Der hier zu rezensierende Text setzt sich auseinander mit den Gewichtsverschiebungen der ideologischen Lager, die sich in einem Verwischen der Differenzen untereinander und in selteneren Fällen in einem Konturgewinn äußern können, zumindest was die Beobachtungen der letzten Jahrzehnte betrifft.
Inhaltsverzeichnis
1. Informationen zum Autor
2. Das Ende des Rechts-Links-Schemas
3. Schema der Ausdifferenzierung der Parteien
4. Ideologische Distanz und ideologische Konvergenz der Parteien im System
5. Begriffsausarbeitung
5.1 Begriff: Konservativ/Konservativismus
Zielsetzung und Themenfelder
Diese Arbeit rezensiert ein zentrales Kapitel aus Klaus von Beymes Werk "Parteien im Wandel" und untersucht die Thesen zur Erosion klassischer Rechts-Links-Schemata sowie die programmatische Konvergenz europäischer Parteienfamilien unter Berücksichtigung der österreichischen Parteienlandschaft.
- Analyse der Erosion des traditionellen Rechts-Links-Schemas in der Parteienlandschaft.
- Untersuchung der Ausdifferenzierung und der ideologischen Distanz zwischen Parteienfamilien.
- Kritische Auseinandersetzung mit der Begriffsdefinition von "konservativ" und "christdemokratisch".
- Diskussion über den Wandel von Volksparteien zu professionalisierten Wählerparteien.
Auszug aus dem Buch
Begriff: Konservativ/Konservativismus
Im Fremdwörterbuch findet sich unter dem Stichwort „konservativ“: „…am Hergebrachten hängend, das Bestehende bejahend, erhaltend bewahrend […] [ Beyme gibt an, dass sich „konservativ“ im Links-Rechts-Schema, ursprünglich als Gegenstück zu „progressiv“, „rechts“ einordnen lässt (Seite 65). In Bezug auf die eigentliche Wortbedeutung spricht er aber auch davon, dass sich die Post-Kommunisten in den Reformländern des Ostens im Zuge ihrer Nostalgie zum alten Regime „konservativ“ verhielten (Seite 69). Außerdem spricht er davon, dass am Ende des 20. Jahrhunderts „christlich-sozial“ für „konservativ“ stand (Seite 69). Im Schema der Ausdifferenzierung der Parteien werden „Konservative“ gesondert neben „Christlichen“ Parteien angeführt (Seite 70).
Zusammenfassung der Kapitel
Informationen zum Autor: Biografischer Abriss zu Prof. Dr. Klaus von Beyme und Einordnung seiner wissenschaftlichen Schwerpunkte.
Das Ende des Rechts-Links-Schemas: Untersuchung der Erosion klassischer politischer Zuordnungen und der beobachtbaren Schwerpunktverschiebungen innerhalb des Parteienspektrums.
Schema der Ausdifferenzierung der Parteien: Darstellung einer Typologie von zehn ideologischen Parteienfamilien und deren historischer Entstehungskontext.
Ideologische Distanz und ideologische Konvergenz der Parteien im System: Analyse der zunehmenden Programmanpassungen zwischen Parteien in verschiedenen Parteiensystemen.
Begriffsausarbeitung: Kritische Auseinandersetzung mit der Verwendung und Abgrenzung der Begriffe "konservativ" und "christdemokratisch" in der politischen Theorie und Praxis.
Begriff: Konservativ/Konservativismus: Definition der Begriffe anhand von Wörterbüchern und Vergleich der theoretischen Einordnung im Werk von Beyme.
Schlüsselwörter
Parteien im Wandel, Klaus von Beyme, Rechts-Links-Schema, Parteienfamilien, Ideologische Konvergenz, Konservativismus, Christdemokratie, Parteiensystem, Politische Theorie, Volksparteien, Wählerparteien, Politische Programme, Systemforschung, Österreichische Parteienlandschaft.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Rezension grundsätzlich?
Die Arbeit bietet eine kritische Auseinandersetzung mit dem dritten Kapitel von Klaus von Beymes Buch "Parteien im Wandel", in dem die Entwicklung und Erosion politischer Parteistrukturen in Europa analysiert wird.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Arbeit behandelt die Erosion des Rechts-Links-Schemas, die Typologie der Parteienfamilien, die Konvergenz politischer Programme sowie die begriffliche Abgrenzung zwischen konservativen und christdemokratischen Parteien.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die rezensorische Prüfung der Thesen Beymes unter Einbeziehung aktueller politischer Entwicklungen, insbesondere mit Blick auf die österreichische Parteienlandschaft.
Welche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine literaturgestützte Analyse und Rezension, die Beymes Ausführungen mit anderen politikwissenschaftlichen Lexika und Zeitungsquellen vergleicht.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der parteipolitischen Entwicklung, der Systematisierung ideologischer Familien und einer vertieften begrifflichen Analyse von Ideologien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Parteienwandel, ideologische Konvergenz, Konservativismus, Christdemokratie und die Erosion des traditionellen Rechts-Links-Schemas.
Wie bewertet der Autor Beymes These zur "Erosion des Rechts-Links-Schemas"?
Der Autor äußert Skepsis und merkt an, dass Beymes Ansatz bezüglich des "Endes" des Schemas teilweise ins Leere greift, da er die praktische Anwendung der Begriffe unterschätzt.
Wie unterscheidet die Arbeit zwischen konservativen und christdemokratischen Parteien?
Unter Berufung auf Quellen wie das Lexikon der Politik wird betont, dass Christdemokraten stärker auf der christlichen Soziallehre basieren und beispielsweise nicht per se Gegner des Sozialstaats sind, im Gegensatz zu manchen rein konservativen Strömungen.
- Quote paper
- Mag. Hannes S. Auer (Author), 2003, Rezension zum 3. Kapitel von "Parteien im Wandel – von den Volksparteien zu den professionalisierten Wählerparteien" von Klaus von Beyme, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/17926