Inhaltsverzeichnis
Einleitung S. 3
1. Geschichte Palmyras vor der Stellung als Teilreich 5
1.1 Aufstieg der Sasaniden, Krise Roms 8
1.2 Palmyra während der Krise S.10
2. Die palmyrenische Dynastie 10
2.1 Der Aufstieg des Odaenathus 10
2.2 Zenobia 17
2.2.1 Die erste Herrschaftsphase Zenobias (267/8-270) 18
2.2.2 Das Teilreich Zenobias 19
2.2.3 Die zweite Herrschaftsphase Zenobias (270-272) 21
2.2.4 Das Ende des palmyrenischen Teilreichs 24
2.2.5 Der Aufstand im Frühjahr 273 28
Zusammenfassung S. 30
Literatur S. 33
2
Einleitung
Für ein Jahrzehnt, in der Mitte des 3. Jahrhunderts n.Chr., wurde die Karawanenstadt Palmyra zum Herrschaftszentrum der römischen Ostprovinzen. In den 40er Jahren des 3. Jh. n.Chr. wurde Odaenathus vom Volk zum Exarchen erhoben. Nach der Gefangennahme des Valerianus durch den Sasaniden Shapur im Jahre 260 ernannte Gallienus Odenathus zum Verwalter des römischen Orients. Die verzweifelte Lage an den Ostgrenzen des römischen Reiches beschreibt ein Kapitel der Historiae Augustae:
„Hätte nicht der Palmyrenerfürst Odenatus, als nach Valerians Gefangennahme die Kraft des römischen Staates erschöpft war, die Herrschaft an sich genommen, so wäre es um den Osten geschehen gewesen.“ 1
Nach seinem Sieg gegen die Perser im Jahre 262/3 nahm dieser gemeinsam mit seinem Sohn Herodianus den Königstitel an, beide wurden aber 267/8 Opfer einer Verschwörung. Als Regentin ihres unmündigen Sohnes Vaballathus nahm Zenobia, die Gattin des Odaenathus, die Herrschaft über Palmyra an und anerkannte zunächst die Macht der Zentralregierung in Rom. Auch Gallienus (259-267), Claudius (268-270) und Aurelianus (270-275) anerkannten Zenobia zunächst als Herrscherin. Als Aurelianus glaubte seine Machtposition gefestigt zu haben zog er gegen die Königin um die palmyrenischen Gebiete wieder unter die direkte Verwaltung Roms zu stellen. Im Frühjahr 272 erhob Zenobia sich und ihren Sohn zur Kaiserwürde und verlor im Sommer den Kampf gegen Aurelianus. 2
Die Historiae Augustae (nachf. HA), eine der wichtigsten Quellen, die über Palmyra berichtet, entstand um 400 n.Chr. und ihren Verfasser bezeichnete Hartmann als „einziger überaus phantasievoller, paganer, senatsfreundlicher Autor in Rom“. Viele Untersuchungen seit dem Ende des 19. Jh. konnten jedoch nachweisen, dass ein Großteil der in dieser Sammlung enthaltenen Anekdoten und Viten, so auch die tyranni trigenta, pure Fiktion sind. 3 Ergänzend zu diesem Material existieren umfangreiche Colloquiumsbände wie die des Bonner Historia Augusta Colloquiums (1963, nachfolgend BHAC) sowie dem Historia Augusta Colloquium (1990ff, nachfolgend HAC).
