazu soll zunächst ein praktisches Beispiel gegeben und erläutert werden, um einen Einstieg in die behandelte Materie zu finden und es dem Leser einfacher zu machen, sich die Dinge über die geschrieben wird etwas konkreter vorzustellen. Bei diesem Beispiel handelt es sich um ein brahmanisches Sterbe- und Totenritual. Daran anschließend soll eine etwas theoretischere Befassung mit der hinduistischen Lehre von Wiedergeburt und Karma ein wenig tiefer in die Materie eindringen und etwas über die Ursprünge und Gründe Dieses und Anderer Rituale sowie religiöser Praktiken innerhalb des Hinduismus verraten.
2. Darstellung eines brahmanischen Totenrituales
Oberflächlich betrachtet muten hinduistische Bräuche und Praktiken für Außenstehende, die aus einem eher christlich, jüdisch oder islamisch geprägtem Umfeld oder Kulturkreis kommen, die untereinander ja doch einige Ähnlichkeiten in ihren religiösen Praktiken und ihrem Glauben aufweisen, wohl eher fremd und sehr gewöhnungsbedürftig an. Allerdings kann man bei näherer Beschäftigung mit dem brahmanischen Sterbe- und Totenritual (antyesti) auch einige Ähnlichkeiten, sowohl im Ablauf als auch in der Liturgie, zu beispielsweise christlichen Totenritualen erkennen.
Bei der nun folgenden Nennung der Ähnlichkeiten steht allerdings nicht der Vergleich beider Rituale an erster Stelle, sondern der bereits in der Einleitung genannte Einstieg in das behandelte Oberthema. Ähnlichkeiten zwischen den beiden Ritualen sind z.B. die Durchführung eines Trauerzuges, die Versammlung der Trauernden am Toten, die Einbalsamierung des toten Körpers sowie dessen Besprengung mit Wasser, dessen Aufbahrung sowie eine Totenwache und das Tragen spezieller Kleidung sowohl von den Hinterbliebenen als auch vom Verstorbenen selbst. Des Weiteren gibt es einen Leichenschmaus und es ist eine gewisse Trauerzeit vorgesehen. 1
Die herausragende Ähnlichkeit ist aber wohl die Vorstellung von dem Weg, welchen der Verstorbene nach seinem Tode zu bewältigen hat. Sowohl im christlichen als auch im brahmanischen Ritual werden dem Dahingeschiedenen neben einer Verpflegung für seine Reise auch Segenswünsche zukommen gelassen und Gebete für ihn gesprochen. 2 Diese Form der Begleitung des Toten, der auf indisch preta, also „Dahingegangener“, heißt ist ein essentieller Bestandteil des brahmanische Rituals. Dieser wird nämlich auf seiner postmortalen Reise von den Trauernden und den Priestern durch deren Gebete spirituell
1 Michaels, Axel: Der Hinduismus. Geschichte und Gegenwart, München 1998, S. 149 (Im Folgenden zitiert als:
Michaels, Hinduismus)
2 Eben da
Arbeit zitieren:
Philipp-Michael Hebel, 2010, Ursprünge und Ausprägungen von Totenritualen und Seelenwanderungslehre im Hinduismus, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
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