Tom Schnee 2
Johann Wolfgang von Goethe, geadelt 1782 (* 28. August 1749 in Frankfurt am Main; † 22. März 1832 in Weimar), war ein deutscher Dichter. Er forschte und publizierte außerdem auf verschiedenen naturwissenschaftlichen Gebieten. (Ein typischer Stürmer und Dränger).
Das vorliegende Gedicht handelt von dem nächtlichen Ritt eines Liebenden zu seiner wahrscheinlich heimlichen Geliebten, der gemeinsam verbrachten Zeit und dem anschließenden schmerzhaften Abschied. Thematisiert wird somit die Liebe, mit allem Glück und auch Schmerz, welchen sie mit sich bringt. Mit Bezug auf Goethes heimliche, verbotene Liebe mit der Herzogin Anna Amalia, aber auch mit einem Blick auf Goethe als Individualgenie lässt sich in dem Gedicht ein autobiographischer Hintergrund vermuten, welcher seine damalige subjektive Gefühlswelt, sein Empfinden und Erleben, darstellt.
Meiner Meinung nach will Goethe mit diesem Gedicht seine Leidenschaft und seine Beziehung zum Sturm und Drang ausdrücken, aber gleichzeitig auch Kritik im Hinblick auf die damalige Gesellschaft und das feudale System ausüben. In der folgenden Analyse werde ich die soeben aufgestellte These mit Hilfe der formellen, sprachlichen und inhaltlichen Aspekte der einzelnen Strophen überprüfen und anschließend belegen oder wiederlegen. Hauptteil:
/* Formale, inhaltliche und sprachliche Analyse sind in einem Punkt zusammengefasst.*/
Goethes Gedicht besteht aus 4 Strophen mit jeweils 8 Versen, welchen ein vierhebiger Jambus zugrunde liegt. Dieses besondere Metrum verdeutlicht besonders stark den Inhalt des Gedichts. So wird zum Beispiel das pochende „Herz“ (vgl. V. 1) des lyrischen Ichs oder das Hufgetrappel „Geschwind zu Pferde“ (V.1) beim Vorlesen besonders hervorgehoben. Weiterhin fällt die Verwendung von jeweils 2 vollständigen Kreuzreimen auf, die einen ähnlichen Effekt wie das Metrum erfüllen sollen. So haben wir ein Reimschema von „a-‐b-‐ a-‐b-‐c-‐d-‐c-‐d“. Sie lassen ein Gefühl von einem fließenden Gedicht entstehen und weisen keinen Bruch auf, wie es bei einem Paarreim der Fall wäre. Außerdem wird durch die Abfolge von unbetonten und betonten Schlägen eine unruhige Atmosphäre erzeugt. Diese Unruhe zeugt von der Hektik, die von dem lyrischen Ich ausgeht, aber auch von der unheimlichen und finsteren Natur. Hier haben wir auch schon wieder ein Indiz, was darauf schließen lässt, dass wir es hier mit einem „Sturm und Drang-‐Gedicht“ zu tun haben. Wörter wie „Erde“ (V. 3), „Berge[]“ (V. 4) oder „Gesträuche“ (V. 7) zeigen eine enge Verbundenheit zur Natur. So rückt die Natur in den Mittelpunkt der ersten Strophe, jedoch nicht
Tom Schnee 3
unbedingt (keineswegs) als etwas Positives. So wird zwar erst, als Kontrast zur Eile die durch denn Ritt des lyrischen Ichs zustande kommt, eine ruhige geborgene Stimmung mit der Personifikation „Der Abend wiegte schon die Erde“ (V. 3) aufgebaut, welche jedoch schnell von einer furchteinflößenden Beschreibung der Natur verdrängt wird. Goethe arbeitet sehr viel mit sprachlichen Bildern und Metaphern, welche die Natur in ihrer ganzen „Finsternis“ (V. 7) beschreiben. So fallen zum Beispiel folgende
