8.) Bibliografie 21
8.1.) Quellen 21
8.2.) Sekundärliteratur. 21
8.3.) Internetverzeichnis 22
8.3.) Abbildungsverzeichnis. 22
9.) Anhang 23
2
1.) Einleitung
Hadrian, Antoninus Pius und Marc Aurel lassen sich in das Zeitalter der Adoptivkaiser einordnen. In dieser Zeit wurde die Nachfolge in der Herrschaft durch Adoption bestimmt, um den jeweils besten auszuwählen. 1 Den Anfang gestaltete Nerva, der Trajan 97 n. Chr. als Nachfolger bestimmte und endete damit, dass Marc Aurel seinen leiblichen Sohn Commodus zum Nachfolger erklärte. 2 Die Herrschaft der Kaiser von Nerva bis Mark Aurel gilt auch heute noch oft als Glanzzeit des Römischen Reiches.
„Mit den Nachfolgern Nervas begann eine lange Serie jener Herrscher, die ihre göttliche Herkunft von Herrschergeneration zu Herrschergeneration länger werdend an den Staatsgott Nerva knüpften.“ 3
In der vorliegenden Hausarbeit ist das besondere Augenmerk auf der Betrachtung des Herrscherkultes auf die Kaiser Hadrian, Antoninus Pius und Marc Aurel gelegt. Es wird wichtig zu sehen sein, inwiefern diese Herrscher ihren Kultstatus und die Vergöttlichung ihrer Vorgänger als Legitimation ihrer eigenen Herrschaft zu nutzen wussten.
War es möglich, durch die Religion die Herrschaft weiter auszubauen? Inwiefern konnten sie sich als rechtmäßiger Kaiser legitimieren? Welche Rolle nahm in dieser Position der Kaiserkult ein?
Auch in der modernen Forschung wird dieses Thema diskutiert. Zahlreiche Erscheinungen über die jeweiligen Kaiser behandeln in unterschiedlichen Kapiteln dieses ebenfalls. An dieser Stelle sind vor allem die Werke von Clauss und Taeger zu nennen, welche eine ausführliche Darstellung der einzelnen Kaiser der gesamtrömischen Zeit wiedergeben, worunter Hadrian, Antoninus Pius und Marc Aurel auch unter diesen Gesichtspunkten betrachtet werden.
1 Hadrian soll sich laut Cassius Dio wie folgt über Nachfolgeregelung geäußert haben: „Mir hat die Natur, meine lieben Freunde, keinen Sohn gewährt, doch ihr habt es durch gesetzliche Regelung ermöglicht. Nun besteht aber zwischen beiden Möglichkeiten der Unterschied, daß ein leiblicher Sohn sich so entwickelt, wie es dem Himmel gefällt, während man einen Adoptivsohn nur Aufgrund sorgfältiger Auswahl zu sich nimmt. So kommt es, daß die Natur oftmals einem Vater ein krüppelhaftes geistesschwaches Kind beschert, durch auslese hingegen bestimmt ein Mensch mit gesundem Leib und Geist erwählt wird.“ Cass. Dio. 69.20.2.- 3.
2 Vgl. Dankwarth, Gerhard: Marc Aurel. Römischer Kaiser und Philosoph. Heere 1997. S. 155.
3 Clauss, Manfred: Kaiser und Gott. Herrscherkult im römischen Reich. Leipzig 2001. S. 371.
3
Der erste Teil der vorliegenden Hausarbeit gibt einen kurzen Einblick in die geschichtlichen Grundzüge der letzten drei Adoptivkaiser. Er soll vor allem auf die Beziehungen zwischen ihnen hinweisen und sie ausführen, um die einzelnen Umstände besser verstehen zu können. Anschließend soll ein Einblick in die Praxis der Herrscherverehrung gegeben werden, die vor allem in Rom üblich war.
Im anschließenden Themengebiet, werden die jeweiligen Kaiser im Blick auf den Herrscherkult betrachtet. Es soll dabei Aufschluss darüber gegeben werden, wie sie im Einzelnen mit der Divinisierung ihrer Vorgänger umgingen und welche Probleme dabei entstanden. Außerdem sollen auch Unterschiede und Gemeinsamkeiten aufgezeigt werden.
Die vorliegende Hausarbeit baut vor allem auf Aussagen der Historia Augusta und von Cassius Dio auf. Diese antiken Quellen vermitteln am deutlichsten die Divinisierungsprozesse, welche sich in Rom damals ereigneten. Sie werden mit Hilfe der einschlägigen Forschungsliteratur in den Kontext eingeordnet und so wird ein Bild des Kaiserkultes im Bezug auf Hadrian, Antoninus Pius und Marc Aurel wiedergegeben.
