Inhaltsverzeichnis
1. Vorwort 3
2. Über den Autor Vasilij Pavloviþ Akssnov
2.1. Familie, Kindheit und Jugend des Autors 4
2.2. Kurzer Abriss über seine literarische Tätigkeit 5
3. Liberalisierung, Stagnation und Aufbruch -
eine neue Ära der Sowjetliteratur
3.1. Vom Tauwetter bis zum Beginn der Brežnev-Ära 7
3.2. Die Junge Prosa als Konstrukt des Tauwetters 9
4. Akssnovs literarisches Schaffen und Wirken -
Bedeutung ausgewählter Werke während dem Tauwetter
4.1. Zvvzdnyj bilet 14
4.2. Tovarišþ krasivyj furažkin 15
4.3. Kollegi 16
5. Nachwort 19
Literaturverzeichnis 20
2
1. Vorwort
««« , : .» 1
, 1989---, . 2 : Du bist selbst derjenige Träger, der für die Literatur unabdingbar ist: der Grenzsituation.
1 ektronnaja bilbioteka Aleksandra Belousenko
2 ebd.
3
2. Über den Autor Vasilij Pavloviþ Akssnov
2.1 Aus dem Leben des Autors
Vasilij Pavloviþ Akssnov kam am 20. August 1932 in der RSFSR in Kazan‘ als Sohn von Pavel Vasil’eviþ Akssnov und Evgenija Semnovna Ginzburg zur Welt. Als Vasilij Pavloviþ fünf Jahre wurde, wurden seine Eltern verhaftet und verurteilt: seine Mutter zu zehn Jahren Gefängnisstrafe und sein Vater bekam die Höchststrafe, die später jedoch in Haft zu 15 Jahren umgewandelt wurde. Seine älteren Geschwister Majja und Aleksej kamen indes zu Verwandten, Vasilij Pavloviþ jedoch kam als Vollwaise erst einmal für ein halbes Jahr in ein Kinderheim für Kinder von Häftlingen, bis ihn sein Onkel väterlicherseits holte. Er kehrte nach Kazan‘ zurück und lebte bis zu seinem 16. Lebensjahr bei seiner Tante mütterlicherseits und lernte acht Klassen lang an der Schule Nr. 19 „V. G. Belinskij“. 3
An seinem 16. Geburtstag kehrte er in die Stadt Magadan zurück, in die seine Mutter verbannt wurde. Ein Treffen zwischen beiden wird beschrieben von seiner Mutter in ihrem Werk Krutoj maršrut. Er beendete die mittlere Bildung an der dortigen Schule Nr. 1 und beschrieb seine Zeit in Magadan in seinem autobiographischen Roman Ožog. 4
Nach dem Abschluss der Schule ging er fort aus Magadan und immatrikulierte sich am Medizinischen Institut der Stadt Kazan‘, jedoch wechselte er nach vier Jahren an das erste Leningrader Medizinische Institut. Später arbeitete er als Internist auf der Quarantänestation des Leningrader Seehafens, dann in einem Krankenhaus in einer Siedlung auf dem Onegasee, und schließlich bis 1960 in der regionalen Moskauer Tuberkulosefürsorge. Die Erfahrungen auf dem Handelshafen in Leningrad beschrieb Akssnov in seinem Werk Kollegi, zu dem es auch eine Verfilmung gibt. 5
Er trat letztlich 1979 aus dem sowjetischen Schriftstellerverband aus und fuhr auf Einladung 1980 in die Vereinigten Staaten von Amerika. Nachdem ihm 1981 die sowjetische Staatsbürgerschaft entzogen wurde, blieb er in den USA. Dort arbeitete er an mehreren Universitäten und leitete Kurse über russische Literatur. 6
3 Vesti: Akssnov Vasilij Pavloviþ.
4 ebd.
5 ebd.
