Gliederung
1. Einleitung 3
2. Das mentale Lexikon 4
2.1 Das Wort 4
2.2 Das mentale Lexikon 5
2.2.1 Der Aufbau des mentalen Lexikons 5
2.2.2 Die Funktionsweise des mentalen Lexikons 7
3. Lernstrategien 8
3.1 Definition und Klassifizierung 8
3.2 Lexikalische Speicherstrategien 9
3.2.1 Verstehensstrategien 9
3.2.2 Produktionsstrategien 10
3.3.3 Abrufstrategien 10
3.2.4 Speicherstrategien 10
3.2.4.1 Ordnungsstrategien 10
3.2.4.2. Elaborationsstrategien 11
3.2.4.3 Wiederholungsstrategien 12
4. Analyse von zwei Spanischlehrwerken 13
4.1 Das Lehrwerk Línea uno 13
4.1.1 Explizit vermittelte Vokabellernstrategien 14
4.1.2 Analyse von Aufgaben 16
4.1.2.1 Todos los días 16
4.1.2.2 Una ciudad sin problemas? 16
4.1.2.3 Montañas, ríos, ciudades 17
4.2 Das Lehrwerk Qué pasa? 2 18
4.2.1 Explizit vermittelte Vokabelstrategien 18
4.2.2 Analyse von Aufgaben 19
4.2.2.1 Profesiones 19
4.2.2.2 Una receta 20
4.2.2.3 Cúantas cosas 21
5. Schlussteil 22
Literaturverzeichnis 23
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1. Einleitung
Das Beherrschen von Vokabeln ist die Grundvoraussetzung für den Gebrauch einer fremden Sprache. Natürlich spielen auch die grammatischen Strukturen einer Sprache eine herausragende Rolle, im mündlichen Gebrauch jedoch tritt die Grammatik eher in den Hintergrund und dem Wortschatz kommt die bedeutendere Rolle zu. So hat die Fremdsprachendidaktik in den letzen Jahren ihr Augenmerk wieder verstärkt auf Wortschatzkompetenz gelegt. Den Schülerinnen und Schülern müssen also Strategien vermittelt werden, die ihnen die Erlernung eines möglichst großen Wortschatzes erleichtert und vor allem eine langfristige Speicherung des Vokabulars sichern. Folglich stellt sich sie Frage, ob solche Strategien existieren und ob sie im Fremdsprachenunterricht angewandt werden, d.h. ob sie in entsprechenden Lehrwerken implizit oder explizit zu finden sind.
In dieser Arbeit wird daher zuerst geklärt welche lexikalischen Strategien es gibt, wie sie zu klassifizieren sind, wie sie wirken, was sie bewirken und wie das mentale Lexikon funktioniert und arbeitet. Dies ist notwendig, um herauszufinden, wie Vokabular im mentalen Lexikon repräsentiert ist und wie es gespeichert und abgerufen werden kann.
Der zweite Teil der Arbeit beschäftigt sich mit der Praxis. Anhand zweier ausgewählter Lehrwerke wird untersucht, ob lexikalische Strategien angewandt werden und ob sie explizit vermittelt werden. Das erste Lehrwerk ist Línea uno, das 1997 im Klett Verlag erschienen ist, das zweite ist ¿Qué pasa? 2, 2008 im Diesterwegverlag erschienen. Zwischen den Erscheinungsjahren der beiden Lehrwerke liegen 11 Jahre, deswegen wird im Schlussteil zu klären sein, ob die Lehrwerke verschiedenartig mit der Vermittlung von Wortschatz umgehen und welche Betonung auf den explizit vermittelten Vokabellernstrategien liegt.
