INHALTSVERZEICHNIS
Einleitung 2
Definition Doppeldiagnose 2
Krankheitsbild der Doppeldiagnose 3
Krankheitsverlauf 5
Therapie bei Doppeldiagnose 5
Versorgungssituation der Menschen mit Doppeldiagnose in Deutschland 6
Psychiatrie 7
Suchthilfe 8
Spezialeinrichtungen für DoppeldiagnosepatientInnen 8
Case Management 10
Res ümee 14
Literatur und Quellen 15
1
EINLEITUNG
Ich werde in meiner Arbeit zunächst die Definition für das Krankheitsbild der Doppeldiagnose erläutern. Danach soll der Krankheitsverlauf und die Therapiemöglichkeiten für Menschen mit Doppeldiagnose aufgezeigt werden. Anschließend werde ich die Versorgung- und Behandlungssituation im deutschen Versorgungssystem hinsichtlich der verschiedenen Einrichtungen wie der psychosozialen Dienste, der Obdachlosenhilfe und der Suchttherapieeinrichtungen und welche Konflikte sich daraus ergeben. Ich werde dann verschiedene Ansätze für die Unterbringung und Behandlung für Menschen mit Komorbidität genauer darstellen, wie zum Beispiel die spezialisierten Einrichtungen, Case Management und den Ansatz der integrierten Behandlung. Am Schluss werde ich ein Resümee ziehen und die verschieden Ansätze abwägen.
DEFINITION DOPPELDIAGNOSE
Bereits 1911 wurde das Zusammentreffen von Sucht und psychischer Störung von Eugen Bleuler thematisiert. Er hat damals einen Zusammenhang zwischen Schizophrenie und Alkoholismus gesehen. 1952 weist Benedetti auf eine enge Verflechtung von schizophrenen Psychosen und Alkoholhalluzinosen hin (Conrad, 2008, S.7). Mit der Einführung der Klassifizierungssysteme DSM-III und ICD- 10 wurde aber erst eine multiple Diagnose bei Vorliegen mehrerer Syndrome möglich. Vor dieser Möglichkeit der doppelten Diagnose, wurde die Schichtenregel angewandt. Alle Symptome und Probleme wurden einer Krankheit zu geordnet und die Behandlung war nach der Hauptdiagnose orientiert, was die Gefahr barg, dass wichtige Aspekte der Zweiterkrankung unberücksichtigt blieben. Heutzutage hat man dafür eine beschreibende Diagnostik, aufgrund derer man nebeneinander stehende gleichwertige Störungen diagnostizieren kann (Wessel 2002, aus Conrad 2008, S.7 f.). Unter dem Begriff Doppeldiagnose wird im Allgemeinen die Komorbidität oder das gemeinsame Auftreten einer psychischen Störung und einer Substanzstörung verstanden (Moggi, 2007 S.15, f.) Früher wurde der Begriff der Doppeldiagnose nur bei Menschen verwendet, die eine geistige Behinderung und eine psychische Störung aufwiesen. Es gibt für den Begriff der Doppeldiagnose keine verbindliche Definition. Im Allgemeinen wird ein Spezialfall von Komorbidität darunter verstanden (Conrad 2008, S.8).
2
KRANKHEITSBILD DER DOPPELDIAGNOSE
Eine der am häufigsten vorkommenden Form von Komorbidität, ist die Psychose und eine Suchterkrankung. Die Lebenszeitprävalenz bei PatientInnen mit einer psychotischen Erkrankung liegt bei 50%. Es gibt verschiedene Erklärungsmodelle für diese Form der Doppeldiagnose(Conrad, 2008 S.34 ff.): a) Modell der sekundären Suchtentwicklung b) Modell der Psychoseinduktion c) Modell der gemeinsamen ätiologischen Faktoren
Diese Modelle können keinesfalls das gesamte Spektrum der Komorbidität erklären, sie dienen nur zur Hilfe. Es ist davon aus zu gehen, dass bei einzelnen PatientInnen ein Kombination aus Mechanismen der verschiedenen Modelle vorliegt.
a) Modell der sekundären Suchtentwicklung:
− Selbstmedikationsthese: hier wird davon ausgegangen, dass die PatientInnen die an einer psychotischen Erkrankung leiden, Substanzen konsumieren um ihre psychotischen Symptome selbst zu behandeln. Diese These war lange Zeit dominierend, wurde aber bei einer neueren empirischen Untersuchung nicht bestätigt. Häufig kommt der Substanzmissbrauch vor dem Ausbruch einer Psychose.
− Affektionsregulationsmodell: es wird davon ausgegangen, dass es so genannte Persönlichkeitsdimensionen und -eigenschaften wie Stressintoleranz, und Tendenzen zu negativer Affektivität gibt, welche primär gesunden und schizophrenen, sowie präschizophrenen Menschen für Substanzmissbrauch empfänglich machen. Diese These könnte die hohe Komorbidität von Psychose und Sucht erklären, und warum sich der Substanzmissbrauch bereits vor der psychischen Erkrankung festigt.
