Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 1
2 Das Euthyphrondilemma 2
2.1 Sachverhalt und Dialog 2
2.2 Darstellung und Konsequenzen des Argumentationsganges 9
3 Argumente für die Vernünftigkeit göttlicher Moral 15
4 Argumente gegen die Vernünftigkeit göttlicher Moral 19
5 Kritische Beurteilung 22
6 Zusammenfassung 25
7 Literaturverzeichnis 27
1 Einleitung
In dieser Arbeit geht es um Fragen, die wahrscheinlich schon so alt sind wie die Menschheit selbst: Was ist gut? Was ist böse? Gibt es das objektiv Gute und Böse? Geht es demnach in unserem menschlichen Leben darum, jenes Gute und Böse zu erkennen, um dementsprechend richtig handeln zu können? Oder sind es im Wesentlichen die Folgen unserer Handlungen die entscheiden was gut und schlecht ist und somit Grundlage unserer Moralität sein müssen? Seit der Antike bestimmen jene Fragen das Geschehen der Moralphilosophie und spiegeln zeitgleich ein Bedürfnis der Menschheit nach Handlungsstandards wider, welche ein gutes, menschliches Leben gewährleisten sollen. Schon Platon befasste sich mit diesen Fragen und machte in seinen Werken immer wieder deutlich, dass es ihm um das Erkennen der Wesenheit dieser Dinge ging. So lässt er in den meisten seiner Werke, die in dialogischer Form verfasst sind, zwei oder mehrere Gesprächspartner argumentativ den Ursprung, beziehungsweise das Wesen verschiedener Tugenden ergründen. So geht es im Falle des Euthyphrondialoges um die Bestimmung des Frommen. Der Anspruch dieser Arbeit besteht nun darin zu veranschaulichen, in wie weit es vernünftig ist, eine Moral ohne Gott zu vertreten oder ob unsere Moralvorstellungen zwangsläufig eines Gottes bedürfen. Hierbei ist zu beachten, dass das zu Platons Zeiten polytheistisch geprägte Weltbild auf ein, unserer Zeit entsprechendes Theistisches übertragen wird, was jedoch, wie im Verlauf der Arbeit herausgearbeitet wird, für eine Untersuchung des Themas selbst, irrelevant ist. Basis zur Diskussion stellt das Euthyphrondilemma dar, das sich aus einer Frage des Sokrates im Zuge der Bestimmung des Frommen ergibt. Zu diesem Zweck wird nun zunächst in Kapitel 2 der gesamte Euthyphrondialog nachempfunden. Erste problematische Formulierungen seitens Sokrates Gesprächspartner Euthyphron fördern nunmehr erste Schwierigkeiten zu Tage, die eine Bestimmung des Frommen, mittels Verweisen auf Gottheiten, mit sich bringen. Als Zuspitzung dieser Problematik kann somit das Euthyphrondilemma verstanden werden, auf welches, nach einer detaillierten Darstellung beider Argumentationsgänge, speziell in Kapitel 2.2 eingegangen wird. Im weiteren Verlauf der Arbeit werden dann Argumente vorgetragen, die jeweils für oder gegen die Vernünftigkeit einer göttlichen Moral plädieren. So werden in Kapitel 3 zwei der bekanntesten Argumente zu Gunsten einer Gottesmoral vorgebracht, die veranschaulichen sollen, warum unsere moralische Erfahrung göttlichen Ursprungs sein muss. Anschließend wird durch einen der bekanntesten Vertreter einer gottlosen Moral, Bertrand Russell, die Gegenposition beleuchtet und vor Allem die Vernünftigkeit einer christlichen Werteordnung in Frage
1
gestellt. Letztlich findet in Kapitel 5 eine kritische Bewertung der wichtigsten Punkte statt, die durch eine Rekapitulation des gesamten Themas und der Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse in Kapitel 6 abgerundet wird. 2 Das Eutyphrondilemma
Im nachfolgenden Kapitel wird nun der Euthyphrondialog wiedergegeben und analysiert. Um einen ersten thematischen Überblick zu gewinnen, erfolgt zunächst in Abschnitt 2.1 die detaillierte Schilderung des Sachverhalts, sowie die genaue Rekonstruktion des Dialoges. Es werden zunächst beide Gesprächspartner vorgestellt und deren Funktion und Stellung in der Gesellschaft verdeutlicht, bevor schließlich die Unterhaltung nachempfunden wird. Anschließend betrachten wir in Kapitel 2.2 die wichtigsten Aussagen und deren Argumentationsstruktur, um letztlich zu dem Dreh und Angelpunkt der Arbeit, dem Euthyphrondilemma, zu gelangen. Desweiteren werden erste Konsequenzen, die sich aus einer Argumentationsanalyse ableiten lassen, aufgezeigt und erste Problemstellungen formuliert, die in den weiteren Kapiteln zu einer Diskussion über die Möglichkeit von gottloser Moral überleiten.