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2. Das mentale Lexikon
2.1 Das Wort
Zunächst stellt sich die Frage nach einer genauen Definition des Wortes. Was ist eigentlich ein Wort? Hierzu gibt es verschiedene Herangehensweisen. Aitchison unterteilt Wörter in Funktionswörter und Inhaltswörter, wobei die Inhaltswörter für ihn das „Lexikon im eigentlichen Sinne“ bilden. (Aitchison 1997: 126f) Blank dagegen unterscheidet Autosemantika, Synsemantika und Deiktika. (Blank 2001: 5) Autosemantika verweisen auf außersprachliche Gegenstände oder Sachverhalte, d.h. es können konkrete Wörter sein, wie mesa, oder auch abstakte Begriffe wie beispielsweise alegría. Sie bilden den Kernbereich des Wortschatzes und entsprechen Aitchisons Inhaltswörtern. Weiterhin verbinden die Synsemantika lexikalische Wörter zu größeren Bedeutungseinheiten. Dazu gehören beispielsweise Konjunktionen, wie porque, y, oder de. Sie entsprechen den Funktionswörtern bei Aitchison. Zuletzt dienen die Deiktika dazu raumzeitliche Bezüge zwischen Äußerung und Kontext herzustellen. Ihre Bedeutung ist also kontextabhängig. Deutlich wird das zum Beispiel bei Demonstrativpronomen (este, aquel), Lokaladverbien (aquí, ahí) oder auch bei Personalpronomen (yo, él), denn auch hierbei muss man die Gesprächssituation kennen, also wissen wer Sprecher und wer Angesprochener ist, um deren Bedeutung zu verstehen. Außerdem stellen Deiktika kathaphorische und anaphorische Beziehungen her, beispielsweise indem ein Name als Subjektpronomen im nächsten Satz wieder aufgegriffen wird.
Neben der Unterscheidung in Wortarten, ist auch die Analyse der Eigenschaften, die ein Wort besitzen kann, von Nöten.
Ein Wort beinhaltet phonologische Informationen, nämlich die Aussprache sowie die Intonation eines Wortes. (Raupach 1994: 27)
Die Unterscheidung in einfache und komplexe Wörter wird nach morphologischen Gesichtspunkten unternommen. Allerdings stellt sich hierbei die Frage, inwieweit die Wörter bereits mental repräsentiert sind, d.h. sind sie bereits gebrauchsfähig abrufbar oder sind die einzelnen Morpheme getrennt repräsentiert und müssen bei Gebrauch erst konstruiert werden. Plausibel erscheint die Annahme, dass zusätzlich zu sprachlichen Einheiten auch bestimmte Regeln der Komposition und Derivation gespeichert sein müssen. (Raupach 1994: 27)
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Weiterhin betrifft die syntaktische Information die Erfassung der einzelnen Konstruktionsmöglichkeiten eines Wortes, während semantische Informationen semantische Merkmale und Sinnrelationen zwischen einzelnen Wörtern abbildet. (Raupach 1994: 28)
Fundamental ist vor allem die Einbettung der Wörter in einen Kontext, da Sprache linear und sequenziell ist. (Neveling 2004: 87) Es ist also wichtig, die Relationen der Wörter untereinander zu kennen und zu erkennen. Daher ist es nötig, diese genauer zu betrachten. Folglich wird im nächsten Abschnitt der Aufbau des mentalen Lexikons erklärt.