1 TYRANNI TRIGINTA TREBELLI POLLIONIS, HISTORIAE AVGVSTAE, Übers. d. Verf.
http://www.thelatinlibrary.com/sha/30.shtml
2 Hartmann, S. 10
3 ebd., S. 20
3
Quellen wie diese, die die Glanzzeit des palmyrenischen Reiches beschreiben, sind hingegen sehr selten und beschränken sich auf die eben zitierte, die von Ammianus Marcellinus 4 und später Petrarca 5 und noch später den Talmudim 6 . Sowohl im Jerusalemer Talmud als auch im Genesis-Kommentar finden sich Erzählungen über die Einnahme der jüdischen Stadt Nehardea am Euphrat und im sasanidischen Herrschaftsgebiet. Der angreifende Feldherr, hier Ben Nasor genannt, wurde erstmalig von Graetz als König Odaenathus identifiziert. 7 Eine wichtige Quelle zur Geschichte Palmyras ist die Nea Historia von Zosimos, einem Historiker griechischer Abstammung, der um 450 n.Chr. lebte. Weitere Verfasser mit Anmerkungen über Palmyra sind Eutropius (um 360), Festus (um 370), sowie Aurelius Victor (bis 360). 8 Diese Quellenarmut behindert jedoch nicht das Interesse der Wissenschaft an den, in der römischen Kaiserzeit einzigartigen Begebenheiten. In seiner Rezension zu Stonemans „Palmyra and its Empire. Zenobia's Revolt against Rome,“(Ann Arbor 1994) bemerkte Hendrik Jan Willem Drijvers:
“Zenobia and the turbulent period of Palmyra’s history up to 272 CE hardly provide enough material for a substancial article, let alone a book.” 9
Im Jahre 1695 wurde der Bericht einer Reise englischer Händler nach Palmyra in den Philosophical Transactions der Londoner Royal Society veröffentlicht, der auch einige Inschriften aus der bislang vergessenen syrischen Ruinenstadt enthielt. Seit dieser Zeit erschienen kontinuierlich Veröffentlichungen zur palmyrenischen Geschichte. In seiner Publikation „Die römerfeindlichen Bewegungen im Orient während der letzten Hälfte des 3. Jahrhunderts n.Chr.“ aus dem Jahre 1869 begründete Oberdick eine Forschungsmeinung, die Zenobias Politik als romfeindlich und separatistisch bezeichnete. Dieser Meinung schlossen sich auch Fevriér in seiner Monographie Essai sur l’histoire politique et économique de Palmyre (1931), sowie Alföldi in den 20er und 30er Jahren an. 10 Einige Monographien aus den 90er Jahren (z. B. Kotula, Aurélien et Zénobie, 1997) beschäftigen sich vornehmlich mit den Rollen Zenobias und Aurelianus’ und beachten nur marginal die Rolle des Odaenathus. 11 Monographien der vergangenen Jahre zum Thema sind die von Ernest Will (Les Palmyréniens. La Venise des
4 Ammianus Marcellinus, 28,4,9 (in SHA tyr. trig. 27,1)
5 Petrarca, Trionfo della Fama II 103-117 (in SHA tyr. trig. 27,1)
6 Gaon v. Pumpedita a. d. Gemeinde v. Kaironan, “Brief d. Sherira“
7 Hartmann, S. 41
8 ebd., S. 18.f
9 in Drijvers (B), S. 466
10 Hartmann, S. 12
11 ebd., S. 14
4
sables, Paris 1992), Richard Stoneman (Palmyra and its Empire, 1992), Fergus Millar (The Roman Near East 31 BC - AD 334, Cambridge, London, 1994), sowie jene von Hartmann aus dem Jahre 2001.
Neben den Schriftquellen sollen in dieser Arbeit auch Münzfunde und die in Palmyra gefundenen Inschriften, die in einer Variante der aramäischen Sprache erscheinen, als Informationsquellen genutzt werden. Entscheidende Fragestellungen dieser Arbeit sollen die Untersuchung der palmyrenischen Kultur, ihrer Geschichte und Substrate, sowie die Politik des Odaenathus und seiner Gattin Zenobia gegenüber Rom sein.
1. Geschichte Palmyras vor der Stellung als Teilreich
Die ersten Siedler in der Region Palmyra waren Amurriter und ab 1200 v.Chr. einwandernde, halbnomadische Stämme aus Nordsyrien. 