Diplomarbeit
DAS NEUROLINGUISTISCHE PROGRAMMIEREN (NLP)
IN DER DROGENBERATUNG MIT ALKOHOLIKERN
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MÖGLICHKEITEN, GRENZEN UND RISIKEN
vorgelegt dem Prüfungsausschuß
im Fachbereich Sozialwesen
der Fachhochschule Kiel
von
ANDREAS LANGOSCH
aus Kiel
1997
Inhaltsübersicht (Alles auf einen Blick)
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Seite
Gliederung...1
Einleitung...3
Verschiedene Ansichten zum Thema...4
- mit Suchtfragen befaßte Verbände...5
- Drogenberatungsstellen...6
- NLP-Ausbildungsinstitutionen...8
- Rehaklinik...12
- Schlußfolgerungen...13
Die Erfordernisse der Drogenberatung...17
- Aufgaben (Behandlungskette)...18
- Gesprächsführung mit Alkoholikern...23
- Schlußfolgerungen...30
Das Angebot des NLP...33
- Theoretische Grundlagen...34
- Alkoholkonsum als Reaktion...36
- Alkoholkonsum als Anker...39
- Orientierungen, Muster und Techniken...44
- Physiologie-Kategorien (Außenwahrnehmung)...46
- Meta-Modell (nach BANDLER/GRINDER)...52
- Modell der Logischen Ebenen (nach DILTS)...55
- Milton-Modell (nach BANDLER/GRINDER)...59
- Verwendung von Metaphern...61
- Metapher vom Bio-Computer...64
- Repräsentationssysteme...69
- Submodalitäten...72
- Zielorientierung im NLP...76
- Reframing...76
- Identity-Prozeß...83
- Wohlgeformtheitskriterien für Ziele...84
Zusammenfassung...88
Literaturverzeichnis...92
Anhang...96
- 1 -
Gliederung
==========
1 Einleitung
2 Verschiedene Ansichten zum Thema - Ergebnisse
einer Fragebogenaktion
2.1 Die Ansichten der mit Suchtfragen befaßten
Verbände
2.2 Die Ansichten der Drogenberatungsstellen
2.3 Die Ansichten der NLP-Ausbildungsinstitutionen
2.4 Die Ansichten einer Rehaklinik für Alkoholkranke,
Medikamenten- und Drogenabhängige
2.5 Schlußfolgerungen
3 Die Erfordernisse der Drogenberatung mit
Alkoholikern
3.1 Die Aufgaben der Drogenberatung als Teil der
Behandlungskette
3.2 Besonderheiten in der Gesprächsführung mit
Alkoholikern - Von Spielen über Krankheits-
einsichten und die "Trinker-Logik" zum Alkohol
als Selbstheilungs- oder Selbstzerstörungsmittel
3.3 Schlußfolgerungen
4 Das Angebot des NLP an die Drogenberatung mit
Alkoholikern
4.1 Theoretische Grundlagen: Die Anker-Theorie des
NLP und der Alkoholismus
4.1.1 Alkoholkonsum als Reaktion - Alkoholismus als
Bewältigungsstrategie
4.1.2 Alkoholkonsum als Anker - Zugang zu Ressourcen
4.2 Möglichkeiten, Grenzen und Risiken ausgewählter
Orientierungen, Muster und Techniken des NLP in
der Drogenberatung mit Alkoholikern
4.2.1 Physiologie-Kategorien und gezielte Außen-
wahrnehmung als Orientierungshilfen
- 2 -
4.2.2 Das Meta-Modell (nach BANDLER/GRINDER) und das
Modell der (Neuro-) Logischen Ebenen (nach DILTS)
als Hilfsmittel bei der Erforschung des Selbst-
und Weltbildes des Klienten
4.2.3 Das Milton-Modell (nach BANDLER/GRINDER) und die
Verwendung von Metaphern
4.2.3.1 Die Metapher vom Bio-Computer als möglicher
Einstieg ins Ankläger-Opfer-Retter-Spiel
4.2.4 Die NLP-Welt der Sinne: Repräsentationssysteme
und Submodalitäten
4.2.5 Zur Zielorientierung im NLP: Das Reframing, der
Identity-Prozeß und die Wohlgeformtheitskriterien
für Zieldefinitionen
5 Zusammenfassung
6 Literaturverzeichnis
7 Anhang
- 3 -
1 Einleitung
Seit dem Beginn seiner Entstehung am Anfang der siebziger
Jahre hat sich das Neurolinguistische Programmieren (NLP)
weit verbreitet. In vielen Ländern der Welt wird es in-
zwischen in den unterschiedlichsten Bereichen angeboten
und genutzt. Seine Anwendungsgebiete reichen von der
Therapie über die Pädagogik bis zum Wirtschaftsleben.
Einer der möglichen Gründe für den Erfolg des NLP
könnte in der von ihm vertretenen Grundannahme liegen, daß
jedes Verhalten in einem bestimmten Kontext nützlich sei.
