Inhalt
1. Einleitung 2
2. Segregation von Frauen und Männern 3
3. Ergebnisse aus Studien 5
3.1. Mikrozensus 5
3.2. IAB- Führungskräfte- Studie 6
3.3. Studie Sonja Bischoff. 7
3.4. Vergleich der Studien. 8
4. Erfolgsfaktoren und Hindernisse für Frauen 10
4.1. Glass- Ceiling Phänomen. 10
4.2. Geschlechtsstereotype 11
4.3. Leistungszuschreibungen 12
4.4. Erfolgsfaktor Studium. 12
5. Zusammenfassung und Ausblick. 14
6. Literaturverzeichnis. 17
1
1. Einleitung
„Fast 28% der Führungskräfte sind weiblich - Höchststand in 2010.“ 1 Diese Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes steht beispielhaft für die berufliche Segregation von Männern und Frauen in Deutschland. Der Frauenanteil in Führungspositionen stellt seit Jahren eine der wichtigsten Thematiken der arbeitsmarkt- und gleichstellungspolitischen Diskussionen dar. 2 Obwohl der Anteil von Frauen in Führungspositionen laut dem Statistischen Bundesamt im vorigen Jahr einen neuen Höchststand erreichte, bestehen nach wie vor Chancenungleichheiten von Frauen und Männern auf dem deutschen Arbeitsmarkt. Die Arbeit thematisiert die berufliche Segregation beider Geschlechter. Dabei soll vor allem auf Frauen in Führungspositionen eingegangen werden. Der erste Abschnitt dieser Arbeit beinhaltet Zahlen und Fakten zum Thema Frauen in Führungspositionen und soll den aktuellen Forschungsstand darstellen. Hierzu wurden drei Studien zu Frauen in Führungspositionen aufgeführt und in Vergleich gesetzt. Dadurch soll zum einen die Aktualität des Themas, zum anderen aber auch Probleme der aktuellen Forschungssituation erörtert werden. Weiterhin soll der Frage nach der Ursache der Unterrepräsentanz von Frauen nachgegangen werden, welche einen besonderen Teil dieser Arbeit ausmacht. Aufgrund der zahlreichen Urteilszuschreibungen wurden hierzu drei entscheidende Ursachen ausgewählt. Der letzte Abschnitt dieser Arbeit beinhaltet aktuelle Konzepte zur Verbesserung der Chancengleichheit von Frauen und Männern in Unternehmen.
Diese Arbeit soll die Aktualität und Brisanz des Themas zeigen. Zum einen durch uneinheitliche Ergebnisse in den Studien, die keine genauen Zahlen liefern. Zum anderen durch festgefahrene Geschlechtsstereotype und Machtstrukturen, welche trotz Gleichstellungspolitik die Frauenquote in den letzten Jahren kaum ansteigen ließen.
1 (Statistisches Bundesamt Deutschland., Pressemitteilung vom 08. Juni 2011)
2 (Günther & Körner, Mai 2011, S. 434)
2
2. Segregation von Frauen und Männern
Frauen und Männer sind von Natur aus unterschiedlich. Üben sie demzufolge auch gesellschaftlich verschiedene Rollen aus? Frauenbewegungen führten im 20. Jahrhundert zu Angleichungen rechtlicher Rahmenbedingungen zwischen Männern und Frauen, wie beispielsweise die Zulassung von Frauen zum Hochschulstudium im Jahr 1900 oder das Wahlrecht für Frauen 1912. Dennoch herrschte im Gegensatz dazu bis 1977 eine gesetzlich festgelegte Aufgabenteilung in der Ehe, worin die Frau für die Haushaltsführung zuständig war, während der Mann das Einkommen für die Familie einbrachte. 3
Heute soll das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) dazu beitragen, die Chancengleichheit zwischen Männern und Frauen zu gewährleisten und somit Diskriminierungen gegenüber Frauen abzubauen. 4
Die Segregation von Frauen und Männern spiegelt sich auch im organisationalen Handeln, als berufliche Trennlinie wieder. Hier arbeiten Männer und Frauen zwar Seite an Seite, häufig aber auf verschiedenen Ebenen. 5 Bei der beruflichen Segregation von Männern und Frauen lassen sich zwei Ausprägungen unterscheiden. Sie kann sich sowohl vertikal, als eine Entmischung der Geschlechter nach Hierarchieebene, oder auch horizontal, als Trennung der Männer und Frauen nach Berufen ausprägen. 6
Zu einer horizontalen Segregation von Männern und Frauen gehören unter anderem typische Frauenberufe beziehungsweise typische Männerberufe. So lag zum Beispiel im Jahr 2005 der Frauenanteil in den 30 häufigsten Berufsbezeichnungen unter 30 Prozent. In einigen technischen Berufen liegt der Frauenanteil sogar unter einem Prozent (Wie beispielsweise bei dem Berufsfeld des Schlossers). Betrachtet man hingegen die von Frauen dominierten Berufe, so weisen diese eine wesentlich geringere Variationsbreite auf. Dabei handelte es sich hauptsächlich um soziale Berufe oder Bürokräfte. Von 298 Berufsbezeichnungen konnten im Jahr 2005 nur sechs Berufe einen Frauenanteil von mindestens 70 Prozent aufweisen. Sieben Berufe konnten als so genannte Mischberufe ausgeschrieben werden, da hier der Frauenanteil zwischen 31 und 69 Prozent lag. 7
