1. Einleitung 1
2. Begriff der Misogynie
2.1. Misogynie um die Jahrhundertwende 2
3. Konsequenzen der Misogynie in Literatur und Kunst. 6
3.1. Begriff der Femme-fatale 7
4. Geschlechterproblematik und Frauenemanzipation in
„Gefallen“ 8
5. Irma Weltner als Femme-fatale 12
6. Kann man die Erzählung als misogyn deuten? 15
7. Fazit 16
8. Bibliografie 17
8. 17
8. 17
1. Einleitung
Misogynie könnte chronologisch gedeutet werden, doch ist in dieser Hausarbeit, dies nicht der Fall. In der Jahrhundertwende vom 19. Zum 20. Jahrhundert stehen die Geschlechterproblematik und die Frauenemanzipation als eines der wichtigsten Themen. Die Frauen hatten damals keine Stellung in Beruf, politische Aktivitäten, und ihre allgemeine Situation wird organisiert und verändert. Diese Thematik beeinflusst die Literatur und die Kunst des bestimmten Jahrhunderts.
Das Hauptthema der vorliegenden Hausarbeit ist das Frauenbild in 19. Und 20. Jahrhundert und , inwiefern dieses die Literatur und die Kunst beeinflusst. Spezieller was für Auswirkungen die Misogynie in der Erzählung von Thomas Mann „Gefallen“ hat.
Im ersten Kapitel wird ein grober Begriff der Misogynie gegeben .Im zweiten Kapitel folgen wir der Misogynie von 105 v. Chr. bis ins 19. Jahrhundert , in diesem Kapitel wird auch der ausführlicher dargestellt und über die Folgen auf Frauen und Männern der unterschiedlichen Epochen bekannt gemacht.
Im dritten Kapitel werden die Konsequenzen der Misogynie in der Literatur und in der Kunst deutlich geschildert. Im vierten Kapitel wird die Geschlechterproblematik und die Rolle der Frauenemanzipation in der Erzählung „Gefallen“ dargestellt, wo auch der Begriff der Femme-fatale eine wichtige Rolle spielt. Danach folgt die Rede von der Protagonistin (Irma) der Erzählung als Femme-fatale.
Schließlich wird bearbeitet ob die Erzählung „Gefallen“ als misogyn gedeutet werden kann.
1
2. Begriff der Misogynie
Im 21. Jahrhundert besteht eine große Anzahl an Menschen die den exakten Begriff der Misogynie nicht beherrschen. Dies liegt meistens daran das Misogynie versteckt in den meisten Gesellschaften herrscht und schwierig zum Verfolgen ist. Frauenhass, anders genannt taucht vielförmig auf, nicht nur Männer zeigen ihre Fraunfeindlichkeit sondern es kann sich auch eine Frauen so verhalten. Was ist aber genau Misogynie? Und wo liegen ihre Wurzeln? Nach den Soziologen Allan G. Johnson ist, "Frauenfeindlichkeit eine kulturelle Haltung, und zwar Hass auf Frauen, weil sie weiblich sind." 1 Misogyne Züge kann man in vielen Beispielen hervorrufen, in der Religion, in der Literatur und in philosophische Gedanken. Grund des Frauenhasses kann die Schwäche der Männer sein, die Gedanken einer Frau zu verstehen, die von Wut und ärger bis zur Bewunderung und Furcht führen kann.
2.1. Misogynie um der Jahrhundertwende
Nach Jack Holland beginnt der Weg der Misogynie vom Denken der griechischen Philosophen, die damit die Gesellschaft geprägt haben, bis in die dunklen Gassen Londons im 19. Jahrhundert. 2 Frauen waren um die Jahrhundertwende öfter Opfer der Gesellschaftsordnung.
