Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 2
2. Zum Begriff Motivation 3
2.1 Intrinsische Motivation 4-5
2.2 Extrinsische Motivation 5
3. Zur Bedeutung des Faktors Motivation für das Fremdsprachenlernen 5-6
3.1 Einige Befunde zur intrinsischen Motivation 6-8
3.2 Einige Befunde zur extrinsischen Motivation 8-9
4. Zu Wechselwirkungen zwischen zwei Motivationsarten 9-10
5. Fazit 11
Literatur S. 12-13
1
1. Einleitung
Das Erlernen einer Fremdsprache bedeutet für jeden Einzelnen von uns etwas Anderes. So werden Einige bspw. überwiegend von positiven Assoziationen berichten, während die Anderen uns an ihren Enttäuschungen teilhaben lassen werden. Jedem Empfinden wird dabei eine individuelle Geschichte zugrunde liegen, welche sich aus zahlreichen Faktoren zusammensetzt. Doch bei all der Individualität sollte man sich darum bemühen, die wichtigsten Faktoren herauszufiltern, die den Erfolg des Fremdsprachenlernens beeinflussen. Zu einem dieser Faktoren gehört die Motivation.
Bereits aus den alltäglichen Erfahrungen wird deutlich, dass Motivation im Sinne von Beweggründen - wie sie vereinfacht verstanden werden kann - sogar im Umgang mit uns vertrauten Menschen schnell unüberschaubar werden kann. Um der Fülle dieses aus der Psychologie stammenden Konzepts einigermaßen Herr werden zu können, gehen WissenschaftlerInnen aus verschiedenen Disziplinen aus unterschiedlichen Perspektiven an diese Thematik heran. Mit der Analyse der Motivation erhoffen sich bspw. die Pädagogen, die Wirksamkeit bisheriger Unterrichtssysteme erhöhen zu können (vgl. Macht 1973). Bei den psychoanalytischen Theorien konzentriert man sich hingegen u.a. auf den Aspekt des Bewusstseins des Prozesses namens Motivation (vgl. Deci 1975).
In der vorliegenden Arbeit wird es vom zentralen Interesse sein, den Faktor Motivation aus der Sicht der Fremdsprachenlehrlernforschung zu sehen. Im Hinblick auf den im Vorhergehenden hervorgehobenen Umfang des Konzepts wird hier der Schwerpunkt auf die Unterscheidung zwischen intrinsischer und extrinsischer Motivation gelegt. Es wird dabei der Frage nachgegangen, ob die beiden Motivationsarten über ein vergleichbares Erfolgspotential für das Fremdsprachenlernen verfügen.
Als Basis für die Beantwortung dieser Frage sollten die einleitenden Erklärungen zu den zentralen Begriffen Motivation sowie deren zwei Ausprägungen intrinsisch und extrinsisch dienen. Um das angesprochene Potential herleiten zu können, werden darauffolgend einige Befunde zur Bedeutung von intrinsischer bzw. extrinsischer Motivation präsentiert. In Anlehnung an diese Befunde werden einige der Wechselwirkungen zwischen den beiden Arten der Motivation präsentiert, da die vorliegende Arbeit vor allem auf den Vergleich der genannten Dichotomie abzielt. Die Arbeit schließt mit einem Fazit, in dessen Rahmen auf der Grundlage bearbeiteter Aspekte eine Antwort auf die oben formulierte Ausgangsfrage geliefert wird.
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2. Zum Begriff Motivation
In der Einleitung wurde bereits das basale Verständnis des Begriffes Motivation aufgegriffen. Ohne jeglichen Bezug zu einer wissenschaftlichen Disziplin spricht man nämlich quasi intuitiv von Beweggründen, wenn man an das Konzept Motivation denkt. Ein Blick in das Fremdwörterbuch DUDEN erweitert geringfügig diese neutrale Vorstellung. Motivation bedeutet diesem zufolge „Summe der Beweggründe, die jemandes Entscheidung, Handlung beeinflussen“ (DUDEN 2001: 653). Dass der Motivationsbegriff ein spezifisches Forschungsgebiet der Psychologen ist, ist ebenfalls bereits angeklungen. Doch „the study of motivation is not only a specialized research area within the field of psychology, but also an important pursuit for nearly everyone“ (Staw 1976: 1). Es sind u.a. auch Soziologen, Pädagogen sowie Fremdsprachendidaktiker, die ihre Arbeiten dieser Thematik widmen. Wie die jeweiligen Forscher den Begriff Motivation definieren, wird in dieser Arbeit nicht thematisiert, da dies deren Rahmen sprengen würde. Hingegen wird nachfolgend dem Schwerpunkt der vorliegenden Ausführung entsprechend ein kleiner Überblick über einige Erklärungsansätze zum Motivationsbegriff aus der Fremdsprachenforschung dargeboten.Diesbezüglich stellt beispielsweise Ellis (2006) folgende Definition in den Raum: „[...] motivation involves the attitudes and effective states that influence the degree of effort that learners make to learn an L2 1 “ (ebd.: 75). Ganz allgemein versteht Riemer (2005) unter Motivation ein Bündel interdependenter Komponenten, die interindividuell und intraindividuell variabel und zumindest teilweise bewusstheitsfähig sind. Reinfried (2002) zitiert seinerseits die Darstellung der Fremdsprachenlernmotivation von Dörnyei, laut welcher die Motivation ein 'eclectic, multifaceted construct' sei.
