Gliederung
1. Einführende Gedanken- Begriffsklärungen 1
2. Der Atlantische Sklavenhandel 2
2.1 Gründe und Rechtfertigungen 3
2.2 Die afrikanischen Sklaven 4
2.3 Kultur- und Identitätsverlust 6
2.4 Der Widerstand 7
3. Das Ende des Atlantischen Sklavenhandels 8
Bibliografie 11
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1. Einführende Gedanken- Begriffsklärungen
Die Gründungsmythen der lateinamerikanischen Gesellschaft basieren gewissermaßen auf dem Zusammenprall verschiedener Kulturen. Die Situation nach der erfolgreichen Eroberung, als sich die Spanier an die Spitze der Gesellschaften stellten, begann sich schnell auszudifferenzieren. Die indigene Bevölkerung bildete zusammen mit den nach Amerika verschleppten afrikanischen Sklaven die große Masse der Beherrschten. Damit ging auch ein Wandel der Sozialstruktur einher. Bis zum Ende der Kolonialzeit hatte sich das so genannte sistema de castas gebildet, das die Bevölkerung in Spanier, Kreolen, Mestizen, Mulatten, indios und Schwarze einteilte. Je nach regionalen Besonderheiten konnten die Bezeichnungen und die genaue Unterteilung aber variieren. (Hensel 2001: 353 f) Doch diese Zuschreibungen von außen deckten sich kaum mit der Selbstwahrnehmung oder der Identität der Bezeichneten. Es sind vielmehr stereotype Vorstellungen, die die spanische Elite benutzte, um die Bevölkerung in ein Ordnungsschema zu pressen. (Hensel 2001: 360) Folglich sind diese Kategorien eng miteinander verflochten und nur sehr schwer voneinander zu trennen, da sie sich gegenseitig beeinflussen. Eine eindeutige Begriffsklärung ist daher schwierig. Ein Fallbeispiel wäre, dass es entflohene Sklaven im 16. Jahrhundert in Ecuador schafften, sich an die Spitze von indigenen Gruppen zu setzen. Die Schwarzen passten sich jedoch trotz der herausgehobenen Position weitgehend der indigenen Kultur an.
Die Einteilung von Menschen in Rassen wird meist mit biologischen Merkmalen begründet. Laut Schaefer ist „the term racial group reserved for minorities and the corresponding majorities that are socially set apart because of obvious physical differences“. (Schaeffer 2004: 7) Doch zu Recht fragt er sich weiter “What is ovious? Hair color? Shape of an earlobe? Presence of body hair? To whom ate these differences obvious, and why? Each society defines what it finds obvious.” (Schaeffer 2004:7) Weiter kritisiert er, dass „race is a socially constructed concept.“ (Schaeffer 2004:10)
Das Konzept der Ethnizität findet im Zusammenhang mit kulturellen Unterschieden seine Anwendung. Dabei wird kulturelle Differenz häufig mit räumlicher Differenz verknüpft. „Ethnic groups are groups set apart from others
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because of their national origin or distinctive cultural patterns.” (Schaeffer 2004: 8)
In Ermangelung angemessener und genauerer Definitionen wenden sich Autoren immer wieder der Definition von Max Weber zu. Laut dieser ist eine Gruppe ethnisch, wenn sie an eine gemeinsame Abstammung glaubt. Dieser Glaube leitet sich von Merkmalen wie Aussehen, Sitten, Kolonialisierungs- und Wanderungserfahrung her. (Bös 2005: 22)
Die Begriffe Volk und Nation werden weitestgehend synonym verwendet. Eine Nation ist eine Gesamtheit von Menschen gemeinsamer Abstammung, die eine und dieselbe Sprache sprechen, eine gemeinsame politische und kulturelle Entwicklung durchgemacht haben und das Bewusstsein der Zusammengehörigkeit besitzen. (Walkenhorst 2007: 82)
2. Der Atlantische Sklavenhandel