Auf diesem Gedanken aufbauend wird manches Problem zum
Ausgangspunkt für Versöhnung mit problematischen Ver-
haltensweisen und für die Suche nach Handlungsalternativen
- eine Einstellung, die auch für die Drogenberatung mit
Alkoholikern nützlich sein könnte. Schaut man sich diesen
Drogenbereich jedoch genauer an, stellt man fest, daß das
NLP hier wenig genutzt wird. Diese Beobachtung wirft die
Frage auf, ob es für die Drogenberatung mit Alkoholikern
ungeeignet sei. Dieser Hypothese wird im Folgenden mit
Hilfe der Analyse der Möglichkeiten, Grenzen und Risiken
der Anwendung des NLP in diesem Bereich nachgegangen.
Während eines Praktikums in einer Drogenberatungs-
stelle hatte ich Gelegenheit, einige NLP-Techniken in
Einzel- und Gruppengesprächen mit Alkoholikern anzuwenden.
Meine dabei gewonnenen Erfahrungen sind in die nun
folgende Darstellung miteingeflossen.
- 4 -
2 Verschiedene Ansichten zum Thema - Ergebnisse einer
Fragebogenaktion
Um möglichst viele verschiedene Aspekte der Möglichkeiten,
Grenzen und Risiken der Anwendung des NLP in der Drogen-
beratung mit Alkoholikern beleuchten zu können, führte ich
zu Beginn der Anfertigung dieser Diplomarbeit eine Frage-
bogenaktion durch, bei der ich insgesamt 43 Fragebögen an
Verbände, die sich mit Suchtfragen befassen, Drogen-
beratungsstellen und NLP-Ausbildungsinstitutionen ver-
schickte. Im Folgenden sind die Fragen und Antworten nach
der Art der befragten Stellen geordnet zusammengestellt.
Die Original-Fragen der Fragebögen sind kursiv gedruckt.
Antworten, aus denen in diesem Abschnitt zitiert wird,
sind im Anhang nachgewiesen.
- 5 -
2.1 Die Ansichten der mit Suchtfragen befaßten Verbände
Die von mir in Deutschland, Österreich und der Schweiz an-
geschriebenen Verbände beantworteten die Fragebögen dahin-
gehend, daß ihnen keine Drogenberatungsstellen in ihrem
Zuständigkeitsbereich bekannt seien, die das NLP in der
Beratung von Alkoholikern anwenden. In Österreich war man
so freundlich, den Fragebogen an eine Rehaklinik für Alko-
holkranke, Medikamenten- und Drogenabhängige weiterzu-
leiten. Die von dort erhaltenen Antworten sind in Kapitel
2.4 aufgeführt.
Von den Verbänden außerhalb des deutschen Sprachraums
erhielt ich insgesamt drei Rückschreiben, die sich wie
folgt zusammenfassen lassen:
"1.) Do you know drug addiction clinics in your area of
responsibility where Neurolinguistic Programming (NLP) is
being used for advising alcoholics? yes / no"
Diese Frage wurde von allen drei Verbänden verneint.
Auf die Frage "2.) Do you think that a social worker who
works in a drug addiction clinic could benefit from the
methods and techniques of NLP for his work with alco-
holics? yes /no"
wurde einmal "yes", einmal "I don't know" und einmal gar
nicht geantwortet.
Die vier weiteren Fragen, "3.) Wich characteristics of
NLP do you think are especially useful for social work
with alcoholics?",
"4.) Which characteristics of NLP do you think are dis-
advantageous to social work with alcoholics?",
"5.) Are there certain techniques of NLP to which you
would attach great importance or value in connection with
social work with alcoholics? (Which techniques would it
be?)"
und "6.) Are there certain techniques of NLP that you
think should better not be used in connection with
social work with alcoholics? (Which techniques would it
be?)",
wurden von zwei Verbänden gar nicht und von einem jeweils
mit "I don't know" beantwortet.
- 6 -
2.2 Die Ansichten der Drogenberatungsstellen
Von den von mir angeschriebenen Drogenberatungsstellen er-
hielt ich insgesamt dreizehn Rückschreiben. Die dort ge-
gebenen Antworten lassen sich wie folgt zusammenfassen:
"1.) Verwenden Sie in Ihrer Beratungsstelle das Neuro-
linguistische Programmieren (NLP) in der Beratung von
Alkoholikern? ja / nein"
Diese Frage wurde von allen dreizehn Drogenberatungs-
stellen mit "nein" beantwortet.