2.1 Sachverhalt und Dialog
Wie die meisten anderen Werke Platons ist dieses relativ kurze Stück in Dialogform verfasst. Protagonist dieses Gespräches ist wie so oft Platons Lehrer Sokrates, der selbst keine Schriften hinterlassen hat; den wir also ausschließlich aus den platonischen Dialogen kennen. Er wurde im damaligen Athen, genau wie sein Schüler Platon als „lästiger Neuerer“ und „Utopist“ 1 empfunden. Dieses Bild wurde wesentlich durch seine Art der philosophischen Gesprächsführung geprägt. So erregte er vor Allem damit Anstoß, dass er seinen Gesprächspartnern durch gezieltes Fragen ihre Begrenztheit aufzeigte und ihre Auffassungen als Scheinwissen enttarnte.
„Bis heute wird Sokrates für ein `gnadenlos bohrendes` Fragen bewundert, das die Ansichten der Gesprächspartner als nur vermeintliches Wissen entlarvt, ohne zu beanspruchen, es besser zu wissen: ,Ich weiß, daß [sic] ich nichts weiß‘. Sokrates Methode besteht in einer faszinierend geschickten Gesprächsführung: einer „Hebammenkunst“, die den Partnern eine Wahrheit zu gebären hilft, um die sie nicht ausdrücklich wußten [sic], die sie aber schon unbewußt [sic] in sich trugen […]“ 2 In den meisten frühen Dialogen des Platons geht es um die genaue Bestimmung, beziehungsweise um die möglichst genaue Definition grundlegender Begriffe. 3 Es handelt sich hierbei um einen Lern-Prozess in Dialogform: „Während die Philosophen
1 Platon: Euthyphron. Reclam. Stuttgart 1986, S.71.
2 Höffe, Otfried: Kleine Geschichte der Philosophie. Verlag C.H. Beck. München 2001. S.36.Hervorhebung im Original.
3 Vgl. ebd., S.39f.
2
vor Platon ihre Einsichten in Sprüchen und Lehrgedichten ,verkünden‘, entfaltet Platon sie in kommunikativen Denk-Prozessen: in Dialogen“ 4
Ziel ist es mittels der sokratischen Fragetechnik dem Wesen der Dinge auf den Grund zu gehen. Im Fokus dieser Bemühung steht immer die eine Grundfrage: Was ist das Wesen des Guten? Demnach spielt das „sokratische Gespräch“ bei dieser Suche in Platons Dialogen die zentrale Rolle. Denn nur in der Begegnung von Mensch zu Mensch und durch das gezielte Anzweifeln gewohnter Überzeugungen in Form des „sokratischen Fragens“, kann zu diesem Wesen der Dinge vorgedrungen werden. 5 Im
Euthyphrondialog handelt es sich nun um die genaue Bestimmung einer Tugend, der Frömmigkeit. Doch bevor es zu diesem Versuch der genauen Begriffsbestimmung kommt, soll zunächst die Rahmenhandlung aufgezeigt werden.