− Supersensitivitätsmodell: Geht von einer primären Vulnerabilität für eine Psychose aus und von einem negativen Einfluss des Konsums auf den Verlauf der Psychose. Schizophrene PatientInnen konsumieren oft eher geringe Mengen von Suchtstoffen, deshalb entwickeln sie seltener eine Körperliche Abhängigkeit und Nachfolgeschäden durch die Suchtstoffe, aber entwickeln dennoch häufig auch bei geringen Dosen von Stimulanzien und Halluzinogenen psychotische Symptome.
3
− Social-Drift- Hypothese: geht davon aus, dass der Drogenmissbrauch bei schizophrenen PatientInnen auch durch den sozialen Abstieg begünstigt werden kann.
b) Modell der Psychoseinduktion:
Das Grundmodell der Psychoseinduktion bezieht sich auf die Wirkung des Konsums von Drogen. Es geht davon aus, dass durch den Konsum „Psychosen ausgeklinkt werden, die im Folgenden auch ohne Fortsetzung des Konsums den Verlauf einer schizophrenen Psychose nehmen“. (Gouzoulis- Mayfrank, zit. n. Conrad 2008, S. 35).
c) Modelle der gemeinsamen ätiologischen Faktoren:
„Diese Modelle gehen von einer gemeinsamen neurobiologischen Grundlage bzw. von einem prädisponierenden Faktor für Schizophrenie und Sucht aus (Conrad 2008, S. 35). − Dysfunktion des zentralen dopaminergenen Systems: dem Transmitter Dopamin wird eine zentrale Rolle bei Schizophrenie und Sucht zugeschrieben, deshalb könnte eine Dysfunktion des zentralen dopaminergenen Systems ein gemeinsamer Vulnerabilitätsfaktor sein. − Symptom der Schizophrenie: dass schizophrene Patienten PatientInnen regelmäßig weiter konsumieren, obwohl sie die negativen Auswirkungen erleben, deutet auf eine primäre erhöhte Vulnerabilität für die Entwicklung und Aufrechterhaltung eines Substanzkonsums als Symptom der Schizophrenie hin.
− Vorliegen einer antisozialen Persönlichkeitsstörung: Die antisoziale Persönlichkeitsstörung hat eine sehr hohe Komorbiditätsrate mit Suchterkrankungen, sowie eine erhöhte Komorbidität mit schizophrenen Psychosen. Die Rolle der antisozialen Persönlichkeitsstörung als Risiko- und ätiologischer Faktor für die Komorbidität Psychose und Sucht ist dennoch nicht gesichert. Es muss bedacht werden, dass Sucht und die damit verbundenen sozioökonomischen Folgen Verhaltensweisen hervorrufen, die zu den Kriterien der antisozialen Persönlichkeitsstörung zählen(vgl. Gouzoulis- Mayfrank 2004, S.644/645, aus Conrad 2008 S.35).
Da keines dieser Modelle das ganze Spektrum der Komorbidität abdecken kann und es eine Heterogenität in der Gruppe der PatientInnen mit Doppeldiagnose vermutet wird, geht man davon aus, dass bei manchen PatientInnen eine Kombination aus verschieden Mechanismen der Modelle vorhanden sind. ( Conrad 2008, S.35,f.)
4
Arbeit zitieren:
Andreas Eckert, 2009, Doppeldiagnose - Krankheitsbild, Therapie und Behandlungssituation, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Sozialpädagogik / Sozialarbeit: Doppeldiagnose - Krankheitsbild, Therapie und Behandlungssituation ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Sozialpädagogik / Sozialarbeit: neuer Titel erschienen: Doppeldiagnose - Krankheitsbild, Therapie und Behandlungssituation
Andreas Eckert hat einen neuen Text hochgeladen
100 Krankheitsbilder in der Physiotherapie
Anleitungen und Tipps für die ...
Christine Mayer, Werner Siems
Miasmatische Krankheitsbilder in der Tiermedizin
Psora, Sykose, Syphilis, Tuber...
Hans Martin Steingassner
Vom medialen Körperkult zum gesellschaftlichen Krankheitsbild
Zu den Zusammenhängen zwischen...
Christian Zitt
Multiple Chemikalien-Sensitivität (MCS) - Ein Krankheitsbild der chron...
Umweltmedizinische, toxikologi...
Hans U. Hill, Wolfgang Huber, Kurt E. Müller
Essential Components of Cognitive-Behavior Therapy for Depression
Jacqueline B. Persons, Michael A. Tompkins, Joan Davidson
0 Kommentare