Auf die folgende Frage, "2.) Welche Eigenschaften des NLP
erachten Sie als besonders nützlich in der Beratung von
Alkoholikern?", antwortete nur eine dieser dreizehn Be-
ratungsstellen. Diese Antwort lautete:
- "keine bei ambulanter Beratung"
Auf die letzten drei Fragen, "3.) Welche Eigenschaften
des NLP sind Ihrer Meinung nach in der Beratung von Alko-
holikern eher von Nachteil?",
"4.) Gibt es spezielle NLP-Techniken, die Sie in der Be-
ratung von Alkoholikern besonders häufig oder besonders
gerne verwenden - und wenn ja, welche?"
und "5.) Gibt es spezielle NLP-Techniken, die Sie in der
Beratung von Alkoholikern bewußt nicht verwenden - und
wenn ja, welche sind es?",
erhielt ich keine auswertbaren Antworten.
Über die Beantwortung dieser fünf Fragen hinausgehend
wurden folgende Angaben gemacht:
- "... mir ist das NLP unbekannt. Aus diesem Grund
können Sie davon ausgehen, daß es bei uns keinen
Einsatz findet."
- "Nach unserer Ansicht liegen einer Suchterkrankung
immer schwere persönliche Störungen zugrunde. Wir
halten daher NLP nicht geeignet für die Behandlung
Suchtkranker."
Zusätzlich zu den genannten dreizehn Rücksendungen erhielt
ich Antwort von einer Drogenberatungsstelle, die ich nicht
angeschrieben hatte. Eine von mir angeschriebene NLP-Aus-
- 7 -
bildungsinstitution hatte den Fragebogen an diese Be-
ratungsstelle weitergeleitet, die ihn mir daraufhin mit
folgenden Antworten zurücksandte (- diese Antworten sind
hier getrennt von den o.g. aufgeführt, da sich der Frage-
bogen an die NLP-Ausbildungsinstitutionen geringfügig von
dem an die Drogenberatungsstellen unterscheidet):
"1.) Glauben Sie, daß ein in einer Drogenberatungsstelle
arbeitender Sozialpädagoge/ Sozialarbeiter von den Metho-
den und Techniken des Neurolinguistischen Programmierens
(NLP) für die Beratung von Alkoholikern profitieren
könnte? ja / nein"
- "ja"
"... - und wenn ja, warum?"
- "Wir arbeiten seit 4 Jahren mit NLP."
"2.) Welche Eigenschaften des NLP erachten Sie als be-
sonders nützlich in der Beratung von Alkoholikern?"
- "NLP-Axiome, die zu einer neuen Grundhaltung
gegenüber dem Klienten führen."
"3.) Welche Eigenschaften des NLP sind Ihrer Meinung nach
in der Beratung von Alkoholikern eher von Nachteil?"
- "Alle Techniken, die vom Problem wegführen,
(Power-Prinzip) z.T. auch Reframing.
Künstlicher Aufbau eines guten Zustandes, ohne
das bestehende Leiden sichtbar zu machen."
"4.) Gibt es spezielle NLP-Techniken, die Sie für die Be-
ratung von Alkoholikern für besonders geeignet halten -
und wenn ja, welche?"
- "Integration von Teilpersönlichkeiten mit Sub-
modalitäten-Arbeit. Kinestetische Sequenz.
Trance-Arbeit."
"5.) Gibt es spezielle NLP-Techniken, von deren Ver-
wendung in der Beratung von Alkoholikern Sie abraten
würden - und wenn ja, welche sind es?"
Als Antwort auf diese Frage wird von der Drogenberatungs-
stelle auf die unter Frage Nr. 3 gegebenen Antworten ver-
wiesen.
- 8 -
2.3 Die Ansichten der NLP-Ausbildungsinstitutionen
Von den von mir im deutschen Sprachraum angeschriebenen
NLP-Ausbildungsinstitutionen erhielt ich insgesamt fünf
Rückschreiben, deren Antworten sich wie folgt zusammen-
stellen lassen:
"1.) Glauben Sie, daß ein in einer Drogenberatungsstelle
arbeitender Sozialpädagoge/ Sozialarbeiter von den Metho-
den und Techniken des Neurolinguistischen Programmierens
(NLP) für die Beratung von Alkoholikern profitieren
könnte? ja / nein"
Diese Frage wurde fünfmal mit "ja", davon einmal mit der
Anmerkung "Die Antwort lautet uneingeschränkt: JA", und
kein Mal mit "nein" beantwortet.
"... - und wenn ja, warum?"
- "Weil zielorientiert und Suchtproblematik auf
allen logischen Ebenen bearbeitbar ist."
- "1) Um vertrauensvolle Kommunikation aufzubauen,
2) Die 'Welt' des Klienten / Abhängigen verstehen
zu lernen
3) gezielte Interventionen und Veränderungsarbeit
zu leisten
4) Sicherung der Intervention und Veränderung zu
gewährleisten"
- "Um veränderungswirksam zu arbeiten: Pacing -
Leading - Rapportstrategien, Reframing-Techniken,
Time-Line-Arbeit"
- "verblüffende und schnelle Erfolge"
- "Jemand wird nicht aus Versehen zum Alkoholiker.