Es verhält sich also so, dass Euthyphron, ein junger, damals wohlbekannter Theologe und Seher, dem ebenso in Athen bekannten Lehrer Sokrates nahe eines Gerichtsgebäudes begegnet. Beide Personen sind zu diesem Zeitpunkt in einen Prozess involviert. Beide fungieren dort jedoch in komplett unterschiedlichen Rollen. Euthyphron ist Ankläger seines eigenen Vaters. Er beschuldigt ihn des Mordes an einem seiner Arbeiter. Sein Vater habe diesen Arbeiter wissentlich zu Tode kommen lassen, da dieser, durch den Vater gefesselt an Händen und Füßen, nach einiger Zeit an Hunger und Kälte in einer Grube starb.
Sokrates hingegen ist Angeklagter. Ein Mann namens Meletos beschuldigt ihn der Göttermacherei, welche mit Gotteslästerung gleichzusetzen ist. Außerdem sei er ein gefährlicher Jugendverderber, denn gerade durch den Zuspruch des Mirakels von Delphi, der ihn als den weisesten Menschen unter Allen offenbarte, erlang Sokrates die Legitimation zur Einführung einer wissenschaftlich begründeten Ethik und eine Berechtigung gerade der Jugend ein philosophisch reflektiertes Leben näher zu bringen. 6 Gerade dieser Einfluss stieß den damaligen Machthabern übel auf und sie sahen die bisher gültige aristokratische Ordnung in Gefahr. 7 Dies zeigt, dass beide Männer einen unterschiedlichen Ruf in der Gemeinschaft der Athener besaßen. Euthyphron wird nicht als Bedrohung der damaligen Ordnung angesehen.
4 Höffe,Otfried: a.a.O.,S.39. Hervorhebung im Original.
5 Vgl. Platon: a.a.O., S.71.
6 Ebd., S.68.
7 Ebd., S.69.
3
„Denn auch über mich lacht man fürwahr wie über einen Wahnwitzigen [c] sooft ich etwas über die göttlichen Dinge in der Volksversammlung sage, wenn ich ihnen nämlich vorausbedeute, was kommen wird.“ 8
Bei Sokrates sieht die Sachlage jedoch anders aus. Durch seine „bis zu dieser Zeit unbekannte Art, philosophische Gespräche in kritischer Weise zu führen“ 9 , die er im Vergleich zu den damaligen Sophisten kostenfrei anbot und sein ungewöhnliches Auftreten, wurde er als Bedrohung wahrgenommen, 10 was ihm zu einem späteren Zeitpunkt zum Verhängnis wurde.
„Als Verderber der Jugend und gefährlicher Neuerer auf religiösem Gebiet zur Verantwortung gezogen, befand ihn im Jahre 399 v. Chr. ein Kollegium von Richtern, die sich mehr dem Willen der Masse unterworfen als dem Recht verpflichtet fühlten, wegen Asebie (Gotteslästerung) für schuldig.“ 11 Der Gegensatz der Beiden wird vor Allem in ihrer Haltung in Bezug auf Göttliches deutlich: „Euthyphron spricht als kundiger Theologe nur über das Göttliche, zwar erfährt er - das ist das Schicksal von Männern seiner Art - Spott und Missachtung, aber gefährdet ist er nicht […]. 12 Sokrates ist jedoch vielmehr an Grundsätzlichem gelegen. Er glaubt nicht an die überlieferten Göttermythen, in denen die Götter als grausam und ungerecht dargestellt werden. 13 Nachdem also klar ist, welche jeweilige Position und Haltung die beiden Lehrer einnehmen, ist es nun von Bedeutung, nachzuvollziehen zu können, wie sich das Gespräch dieser verschiedenen Menschen, die sich in unterschiedlichen Lebensumständen befinden, „zu einem Dialog über das Wesen der Frömmigkeit und des Religionsrechts“ 14 entwickelt.
