Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
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2. KONZEPT UND ZIELE DES BAUSTEINS
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3. BAUSTEIN
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4. RESÜMEE
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5. LITERATURVERZEICHNIS
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1. Einleitung
Zunächst will ich die Hintergründe des Bausteins zur nichtrassistischen Bildungsarbeit etwas näher erläutern. Danach werde ich die Ziele und das Konzept darstellen, gefolgt von der detaillierten Beschreibung der einzelnen Themen und Teile des Bausteins. Am Schluss werde ich ein Resümee ziehen. Hintergründe
Die AutorInnen des Bausteins sahen sich in ihren Seminaren und im Alltag immer mehr mit rassistischen, nationalistischen und sexistischen Vorurteilen konfrontiert. Eine Studie der Friedrich Ebert Stiftung mit dem Titel: „Vom Rand zur Mitte“, macht dies deutlich:
„Die erste Studie: 2006 befragten Wissenschaftler im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung 5000 Personen ab 14 Jahren zur ihrer rechtsextremen Einstellung. Das Ergebnis damals: jeder vierte Deutsche zeigt fremdenfeindliche Tendenzen. Die zweite Studie: Für die aktuelle Befragung wurden 60 Personen mit deutschem Hintergrund interviewt, die sich 2006 besonders ausländerfeindlich geäußert hatten. Zu den Gruppeninterviews an bundesweit zwölf Orten kamen Personen mit unterschiedlicher sozialer Herkunft, Generationen und Berufstätigkeit zusammen. Fazit: Fremdenfeindlichkeit wird immer salonfähiger. Mit besorgniserregender Selbstverständlichkeit lassen Jung und Alt im Osten und im Westen ihrem rechtsextremen Gedankengut freien Lauf. Als politische Konsequenzen aus der Untersuchung fordern die Autoren der Studie eine weitere Demokratisierung von Institutionen, Schulen oder Betrieben und die Förderung der gesellschaftlichen Mitbestimmung.“
(http://www.fes.de/rechtsextremismus/pdf/Vom_Rand_zur_Mitte.pdf ( Zugriff am 06.01.2009) Daraufhin wurde beschlossen ein Konzept zur nichtrassistischen Bildungsarbeit zu
erarbeiten. Die AutorInnen des Bausteins sind sehr verschieden im Bezug auf Geschlecht, der sozialen Situation, Alter und innerdeutschen Herkunft. In Bezug auf Rassismus gehören sie zur Mehrheitsgesellschaft, was heißt, dass sie nicht rassistisch diskriminiert werden. In dieser Perspektive liegen auch die Grenzen des Materials, da farbige und migrantische TeamerInnen in ihren Workshops aufgrund ihrer Herkunft und Erfahrungen mit rassistischer Diskriminierung andrer Perspektiven bieten können.
In der Einleitung gehen sie zunächst auf die verschieden Formen und Ursachen antisemitischen und rassistischen Denkens und Handelns ein und erklären die gesellschaftlichen Zusammenhänge. „Rassismus und Antisemitismus sind nicht das Ergebnis von individuellen Vorurteilen, sondern vor allem von einer Realität der Ungleichheit, die unsere Gesellschaft schon lange wie selbstverständlich durchzieht“. (Baustein zur
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nichtrassistischen Bildungsarbeit, S.5, DGB- Bildungswerk Thüringen e.V., Erfurt, 2.Auflage 2005).
Rassismus ist in unserer Gesellschaft stark verwurzelt, was zum Beispiel Sondergesetze für Ausländer oder der neue Einbürgerungstest deutlich machen. Aber auch im Alltagssprachgebrauch merken wir oft gar nicht mehr die Wurzeln verschiedener diffamierender Redewendungen, wie zum Beispiel: „Das ist doch getürkt“, oder, hier geht es ja zu wie in der Judenschule“. Dies sind nur einige Beispiele und ich werde es an anderer Stelle noch einmal aufgreifen.
2. Konzept und Ziele des Bausteins
Der Baustein ist für gewerkschaftliche und außerschulische Bildungsarbeit geeignet. Die AutorInnen wollen mit dem Baustein Hilfestellung beim Umgang mit rassistischen Äußerungen und Handlungen in der gewerkschaftlichen und politischen Bildungsarbeit geben. Er greift auch Probleme aus Seminaren auf und bietet inhaltliche und methodische Vorschläge für einen pädagogisch sinnvollen und gleichzeitig offensiven Umgang mit Rassismus (Baustein zur nichtrassistischen Bildungsarbeit, S. 5 ff., DGB- Bildungswerk Thüringen e.V., Erfurt, 2.Auflage 2005).
Die VerfasserInnen wollen sich davon distanzieren, Rassismus als ein individualisiertes Problem an zu sehen, sondern die strukturellen Bedingungen der Gesellschaft, des Staates und der Ökonomie in Zusammenhang mit Rassismus stellen. Des weiteren fordern sie dazu auf Widersprüche in unserem eigenen Denken und Handeln zu erkennen und zu hinterfragen. Beispielsweise ob wir uns darüber aufregen wenn es in der Kantine für die ArbeitskollegInnen muslimischen Glaubens eine schweinefleischfreie „Extrawurst“ gibt, oder ob es uns nur stört das es zu wenig Auswahl gibt (Baustein zur nichtrassistischen Bildungsarbeit, S. 6, DGB- Bildungswerk Thüringen e.V., Erfurt, 2.Auflage 2005). Die AutorInnen des Bausteins wollen uns dazu ermutigen, Widersprüchlichkeiten rassistischen Denkens und die gesellschaftlichen Gründe zu analysieren anstatt sie auf andre zu projezieren (Baustein zur nichtrassistischen Bildungsarbeit, S. 6, DGB- Bildungswerk Thüringen e.V., Erfurt, 2.Auflage 2005).