Es gibt ein tieferliegendes psychologisches
Problem. Dieses kann mit den Methoden des NLP
elizitiert und damit auch einer Lösung zugeführt
werden. Für einen Berater ist es wichtig, den
Hintergrund und die innere Repräsentation des
Problems zu kennen, um lösungsorientiert beraten
zu können."
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"2.) Welche Eigenschaften des NLP erachten Sie als be-
sonders nützlich in der Beratung von Alkoholikern?"
- "s. o., und gezielte 'Techniken' anwenden zu
können!"
(Anmerkung: Das "s. o." bezieht sich auf die unter
Frage 1 genannten, von der NLP-Ausbildungs-
institution mit 1), 2), 3) und 4) durch-
nummerierten Antworten.)
- "die ökosystemische Perspektive und Ziel-
orientierung"
- "Ganzheitlicher Ansatz, keine Vergangenheits-
orientierung, keine Schuld, Lösung statt Probleme
-> Herausforderungen"
- "Das Teile-Modell im NLP erlaubt eine Dissoziation
und damit eine distanzierte Betrachtung des
'Problems'. Der bewußte Einsatz entweder des Meta-
oder des Milton-Modells. Utilisieren der Struktur
des subjektiven Erlebens, d. h. die Möglichkeit
jemanden zu begleiten, ohne die Einzelheiten des
'Problems' zu kennen."
"3.) Welche Eigenschaften des NLP sind Ihrer Meinung nach
in der Beratung von Alkoholikern eher von Nachteil?"
- "Oft scheinbare Kongruenz von NLP-lern"
- "Wenn NLP achtungsvoll angewendet und eingesetzt
wird, kenne ich keine Nachteile"
- "eine unprofessionelle Anwendung der Techniken;
ethische Dimension, wenn NLP unreflektiert
angewandt wird"
- "keine"
- "Schnelle Erfolge des NLP in bestimmten Bereichen,
z.B. Phobien-Behandlung, suggerieren leicht die
gleiche Effizienz auch bei Alkoholikern; besonders
ungünstig, wenn das zugrundeliegende Thema
systemischer Natur ist."
"4.) Gibt es spezielle NLP-Techniken, die Sie für die Be-
ratung von Alkoholikern für besonders geeignet halten -
und wenn ja, welche?"
- "Nein"
- "Spezielle NLP-Techniken gibt es meines Erachtens
nicht, da jeder für sich ein individueller Klient
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ist, der unterschiedlichste Erfahrungen mit sich
bringt. So ist die Auswahl von Mensch zu Mensch
unterschiedlich."
- "Ziel- und Meta-Modell, Reframing"
- "Compulsion Blow-Out, Elimination negativer
Glaubenssätze und Time-Line-Technik"
- "Re-Imprint, Reframing, Time-Line, Dissoziation,
Arbeit mit Glaubenssätzen, Submodalitäten, Core
Transformations Prozeß, New Behavior Generator; je
nach Situation, die ganze Palette des NLP"
"5.) Gibt es spezielle NLP-Techniken, von deren Ver-
wendung in der Beratung von Alkoholikern Sie abraten
würden - und wenn ja, welche sind es?"
- "Nein, ich halte es für notwendig, eine kontext-
bedingte, komplexe Therapie durchzuführen."
- "Auch dieses hat mit Punkt 3 + 4 zu tun."
(Anmerkung: Diese Antwort bezieht sich auf die
o.g. mit "Wenn NLP achtungsvoll ..." und
"Spezielle NLP-Techniken gibt ..." beginnenden
Aussagen.)
- "keine! probieren, probieren"
- "Fällt mir jetzt nichts ein. Was tatsächlich
wirkt, hängt vom Einzelfall ab."
Aus dem Ausland erhielt ich ein Rückschreiben von
einer NLP-Ausbildungsinstitution in den USA, deren Ant-
worten wie folgt lauten:
"1.) Do you know drug addiction clinics in your own area
where Neurolinguistic Programming (NLP) is being used for
advising alcoholics? yes / no"
- "no"
"2.) Do you think that a social worker who works in a
drug addiction clinic could benefit from the methods and
techniques of NLP for his work with alcoholics?
yes / no"
- "yes"
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"3.) Which characteristics of NLP do you think are
especially useful for social work with alcoholics?"
Auf diese Frage folgte ein Literaturhinweis (s. Anhang).
"4.) Which characteristics of NLP do you think are dis-
advantageous to social work with alcoholics?"
- "None, as long as rapport is established +
maintained. Also having an attitude of process
toward outcome"
"5.) Are there certain techniques of NLP to which you
would attach great importance or value in connection with
social work with alcoholics? (Which techniques would it
be?)"
- "The use of Neurological Levels"
"6.) Are there certain techniques of NLP that you think
should better not be used in connection with social work
with alcoholics? (Which techniques would it be?)"