Euthyphron, von seinem Vater und seinen Verwandten beschuldigt, unfromm gehandelt zu haben weil er gegen den eigenen Vater vor Gericht zieht, verkündet nun selbstsicher, dass diese Leute keine Ahnung von göttlichem Recht hätten; er aber über Jenes genau Bescheid wisse. So fragt Sokrates nun genauer nach. Habe nicht er, Euthyphron selbst, Angst unfromm zu handeln und ist er wirklich über das Wesen des göttlichen Rechts in Kenntnis, wie er behauptet? 15 Auf diese Frage entgegnet Euthyphron hochmütig und in höchstem Maße von sich überzeugt und spricht sogar in der dritten Person von sich: „Nein, denn ich dürfte wohl nichts taugen, Sokrates, und Euthyphron unterschiede sich wohl in nichts von der großen Vielzahl der Menschen, […] wenn ich nicht genau um alles Derartige wüßte.“ 16
8 Platon: a.a.O., S.7.
9 Ebd., S.69.
10 Vgl. Platon: a.a.O., S.69f.
11 Platon: a.a.O., S.67.
12 Ebd., S.74.
13 Ebd., S.75.
14 Ebd., S.74.
15 Vgl. Platon: a.a.O., S.13.
16 Platon: a.a.O., S.13.
4
Hier wird nun der Übergang von der Schilderung der eigenen Situation, hin zu der Erörterung des Wesens der Frömmigkeit eingeleitet. Euthyphrons Behauptung, er wisse als Theologe genau über göttliche Belange und somit über Jenes Bescheid, was als fromm und eben genauso als unfromm gilt, veranlasst Sokrates dazu anzugreifen. 17 Sokrates Frage an den Theologen Euthyphron lautet also: „Sage also, was ist nach deiner Meinung das Fromme, was das Unfromme?“ 18 Nach einer unbefriedigenden Antwort Euthyphrons, die daraus bestand sein Handeln, also das Vorgehen gegen einen Übeltäter, in diesem Fall seinen Vater, als fromm zu bezeichnen, wird Sokrates etwas forscher und fragt jetzt gezielt weiter:
„Du bist dir aber doch bewußt, daß ich dich immer wieder nicht dazu aufforderte, mich über eine oder zwei von den vielen frommen Handlungen zu belehren, sondern eben über jene Urform, durch die alles Fromme fromm ist? Denn du behauptest doch, durch eine Urform sei das Unfromme unfromm und das Fromme fromm; […]“ 19
Hier beginnt nun der Hauptteil des Dialoges. Im Folgenden dreht sich nun alles um die Bestimmung dieser oben genannten Urform der Frömmigkeit. Euthyphron gibt jetzt im weiteren Verlauf eine erste klare Definition: „Es ist also das, was den Göttern lieb ist, fromm, was ihnen aber nicht lieb ist, unfromm.“ 20 Diese Behauptung des Euthyphron wird nun im Weiteren von Sokrates kritisch geprüft. Es ergibt sich ein erster Konflikt. Euthyphron behauptete zuvor, dass die Götter uneins wären über die Frage was Recht und was Unrecht ist, dass sie sich sogar deswegen bekriegen:
„Da nun aber Götter über den Inhalt von Recht und Unrecht nicht dieselbe Meinung vertreten, […] ist eine widersinnige Gleichsetzung von „Frommsein“ und „Unfrommsein“ nicht auszuschließen. Mit „Gottgeliebtsein“ ist dazu nur ausgesprochen, wovon eine Sache betroffen ist, nicht aber ihr Wesen bestimmt.“ 21
Nachdem Sokrates also auf dieses Problem aufmerksam gemacht hat und Euthyphron entgegnet, dass sich aber in dieser Hinsicht alle Götter darüber einig seien, dass Derjenige bestraft werden muss, der rechtswidrig getötet hat, 22 verlangt Sokrates von Euthyphron den „unmöglichen Beweis, die von Euthyphron verfolgte Verfehlung werde von allen Göttern und Menschen als ungerecht eingestuft.“ 23
Die Problematik, die hier deutlich wird, ist die Tatsache, dass Sokrates seinerseits nach dem Wesen des Frommen sucht. Dies wird für ihn gerade nicht dadurch ersichtlich, dass dieses Fromme die Eigenschaft des „von den Göttern geliebt sein“ inne hat. Er sucht
