„Der „Manoli-Leuchtturm und das Blinkfeuer auf dem Flugplatz Berlin-Johannisthal“
Herausgeber und Autoren: Alexander Kauther, Berlin und Paul Wirtz, Jülich Heft 16 aus der Dokumentenreihe über den Flugplatz Berlin-Johannisthal 1909-1914. © Oktober 2011
Deckblatt- und Homepagegestaltung: D&M agentur, www.dundm-agentur.de 12487 Berlin-Johannisthal, Winckelmannstraße 70.
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Inhalt
Anmerkungen der Autoren 5
Veränderungen auf dem Flugplatz 6
Aufbau eines Leuchtfeuers auf dem Flugfeld 7
Lage des Flugplatzes Ende 1912 9
Fotos vom Entstehen des Leuchtturm Ende 1913 10
Die Zigarettenfirma „Manoli“- Werbeträger auf dem Leuchtturm 11
Fotos vom Manoli-Leuchtturm und vom Manoli Kiosk 12
Weitere Manoli-Werbungen 24
Gestern und heute 31
Personen- und Firmenregister 34
Quellen 34
Zeitungen und Periodika 35
Literatur 35
Bildnachweis 35
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Anmerkungen
Der Johannisthaler Flugplatz - der erste zivile Motorflugplatz Deutschlands - existiert nicht mehr. Er hatte 1945 mit der letzten Landung des Flugzeugs Lissunow Li-2 aus Moskau und mit einer historischen Flugschau 1995 endgültig ausgedient. Am 26. September 2009 wurde der 100. Jahrestag des ehemaligen Flugplatzes Adlershof-Johannisthal begangen.
Heute stehen viele neue Häuser auf dem Flugfeld und fast nichts erinnert mehr an diesen historischen Ort. Kennen die jetzt dort angesiedelten Haus- und Grundstückbesitzer die Geschichten, die mit den Straßen - benannt nach Luftfahrtpionieren - verbunden sind?
Es interessierte uns, ob noch unbekannte zeitgeschichtliche Bilder und Dokumente aufzufinden wären, die über den Flugplatz Auskunft geben. Wir begannen zu recherchieren, nachzulesen und zusammenzutragen. So ist unsere Dokumentenreihe über den Flugplatz Johannisthal von 1909-1914 entstanden. In vielen Büchern wird oft vom „Manoli-Turm“ auf dem Flugfeld berichtet. Das vorliegende Heft über den „Manoli-Leuchtturm ist“ keine wissenschaftliche Arbeit und kann auch nicht als vollständig betrachtet werden. Sie soll aber dem interessierten Leser zum Zurückschauen und Erinnern dienen. Zur Vervollständigung und Ergänzung sind wir weiterhin an Dokumenten und Fotos interessiert.
Berlin-Johannisthal, Oktober 2011 www.johflug.de
info@johflug.de
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Veränderungen auf dem Flugplatz Johannisthal
Am 1. Januar 1910 übernahm offiziell Major a. D. Georg von Tschudi (1862-1928) auf Bitten des früheren Luftschifferkommandeurs, Exzellenz Stephan von Nieber (1855-1920) die Direktion des Flugplatzes. 1
Viel wurde durch ihn und dem Gründer und Besitzer des Flugplatzes, Arthur Müller (1871-1935), nach der Eröffnung am 26. September 1909 in den folgenden Jahren auf dem Flugfeld verändert und modernisiert. Nicht nur die Tribünen wurden teilweise verlegt und befanden sich nun an geeignetster Stelle mit mehr Blick und gegen das blendende Sonnenlicht für die Zuschauer geschützt, sondern das gesamte Flugfeld wurde von allen natürlichen Unebenheiten befreit und geglättet. Der Boden war vorher zu sandig, die schmalen Flugzeugräder sind oft steckengeblieben und kamen schwer vom Boden los.
Der neue Startplatz entstand im Jahre 1910 links vom Haupteingang im nördlichen Teil des Flugfelds.
Hier siedelten sich die zahlungskräftigen Flugzeugwerke und Fliegerschulen an, denn in- und ausländische Besucher und Interessenten
kamen durch den Haupteingang! Bedeutende bekannte Fabriken, wie die „Albatros-Flugzeugwerke GmbH“, „Luft-Verkehrs-Gesellschaft AG (LVG)“, „Rumpler-Werke GmbH“, „Flugmaschine-Wright-Gesellschaft mbH“ (auf dem östlichen Flugfeld, Adlershof) siedelten sich an und wurden weltbekannt.
Bis Ende 1912 wurden auch bessere technische Voraussetzungen wie z. B. eine Windmessanlage in der Nähe des Haupteinganges am neuen Startplatz geschaffen. Windmesseranzeige
Zur Herbstflugwoche vom 28. September bis 5. Oktober 1913 ließ die Flugplatzverwaltung mit drei Firmen zusammen Nachtsicht-Vorrichtungen aufbauen, um Erfahrungen zu sammeln für die späteren Markierungen von Luftstraßen.
