Dominik Dautzenberg
1. Einleitung
Ich habe mich für das Thema „Suchtprävention bei Jugendlichen im Rahmen der Verhaltensprävention“ entschieden, da ich seit 2007 auf einer Station für die Behandlung von illegalen Abhängigkeitserkrankungen arbeite und dadurch viele Menschen kennen gelernt habe, die täglich mit den in der Öffentlichkeit vorherrschenden Klischees über Abhängige konfrontiert sind. Drogenabhängige werden in den Medien, und somit auch in der Gesellschaft, oft falsch dargestellt. So konsumieren nur die wenigsten Abhängigen aus Lust bzw. Spaß am Rauscherleben. Dieses Erleben ist auch nur in den wenigsten Fällen der Grund für den Beginn einer „Drogenkarriere“. Da es sich in der Behandlung auf der Station allerdings um die Tertiärprävention handelt, möchte ich im Rahmen dieser Arbeit einen Schritt zurück gehen und die Primärprävention bei Jugendlichen beleuchten. Jugendliche werden im Rahmen ihrer Entwicklung mit so vielen verschiedenen Einflüssen konfrontiert, dass hier der Schwerpunkt in der Anwendung von Suchtprävention liegen muss. Neben meiner Arbeit auf der Station im Alexianer Krankenhaus Aachen arbeite ich so mit einem weiteren Krankenpfleger in dem Projekt „Alex meets school“. Hier laden wir verschiedene Schulklassen zu einem konstruktiven Austausch mit Abhängigen von illegalen Substanzen auf die Station ein. Dieses Projekt werde ich im Rahmen der Arbeit näher vorstellen. Im ersten Teil dieser Arbeit werde ich die verschiedenen Arten von Prävention in Bezug auf die Störungen in Folge von Abhängigkeitserkrankungen und das Themengebiet der Abhängigkeitserkrankungen zusammengefasst vorstellen, bevor ich im zweiten Teil dieser Arbeit meinen Schwerpunkt auf die Prävention von Abhängigkeitserkrankungen bei Jugendlichen lege.
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2. Terminologie und Epidemiologie
Bevor ich auf die verschiedenen Präventionsmodelle eingehe, werde ich einleitend Definitionen zu „Substanzbezogenen Störungen“ und die verschiedenen Definitionen der „Prävention“ vorstellen: „Substanzbezogene Störungen“ ist ein Sammelbegriff für alle negativen Auswirkungen des Gebrauchs von psychotroper Substanzen. Einbezogen sind dabei somatische und psychische Auswirkungen. Soziale Probleme als Folge vom Gebrauch psychotroper Substanzen (außer Tabak) inbegriffen. (vgl. Bühringer und Bühler, 2008, S. 249)
Zu den psychotropen Substanzen zählen u.a. Alkohol, Cannabis, Kokain, Heroin, Amphetamine und Stoffe aus der Gruppe der Halluzinogene. Das Hauptziel von präventiven Maßnahmen ist die Vermeidung eines „schädlichen Gebrauchs“ bzw. eines „Abhängigkeitssyndroms“ nach den Kriterien des ICD-10 (vgl. Dilling et al., 2000). „Beim „schädlichen Gebrauch“ muss eine psychische oder somatische Störung über zumindest zwölf Monate aufgetreten sein, beim „Abhängigkeitssyndrom“ müssen drei von sieben Merkmalen
(Toleranzentwicklung, Entzugssymptome, häufige Einnahme in größeren Mengen oder längeren Zeiträumen, anhaltender Wunsch/erfolglose Versuche, den Gebrauch zu verringern/zu kontrollieren, hoher Zeitbedarf für die Substanzbeschaffung, Aufgabe/Einschränkung wichtiger Aktivitäten, fortgesetzter Gebrauch trotz Kenntnis negativer Auswirkungen) der körperlichen und psychischen Abhängigkeit zutreffen“ (Bühringer und Bühler, 2008, S. 249).
Die Prävention in der praktischen Arbeit mit Suchterkrankungen wird nach Uhl in drei verschiedene Formen unterteilt: 1. Primärprävention: Allgemeine Prophylaxe an unselektierter Personengruppen
2. Sekundärprävention: Prophylaxe an Hochrisikogruppen vor der Krankheitsmanifästation
3. Tertiärprävention: Maßnahmen nach der Krankheitsmanifestation
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Die Tertiärprävention gliederte Uhl weiter auf in:
1. Tertiärpräventionstyp A: Behandlungsmaßnahmen
2. Tertiärpräventionstyp B: Rückfallprohylaxe (vgl. Uhl 2005, S. 39- 40)
Strasser teilte 1978 die allgemeine Prophylaxe auf in:
1. Primordialprävention: zielt auf Veränderungen gesellschaftlicher Risikofaktoren
2. Primärprävention: ausgerichtet auf unselektierte Individuen (vgl. Strasser 1978, S. 225-230)
Um die Wichtigkeit von Suchtprävention bei Jugendlichen zu unterstreichen, werde ich im Folgenden diesbezüglich beispielhafte Fakten aufführen. Alle Fakten beziehen sich auf die Bevölkerung der BRD:
-Etwa 3,3 Millionen Personen zwischen 18 und 64 Jahren weisen eine alkoholbezogene Diagnose „schädlicher Gebrauch“ oder „Abhängigkeitssyndrom“ auf.
-16,6 Millionen Personen sind Raucher.
-1,9 Millionen sind Medikamentenabhängig, 175000 von illegalen Substanzen, 240000 von THC.
-Pro Jahr verliert die deutsche Bevölkerung 1,5 Millionen Jahre Lebenserwartung alleine durch Tabak. (vgl. Bühringer und Bühler, 2008, S. 249)
3. Die Säulen der Prävention
Die „Suchtprävention“ beruht in Deutschland auf drei Säulen:
1. Reduktion des Angebotes (Verhältnisprävention): Die „Reduktion des Angebotes“ wird in Deutschland durch den Staat gelenkt. Durch hohe Preisgestaltung und Besteuerungen sowie einen strengen Jugendschutz soll der Zugang zu Suchtstoffen wie Alkohol und Zigaretten erschwert werden.
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Arbeit zitieren:
Dominik Dautzenberg, 2011, Suchtprävention bei Jugendlichen im Rahmen der Verhaltensprävention, München, GRIN Verlag GmbH
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