4
2.) Geschichtliche Grundzüge der Zeit
2.1.) Einordnung des Hadrians
Hadrian wurde 76 n. Chr. in Italtika in Spanien geboren. 4 Es waren ihm durch eine nahe Verwandtschaft zu Trajan 5 und dadurch, dass er sein Mündel war, erhebliche Chancen auf den Kaiserthron sicher. Um die eigentliche Adoption Hadrians stellen sich viele Rätsel. Die Historia Augusta berichtet, dass Hadrian erst zwei Tage vor dem Tod Trajans von seiner Adoption erfahren habe. 6 Ebenso deutet sie auf eine Intrige der Plotina, Trajans Frau, hin. 7 Cassius Dio antwortet darauf wie folgt:
„Trajans Tod [sei] deshalb einige Tage verheimlicht worden […], damit Hadrians Adoption vorher noch bekanntgegeben werden könne.“ 8
Viel Zweifel entstand um die Adoption Hadrians. Dennoch wurde er vom Senat als rechtmäßiger Nachfolger anerkannt.
Um seine eigene Nachfolge zu sichern, adoptierte er den Ceionius Commodus 9 , welcher aber auf Grund seines schlechten Gesundheitszustandes bald darauf verstarb. Nach dessen Tod adoptierte Hadrian den späteren Kaiser Antoninus Pius mit der Bedingung, dass dieser wiederum den Anninus Verus, den Sohn des Verstorbenen, 10 und den Marcus Antoninus adoptierte. 11 Auf diese Weise konnte Hadrian seine Nachfolge auf möglichst lange Zeit bestimmen. Hadrian starb am 10. Juli 138. 12
4 Vgl. H.A. Hadr., 1.3.
5 Trajan war Hadrians Vetter. Vgl. H.A. Hadr., 1.2.
6 Vgl. H.A. Hadr., 4. 6.- 7.
7 „Es fehlt auch nicht an Stimmen, die überliefert haben, durch eine Intrige der Plotina sei Hadrian nach dem bereits eingetretenen Tod Trajans zur Adoption gelangt in dem man einen Mann unterschob, der an Trajans Statt in mattem Ton die entscheidenden Worte sprach.“ H.A. Hadr., 4.10.
8 Cass. Dio. 69.1.4.
9 Nach der Adoption wird er Aelius Verus Caesar genannt. Vgl. H.A. Hadr., 23.11.
10 siehe hierzu im Anhang S. 21, Abb. 2.
11 Vgl. H.A. Hadr., 24.1.
12 Vgl. Dankwarth, Marc Aurel, S. 154.
5
2.2.) Einordnung des Antoninus Pius
Antoninus Pius wurde am 19. September 86 bei Lanuvium 13 geboren. Verheiratet war er mit Annia Faustina 14 und galt als würdiger Nachfolger Hadrians. Er soll rechtschaffend, fromm und pflichtbewusst gewesen sein, weswegen er den Beinamen Pius erhielt. 15 Er verheiratete seine jüngere Tochter Faustina im Jahr 145 an Marc Aurel 16 und machte diesen so zu seinem Schwiegersohn. Seine Regierung ist vor allem durch lange Friedensperioden definiert gewesen.
„Niemand stand im Ausland in so hohem Ansehen, wiewohl er allzeit von solcher Friedensliebe beseelt war, daß er Scipios Ausspruch, ihm liege mehr am Leben einen einzigen Bürgers als am Tod von tausend Feinden, im Munde führte.“ 17
Antoninus starb am 7. März 161 und hinterließ zwei Adoptivsöhne mit der Anwartschaft auf den kaiserlichen Thron, nämlich Marc Aurel und Lucius Verus, welche er beide auf Hadrians Wunsch bei seiner eigenen Adoption adoptierte.
2.3.) Einordnung des Marc Aurels
Marc Aurel wurde am 25. April 121 geboren. 18 Nach dem Tod seines Adoptivvaters bestieg er gemeinsam mit Lucius Verus den Thron des römischen Imperiums. 19 Diesen verheiratete er mit seiner Tochter Lucilla. 20 Lucius Verus verstarb jedoch schon im Jahr 169 21 und Marc Aurel wurde zum alleinigen Regenten.
Er gilt als einer der letzten Vertreter der stoischen Philosophie, welche seine Regierung entscheidend prägte. So schrieb er in seinen Selbstbetrachtungen:
„Hüte dich, daß du nicht ein tyrannischer Kaiser wirst! Nimm einen solchen anstrich nicht an, denn es geschieht so leicht. Erhalte dich also einfach, gut, lauter, ernsthaft, prunklos, gerechtigkeitsliebend, gottes- 13 Vgl.Walentowski, Sabine: Kommentar zur Vita Antoninus Pius der Historia Augusta. Bonn 1998. S. 89.
14 Auch benannt als Faustina die Ältere. Vgl. H.A. Pius, 1.6.
15 Vgl. H.A. Pius, 2.3.- 7.
16 Vgl. H.A. Pius. 1.7. und auch Dankwarth, Marc Aurel, S. 154. siehe hierzu auch im Anhang S. 21, Abb. 2.
17 Vgl. H.A. Pius, 9.10.
18 Vgl. H.A. Aurel, 1.5.
19 Vgl. Cass. Dio. 71.1.1.
20 Vgl. H.A. Verus, 2.4.
21 Vgl. Dankwarth, Marc Aurel, S. 154.
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Arbeit zitieren:
Julia Rudloff, 2010, Der Kaiserkult der letzten drei Adoptivkaiser, München, GRIN Verlag GmbH
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