- "refer to 4, above"
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2.4 Die Ansichten einer Rehaklinik für Alkoholkranke,
Medikamenten- und Drogenabhängige
Wie in Kapitel 2.1 bereits erwähnt, wurde einer der von
mir verschickten Fragebögen an eine Rehaklinik für Alko-
holkranke, Medikamenten- und Drogenabhängige weiterge-
leitet. Von dort erhielt ich folgende Antworten:
"1.) Sind Ihnen Drogenberatungsstellen in Ihrem Zu-
ständigkeitsbereich bekannt, die das Neurolinguistische
Programmieren (NLP) in der Beratung von Alkoholikern an-
wenden? ja / nein"
- "ja"
"2.) Glauben Sie, daß ein in einer Drogenberatungsstelle
arbeitender Sozialpädagoge/ Sozialarbeiter von den Metho-
den und Techniken des NLP für die Beratung von Alko-
holikern profitieren könnte? ja / nein"
- "nein, außer er/sie ist auch Psychotherapeut/-in"
"3.) Welche Eigenschaften des NLP erachten Sie als be-
sonders nützlich in der Beratung von Alkoholikern?"
- "Dissoziationstheorie, Kurztherapieansatz"
"4.) Welche Eigenschaften des NLP sind Ihrer Meinung nach
in der Beratung von Alkoholikern eher von Nachteil?"
- "übermäßige Technikorientiertheit wenn nicht in
Gesamtkonzept eingebettet"
"5.) Gibt es spezielle NLP-Techniken, die Sie für die Be-
ratung von Alkoholikern für besonders geeignet halten -
und wenn ja, welche?"
- "Dissoziationstechniken betreffend Alkoholkonsum;
history change"
"6.) Gibt es spezielle NLP-Techniken, von deren Ver-
wendung in der Beratung von Alkoholikern Sie abraten
würden - und wenn ja, welche sind es?"
- "alle, wenn sie nicht in einen entsprechenden
psychotherapeutischen Rahmen eingebettet sind"
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2.5 Schlußfolgerungen
Das auffälligste Ergebnis der Fragebogenaktion läßt sich
wie folgt zusammenfassen: Während von Seiten der NLP-Aus-
bildungsinstitutionen detailliert auf ein umfangreiches
Angebot an NLP-Techniken hingewiesen wird, die für die
Drogenberatung mit Alkoholikern nützlich sein könnten,
wird dieses Angebot von Seiten der Drogenberatungsstellen
fast nicht genutzt. Dies korrespondiert mit dem Ergebnis
einer Untersuchung von MACHATZKY, der ebenfalls fest-
stellt, "daß NLP in der Suchtberatung/-therapie ver-
hältnismäßig wenig eingesetzt wird" (MACHATZKY 1996, S.
35).
Dieses Ergebnis wirft die Frage nach den Ursachen
zwischen dem umfangreichen Angebot des NLP und seiner
geringen Nutzung in der Drogenberatung mit Alkoholikern
auf. Im Folgenden soll daher der mögliche Nutzen des NLP
in diesem Bereich näher untersucht werden. Dabei sind die
in den vorigen Kapiteln genannten, durch die Fragebogen-
aktion herausgefundenen Aspekte des NLP an geeigneten
Stellen in die Untersuchung miteinzubeziehen, sofern dies
für eine möglichst klare und zugleich umfassende und
differenzierte Darstellung der Möglichkeiten, Grenzen und
Risiken der Anwendung des NLP in der Drogenberatung mit
Alkoholikern hilfreich ist. Um den Überblick zu er-
leichtern, sind die im Folgenden zu berücksichtigenden
Aspekte des NLP hier nun zusammengefaßt aufgeführt (- die
Nummern in Klammern geben die Kapitel an, in denen der je-
weilige Aspekt berücksichtigt wird):
1.) Aspekte des NLP, die für die Beratung von Alkoholikern
durchgängig als nützlich beurteilt wurden:
- NLP-Axiome (4.2, 4.2.2, 4.2.3.1, 4.2.5)
- Zielorientierung (4.2.5)
- die ökosystemische Perspektive (4.1.2, 4.2.5)
- ganzheitlicher Ansatz (4.1.2)
- Dissoziationstheorie (4.1.2)
- das Teile-Modell des NLP (4.1.2)
- Integration von Teilpersönlichkeiten (4.1.2, 4.2.4)
- Submodalitäten-Arbeit (4.2.4)
- Kinästhetische Sequenz (4.1)
- Trance-Arbeit (4.2.3)
- Pacing-Leading-Rapport-Strategien (4.2.1, 4.2.3, 4.2.4)
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- Time-Line-Arbeit (4.2.4)
- Utilisieren der Struktur des subjektiven Erlebens
(4.2.3)
- Arbeit mit Glaubenssätzen (4.2.2)
- Dissoziationstechniken (4.2.4)
- Re-Imprint (4.2.4)
- Core-Transformations-Prozeß (4.2.5)
- Change History (4.2.4)
- der New Behavior Generator (4.2.4)