12 Noch vor Beginn unserer Zeitrechnung, während der Herrschaft der Seleukiden, erlangte die Stadt, die damals noch den Namen Tadmor trug, Bedeutung als Handelszentrum zwischen dem sich ausdehnenden Okzident und dem Orient. Zu einer reichen und prunkvollen Stadt wurde sie jedoch erst mit den eindringenden römischen Truppen im 1. Jh. v.Chr., sie lag nun zwischen dem römischen und parthischen Machtbereich. Die steigenden Bedürfnisse des Reiches, Pax Romana und der Untergang der nabatäischen Handelsmetropole Petra gegen Ende des 1. Jh. v.Chr. bescherten der Stadt schließlich eine ökonomische Vormachtstellung in der Region. Nach einer versuchten Plünderung der Stadt durch Antonius (41 v. Chr.) konnten erst um die Jahrtausendwende unter dem Kaiser Tiberius friedliche Beziehungen zu der Stadt aufgebaut werden, die damals noch nicht zur Provinz Syrien gehörte. Für die Römer war die Stadt einerseits als militärischer Vorposten zu den Parthern, andererseits als Handelsposten für Luxusgüter wie Weihrauch, Gewürze oder Seide besonders wichtig. Mit dem „Geschenk“ des Bel-Tempels (um 19 .nChr.), des größten Heiligtums der Stadt, besiegelte Tiberius ihre Eingliederung in die Provinz Syrien. In den Steuergesetzen des Römischen Reiches trug die Stadt den Namen Portus Palmyra. Kaiser Hadrian erneuerte bei seinem Besuch der Stadt im Jahre 129 ein bereits aus dem Jahre 68 n.Chr. stammendes Steuergesetz, nach dem Steuern lediglich auf Produkte des täglichen Bedarfs, nicht aber auf Exportprodukte aus dem Orient anfielen. 13 So wahrte Rom die scheinbare Unabhängigkeit der Stadt und gestattete auch die Selbstverwaltung durch einen das Volk vertretenden Rat (boule) und zwei Archonten an der Spitze, also eine typisch hellenistische Ver-
12 Hartmann,S. 45
13 Stierlin, S. 126f
5
fassung, die seit der Mitte des 1. Jh. in Kraft war. 14 Zum Schutz der Stadt war spätestens seit dem Partherfeldzug des L. Verus (162-166) eine römische Garnison errichtet worden, und auch die palmyrenische Miliz, die seit dem 1. Jh. n.Chr. die Karawanenwege sicherte, wurde von den Römern rekrutiert. 15 Inschriften belegen Stationen des Sicherheitssystems der Palmyrener entlang des Euphrats in Birtha und in Dura-Europus, und auch an der Südroute zum Euphrat zwischen Palmyra und Hit gab es Sicherungspunkte und Karawanenstationen. So schützte die Armee die Wege bis Anatha und die Karawanenwege in der syrischen Steppe. 16 Septimius Severus teilte die Provinz Syria 194 und fortan gehörte Palmyra zur Provinz Syria Phoenice. Die Dynastie der Severer unterstützte die Bürger der Stadt und Septimius verlieh den führenden Familien das römische Bürgerrecht. Caracalla verlieh der Stadt den Status einer colonia mit römischem Recht. Die Archonten wurden nun durch zwei Strategen (lat. duumviri) ersetzt, die jährlich gewählt wurden. Da für die Mitte des 2. Jh. das Vorhandensein eines dritten Strategen, der für die Sicherung der Handelswege zuständig war, durch Inschriften nachgewiesen wurde, geht Hartmann davon aus, dass die Handelswege zu dieser Zeit bereits unsicherer wurden. 17 Zahlreiche Hinweise deuten also darauf hin, dass Palmyra im Römischen Reich eine Sonderstellung genoss. Besonders seit dem Zusammenbruch des Nabatäerreiches war die Stadt der wichtigste Umschlagsplatz für die in Rom stark nachgefragten Luxusgüter und das steuerliche Sonderrecht der Stadt garantierte uneingeschränkten Handel. Es ist auch mit hoher Wahrscheinlichkeit anzunehmen, dass die römische Armee allein nicht in der Lage gewesen wäre die Grenzen zum Partherreich und den freien Handel ohne die palmyrischen Soldaten, mit ihrer Orts und Menschenkenntnis in der Region, zu sichern. Aus dieser Sonderstellung erwuchs ein enormer kultureller und finanzieller Reichtum, den die Ruinen der Stadt noch heute eindrucksvoll nachweisen. Der Handel führte zu einer Vermischung verschiedenster Kulturen: der griechischen durch die Vergangenheit im Herrschaftsbereich der Seleukiden und durch römischen Einfluss, der syrisch-aramäischen der alteingesessenen Familien, sowie der parthischen. Bezüglich des Stadtbilds Palmyras schrieb Hartmann: „Ende des 2. Jh. bot das Zentrum Palmyras einer hellenistischen syrischen Stadt mit Theater, Kollonadenstraßen und Ehrenbögen. 18 “ Der Einfluss der griechisch-römischen Kultur ist sicherlich unverkennbar doch enthüllt bereits die Stadtplanung einige Besonderheiten, die nicht der rechtwinkligen Anordnung der Stadtviertel in griechischen und römischen Städten entsprechen. Bereits die zentrale Kollonade ist nicht geradlinig, sondern besteht aus drei Abschnitten