An die letztere Definition anknüpfend und in Anlehnung an den Aufsatz von Kleppin (2001) Motivation. Nur ein Mythos? lässt sich somit zusammenfassend sagen, dass selbst innerhalb derselben Disziplin - hier die Fremdsprachenforschung - eine Vielfalt an Definitionsmöglichkeiten von Motivation gegeben ist. Darunter sozial-psychologische/sozial-edukative
Motivationskonzeption, Selbstbestimmungskonzeption mit der Unterscheidung zwischen intrinsischer und extrinsischer Motivation sowie Konstrukterweiterungskonzeptionen (vgl. Kleppin, 2001).
1 Klassischerweise ist mit L2 eine Zweit- oder Fremdsprache gemeint, die nach dem abgeschlossenen Erwerb der ersten
Sprache einsetzt (vgl. Riemer 2002). Für die Klärung zentraler Begriffe, wofür dieser sowie zwei nachfolgende
Unterpunkte vorgesehen sind, wird die genannte Unterscheidung zwischen Zweit- und Fremdsprache aufgrund
einleitenden Charakters des Kapitels nicht mitberücksichtigt. Bei den gewählten Definitionen ist demzufolge zunächst
nur das erwähnte Kriterium des Zeitpunkts ausschlaggebend. Im Sinne des thematischen Rahmens dieser Arbeit werden
jedoch im weiteren Verlauf (vgl. 3.1) diejenigen Befunde zur Motivation präsentiert, die sich hauptsächlich auf das
institutionell gesteuerte Fremdsprachenlernen beziehen.
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2.1 Intrinsische Motivation
Aus der zuletzt angesprochenen Vielfalt wird im Folgenden die Dichotomie intrinsisch vs. extrinsisch herausgegriffen. Einführend sei angemerkt, dass sich eine solche Unterscheidung zwar seit langer Zeit in der Fremdsprachendidaktik etabliert hat, dennoch erst in den letzteren Jahren auch in die empirischen Fremdsprachenforschung Einzug gehalten hat (vgl. Riemer 2005). Darüber hinaus stellt dieses Begriffspaar eine Ergänzung zum integrativ-instrumentellen Motivationsmodell dar (vgl. Noels et al. 2003). Diesem Modell liegen u.a. folgende Vorstellungen von Motivation zugrunde: „[...] an individual's motivation to learn an L2 is sustained by both attitudes toward the L2 community and the goals, or orientations, sought through the acquisition of the L2“ (Noels et al. 2003: 36). Zu dessen Begründern gehören Gardner und Lambert. Von dieser Hintergrundinformationen ausgehend wird nun die intrinsische Motivation im Vordergrund stehen.
Laut Riemer (2005) erwächst intrinsische Motivation aus einem Interesse für die zu lösende Aufgabe und deren Bedingungen. Es handelt sich um selbstbestimmtes freiwilliges Verhalten, welches u.a. mit Spaß und Freude verbunden ist (vgl. ebd.). Eine vergleichbare Vorstellung von intrinsischer Motivation vermittelt auch Urhahne (2008) in seinem Aufsatz Sieben Arten der Lernmotivation, als er schreibt: „Intrinsische Motivation bezeichnet die Absicht oder den Wunsch, eine Handlung um ihrer selbst willen durchzuführen, weil sie als interessant, spannend oder in sich befriedigend erlebt wird“ (ebd.: 157). Greift man erneut den „Vorgänger“ der intrinsischen Motivation die integrative Motivation von Gardner und Lambert auf, die insbesondere 'attitude toward the L2 community' betonen, so wird der weiterführende Aspekt der zuerst genannten Motivationsart am folgenden Statement deutlich. „Indeed, it is possible that many learners do not hold distinct attitudes, positive or negative, towards the target-language group. [..] They may find the kinds of learning tasks they are asked to do intrinsically motivating“ (Ellis 2006: 76). Mit Worten von Kleppin (2001) ausgedrückt, ist bei intrinsischer Motivation die Aufgabe selbst die Quelle der Belohnung.
Auch wenn der Begriff Motivation durch den Aspekt intrinsisch näher spezifiziert wird, gibt es Theorien, wo das Konstrukt der intrinsischen Motivation in differenziertere Subkategorien zerlegt wird. So nimmt der Vertreter von Flow-Theorie Csikszentmihályi an, dass für diese Motivationsform zwei Erlebniswelten charakteristisch seien: „das Gefühl der eigenen Tüchtigkeit und das Gefühl der Selbstbestimmung“ (Kleppin 2001: 222). Vallerand unterscheidet zwischen „IM-Knowledge“ (IM=intrinsic motivation), „IM-Accomplishment“ und „IM-Stimulation“. Auf die Erklärungen einzelner Kategorien wird hier verzichtet, da für das allgemeine Verständnis von
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Arbeit zitieren:
Viktoria Hermes, 2010, Intrinsische vs. extrinsische Motivation, München, GRIN Verlag GmbH
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