Zu diesem Zweck waren von der “Allgemeinen Elektrizitäts-Gesellschaft“, von der „Gesellschaft der Berlin-Anhaltischen Maschinenbau AG (Bamag)“ und von der „Julius Pintsch-AG“ verschiedene Leuchtfeuersysteme zu einem Vergleichsversuch aufgebaut worden.
1 Heft 1 der Dokumentenreihe zum Flugplatz Johannisthal 1909-1914, „Wie der Flugplatz in Johannistahl entstand“, Kauther-Wirtz im Eigenverlag 2009.
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Aufbau eines Leuchtfeuers auf dem Flugfeld
Für das A.E.G-Licht war an der Seite des alten Startplatzes ein besonderer Gerüstturm erbaut, das Pintsch-Licht war auf dem Dach der Deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt Adlershof eingerichtet, und die hatte sich auf einem recht geschmackvollen Leuchtturm, zu dessen Herstellung die Firma „Manoli- CigarettenfabrikJ. Mandelbaum G.m.b.H.“ finanziell beigetragen hatte, niedergelassen. Der Reklameturm der Firma „Manoli“ mit dem Blinkfeuer für das nächtliche Erkennen des Flugfeldes war am neuen Startplatz, neben den ersten Schuppen der Rumpler-Flugzeugwerke, aufgestellt worden. Die zwei weiteren gebauten Leuchtfeuertürme auf dem Platz hatten keine „Manoli-Werbung“.
„Die Grundidee dieser durch drei Feuer bewirkten Markierung des Johannisthaler Flugplatzes ist folgende:
Das Oelgas-Bamag-Feuer auf dem Manoli-Leuchtturm gibt das Zeichen 1-2-3, das der Kartennummer des Flugplatzes Johannisthal entspricht, und zwar folgen einem längeren Achtungszeichen die Blitze 1-2-3. Das auf dem Adlershofer Turm errichtete Oelgas-Pintsch-Feuer rotiert, wie bei Leuchttürmen für die Seeschiffahrt üblich, d.h. mittels einer rotierenden Blende läuft ein Lichtblitz kontinuierlich im Kreise. Das durch elektrischen Scheinwerfer hergestellte A.E.G.-Feuer soll einen nicht verlöschenden Lichtkegel senkrecht in die Luft werfen. Eine Landung bei Nacht müßte demnach folgendermaßen vor sich gehen:
Das Luftfahrzeug steuert den Vertikalkegel des A.E.G.-Lichtes an und umrundet diesen, bis es in einer Richtung mit der Linie Pintsch-Licht - Bamag -Feuer liegt; durch diese Linie wird die durch Wald gegebene Begrenzung des Flugplatzes angezeigt. Das Flugzeug fährt nun, indem es die eben genannte Linie zur Rechten behält, auf das Manoli-Feuer zu, vor dem es ungehindert landen kann.“ 2 Zur weiteren Erleichterung bei Landungen in dunkler Nacht wurden auf Veranlassung vom Flugplatzdirektor, Major Georg von Tschudi, weitere Einrichtung getroffen, auf die hier nicht näher eingegangen werden soll.
2 Deutsche Luftfahrer-Zeitschrift, Nr. 21 vom 15. Oktober 1913.
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Wie bereits beschrieben, war auf dem Manoli-Leuchtturm der Blinkfeuertyp der
Bamag
angebracht, der durch elektrischen Strom gespeist wurde. Als Lichtquelle dienten hier zwei Spezialglühlampen, die bei je 3.000 HK
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eine Lichtstärke von etwa 30 Tausend Kerzen ergaben (bei je 5.000 HK bis 50.000 HK).
Es entsprach jeder Lampe, die in je einer besonderen Fassung lagerte, ein Lichtsystem. Zur Abdeckung dieser Systeme nach oben hin diente eine Glasglocke nebst Abzugshaube; letztere dazu bestimmt, einer zu hohen Erwärmung im Innern des Linsensystems vorzubeugen. Das Linsensystem ruhte auf einem eisernen Gehäuse, durch welches die elektrischen Leitungen geführt waren.
Elektrisches Blinkfeuer der Bamag auf dem Manoli-Leuchtturm. 4 Später beschäftigte sich die Pintsch-AG mit der Einrichtung unterirdischer Flugplatzbeleuchtungen für den Flugplatz Johannisthal. Es sollten Lichtquellen in den Erdboden versenkt und derart eingerichtet werden, dass Flugzeuge ohne Gefahr auf ihnen landen oder über sie hinweg rollen können. Die geplante Versuchsanlage auf dem Johannisthaler Flugplatz wurde dann aber nicht ausgeführt.
Planung der Firma Julius Pintsch AG für eine unterirdische Flugplatzbeleuchtung auf dem Flugfeld. 5
3 veraltete Maßeinheit der Lichtstärke; bis 1942 in Deutschland gesetzlich eingeführt, jetzt durch die Candela (Abkürzung cd) ersetzt; 1 HK = 0,903 cd.
4 Deutsche Luftfahrer-Zeitschrift, Ausgabe XVII, Nr. 25 vom 10.12.1913.
5 Ebenda.
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Arbeit zitieren:
Alexander Kauther, Paul Wirtz, 2011, Der Manoli-Turm und das Blinkfeuer auf dem Flugplatz Johannisthal, München, GRIN Verlag GmbH
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