14 Hartmann, S. 47
15 ebd., S. 51ff
16 ebd., S. 56
17 ebd., S. 60
18 ebd., S. 62
6
mit unregelmäßiger Linienführung, von der die Querstraßen ebenfalls nicht rechtwinklig abbiegen. Die Ähnlichkeit der Stadtplanung, mit nur einer Längsachse an der alle wichtigen Gebäude (Nebo-Tempel, Thermen, Theater, Agora) der Stadt liegen, mit der Petras hat Stierlin besonders hervorgehoben. Interessant ist auch die Tatsache, dass der Erweiterung der Kollonade offenbar ein großer Teil des Hofes des Nebo-Tempels zum Opfer fiel. Stierlin hält dies für den gezielten Versuch die steife Perspektive römischer Siedlungen aufzubrechen, dem eigenen pragmatisch-zufälligen Formempfinden Rechnung zu tragen. 19 Auch die Gebäudearchitektur zeigt eine Verschmelzung westlicher und östlicher Formen. Neben den römischen Gestaltungsprinzipien mit hohem Podium oder der Pilastergliederung der Wände erscheinen auch originär orientalische Bautraditionen wie quadratische Fassadenproportionen, ein flacher Dachabschluss und Zinnenkranz. 20 Wichtiger Ausdruck des Formempfindens einer Kultur ist auch die Ornamentik auf Gebäuden, Grabmälern oder Textilien. Während der figürliche Bauschmuck eindeutig griechisch-römische Formen kopierte oder aber direkt importiert wurde, ist die Bauornamentik in engem Zusammenhang mit der orientalischen, zumeist parthischen Tex-tilornamentik zu beurteilen. Sowohl auf Bauwerken und Grabstätten als auch in Webprodukten erscheinen von Perlschnüren gehaltenen Rosettenranken, Blattkelche und immer wiederkehrende Blatt- und Blütenformen, so dass von einem einheitlichen Formenkanon ausgegangen werden kann. Schmidt-Colinet ist der Ansicht, dass die Bauornamentik ihre Formensprache aus der Textilornamentik entlehnt hat, da sie in der Textilornamentik früher als in der Bauornamentik erscheint. 21 Hinsichtlich der Religionen war Palmyra wie seitens der Kulturen seiner Einwohner ein Schmelztiegel. Die älteste religiöse Schicht zeigt eine Verbindung zur west-semitischen Religion, sowie starke babylonische Elemente. Der für Palmyrener einheimische Gott Bal bekam offenbar eine Zeit lang den Namen Bel, also des babylonischen Hauptgottes. Auch Götter der Wüstenregionen wie Allat und die Reitergötter Arsu und Azizu fanden Verehrung in eigenen Tempeln. Ein römischer Einfluss auf die Religion hat offenbar nicht existiert. In einer Inschrift für den Gott Ba’alshemin, den Herrn der Götter, wird dieser in dem lateinischen Text als Iupiter Optimus Maximus bezeichnet, Drijver sieht hier einen Akt der Assimilation. Gesichert ist auch die Existenz eines Caesareons, welches den palmyrenischen Kult mit dem Reichskult und dem der Caesaren verbinden sollte. 22
19 Stierlin, S. 134f
20 Schmidt-Colinet, S. 44
21 ebd., S. 50
22 Drijvers (A), S. 862
7
1.1 Aufstieg der Sasaniden, Krise Roms
Im Jahre 224 begann der Aufstieg der Sasaniden durch den Sieg Ardashirs gegen den arsakidischen König Artaban, der bis dato über das Reich der Parther geherrscht hatte. In der Folgezeit besetzte er die Mesene, beseitigte die Vasallendynastie und erklärte nach Cassius Dio den Römern Anspruch auf das Erbe der Achämiden bis zur Ägäis. 23 In der Propaganda der frühen sasanidischen Dynasten wurde die Legitimität ihrer Herrschaft also mit ihrer Nachkommenschaft des noch vor den Parthern, Diadochen und Seleukiden in diesem Gebiet herrschenden Geschlechts begründet. Ardashirs Nachfolger Shapur übernahm den Titel „König der Könige von Eran und Aneran“, also aller persischen und nicht-persischen Gebiete und stellte sich, zumindest in seiner Titulatur, über die römischen Kaiser. 24 Die Beschreibungen der persischen Armee, die durch Ammianus überliefert sind, machen deutlich, dass es sich hier um einen in der Kriegstechnik bestens ausgerüsteten Gegner handelte. Das Heer verfügte über leicht bewaffnete Bogenschützen und stark gepanzerte berittene Krieger, deren eng am Körper anliegende Rüstungen aus Metallplatten für Pfeile nur schwer zu durchbohren waren. In seiner Aethiopica beschrieb Heliodorus diese Krieger als furchterregende Angriffswaffe, der kein Gegner widerstehen konnte. 25