Personifikationen auf. „[…] hing die Nacht“ (V. 4), „[…] stand die Eiche“ (V. 5) und „[…]Finsternis[…] sah“ (V. 7). Mit Bezug auf die Angesprochene Kritik an dem damaligen System, würde ich sagen, steht die Natur in diesem Gedicht als Sinnbild für die damalige Gesellschaft steht. Dieses Bild wird unter anderem durch die Hyperbel „Mit hundert schwarzen Augen[…]“ (V. 8) verdeutlicht. Goethe übt hier Kritik an den damals herrschenden Moralvorstellungen, welche solche Treffen wie es hier zwischen dem lyrischen Ich und seiner Geliebten (ab Strophe 3) stattfindet, für unzulässig hielten. Die Augen stehen also für das damals weit verbreitete Überwachungssystem, welches eine totale Kontrolle
über das Bürgertum ausübte. Eine sehr wichtige Textstelle finden wir in Vers 2. man kann eigentlich sagen, dass jener Ausruf: „Es war getan fast eh gedacht“ der Schlüsselbegriff des Gedichtes „Willkommen und Abschied“ ist. Mit dem Wort „getan“ spricht Goethe ein weiteres wichtiges Merkmal des Sturm und Drangs an und grenzt sein Werk somit von der Aufklärung, welche das Denken an erster Stelle sieht, ab. Das selbstständige Handeln des Individuums unter Antrieb seiner Gefühle, sowie Spontanität welche zu einer regelrechten Provokation des Staates führten. Deswegen lässt sich der Sturm und Drang auch mit einer Jugend/Protestbewegung identifizieren.
In der zweiten Strophe geht es ähnlich weiter wie es in der ersten endete. Auch hier wird von dem lyrischen Ich die Natur beschrieben, welche, wie wir nun wissen, die damalige Gesellschaft repräsentieren soll. Hier kommt zum Beispiel ein Enjambement zum Einsatz, welcher eine fließende Stimmung in das Gedicht bringt und es dem Leser ermöglicht die beiden Verse „Der Mond von einem Wolkenhügel - Sah kläglich aus dem Duft hervor“ (V. 9/10) in einem durch zu lesen, was eine noch aussagekräftigere Wirkung zu Folge hat. Der Duft, bildlich gemeint für Nebel, steht für die damals herrschende Undurchsichtigkeit, welche die Aufklärer im Allgemeinen mit der aufkommenden Wissenschaft zu erklären versuchten. Ein Beispiel dafür wäre das damalige veraltete Weltbild, die Obrigkeit von Kirche und Staat und vor allem die Dummheit und Abergläubigkeit des Bürgertums, die damals vorherrschte. Außer eine Steigerung der Schrecklichkeit der Natur und der damit verbundenen Angst und Furcht des lyrischen Ichs ist im ersten Teil der zweiten Strophe nichts aussagekräftiges zu entdecken. Eine solche Steigerung (evtl. Klimax, jedoch
Arbeit zitieren:
Tom Schnee, 2011, Analyse des Gedichtes "Willkommen und Abschied" (Goethe), München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Deutsch - Literatur, Werke: neuer Titel erschienen: Analyse des Gedichtes "Willkommen und Abschied" (Goethe)
Tom Schnee hat einen neuen Text hochgeladen
Sprachdenken im Übersetzen 1. Band: Jehuda Halevi. Fünfundneunzi g Hym...
Der sechzig Hymnen und Gedicht...
Franz Rosenzweig, Rafaël N. Rosenzweig
Johann Wolfgang Goethe.10 Gedichte
Erläuterungen und Dokumente
Elisabeth Böhm, Johann Wolfgang von Goethe
Gedichte von Johann Wolfgang Goethe. Interpretationen
Johann Wolfgang von Goethe, Bernd Witte
Neue Einblicke in Goethes Erzählwerk
Nouveaux regards sur l'oeuvre ...
Raymond Heitz, Christine Maillard
0 Kommentare