II
Inhaltsverzeichnis
Abk ürzungsverzeichnis III
1 Abgrenzung der Themenstellung - 1 -
2 Definitionen - 2 -
3 Der Europäische Qualifikationsrahmen. - 4 -
4 Der Deutsche Qualifikationsrahmen - 7 -
4.1 Ziele und Forderungen - 7 -
4.2 Erarbeitungsphase I - 10 -
4.3 Diskussionsvorschlag - 12 -
4.4 Erarbeitungsphase II - 14 -
4.5 Kritik und aktuelle Diskussion. - 15 -
5. Fazit - 19 -
Anhang - 20 -
DQR -Matrix - 20 -
Literaturverzeichnis...................................................................................... - 27 -
III
Abkürzungsverzeichnis
AK DQR Arbeitskreis Deutscher Qualifikationsrahmen B-L-KG DQR Bund-Länder-Koordinierungsgruppe Deutscher Qualifikationsrahmen DGB Deutscher Gewerkschaftsbund DQR Deutscher Qualifikationsrahmens für lebenslanges Lernen EQR Europäischer Qualifikationsrahmen
- 1 - 1Abgrenzung der Themenstellung
Bildung ist in der heutigen Wissensgesellschaft zum wichtigsten Rohstoff ge-worden und ist gleichzeitig die Grundlage, auf der jeder Einzelne seine Zukunft aufbaut. Alle Mitglieder der Gesellschaft sollen Teil an ihr haben. Der Bildungserwerb beginnt in den Familien, setzt sich in Kindergärten und vorschulischen Einrichtungen, in allen Schulstufen und Schulformen sowie in den Hochschulen fort und endet eigentlich nie, wenn man das Schlagwort vom lebenslangen Ler-
nen ernst nimmt. 1
Die ständig wachsende Bedeutung lebenslangen Lernens begründet sich auch aus den kurzen Innovationszyklen, welche für unsere heutige wettbewerbsbasierte Wissensgesellschaft charakteristisch sind. 2 Der Europäische Qualifikationsrahmen (EQR) sowie der darauf aufbauende Entwicklungsprozess des Deutschen Qualifikationsrahmens für lebenslanges Lernen (DQR) sind Ergebnisse aktueller bildungspolitischer Interaktionen mit dem Ziel, allumfassendes lebenslanges Lernen, Durchlässigkeit, Chancengleichheit und Mobilität zu ermöglichen.
Ziel der vorliegenden Seminararbeit ist es, den Deutschen Qualifikationsrahmen sowie seinen Entwicklungsprozess unter Berücksichtigung seiner Potenziale und Schwächen aus Sicht der verschiedenen Anspruchsgruppen darzustellen. Der nach der ersten Erarbeitungsphase vorgelegte Diskussionsvorschlag eines Deutschen Qualifikationsrahmens soll den Schwerpunkt dafür bilden. Die zweite Entwicklungsphase ist gegenwärtig noch nicht abgeschlossen. Die Aufnahme einiger Aspekte der jüngsten Diskussionen in diese Arbeit sollen die Aktualität sowie die politische Brisanz des Themas noch einmal verdeutlichen.
1 Vgl. Schlüter, A. (2009), S. 9.
2 Vgl. Reglin, T. (2009) S. 30.
- 2 - 2Definitionen
Fertigkeiten
„Fertigkeiten bezeichnen die Fähigkeiten, Wissen anzuwenden und Know-How einzusetzen, um Aufgaben auszuführen und Probleme zu lösen. Fertigkeiten werden als kognitive Fertigkeiten (logisches, intuitives und kreatives Denken) und als praktische Fertigkeiten (Geschicklichkeiten und Verwertung von Metho-
den, Materialien, Werkzeugen und Instrumenten) beschrieben.“ 3
Formelles Lernen
„Formelles Lernen ist auf die Vermittlung festgelegter Lerninhalte und Lernziele in organisierter Form gerichtet. Es zielt auf ein angestrebtes oder vorgegebenes Lernergebnis und richtet die Lernprozesse didaktisch-methodisch und organisa-
torisch daran aus.“ 4
Informelles Lernen
Bei informellem Lernen stellt sich in der Regel ein Lernergebnis ein, ohne dass es von vornherein bewusst angestrebt wurde. Die Intentionalität ist auf andere Ziele und Zwecke und nicht auf Lernoptionen als solche gerichtet. 5
Lernergebnisse (learning outcomes)
„Lernergebnisse bezeichnen das, was Lernende wissen, verstehen und in der Lage sind zu tun, nachdem sie einen Lernprozess abgeschlossen haben.“ 6
3 Arbeitskreis Deutscher Qualifikationsrahmen (2009), S. 14.
4 Dehnbostel, P. (2003), S. 5.
5 Vgl. ebenda, S. 5.
6 Arbeitskreis Deutscher Qualifikationsrahmen (2009), S. 14.
- 3 - Qualifikationen
Qualifikationen beschreiben das formale Ergebnis eines Beurteilungs- und Validierungsprozesses, bei dem eine dafür zuständige Institution festgestellt hat,
