Inhaltsverzeichnis
1. Begriffsabgrenzungen und Problemstellung 1
2. Soziale Verantwortung und Ethik 3
Soziale Verantwortung der Unternehmen 2.1 3
2.1.1 Verantwortungsträger 3
2.1.2 Gegenstand sozialer Verantwortung 5
2.2 Initiativen und Leitsätze zur Umsetzung
sozialer Verantwortung 8
2.3 Einhaltung und Kontrolle
sozialer Verantwortung 11
2.3.1 Externe Anreize und Bewertungsmöglichkeiten
sozialer Verantwortung von Unternehmen 11
2.3.2 Interne Motivation der Unternehmen für
die Einhaltung sozialer Verantwortung 13
2.4 Beispiele von sozial verantwortlichen und
unverantwortlichen Unternehmen 15
3. Zusammenfassung und Fazit 21
4. Literaturverzeichnis 22
I
Abkürzungsverzeichnis
AA1000 AccountAbility 1000 Abb. Abbildung BSR Business for Social Responsibility CSR Corporate Social Responsibility DJSGI Dow Jones Sustainability Group Index DSI Domini 400 Social Index ECS 2000 Ethics Compliance Management Standard 2000 EPA Environmental Protection Agency EU Europäische Union FCS Forest Stewardship Council FTSE4good Financial Times Stock Exchange Index GLS Gemeinschaftsbank für Leihen und Schenken GRI Global Reporting Initiative GSI Global Social Investment imug Institut für Markt-Umwelt-Gesellschaft e.V. IOA Internationale Arbeitsorganisation IT Informationstechnologie NAI Natur Aktien Index NRO Nichtregierungsorganisationen OECD Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung PCB polychlorierte Biphenyle SHE Security, Health, Environment SHEQ Safety, Health,Environment und Quality SRI Social Responsible Investing SVN Social Venture Network UDHR United Nations Universal Declaration of Human Rights UN United Nations
II
Abbildungsverzeichnis
Abb. 1:
Dimensionen sozialer Verantwortung der Unternehmen 7
Abb. 2:
Tripple-Bottom-Line-Konzept 8
Abb. 3:
Beispiele sozial verantwortlicher Unternehmen 17
Abb. 4:
Beispiele sozial unverantwortlicher Unternehmen 20
III
1. Begriffsabgrenzungen und Problemstellung
Die zunehmende Globalisierung, die im Folgenden verstanden wird als „Trend zur interna-
tionalen Ausdehnung wirtschaftlicher Aktivitäten (…),“ 1 birgt zahlreiche Chancen, z. B. weltweit besseren Zugang zu und eine größere Auswahl an Gütern und Dienstleistungen, aber auch Risiken in sich, z. B. Verlagerung von Arbeitsplätzen und in Folge dessen Anstieg struktureller Arbeitslosigkeit in den Industrienationen. Auf multinationale Unternehmen, d. h. Unternehmen, die in vielen Staaten vertreten sind und den Weltmarkt unter Berücksichtigung länderspezifischer Bedürfnisse bearbeiten 2 , kommen neue und immer komplexer werdende Aufgaben und Anforderungen zu. Zudem werden sie von der Öffentlichkeit mit dem Vorwurf konfrontiert, im Zuge der Globalisierung die Freiwilligkeit von sozialen Richtlinien und offensichtliche globale Gesetzeslücken (z. B. Kinderarbeit in Entwicklungsländern) auszunutzen, um im wohlverstandenen Eigeninteresse zu handeln und nicht nach-
haltig und verantwortlich im Sinne des Gemeinwohls. 3
Moralisch oder „sozial verantwortlich“ zu handeln heißt, dass Unternehmen soziale Belange und Umweltbelange in ihre Unternehmenstätigkeit und in die Wechselbeziehungen mit den Stakeholdern integrieren und über die Gesetzeskonformität hinaus in Humankapital,
Umwelt und Beziehungen zu anderen Stakeholdern investieren. 4 Das Ausmaß sozialer Ver-
1 Holstein/Pflugmann/Sperber/Sprink2000, S. 245
2 Vgl. Schmekel/Barth 2003/2004, S. 7
3 Vgl. Heydenreich 2004, S. 165
4 Vgl. Europäische Kommission 2001, S. 8
- 1 -
antwortung hängt dabei von der Philosophie und Ethik des Unternehmens ab, unter der man die „Lehre vom ,sittlichen, guten oder auch rechten’ Verhalten.(…)“ versteht. 5 Schwierig hierbei ist es einen universell gültigen Handlungsrahmen für soziale Verantwortung zu definieren, an dem sich alle Unternehmen orientieren können und der sämtliche
regionale Unterschiede von Wertesystemen berücksichtigt. 6
Problematisch ist jedoch auch die nicht eindeutige und allgemeinverbindliche inhaltliche Abgrenzbarkeit der Begriffe „Soziale Verantwortung“ und „Ethik“. Wo also die Grenzen von Legalität und gesetzlicher Verpflichtung aufhören und Ethik, moralisches Handeln und soziale Verantwortung anfangen, ist fraglich, genauso inwieweit einheitliche Regelungen für sozial verantwortliches Handeln in Unternehmen konkretisierbar sind. Folglich gestaltet es sich schwierig, Unternehmen zur Einhaltung potentieller Richtlinien zu bewegen und das möglichst auf einer global einheitlichen Art und Weise.