2.2 Das mentale Lexikon
In Anlehnung an Schwarz (1992) definiert Raupach das mentale Lexikon als derjenige Teil des Langzeitgedächtnisses, in dem die Wörter einer Sprache mental repräsentiert sind. „Danach bildet es die Nahtstelle zwischen spezifischen Sinneseindrücken (bei der Sprachperzeption: input) oder motorischen Mustern (bei der Sprachproduktion: output) auf der einen Seite und mental repräsentierten Wissensstrukturen auf der anderen.“ (Raupach 1994: 21)
Das mentale Lexikon in unserem Kopf mit einem gewöhnlichen Wörterbuch zu vergleichen wäre jedoch unzureichend, da ein Wörterbuch in seinem Umfang begrenzt ist, während das mentale Lexikon sich kontinuierlich weiterentwickeln kann und außerdem noch umfangreicher, zeitgemäßer und komplexer ist. (Aitchison 1997: 19)
2.2.1 Der Aufbau des mentalen Lexikons
Zur Erklärung des Aufbaus des mentalen Lexikons stehen verschiedene Modelle zur Verfügung, die jedoch in den wesentlichen Punkten überein stimmen. Das Drei- Stufen-Modell von Atkinson/ Shriffin geht von drei verschiedenen Speicherarten des Gedächtnisses aus. Demnach existieren ein Ultrakurzzeitgedächtnis, ein Kurzzeitgedächtnis und ein Langzeitgedächtnis. Um ins Langzeitgedächtnis überführt zu werden, müssen Informationen semantisiert, elaboriert und wiederholt werden. Nur so können sie vor dem Vergessen bewahrt werden. (Neveling 2004: 29) Das Modell der Verarbeitungsebenen von Craik/ Lockhart (1972) geht dagegen von nur einem Gedächtnisspeicher aus, wobei der erfolgreiche Abruf einer Information von
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der Verarbeitungstiefe abhängt. Wurde eine Information hinreichend elaboriert, so kann sie länger gespeichert und abgerufen werden. Dazu sind verschiedene Verarbeitungsebenen erforderlich. Beispielsweise reicht der Klang eines Wortes nicht, einen tiefen Verarbeitungsgrad zu erreichen. Um eine langfristige Speicherung zu erreichen ist deswegen ein hoher Grad an Elaboration nötig, d.h. am besten auch der Einsatz möglichst vieler Sinne. (Neveling 2004: 30-31) Das von Linguisten entwickelte Merkmalsmodell zerlegt die Wortbedeutung in semantische Einzelbedeutungen. (Raupach 1994: 29) Vorteilhaft daran ist die minutiöse und systematisch nachvollziehbare Analyse. Jedoch birgt dieses Modell einen enormen methodischen Aufwand, außerdem sind die Merkmalskriterien nicht festgelegt. (Neveling 2004: 31-32)
Prototypenmodelle verfahren onomasiologisch, d.h. man geht von einer bestimmten Idee aus und sucht dafür entsprechende Bezeichnungen. Ein Prototyp ist folglich ein idealer Repräsentant einer Kategorie, wobei dieser immer spezifischen, kulturellen Einflüssen unterliegt und daher subjektiv ist. Der Prototyp erzeugt eine blitzartige Vorstellung, welche die Erkennung und Verarbeitung neuer Referenten beschleunigt. (Neveling 2004: 32-33)
Weiterhin bilden Netzwerkmodelle die Relationen ab, die zwischen den Bedeutungen der Einzelelemente bestehen. (Raupach 1994:28) Diese Relationen beruhen auf sechs Wahrnehmungs- und Assoziationsprinzipien, der Hierarchie, Similarität, Kontrast, Kontiguität, Affektivität und Linearität. (Neveling 2004: 41) Gedächtnisinhalte, die auf den gleichen Prinzipien beruhen, liegen dichter beieinander und bilden Konzeptknoten, die sich wiederum zu Teilnetzen verknüpfen. (Neveling 2004:34) Man unterscheidet sieben verschiedene Teilnetze: Begriffsnetze, Klangnetze, Wortfamiliennetze, Merkmalsnetze, Sachnetze, affektive Netze und syntagmatische Netze. (Neveling 2004: 42)
Begriffsnetze beruhen auf dem Prinzip der Hierarchie, das bedeutet, dass Begriffe dieser Netze durch Über- oder Unterordnung nahe beieinander liegen. Durch Hyperonomie sind sie aufgrund mindestens eines gemeinsamen Sems miteinander verbunden, z.B. animal als Hyperonym von perro oder gato und tigre und oso als Kohyponyme. Begriffsnetze sind paradigmatisch geordnet und beinhalten daher nur Wörter derselben grammatischen Kategorie. (Neveling 2004: 44) Klangnetze enthalten beispielsweise Homonyme, wie hojear- ojear oder honda- onda, Reime, wie cabeza- belleza. Beispiele für das Wortfamiliennetz sind verwandte Wörter
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Arbeit zitieren:
Andrea Köbler, 2009, Das mentale Lexikon und die Beachtung seiner Funktionalität in spanischen Lehrwerken für die Sekundarstufe, München, GRIN Verlag GmbH
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