- das Meta-Modell (nach BANDLER/GRINDER) (4.2.2)
- das Milton-Modell (nach BANDLER/GRINDER) (4.2.3)
- das Modell der (Neuro-) Logischen Ebenen (nach DILTS)
(4.2.2)
- Ziel-Modelle (4.2.5)
2.) Aspekte des NLP, die für die Beratung von Alkoholikern
sowohl als nützlich, als auch als risikoreich beurteilt
wurden:
- Lösungs- statt Problemorientierung (4.2.1, 4.2.5)
- die Möglichkeit schneller Erfolge (4.2.1)
- Technikorientiertheit (4.2.3.1)
- das Reframing (4.2.5)
3.) Aspekte des NLP, die für die Beratung von Alkoholikern
als risikoreich beurteilt wurden:
- die eventuell sehr hohe Erwartungshaltung an die
Effizienz von NLP-Techniken, die dann besonders
ungünstig sei, wenn das zugrundeliegende Thema
systemischer Natur ist (2.5, 3.2, 3.3, 4.2.1, 4.2.2,
4.2.5)
4.) Eigenschaften und Umstände, die bei der Anwendung des
NLP in der Drogenberatung mit Alkoholikern nützlich sein
könnten:
- eine achtungsvolle Grundhaltung (4.2)
- ein professioneller Rahmen (4.2)
- ein psychotherapeutischer Rahmen (4.2)
- die Einbettung der NLP-Techniken in ein Gesamtkonzept
(4.2)
- eine prozeßorientierte Einstellung gegenüber Ergebnissen
(having an attitude of process toward outcome) (4.2.1)
- die Fähigkeit, Rapport herstellen und aufrechterhalten
zu können (to establish and maintain rapport) (4.2.1,
4.2.3, 4.2.4)
- 15 -
5.) Eigenschaften und Umstände, die sich negativ auf die
Anwendung des NLP in der Drogenberatung mit Alkoholikern
auswirken könnten:
- Inkongruenz von NLP-Anwendern (4.2.3.1)
- unreflektierte Anwendung des NLP (4.2)
Bezüglich dieser Auflistung ist zu beachten, daß die Be-
wertungen "nützlich", "risikoreich" und "negativ" hier
aufgrund der Ergebnisse der Fragebogenaktion zugeordnet
wurden. Daher stellen sie die Summe der persönlichen An-
sichten der in den jeweiligen Institutionen arbeitenden
Personen dar und sind als vorläufige Hinweise zu be-
trachten, deren Stichhaltigkeit es erst noch zu überprüfen
gilt.
Bevor in den folgenden Kapiteln die Einsatzmöglich-
keiten des NLP in der Beratung mit Alkoholikern untersucht
werden, ist noch auf einen in den o.g. Stichpunkten ent-
haltenen Aspekt hinzuweisen, durch den bereits eine der
Grenzen der Anwendung des NLP in der Drogenberatung mit
Alkoholikern abgesteckt wird. Hierbei handelt es sich um
die Einschätzung der hohen Erwartungshaltung bezüglich der
Effizienz des NLP als besonders ungünstig, "wenn das zu-
grunde liegende Thema systemischer Natur ist" (vgl.
Kapitel 2.3). GROCHOWIAK et al. weisen in diesem Zu-
sammenhang auf folgendes hin:
"Wenn Identifizierungen und andere systemische
Störungen (z.T. über Generationen hinweg) vorliegen,
wie bei Übernahme von fremden Schicksalen (Schuld,
Unglück, Krankheit und Tod u.a.), sind bisher
bekannte NLP-Formate kontraindiziert."
(GROCHOWIAK et al. 1995, S. 10)
Mit dem Begriff der systemischen Störungen beziehen sich
GROCHOWIAK et al. hier auf HELLINGER, laut welchem diese
Art von Störungen dadurch gekennzeichnet seien, daß die
Symptome "hier nicht durch individuelle Erfahrungen be-
dingt, sondern Ausdruck einer Störung der Ordnung in der
Herkunftsfamilie" (GROCHOWIAK et al. 1995, S. 5) seien.
Wie eine solche systemische Störung funktionieren kann,
beschreiben GROCHOWIAK et al. folgendermaßen:
"Nach Bert Hellinger gibt es eine jedem Menschen
innerlich präsente Ordnung menschlicher Beziehungen.
Ist diese Ordnung gestört, spüren Mitglieder eines
- 16 -
Systems dies wie mit einem inneren Gleichgewichtssinn
und machen daraufhin 'blinde Ausgleichsbewegungen'
z.B. durch die Übernahme eines fremden Schicksals von
einem Altvorderen. Der Drang zu dieser Bewegung ist
unwiderstehlich und erfolgt unbewußt (wird allerdings
dann i.d.R. rationalisiert). Geschieht also dem
Mitglied eines Systems ein Unrecht (...) oder hat
jemand einen Vorteil durch den Nachteil eines
anderen, dann repräsentiert ein Nachkomme diese
Person, stellt in seinem Leben deren früheres
Schicksal nach ('Identifizierung') und hat sogar
deren Gefühle ('Fremdgefühle')."