dass die individuellen Lernergebnisse vorgegebenen Standards entsprechen.“ 7
7 Vgl. Arbeitskreis Deutscher Qualifikationsrahmen (2009), S. 15.
- 4 - 3Der Europäische Qualifikationsrahmen
Europa befindet sich gegenwärtig in einer Phase, die sowohl durch rasante Entwicklung in Technik und Wissenschaft als auch durch zunehmende Überalterung der Gesellschaft geprägt ist. Lebenslanges Lernen sowie internationale Mobilität sind notwendig geworden. 8 Durch die Anpassung der nationalen Bildungssysteme an die sich ständig verändernden Bedingungen ergab sich jedoch eine wachsende Differenzierung von Bildungswegen, Lerninhalten, Abschlüssen und Qualifikationen, welche die internationale Bildungs- und Arbeitsmobilität erschweren und die Möglichkeiten allumfassenden lebenslangen
Lernens begrenzen. 9
Um dem Ziel der Europäischen Union, der „Schaffung eines gemeinsamen Wirtschaftsraumes, in dem sich Ideen, Kapital und Arbeitskräfte frei entfalten
können“ 10 , gerecht zu werden und um individuelle Entwicklung, Wettbewerbsfähigkeit, Beschäftigung und sozialen Zusammenhalt in der europäischen Gemeinschaft zu stärken, sind der Ausbau und die Anerkennung der Kenntnisse, Fertigkeiten und Kompetenzen der Wirtschaftssubjekte von zentraler Bedeu-
tung. 11
Zur Förderung der Transparenz und Vergleichbarkeit von Kompetenzen und Qualifikationen sowie zur Stärkung der Mobilität auf dem europäischen Bildungs- und Arbeitsmarkt hat die Europäische Union im April 2008 den Europäischen Qualifikationsrahmen für lebenslanges Lernen (EQR) verabschiedet. 12
8 Vgl. Kommission der Europäischen Gemeinschaft (2006), S. 2.
9 Vgl. ebenda.
10 Becker, M. (2009), S. 369.
11 Vgl. Europäische Union (2008), S. 2.
12 Vgl. Bundesministerium für Bildung und Forschung (2008a), S. 3.
- 5 -Der in der Rechtsform einer Empfehlung vorliegende EQR 13 soll in Form eines gemeinsamen europäischen Referenzrahmens als Übersetzungsinstrument zwischen den Qualifikationen verschiedener Länder fungieren, indem diese ihre nationalen Qualifikationssysteme bis zum Jahr 2010 mit dem EQR verknüp-fen. 14
Die Grundlage des EQR bilden acht Referenzniveaus, die sämtliche Qualifikationen der Bereiche allgemeine Bildung, Erwachsenenbildung, berufliche Bildung
sowie Hochschulbildung umfassen. 15 Dabei entsprechen die Niveaustufen sechs, sieben und acht den sogenannten Bologna-Deskriptoren und berücksichtigen insbesondere die mit Bachelor, Master und Promotion verbundenen Qualifikationen bzw. Kompetenzen. 16 Im Sinne der Förderung des lebenslangen Lernens und der Transparenz und Durchlässigkeit zwischen den verschiedenen Bildungssystemen sollte jedes Qualifikationsniveau jedoch grundsätzlich auf
unterschiedlichen Bildungs- und Karrierewegen erreichbar sein. 17 Die Beschreibung der Referenzniveaus erfolgt auf Basis von Lernergebnissen, welche sich als Kombination von Kenntnissen, Fertigkeiten und Kompetenzen definieren und neben formalem Lernen sowohl non-formales als auch informel-
les Lernen berücksichtigen. 18 „Es geht nicht darum, was man mit einem Abschluss ist, sondern was man kann bzw. können sollte!“ 19 Diese Outcome-Orientierung und damit Abstraktion ergibt sich notwendig aus der bildungssystem- und branchenübergreifenden Formulierung des EQR unabhängig von Wissensdomänen und Fachgebieten. Nur so können die unterschiedlichen Branchen und Nationen Bezugspunkte für die Gestaltung ihrer
Zertifikatsformen finden. 20
13 Vgl. Herdegen, M. (2009), S. 5.
14 Vgl. Europäische Kommission (2008), S. 3.
15 Vgl. Kommission der Europäischen Gemeinschaft (2006), S. 11.
16 Vgl. Dehnbostel, P./Neß, H./Overwien, B. (2009), S. 29.
17 Vgl. Europäische Union (2008), S. 5.
18 Vgl. ebenda, S. 3.
19 Vgl. Bundesministerium für Bildung und Forschung (2008a), S. 10.
20 Vgl. Clement, U. (o. J.), S. 5.
- 6 -Der Beschluss des EQR als Empfehlung impliziert, dass die EU-Mitgliedsstaaten grundsätzlich frei in der Entscheidung darüber sind, ob eine innerstaatliche Umsetzung der Empfehlung stattfindet oder nicht. 21 Seiner Funk-tion als Referenzrahmen kann der EQR jedoch erst gerecht werden, wenn die Mitgliedsstaaten ihre nationalen Qualifikationssysteme, welche durch den EQR weder ersetzt noch definiert werden, an den EQR koppeln, insbesondere indem sie ihre national erarbeiteten Qualifikationsniveaus mit denen des EQR ver-knüpfen. 22
„Die Strukturen der Bildungssysteme sollen so heterogen bleiben, wie es die Nationalstaaten wünschen. Damit bleibt Wettbewerb der Bildungssysteme möglich.“ 23
21 Vgl. Herdegen, M. (2009), S. 5.
22 Vgl. Europäische Union (2008), S. 6 f.
23 Becker, M. (2009), S. 370.
Arbeit zitieren:
Katharina Friederike Sträter, 2010, Der Deutsche Qualifikationsrahmen - Darstellung und Entwicklung, München, GRIN Verlag GmbH
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