Bereits im Altertum wurden Menschen unfrei und rechtlos gemacht und gezwungen, Sklavenarbeit zu verrichten. So hielten z.B. die Sumerer vor 5000 Jahren ihre Kriegsgefangenen und deren Nachkommen als Sklaven. Die Sklaven wurden wie Eigentum behandelt, sie wurden gekauft und verkauft. Ihren Höhepunkt erreichte die Sklaverei in der griechischen und römischen Antike. Dort bildeten die Sklaven, die vor allem auf den Feldern und in den Häusern der Grundbesitzer arbeiten mussten, die Grundlage der Wirtschaft. Nach dem Untergang des Römischen Reiches verlor die Sklaverei in Europa ihre vorherige Bedeutung. Eine traurige Neubelebung erfuhr sie mit der Entdeckung und Kolonialisierung Amerikas. Die europäischen Plantagen- und Minenbesitzer benötigten billige und robuste Arbeitskräfte. So verschleppten die Sklavenhändler zwischen 1500 und 1800 rund 12 Millionen Schwarze aus Afrika auf den amerikanischen Kontinent. Über den Atlantik hinweg entwickelte sich ein Handelsverkehr von gewaltigen Ausmaßen im Dreieck von Europa, Westafrika und der Karibik. Seit der Zeit der Entdeckungsfahrten waren Spanien, Portugal, Holland, England und Frankreich die fünf wichtigsten europäischen Seefahrerstaaten, die Kolonien und überseeische Reiche gründeten. Alle fünf betrieben auch in Amerika aktive Kolonialpolitik. Nordamerika wurde im 16. Jahrhundert zunächst von den Spaniern von Mexiko aus an der Westküste und
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durch die Franzosen im Gebiet des heutigen Kanada besiedelt. Die englischen Kolonisten siedelten an der Ostküste. Portugal errichtet an der Ostküste Südamerikas Kolonien, Holland schickte ebenso wie Frankreich und England Schiffe zur Erkundung Nordamerikas. Die europäischen Großmächte rüsteten nun Schiffe aus, beladen mit Waffen, Textilien, Alkohol, Silber, Tabak, Zucker und Manufakturen. Diese Schiffe fuhren die westafrikanische Küste an, wo die Waren gegen Sklaven ausgetauscht wurden. In einer zweiten Etappe steuerten die mit Sklaven beladenen Schiffe Amerika an, wo die Sklaven zu höchstmöglichen Preisen verkauft wurden. Erneut beluden die Kaufleute die Schiffe, nun mit begehrten Waren aus den Kolonien, beispielsweise Tee, Kaffee, Zucker, Baumwolle, Tabak, Gewürze oder Edelmetalle. Danach traten die Schiffe den Heimweg nach Europa an. Erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde der Sklavenhandel in Europa verboten. In den USA brachte der Bürgerkrieg den Sklaven 1865 die Freiheit.
2.1 Gründe und Rechtfertigungen
Die Entdeckung Amerikas ist der Zeitpunkt, an dem die verschiedenen Kulturen miteinander in Berührung kamen, die Indios und die Europäer. Die Entdeckung Amerikas unterscheidet sich wesentlich von der Entdeckung Afrikas oder Asiens, da deren Existenz den Europäern nie vollständig unbekannt gewesen ist. Über die Menschen in der Neuen Welt jedoch wussten die Europäer nichts. Die frühern Autoren bzw. Berichterstatter des spanischen Hofes berichteten hauptsächlich von Kannibalismus, Nacktheit, Menschenopfern, Abgötterei und tyrannischer Herrschaft der Azteken und Indios. Dies geschah häufig nur, um die Berechtigung der Conquista und die nachfolgende Christianisierung zu rechtfertigen und zu untermauern. Viele Chronisten sahen die Indios nur als unvollkommene Menschen an und der Dominikaner Tomás Ortís stellte sie sogar auf eine Stufe mit den Tieren. Gonzalo Fernández de Oviedo, er gilt als der bedeutendste Chronist der Eroberung Südamerikas durch die spanischen Konquistadoren, degradiert die Indios gar zu unbelebten Objekten und bestätigt dadurch die Rechte der Eroberer. (König 1991: 45-63)
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Arbeit zitieren:
Andrea Köbler, 2009, Kleiner Abriss über den Atlantischen Sklavenhandel, München, GRIN Verlag GmbH
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