Im Jahre 241 übernahm Shapur I die Macht im Sasanidenreich. Während seines ersten Feldzugs eroberte er ein Gebiet welches im Westen von Zentralanatolien (Konya) im Norden von Gilan und Khwarazm bis östlich nach Kandahar, Kashgar, Sogdiana und Tashkent reichte. 26 Während des 2. Feldzugs Shapurs im Jahre 253, als der römische Kaiser fernab im Westen weilte und die römische Armee nicht in der Lage war die Grenzen zum Sasanidenreich zu verteidigen, wählte die Gemeinde Emessa einen Priester der Stadt zum Augustus. Uranius Antonius, so sein kaiserlicher Name, erhob sicherlich keinen Anspruch auf die Herrschaft im ganzen Reich, Münzprägungen sowohl mit griechischer als auch lateinischer Legende die in der ganzen Provinz Syrien erschienen, zeigen jedoch seinen Herrschaftsanspruch in diesem Gebiet. Mit einem Bauernheer gelang es Uranius Antonius den Vormarsch der Sasaniden in den Süden des Landes zu stoppen und im Herbst 253 zog Shapur seine Truppen aus Syrien zurück. 27 Ein Stein bei Naqsh-e-Rustam bei Persopolis zeugt von den militärischen Erfolgen Shapurs vom Kaukasus bis in den Oman. Die Inschrift berichtet von dem Lösegeld welches Philipp aufbringen musste, damit die römischen Truppen verschont wurden, von der gewon- 23 CassiusDio, 80,4,1-2 in: Hartmann, S. 66
24 Hartmann, S. 67
25 in: Stoneman, S. 91f
26 ebd., S. 93
27 Hartmann, S. 75
8
nenen Schlacht bei Barbalissos über eine römische Armee von 60.000 Mann bei der große Teile der syrischen Provinz Roms annektiert wurden und zuletzt von der entscheidenden Schlacht bei Carrhae im Juni 260:
„Im dritten Feldzug, in dem wir Carrhae und Urhai (Edessa, Anm. d. Verf.) angriffen und Carrhae und Urhai belagerten, marschierte Valerian Caesar gegen uns. Er hatte eine Streitmacht von 70.000 aus Deutschland, Rätien, Noricum [..., nachfolgende Nennung weiterer Provinzen des Römischen Reiches, Anm. d. Verf.]. Außerhalb von Carrhae und Edessa hatten wir eine große Schlacht mit Caesar. Mit unseren eigenen Händen nahmen wir Valerian Caesar und die anderen, Anführer dieser Armee, Praetorianer, Präfekten, Senatoren gefangen, wir nahmen alle gefangen und verbrachten sie nach Persis. Und Syrien, Kilikien und Kappadokien wurden verbrannt, zerstört und geplündert.“ 28
Die Gefangennahme des beliebten Feldherrn Valerian war eine Katastrophe für das Selbstbewusstsein der römischen Staatsmacht und war doch nur Teil einer Krise die im 3. Jh. das ganze römische Reich erfasste. Die katastrophale Lage in den Provinzen des römischen Imperiums in der Mitte des 3. Jh. n.Chr. beschrieb der Historiker Orosius (5. Jh. n.Chr) in seiner Historiae adversus paganos:
„Plötzlich, mit der Erlaubnis Gottes, die Lockerung der Zügel fühlend, griffen die das Reich umgebenden Völker die Grenzen der Römer an. Die Germanen überquerten die Alpen, drangen in Raetien und Italien bis Ravenna ein; die Alamannen durchquerten Gallien undfielen auch in Italien, Griechenland, Makedonien, und Teile Afrikas wurden verwüstet durch die gothische Flut; Dakien jenseits der Donau wurde für immer aus dem Reich entfernt; die Quadi und Sarmatier entvölkerten Pannonien; weitere Germanen verwüsteten und überwältigten Spanien; die Parther entrissen Mesopotamien und begannen einen Zermürbungskrieg in Syrien.“ 29
So waren die römischen Feldherren in immer neuen Konflikten involviert, die Staatsausgaben für den Krieg stiegen, die Steuereinnahmen sanken was eine steigende Inflation bereits zu Zeiten Caracallas’ Regiment zur Folge hatte, der als Konsequenz das Silbergewicht seiner Münzprägungen reduzierte. Der ökonomischen Krise folgte eine innenpolitische und diese
28 in: Stoneman, S. 93f
29 in: ebd., S. 97
9
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MA Guido Maiwald, 2004, Das palmyrenische Sonderreich, München, GRIN Verlag GmbH
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