Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Geschichtliche Hintergründe 3
3. Anglizismen in Québec 5
3.1. Definition von Anglizismen 5
3.2. Verbreitung und Frequenz 5
3.3. Integration 6
4. Sprachpolitik 7
4.1. Loi sur la langue officielle 7
4.2. Charte de la langue française 7
4.3. Office québécois de la langue française 9
5. Zusammenfassung 10
6. Literaturangaben 11
6.1. Internetquellen 11
2
1. Einleitung
Nicht nur in der deutschen und in anderen internationalen Sprachen kommen sie sehr häufig vor, auch im français québécois, das in der Provinz Québec gesprochen wird, finden sie sich wieder - Anglizismen. Die Diskussion um die Präsenz von Anglizismen ist in vielen Ländern ein Thema, und besonders die Provinz Québec hat damit zu ,,kämpfen“, da sie bis 1977 offiziell zweisprachig war und sich außerdem als einzige frankophone Provinz in einem anglophonen Meer behaupten muss und der Einfluss des Englischen sich in hohem Maße auf die französische Sprache einwirkt.
Diese Hausarbeit gibt zuerst einen Überblick über die wichtigsten geschichtlichen Ereignisse, die sich ebenfalls auf die sprachliche Situation in Québec auswirkten. Im Anschluss wird auf Anglizismen eingegangen: Seit wann und wie häufig kommen sie im français québécois vor und wie werden sie in die französische Sprache integriert? Im letzten Teil dieser Hausarbeit geht es um die Sprachpolitik in Québec, die mit ihren Gesetzen dazu beitrug, dass die englische Sprache nicht die französische verdrängte und dass eine Französierung der Provinz Québec stattfand.
2. Geschichtliche Hintergründe
Mit dem Ende der Eiszeit, um 7000 v. Chr., ließen sich die ersten Menschen in Kanada nieder und es bildeten sich im Laufe der Jahre Ureinwohnerschaften, bevor etwa 1000 n. Chr. die ersten Europäer, nämlich Wikinger, die kanadische Küste entdeckten. Aufgrund von Auseinandersetzungen mit den Eingeborenen hielt es die Wikinger aber nicht lange dort und so zogen sie schließlich weiter. Im 16. Jahrhundert entdeckten dann auch britische, französische, spanische und portugiesische Fischer Kanada für sich und gründeten kleinere Siedlungen 1 ; Die erste Größere entstand 1605 und wurde Neufrankreich genannt. Ihr Gründer war Samuel de Champlain, ein französischer Forschungsreisender, der die französische Kolonialisierung Kanadas einleitete 2 und insgesamt mehrere Siedlungen, darunter auch die Stadt Québec im Jahre 1608, gründete (vgl. Wolf 1989, 1).
1 http://www.hundert6.de/geschichte-kanadas.
2 http://www.wikipedia.org/wiki/Samuel_de_Champlain.
Wirtschaftliche Gründe waren ausschlaggebend für die Besiedlung Kanadas, besonders der Pelzhandel und die Fischerei waren sowohl für die Ureinwohner als auch für die Europäer von großer Bedeutung.
Im 17. und 18. Jahrhundert, als nicht nur Franzosen Québec besiedelten, sondern auch Teile des Landes durch Briten besetzt wurden, kam es zu Auseinandersetzungen und um 1754 sogar zum Krieg zwischen Franzosen und Briten. Bei der Schlacht auf der Abraham-Ebene 1759 wurden die Franzosen besiegt und Québec und Montréal von den Briten eingenommen. Mit dem Pariser Frieden von 1763 musste Frankreich all seine Gebiete in Kanada, also auch Québec, an England abtreten. Während des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges von 1775 bis 1783 kamen zahlreiche anglophone Flüchtlinge nach Québec, wodurch sich der Anteil der englischsprachigen Bevölkerung verdreifachte und sich dieser nicht mit den Regelungen des Québec-Act von 1774 zufrieden geben wollte. Dieses Gesetz führte u.a. die französische Zivilgerichtsbarkeit ein und erkannte neben religiösen auch linguistische Rechte des frankophonen Bevölkerungsteils in Kanada an, nachdem die Eroberung Québecs durch die Briten zu einer Sprachkontaktsituation des Französischen mit dem Englischen führte und dadurch das français québécois maßgeblich geprägt wurde: Bestrebungen der anglophonen Eroberer im Bezug auf den französisch sprechenden Teil der Bevölkerung waren damals auf völlige Assimilation ausgerichtet (vgl. Wolf 1989, 40f).
Nach der Niederlage der Briten im Unabhängigkeitskrieg und einem weiteren Verfassungsgesetz wurde Kanada einige Jahre später zunehmend von einem britischen (Oberkanada) und einem französischen Teil (Niederkanada) geprägt 3 . 1841 fand ein erneuter Zusammenschluss von Ober- und Niederkanada zu der britischen Provinz Kanada statt, und Ottawa wurde Hauptstadt des Landes. Trotz der Tatsache, dass jede Provinz ihre eigene Regierung bekam und es schien, als ob der frankophone Teil der Bevölkerung kulturell eigenständig würde, konnte die Position des Französischen in Kanada nicht gesichert werden, da sich in einigen Bereichen wie beispielsweise der Politik und auch im Zuge der Industrialisierung das Englische immer mehr als Arbeitssprache durchsetzte und sich auch in der Alltagssprache der Kanadier immer weiter ausbreitete (Wolf 1989, 46, 62).
3 http://www.hundert6.de/geschichte-kanadas
Arbeit zitieren:
Sabrina Schäl, 2011, Anglizismen und Sprachpolitik in Québec , München, GRIN Verlag GmbH
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