(GROCHOWIAK et al. 1995, S. 5)
Laut HELLINGER/TEN HÖVEL gibt es nur drei bei systemischen
Störungen auftretende Grunddynamiken, und zwar:
"- die Tendenz: 'Ich folge dir nach in den Tod
oder in die Krankheit oder in das Schicksal';
- die andere ist: 'Lieber sterbe ich als du' oder
'Lieber gehe ich als du';
- und die dritte: Sühne für persönliche Schuld."
(HELLINGER/TEN HÖVEL 1996, S. 27)
Wichtig ist an dieser Stelle vorläufig erst einmal nur,
die o.g. Kategorien "Systemische Störung", "Identifi-
zierung" und "Fremdgefühle" und die damit zusammen-
hängenden Grunddynamiken zu kennen, und zu wissen, daß das
NLP in seiner bisher bestehenden Form beim Auftreten
dieser Phänomene nicht angewendet werden sollte, da sie
mit bisherigen NLP-Methoden nicht erfolgreich bearbeitet
werden können (vgl. GROCHOWIAK et al. 1995, S. 10). Zudem
könnte der Klient durch die NLP-Techniken "in einen tiefen
Konflikt zwischen dem eigenen Wohlergehen und der
Loyalität zu den entsprechenden Personen im System"
(GROCHOWIAK et al. 1995, S. 7) gestürzt werden. Die hier
beschriebene Grenze der Anwendungsmöglichkeit des NLP be-
zeichne ich im Folgenden als durch die Systembindungen des
Individuums bedingte Grenze. Sofern sie in den nun
folgenden Betrachtungen relevant wird, wird an den be-
treffenden Stellen näher darauf eingegangen.
- 17 -
3 Die Erfordernisse der Drogenberatung mit Alkoholikern
Um die Möglichkeiten, Grenzen und Risiken des NLP in der
Drogenberatung mit Alkoholikern analysieren zu können, muß
zuerst geklärt werden, welchen Zielen das NLP in diesem
Bereich dienen soll. Die Festlegung dieser Ziele erfolgt
in diesem Abschnitt. Sie werden im Folgenden aus den Auf-
gaben der Drogenberatung als Teil der Behandlungskette und
den Besonderheiten in der Gesprächsführung mit Alko-
holikern abgeleitet. Dadurch wird der Maßstab festgelegt,
an dem die Möglichkeiten, Grenzen und Risiken des NLP in
der Drogenberatung mit Alkoholikern zu messen sind.
- 18 -
3.1 Die Aufgaben der Drogenberatung als Teil der
Behandlungskette
Der professionelle Hilfeprozeß der Alkoholikerbehandlung
läßt sich zusammmen mit den damit verbundenen Aufgaben
idealtypisch in die folgenden vier Phasen einteilen (vgl.
FEUERLEIN 1989, S. 176 ff.; GROHALL 1982, S. 43; SOYKA
1995, S. 291 f.):
1.) Kontaktphase:
- Stellen der somatischen, psychischen und sozialen
Diagnose
- Feststellung somatischer Folgekrankheiten
- Klärung von Behandlungsmöglichkeiten
- Klärung der Behandlungsbereitschaft (Motivation zu
weiteren Therapiemaßnahmen) des Patienten und seiner Be-
zugspersonen
- Motivierung des Patienten zur Abstinenz und zur Ein-
leitung dazu evtl. notwendiger Therapiemaßnahmen und
Motivierung seiner Bezugspersonen: Beides unter
Betonung der Selbstverantwortlichkeit und Selbst-
bestimmung des Patienten
- Indikationsstellung für nachfolgende Behandlungs-
maßnahmen
- ggf. Vermittlung eines Entgiftungs- und eines Therapie-
platzes (vgl. REICHMANN 1994, S. 72)
2.) Entgiftungs- bzw. Entziehungsphase:
- Absetzen des Alkohols
- Behandlung der Entzugserscheinungen (ggf. medikamentös)
- Hinwirkung auf ggf. notwendige Weiterbehandlung zur Ent-
wöhnung
3.) Entwöhnungsphase:
- Abbruch des Mißbrauchs- bzw. Abhängigkeitsprozesses,
nach Möglichkeit unter Einbeziehung der Bezugspersonen
- Erlernen von Bewältigungsstrategien und Sozialisations-
formen des Lebens ohne Alkohol
4.) Weiterbehandlungs-, Rehabilitations- und Nachsorge-
phase:
- (Wieder-) Eingliederung des Patienten in Familie, Beruf
und soziale Umwelt
- 19 -
- Auffangen und Verarbeitung eventueller Rückfälle
- ggf. stationäre Weiterbehandlung
- ggf. Unterbringung und Betreuung in Übergangsheimen oder
ähnlichen Einrichtungen
Im Folgenden ist nun zu klären, welche dieser Auf-
gaben zum Aufgabenbereich der Drogenberatung gehören, und
inwiefern die Anwendung des NLP hier möglich und sinnvoll
erscheint und daher näher untersucht werden soll. Hierzu
klammere ich erst einmal alle diejenigen Aufgaben aus, die
nicht zu den Beratungsaufgaben der Drogenberatung ge-
hören.