Die Position/Rolle die eine Frau heutzutage besitzt, beruht keineswegs auf Zufall oder Schicksal. So wenig, wie für die ganze Menschheit die Parole der Égalité (Gleichheit) auszugeben ist , so wenig auch für die beiden Geschlechter. Die Menschen sind nicht gleich sondern verschieden. 3 Nach
1 http://en.wikipedia.org/wiki/Misogyny
2 Jack Holland, Misogynie: Die Geschichte des Frauenhasses , ZWEITAUSENDEINS; Auflage: 1.,
Aufl.2007, Im Vorwort
3 Betrachtungen zur Frauenfrage, Grete Meisel‐Heß, 1914, Prometheus Verlagsgesellschaft m.b.u. ,
Berlin W.30, S.3
2
den Wörtern von Grete Meisel-Heß kommt man auf die Frage, ist Gleichheit und speziell bei Geschlechtern selbstverständlich? Soziale und gesellschaftliche Bedingungen sind Voraussetzung für das symbiotische und erfolgreiche Zusammenleben zwischen Mann und Frau. Doch folgen wir den Gedanken, und den Bedingungen um die Jahrhundertwende. Mann gegen Frau und Frau gegen Mann. Um uns gezielt und nicht abweichend von der Thematik Gedanken zu machen, werden wir uns grundsätzlich mit der Stellung der Männer gegenüber den Frauen beschäftigen und insbesondere mit der Negativen. Diese negative Haltung wird als Misogynie bezeichnet, etymologisch kommt das Wort aus den altgriechischen woran auch die Wurzeln der gesamten Denkform zu finden sind. Μισεἷν „hassen“ und γυνή „Frau“. Misogynie oder Frauenhass bezeichnet also die starke Abneigung des männlichen Geschlechtes gegenüber den Frauen. 4
Die früheste und vollständigste Stellungnahme zum Begriff der Misogynie kommt von dem stoischen Philosophen Antipatros von Tarsos (c. 150 v. Chr). Antipatros argumentiert, dass die Ehe das Fundament des Staates ist. Von ihm wird der Begriff der Misogynie zum ersten Mal benutzt, und zwar um die Darstellungsweise der Frauen in den Werken von Euripides zu bezeichnen, „την μισογυνίαν εν τᾦ γραφείν“ , „die Frauenfeindlichkeit in der Schrift “ . 5
Marcus Tullius Cicero (106 v. Chr.) berichtet, dass der griechischen Philosophen Fraunfeindlichkeit von Gynophobia verursacht wird, dies bedeutet Angst von Frauen. 6
Im Christentum sind ebenfalls misogyne Züge bekannt, solche wie in den Paulusbriefen im neuen Testament, und zwar liegen darin die Fundamente der frühchristlichen Fraunfeindlichkeit. Speziell Sexualität mit Schuldgefühlen verbunden, Förderung der weibliche Unterwerfung und die Angst vor Verführung sind deutlich. 7
4 http://de.wikipedia.org/wiki/Misogynie (abgeruffen am : 10‐09‐2011)
5 http://en.wikipedia.org/wiki/Misogyny (abgeruffen am : 10/9/2011)
6 Ebda. (abgeruffen am : 10/9/2011)
7 Ebda. (abgeruffen am : 10/9/2011)
3
Aristoteles, Socrates und Plato stellen in der griechischen Philosophie, die Frauen von Natur aus minderwertig gegenüber den Männern dar, dies ist bei folgenden Zitaten deutlich geschildert.
Ein grobes Beispiel vom Werk Aristoteles (384-322 v. Chr.) ist , Περὶ ζώων γενέσεως/ /Über die Entstehung der Tiere II 3, 737a 27 - 29,er erklärt: τὸ γὰρ θῆλυ ὥσπερ ἄρρεν ἐστὶ πεπηρωμένον καὶ τὰ καταμήνια σπέρμα, οὐ καθαρὸν δέ. „Das Weibchen ist nämlich gleichsam ein verstümmeltes Männchen, und die Monatsblutungen sind Samen, aber kein reiner.“ Nach Aristoteles hat also das „Männchen“ die Hauptrolle, Grund dieser Differenzierung sind hauptsächlich die Geschlechtsorgane. 8 Nach Plato (427 - 347 v. Chr.) sind Frauen das Ergebnis einer physischen Degeneration des Menschen. "Nur Männer sind direkt von den Göttern geschaffen und haben eine Seele. Die Gerechten kehren zu den Sternen zurück, aber von den Feiglingen und Ungerechten kann mit Recht angenommen werden, daß sie in der zweiten Generation in die weibliche Natur übergehen." 9
Folgen wir also dem Begriff viele Jahrhunderte danach, weiter. Ziel jeder Kultur ist der Mensch, und zwar der Vollmensch, als Vollmensch gilt derjenige der sich von seiner Geschlechternatur nicht mehr uneingeschränkt treiben lässt, sondern zu einem Ideal wird. In der Klassischen Epoche (1772-1805) ist die Rede von einen „Mannweib“ in Gegensatz zu der Romantik, wo es den Begriff „Androgyne“ gibt, der eine andere Bedeutung hat , und zwar dass, die Stärken der beiden Geschlechter zur Vollkommenheit führen können. (vgl. Betrachtungen zur Frauenfrage, Grete Meisel-Heß, 1914, Prometheus Verlagsgesellschaft m.b.u. , Berlin W.30, S.4) In der Epoche der Romantik nahmen zum ersten Mal auch Frauen aktiv am kulturellen Leben teil und gestalteten dieses in immer stärkerem Maße durch ihr eigenes künstlerisches und literarisches Schaffen mit. Caroline und Dorothea Schlegel, sowie Bettina von Arnim sind wichtige Vertreterinnen
8 Sabine Föllinger, Differenz und Gleichheit : das Geschlechterverhältnis in der Sicht griechischer
Philosophen des 4. bis 1. Jahrhunderts v. Chr. Stuttgart : Steiner, 1996 (Hermes : Einzelschriften ; 74),
S. 130‐138
9 http://www.womenpriests.org/de/traditio/inferior.asp (abgeruffen am : 09/09/2011)
4
Arbeit zitieren:
Rebecca Simmler, 2011, Der Misogynie-Diskurs um die Jahrhundertwende am Beispiel von Thomas Manns Erzählung "Gefallen", München, GRIN Verlag GmbH
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