6 RIA Novosti: Akssnov Vasilij Pavloviþ.
4
Im Jahr 2004 war er in Russland Preisträger des Booker-Preis für seinen Roman Vol’ter’jancy i vol’ter’janki und ein Jahr später verlieh man ihm den Orden für Literatur und Kunst - einer der höchsten Belohnungen der Französischen Republik. 7
Im Januar 2008 diagnostizierte man bei ihm einen Hirnschlag, woraufhin er ins Krankenhaus kam. Er wurde deswegen noch operiert, verstarb jedoch leider am 6. Juli 2009 in Moskau im Alter von 77 Jahren. 8
2.2 Kurzer Abriss über seine literarische Tätigkeit
Akssnovs erste Erfahrung mit der Literatur entstand während seiner Zeit als Student. Er nahm an einem Wettbewerb der Zeitung Komsomolec Tatarii teil, in dem es darum ging, Gedichte über das studentische Leben zu verfassen. Er gewann diesen und bekam sogar einen Preis und Honorar. Die ersten Erzählungen Akssnovs, Fakely i dorogi und Poltory vraþebnych edinizy wurden von Vladimir Pomerancev 1958 in der Zeitschrift Junost‘ veröffentlicht. Dem späteren Nachfolger Pomerancevs, Valentin Kataev, gefielen die Werke des Jungliteraten und so kam es 1960 zur Veröffentlichung von Akssnovs Debütroman Kollegi. Dieser wurde schließlich 1963 sogar verfilmt, ebenso wie sein 1961 veröffentlichter Roman Zvvzdnyj bilet. 9
In den folgenden Jahren veröffentlichte er unzählige Romane und Povesti - Pora, moj drug, pora (1962), Apel’siny iz Marokko (1963), Katapul’ta (1964), Na polputi k Lune (1966), Žal‘, þto vas ne bylo s nami (1965), Ljubov‘ k lektriþestvu (1969) und einige andere. Gedruckt wurden seine Werke oft in der Zeitschrift Junost‘, nicht zuletzt weil er sicher Mitglied des Redaktionskollegiums war. Im kam so der Ruhm der jungen Prosa zu. Interessant ist, dass über ihn geschrieben wird, dass er Anfang der 60er Jahre des 20. Jahrhunderts das Wort džinsy erstmalig in die russische Sprache übernahm. Akssnov hat sich dabei nicht der Form des neuen Helden und auch nicht den Dogmen untergeordnet, sondern eine eigene Erzählform geschaffen. Džinsy steht nicht für eine Hose, sondern eine neue literarische Gattung: die Jeans-Prosa oder Junge Prosa. Er hat sich allerdings nicht nur mit Erwachsenenliteratur beschäftigt, sondern schrieb auch abenteuerliche Geschichten für Kinder, wie z.B.
7 RIA Novosti: Skonþalsja pisatel‘ Vasilij Akssnov.
8 ebd.
9 Vesti: Akssnov Vasilij Pavloviþ.
5
Moj deduška - pamjatnik und übersetzte E. L. Doktorows Roman Ragtime ins Russische. 10
Mit dem Ende des Tauwetters wurden auch seine Werke nicht mehr veröffentlicht und einer stärkeren Zensur unterzogen. Zu diesem Zeitpunkt musste er sich eingestehen, dass sein autobiographischer Roman Ožog und auch Ostrov Krym nicht mehr an die Öffentlichkeit geraten werden, weshalb beide vorrangig in den USA veröffentlicht wurden. 11
1979 war Akssnov einer der Mitorganisatoren des unzensierten Almanachs Metropol‘, im Zuge dessen die Autoren Popov und Erofeev aus dem Schriftstellerverband der UdSSR ausgeschlossen wurden. Schließlich traten aus Protest auch weitere Autoren aus wie z.B. Lisnjanskaja, Lipkin und auch Akssnov. 12
Seine letzten Werke waren Zenica oka (2004), Moskva kva kva (2006) und Redkie zemli (2007). 13
10 ebd.
11 ebd.
12 ebd.
13 ebd.
6
Arbeit zitieren:
Sebastian Wagner, 2010, Das Schaffen Vasilij Pavlovič Aksёnovs im Zeichen von Liberalisierung, Stagnation und Aufbruch, München, GRIN Verlag GmbH
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