3 (Brettschneider, 2008, S. 46; vgl. Pinl 2003)
4 (Bundesministerium der Justiz)
5 (Achatz, Beblo , & Wolf, 2010, S. 93)
6 (Brettschneider, 2008, S.55; vgl. Achatz 2005 S.263)
7 (Achatz, Beblo , & Wolf, 2010, S. 93f)
3
Neben der horizontalen Segregation, welche Frauen auf eine geringe berufliche Variationsbreite reduziert, steht der Faktor der vertikalen Segregation. Diese Art der Entmischung bedeutet, dass selbst in den Mischberufen eine Geschlechtertrennung vorherrscht, da Frauen oftmalig in niedrigeren Rangordnungen eingesetzt werden. 8 Organisationen weisen also zumeist eine männliche Dominanz auf, welche von Frauen schwer zu überwinden ist. 9
Die „Vorherrschaft der Männer“, sowohl auf vertikaler als auch auf horizontaler Ebene, beinhaltet divergierende Aufstiegsmöglichkeiten beider Geschlechter und endet dementsprechend in einer Unterrepräsentation von Frauen in Führungspositionen. In dieser Arbeit soll weiterführend auf die vertikale Segregation eingegangen werden, ferner auf die Situation in den Führungspositionen von Organisationen. Dazu soll folgender Abschnitt Ergebnisse und Zahlen verschiedener Studien zur hierarchischen Situation von Männern und Frauen in Führungspositionen aufzeigen. Damit soll zum einen das Ausmaß der Ungleichverteilung präsentiert werden, aber auch auf Schwierigkeiten im Erfassen solcher Daten eingegangen werden.
8 (Achatz, Beblo , & Wolf, 2010, S. 95)
9 (Brettschneider, 2008, S. 54; vgl. Müller 2002, S.6)
4
3. Ergebnisse aus Studien
Zahlen sprechen gewöhnlich eine eindeutige und interpretationsfreie Sprache. Doch davon kann bei Statistiken zu Frauen in Führungspositionen keine Rede sein. Zu diesem Thema liegen höchst unterschiedliche Ergebnisse diverser Studien vor. Im folgenden Abschnitt sollen drei ausgewählte Studien porträtiert und miteinander verglichen werden, um somit einen Querschnitt der Fakten zum Thema „Frauen in Führungspositionen“ zu erhalten.
3.1. Mikrozensus
Der Mikrozensus ist eine Repräsentativstatistik über die Bevölkerung beziehungsweise über den Arbeitsmarkt in Deutschland. Der Mikrozensus präsentiert Daten über die wirtschaftliche und soziale Lage einer Bevölkerung, beziehungsweise deren Struktur, wozu auch die Erwerbstätigkeit von Männern und Frauen zählt. Die Ergebnisse des Mikrozensus dienen der Einschätzung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung und stellen den Ausgangspunkt für mitunter weitere Arbeitsmarkt- und Berufsforschung dar. Darüber hinaus dient diese Erhebung der Feststellung der monatlichen Berichterstattung zur Erwerbslosigkeit. 10
Laut Mikrozensus ist der Frauenanteil in Führungspositionen seit Mitte der 1990er Jahre gestiegen. Beispielsweise soll der Anteil von Frauen, welche über Berufsangaben als Führungskraft bestimmt wurden, in den Jahren 1996 bis 2009 von damaligen 22 Prozent auf 27 Prozent angestiegen sein. Bei separierter Betrachtung der ersten zwei Führungsebenen, ist ein Anstieg um zwei Prozent auf 20 Prozent in der ersten Führungsebene zu erkennen, wobei in der zweiten Führungsebene ein Frauenzuwachs um 5 Prozent auf 29 Prozent zu verzeichnen ist. Daraus lässt sich folgern, dass der Anteil von Frauen in Führungspositionen zwar wächst, dafür doch eher die Frauen in der zweiten Führungsebene verantwortlich sind, als Frauen aus erster Führungsebene. Betrachtet man die Frauenquote noch differenzierter, so schwankt dieser Wert zusätzlich, bei Betrachtung von Männern dominierten Untergruppen. So liege der Frauenanteil im Bereich der Meister/ -innen bei einem Wert um 13 Prozent. Der größte Anteil von Frauen mit Führungsverantwortung hingegen liegt, laut Mikrozensus bei Angestellten
10 (Statistisches Bundesamt Deutschland)
5
Arbeit zitieren:
Edith Papsin, 2011, Berufliche Segregation von Frauen und Männern, München, GRIN Verlag GmbH
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