Um den vielfach verwendeten Begriff „soziale Verantwortung“ mit Inhalt zu füllen, erfolgt in den anschließenden Ausführungen im Kapitel 2.1 zunächst ein inhaltlicher Umriss des Begriffes „soziale Verantwortung“ sowie eine Darstellung der Verantwortlichen und damit eine Abgrenzung der Aufgabenverteilung, wobei explizit auf den Bereich „Wirtschaft“ eingegangen wird. Im Kapitel 2.2 werden exemplarisch praktische Umsetzungsversuche zur Festlegung von Leitlinien und Rahmenbedingungen für die Einhaltung sozialer Verantwortung und Ethik multinationaler Unternehmen vorgestellt und zudem untersucht, inwiefern sich globale Richtlinien finden und einhalten lassen. Anschließend wird in Kapitel 2.3 auf die Frage eingegangen, welche Motive Unternehmen haben, in soziale und ökologische Projekte zu investieren und wie sie diesbezüglich extern beeinflusst werden. Eine Darstellung von Beispielen sozial verantwortlicher und unverantwortlicher Aktivitäten von Unternehmen in Kapitel 2.4 soll zum einen soziale Verantwortung veranschaulichen, zum anderen die Spannweite von Führungspolitiken verdeutlichen. Die Arbeit schließt mit einem kurzen Fazit.
5 Schneck 2000, S. 351
6 Vgl. Heydenreich 2004, S. 166
- 2 -
2. Soziale Verantwortung und Ethik
2.1 Soziale Verantwortung der Unternehmen
2.1.1 Verantwortungsträger
Durch die fortwährende transnationale Ausweitung wirtschaftlicher Aktivitäten entstehen neue Formen des Marktdrucks aber auch des sozialen Drucks, der von allen gesellschaftlichen Teilbereichen sozial verantwortliches und ethisch tragbares Verhalten fordert. Die verschiedenen Bereiche wie Kultur, Rechtswesen, Religion, Wissenschaft, Politik und Wirtschaft stellen Subsysteme der Gesellschaft dar, die interdependent aber relativ unabhängig voneinander sind, daher jeweils unterschiedliche Aufgaben und Interessen haben
sowie eine differente innere Struktur. 7 Aus dieser Extraktion von Zuständigkeitsbereichen folgt eine gesellschaftliche Arbeitsteilung, zu der jeder entsprechend seiner Möglichkeiten
und seiner Eignung beiträgt nach Maßgabe eines „contrat social“ 8 , wobei das Gesamtergebnis besser ist als die Summe der Einzelergebnisse jedes Subsystems. 9 Sollen gesellschaftliche Forderungen Beachtung finden, stellt sich die Frage nach dem rechten Ansprechpartner, d. h. nach der sozialen Verantwortung der jeweiligen Teilbereiche auf Basis
einer „fairen gesellschaftlichen Arbeitsteilung“. 10 Jedes Subsystem trägt demzufolge eine Teilverantwortung, wie bspw. das Subsystem „Wirtschaft“, auf das im Folgenden eingegangen wird und innerhalb dessen auf die Teilverantwortungen der Unternehmen.