Die Inhalte des Bausteins beschäftigen sich mit den vielfältigen Facetten der rassistischen und antisemitischen Vorurteile und Denkens in unserer Gesellschaft. So wollen die AutorInnen zum Beispiel dazu anregen, darüber nach zu denken, was uns an Rassismus stört. Dadurch soll erreicht werden, dass sich nicht nur die Opfer von rassistischen Anfeindungen damit beschäftigen, sondern auch alle anderen TeilnehmerInnen eines Seminars. Sie setzen darauf, dass Rassismus gegen die Vorstellung von Gerechtigkeit aller TeilnehmerInnen verstößt. „Die meisten Menschen haben eigene Erfahrungen mit
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struktureller Benachteiligung, Entmündigung oder Ausgrenzung: sei es als Kind, als abhängig Beschäftigte, als Behinderter, als Frau etc. An diese Erfahrungen knüpfen wir an, um sich vorstellen zu können, wie Rassismus und Diskriminierung funktionieren - auch ohne so zu tun, als wären alle Unterdrückungserfahrungen gleich“ (Baustein zur nichtrassistischen Bildungsarbeit, S. 7, DGB- Bildungswerk Thüringen e.V., Erfurt, 2.Auflage 2005). Es soll die Einsicht erreicht werden, dass Konflikte nicht gelöst werden können, wenn sie rassistisch interpretiert werden. So zum Beispiel die alltägliche Äußerung seitens Teilen der Bevölkerung Ausländer würden Deutschen die Arbeitsplätze wegnehmen. Die AutorInnen sind der Meinung, wer so etwas von sich gibt hat weder die Ursachen von Arbeitslosigkeit verstanden, noch kann er/sie Utopien und wirkungsvolle Handlungsmöglichkeiten für eine andere gesellschaftliche Arbeitsverteilung entwickeln (Baustein zur nichtrassistischen Bildungsarbeit, S. 7, DGB- Bildungswerk Thüringen e.V., Erfurt, 2.Auflage 2005). In ihrer Einführung gehen die AutorInnen auch auf den Nutzen antirassistischer und politischer Bildungsarbeit ein. In einem Beispiel, Anfang der Neunziger, wird verdeutlicht wie sinnvoll Antirassismus als Bildungsinvestition sein kann. In Eisenhüttenstadt überfielen 2 Mitarbeiter von Elxo Stahl aus rassistischen Motiven den Imbiss eines Mitbürgers mit Migrationshintergrund. Als dies im Unternehmen bekannt wurde, analysierten Geschäftsleitung und Betriebsrat die schädigende Außenwirkung auf den Konzern als „global player“. Die 2 Mitarbeiter wurden gekündigt und im Unternehmen wurden mittelfristige Projekte gegen Rechtsextremismus geschaffen (Baustein zur nichtrassistischen Bildungsarbeit, S. 14 , DGB- Bildungswerk Thüringen e.V., Erfurt, 2.Auflage 2005). Dies zeigt, das es auch für die Wirtschaft von Nutzen ist, wenn die MitarbeiterInnen eines Konzerns sensibilisiert sind für die Auswirkungen von Rassismus. Ein weiteres Anliegen der VerfasserInnen des Bausteins ist die Synthese von antirassistischer und interkultureller Bildungsarbeit. Die AutorInnen sind der Auffassung, dass sich beide Ansätze ergänzen, da „die Begriffe interkulturell und antirassistisch [oft] gleichbedeutend benutzt [werden und außerdem viele] […] Methoden […] sich nur schwer genau einem Ansatz zuordnen“ (Baustein zur nichtrassistischen Bildungsarbeit, S.15, DGB-Bildungswerk Thüringen e.V., Erfurt, 2.Auflage 2005) lassen. Zu der Einführung in den Baustein gehört auch der Umgang mit rassistischen, antisemitischen oder rechtsextremen Äußerungen. Allerdings wird hier auch betont, dass die Hinweise nur für „Normalgruppen“ und nicht für rechtsextreme Gruppen geeignet sind, da hierfür spezifischere Antworten nötig sind, die den Rahmen des Bausteins sprengen würde. Die AutorInnen gehen davon aus, „dass rechte Denkmuster( Rassismus, Antisemitismus, Nationalismus, autoritäre Orientierung,...) in den Seminaren und Veranstaltungen mehr oder weniger stark, niemals jedoch ausschließlich vorhanden sind (Baustein zur nichtrassistischen Bildungsarbeit, S.21, DGB- Bildungswerk Thüringen e.V., Erfurt, 2.Auflage 2005).
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Arbeit zitieren:
Andreas Eckert, 2009, Theorie und Konzept einer nichtrassistischen Bildungsarbeit, München, GRIN Verlag GmbH
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