Zu diesen Aufgaben, die im Folgenden also nicht näher
betrachtet werden sollen, gehört in der Kontaktphase das
Stellen der somatischen Diagnose und die Feststellung
somatischer Folgekrankheiten, da beide hauptsächlich in
den Aufgabenbereich des Arztes fallen. Aus dem gleichen
Grund fallen das Absetzen des Alkohols und die Behandlung
der Entzugserscheinungen aus den folgenden Betrachtungen
heraus. In der Nachsorgephase gehören die ggf. erforder-
liche Unterbringung und Betreuung in Übergangsheimen oder
ähnlichen Einrichtungen und die stationäre Weiterbehand-
lung zu den hier auszuklammernden Aufgaben, da sie in
erster Linie keinen beratenden Charakter haben. Da die
Entwöhnungsphase in den Bereich der Therapie gehört, ist
sie folglich nicht Teil der Beratung und fällt damit eben-
falls aus den nachfolgenden Betrachtungen heraus.
Die nun verbleibenden, und damit als in den Zu-
ständigkeitsbereich der Drogenberatung gehörend definier-
baren Aufgaben lassen sich in die drei Bereiche
administrative, diagnostische und motivationsfordernde
Aufgaben unterteilen. Zu den administrativen Aufgaben ge-
hören vor allem die Klärung von Behandlungsmöglichkeiten
und die Vermittlung eines Entgiftungs- und Therapie-
platzes. Obwohl das NLP auch in diesem Bereich angewandt
werden kann (z.B. bei Verhandlungen mit Leistungs- und
Kostenträgern), sollen die administrativen Aufgaben hier
ebenfalls ausgeklammert werden, da es im Folgenden um die
Drogenberatung mit Alkoholikern geht, also um das, was
in der Beratung zwischen Berater und Klient geschieht.
Somit bleibt, was die Aufgaben der Drogenberatung
als Teil der Behandlungskette angeht, im Rahmen dieser
Diplomarbeit zu untersuchen, inwiefern das NLP beim
Stellen der sozialen und psychischen Diagnose und bei der
Förderung der Veränderungsmotivation des Klienten nützlich
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sein kann. Hierzu müssen die Bereiche Diagnostik und
Motivierung zuerst differenzierter betrachtet werden.
Der Bereich soziale und psychische Diagnostik läßt
sich zusammen mit den durch sie zu klärenden Fragen nach
pragmatischen Kriterien in drei Aspekte untergliedern
(vgl. SCHNEIDER in FETT (Hrsg.) 1992, S. 39 f.):
1.) Sammlung von Informationen über die sozialen und
psychischen Rahmenbedingungen, unter denen der Klient
lebt:
- Welche Probleme bestehen, und wie könnten sie zusammen-
hängen? (Anamnese und Hypothesenbildung)
2.) Klärung der Bedingungen, die die Therapiegestaltung
beeinflussen:
- Wie sieht die Entwicklungsgeschichte der gegenwärtigen
Probleme aus?
- Welche Gründe bestehen für den derzeitigen Ver-
änderungswunsch?
- Welche Ziele und Werte verfolgt der Klient?
- Welche Stärken und Schwächen hat der Klient, die seine
Selbstheilungsfähigkeiten beeinflussen?
- Wie sind die sozialen Rahmenbedingungen, und welche
fördenden und hemmenden Einflüsse haben sie auf die
angestrebten Veränderungen?
3.) Vorbereitung der Möglichkeit einer Rückmeldung über
den Therapieverlauf:
- Wie lassen sich im jeweiligen Einzelfall die Be-
handlungsziele operationalisieren und Verlaufs- und
Erfolgskontrollen durchführen?
Als einen weiteren Aspekt der Diagnostik betrachtet
SCHNEIDER die "Förderung des Verstehens und der Änderungs-
motivation" (SCHNEIDER in FETT (Hrsg.) 1992, S. 40). Ob-
wohl sich die Motivation über alle Behandlungsphasen
erstreckt (vgl. FEUERLEIN 1989, S. 177), also auch über
die Diagnostik, soll sie hier gesondert betrachtet werden,
da ihr gerade aufgrund ihrer phasenübergreifenden Funktion
eine besondere Bedeutung innerhalb des Veränderungs-
prozesses des Klienten zukommt (vgl. FEUERLEIN 1989, S.
177; BUSCH in HELMCHEN et al. (Hrsg.) 1981, S. 209;
SCHLÜTER-DUPONT 1990, S. 319; SOYKA 1995, S. 291; JACOBS
1981, S. 30).
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