die Bevölkerung war auf ein tatsächliches militärisches Engagement in großen Teilen nicht vorbereitet.
Ende des 20. Jahrhunderts hatte die NATO das Ende des Blockkonfrontation erfolgreich gemeistert und bestand nach wie vor. In der Frage „out of area or out of business“, hatte man sich für „out of area“ entschieden.
Die dritte Phase der NATO begann mit dem 11. September 2001. Doch was zunächst als gemeinsame äußere Bedrohung des Westens angesehen wurde, führte in der Folge nicht zu einem gemeinsamen Engagement des Westens im Rahmen der NATO. Zwar wurde der Bündnisfall nach Artikel 5 erklärt, doch diese Erklärung konnte sich zunächst nicht über die Bedeutung einer symbolischen Geste hinausentwickeln. Die USA reagierten auf 9/11 stattdessen mit einer „Koalition der Willigen“. Die NATO musste zuschauen. Es drohte ein immenser Bedeutungsverlust. Die Gründe dafür lagen nicht allein in dem sehr ausgeprägt unilateralen außenpolitischen Ansatz der US-Administration. Vielmehr muss gesehen werden, dass die NATO militärisch und politisch nicht zu einem umfassenden Anti-Terror-Einsatz in der Lage war. Doch auch in dieser Situation bewies sich das Bündnis als beharrlich und wandlungsfähig. Mit einer Reihe von Gipfeltreffen vollzog die NATO ihren bis dahin größten Transformationsprozess. 2002 wurde in Prag die Einführung der NATO Response Force (NRF), die Reform der Kommandostrukturen und eine Verbesserung der Streitkräfteplanung (Prague Capabilities Committment) beschlossen. Auf dem Gipfel in Istanbul im Jahr 2004 wurde die Istanbul Cooperation Initiative (ICI) ins Leben gerufen. Zudem beschloss man hier die Ausweitung der NATO-Mission in Afghanistan und die Ausbildung irakischer Sicherheitskräfte. 2006 wurde in Riga die NRF für voll einsatzfähig erklärt. Durch einen entschlossenen Transformationsprozess hat sich die NATO aus der Krise zu Beginn des 21. Jahrhunderts heraus gearbeitet. Neben den militärischen Fähigkeiten verbesserten sich vor allem die europäisch-amerikanischen Beziehungen, die nach wie vor das Rückrat dieses Bündnisses sind. Die NATO hat sich erfolgreich von einem Bündnis zur Verteidigung eines gemeinsamen Territoriums zu einem Bündnis zur Verteidigung gemeinsamer Werte und Interessen gewandelt. Aufstandsbekämpfung, Anti-Terror-Maßnahmen, Abwehr von Cyberattacken, Bekämpfung von Piraterie und organisierter Kriminalität, Rüstungskontrolle und Abrüstung, zählen genauso zu ihren Aufgaben, wie die klassische Landesverteidigung. Die NATO ist damit im 21. Jahrhundert angekommen. Um jedoch auch in Zukunft handlungsfähig und durchsetzungskräftig auftreten zu können, darf
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Arbeit zitieren:
Florens Mayer M.A., 2009, Ein Bündnis von gestern für morgen – Kontinuität und Wandel der NATO, München, GRIN Verlag GmbH
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