17 Vgl. Platon: a.a.O., S.74.
18 Platon: a.a.O., S.15.
19 Ebd., S.19.
20 Ebd., S.21.
21 Ebd., S.75. Hervorhebung im Original.
22 Ebd., S.25.
23 Ebd., S.75.
5
vielmehr nach der Idee der Frömmigkeit, mittels einer Begriffsbestimmung durch eine analysierende Untersuchung der Sache selbst. Euthyphron hingegen, der sein Vorgehen in besagtem Verfahren gegen seinen Vater durch Göttermythen bestätigt sehen will, ermittelt andererseits den Begriff durch die Übereinkunft von Autoritäten (den Göttern). 24 Da aber Euthyphron im Laufe der Unterhaltung diesen Unterschied nicht zu erkennen vermag und er zum zweiten Mal formuliert, dass für ihn das Fromme Dasjenige ist, was alle Götter lieben und das Unfromme, was alle Götter hassen, 25 bringt Sokrates jetzt einen neuen Aspekt der Problematik ins Spiel: „Wird das Fromme, weil es fromm ist, von den Göttern geliebt, oder ist es fromm, weil es von ihnen geliebt wird?“ 26 Hier sind wir bei der zentralen Stelle des Dialoges angelangt, dem eigentlichen Euthyphrondilemma, das sich aus eben dieser Fragestellung letztendlich aber erst ergibt und auf das an späterer Stelle in Abschnitt 2.2 noch genauer eingegangen wird. Diese scharfsinnige Frage macht zudem erneut deutlich, woran es Sokrates wirklich gelegen ist. Es reicht ihm eben nicht aus, lediglich eine Eigenschaft der Frömmigkeit, das umstrittene Prädikat des „von den Göttern geliebt sein“ als Definition von Euthyphron genannt zu bekommen. Sokrates möchte auf die Wesensart der Frömmigkeit hinaus; er will von dem Seher erklärt wissen, warum die Götter dieses Fromme lieben. Lieben sie es gerade deshalb, weil es das Fromme ist, oder macht das „geliebt sein“ das Fromme erst fromm? Da Euthyphron diese Frage erst nicht versteht, erläutert ihm Sokrates das Problem anhand von weiteren Beispielen:
„Nicht also deshalb, weil es ein Gesehenes ist, wird es gesehen, sondern im Gegenteil, deshalb ist es ein Gesehenes, weil es gesehen wird; […] auch nicht, weil es ein Getragenes ist, wird es getragen, sondern es ist ein Getragenes, weil es getragen wird.[…] nicht also, weil es etwas Geliebtes ist, wird es geliebt, von denen es geliebt wird, sondern es ist etwas Geliebtes, weil es geliebt wird?“ 27 Da Euthyphron seinerseits behauptet, dass das Gottgeliebte und das Fromme dasselbe wären und er andererseits mit Sokrates übereinkommt, dass das Fromme geliebt wird, weil es fromm ist und nicht deshalb fromm ist, weil es geliebt wird 28 und Beide im Vorigen bestätigten, dass das Gottgeliebte dadurch charakterisiert wurde, dass es gottgeliebt ist, weil es geliebt wird, und eben nicht deshalb geliebt wird, weil es etwas Gottgeliebtes ist, lässt sich hier ein Widerspruch erkennen. Dieser verdeutlicht, dass es sich bei „fromm“ und „gottgeliebt“ um zwei verschiedene Sachverhalte handelt. 29 Mit
24 Vgl.Platon: a.a.O., S.74ff.
25 Ebd., S.31.
26 Platon: a.a.O., S.31.
27 Ebd., S.33.
28 Vgl. ebd., S.35.
29 Vgl. ebd., S.76.
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Daniel Jacobs, 2011, Moral ohne Gott? Eine Betrachtung des Euthyphrondilemmas, München, GRIN Verlag GmbH
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