Im Subsystem „Wirtschaft“ teilen sich Behörden, Unternehmen, Sozialpartner, NRO (Nichtregierungsorganisationen) und andere Akteure, einschließlich aller Einzelpersonen
die soziale Verantwortung. 11
Der Unternehmenssektor umfasst sämtliche Unternehmensformen und Betriebsgrößen. 12 Meist jedoch sind es die größeren Unternehmen, die zum Teil in umweltsensiblen Regionen der Welt agieren, die in großem Umfang sozial verantwortlich handeln, weil sie stärker, rentabler und innovativer sind als die kleineren und somit über eine stärkere Finanzkraft
und Einflussnahme verfügen. 13 Jedoch tragen auch diejenigen soziale Verantwortung, „denen nur indirekte oder geringfügige Einflussnahme möglich ist“. 14
7 Vgl. Leisinger 2004, S. 4
8 Leisinger 2004, S. 3
9 Vgl. Leisinger 2004, S. 5
10 Leisinger 2004, S. 3
11 Europäische Kommission 2001, S. 25
12 Vgl. Kommission d. Europäischen Gemeinschaft 2002, S. 12
13 Vgl. Leisinger 2001, S. 8f.; Hundt 2005, S. 1f.; Schönborn/Steinert 2000, S. 38
14 Leisinger 1999, S. 10
- 3 -
Innerhalb jeden Unternehmens trägt jedes Mitglied, vom Mitarbeiter bis zum Manager, eine Teilverantwortung. Dabei müssen sich besonders die Manager zusätzlich zu sämtlichen Kompetenzen der Führungsstärke einer ethisch-moralischen Werteinstellung und Sensibili-
tät bewusst werden und diese praktizieren lernen, 15 um auch Entscheidungen treffen zu können, die von der bisherigen Norm abweichen. Es ist also unerlässlich, Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen für Manager und auch für Mitarbeiter zur Vermittlung notwendiger Qualifikationen und Kompetenzen zu fördern, damit sie soziale Verantwortung praktizie-
ren, weiterentwickeln und fördern können. 16
Unternehmen im Allgemeinen kommt eine besondere Stellung und Wichtigkeit als Bauteil der Gesellschaft zu, denn sie bieten für die Menschen und die Gesellschaft Lebens-, Betei-
ligungs- und Entfaltungschancen und prägen die Sozialkultur mit. 17 Jedes Unternehmen trägt dabei gegenüber Mitarbeitern, Kunden, Investoren, Stakeholdern, Zivilgesellschaft, und Umwelt soziale Verantwortung und berücksichtigt deren Belange, übernimmt so selbst
die Rolle eines Bürgers im Staat (Corporate Citizenship) und handelt danach. 18 Durch die Globalisierung erhält diese soziale Verantwortung eine internationale Dimension. 19 Trotz der hohen Bedeutung ist es nicht gerechtfertigt, die Verantwortung allein auf die Un-
ternehmen abzuwälzen. 20 „Kein gesellschaftlicher Akteur trägt für alle Belange Verantwortung; niemand hat alle Pflichten und keiner alle Rechte“. 21 Zwar bestehen verschiedene Auffassungen bezüglich der Verantwortungsverteilung, die Akzeptanz der Abgrenzung und daraus folgend die Kooperation und Leistungsfähigkeit der Gesellschaft entstehen jedoch
nur durch den Konsens aller Gesellschaftsmitglieder. 22 Durch Deregulierung und Privatisierung wurde viel staatliche Verantwortung auf die Zivilgesellschaft und damit auf die Wirt-
schaft übertragen. 23 Soziale Verantwortung der Unternehmen darf jedoch „nicht als Entschuldigung gesehen werden, die Verantwortung der öffentlichen Hand auf die privaten
Unternehmen zu übergeben.“ 24 Vielmehr sollte Politik im Dialog mit den Unternehmen und damit der Wirtschaft Rahmenbedingungen schaffen, die sozial verantwortliches Handeln ermöglichen.
15 Vgl. Küng 1997, S. 348ff.
16 Vgl. Europäische Kommission 2001, S. 18, 27
17 Vgl. BKK Bundesverband, S. 10; Hundt 2005: 1f.
18 Vgl. Autischer 2002, S. 1ff. ; Braun/Kukuk 2007
19 Vgl. Kommission d. Europäischen Gemeinschaften 2002, S. 6; Rogowski 2004, S. 2
20 Vgl. Söder/Stein 2003: Söder, S. 7
21 Leisinger 2004, S. 4
22 Vgl. Leisinger 2004, S. 4, 6
23 Vgl. Autischer 2002, S. 2; Rogowski 2004, S. 3f.
24 Autischer 2002, S. 7
- 4 -
Arbeit zitieren:
Inga Enderle, 2007, Soziale Verantwortung und Ethik multinationaler Unternehmen, München, GRIN Verlag GmbH
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