I N H A L T S V E R Z E I C H N I S
III A B B I L D U N G S V E R Z E I C H N I S
IV. T A B E L L E N V E R Z E I C H N I S
1. Einleitung. 1
2. Grundlagen der Just in Time -Strategie. 2
2.1 Ursprung 2
2.2 Das Just in Time- Konzept 3
2.3 Produktionssynchrone Beschaffung 5
2.4 Einsatzsynchrone Produktion. 8
2.5 Steuerungskonzepte im Rahmen des JIT- Prinzips 9
3. Voraussetzung für die Anwendung der JIT- Beschaffung 11
3.1 Bausteine der JIT- Beschaffung 11
3.1.1 Rechtliche Aspekte. 11
3.1.2 Teileauswahl 13
3.1.3 Lieferantenauswahl und - bewertung. 14
3.1.4 Informationsfluss. 16
3.1.5 Materialfluss. 17
3.1.6 Speditionskonzept 18
3.1.7 Qualitätssicherung in Zulieferbeziehungen. 19
4. Einsatzschwerpunkte der JIT- Beschaffung anhand praktischer Beispiele 21
4.1 Allgemeine Einsatzschwerpunkte 21
4.2 Direktabruf am Beispiel Faurecia und Audi. 22
4.3 Lieferantenansiedlung in Werksnähe des Abnehmers am Beispiel Keiper-Recaro und Daimler Benz 23
4.4 Speditionslagermodell am Beispiel der Flender Guss GmbH und der W-MKontrakt- Logistik GmbH 27
5. Vor- und Nachteile der JIT- Beschaffung 28
7. Zusammenfassung. 32
V. L I T E R A T U R V E R Z E I C H N I S
II
A B B I L D U N G S V E R Z E I C H N I S
Abbildung 1: Die Bausteine einer Just in Time- Produktion und Beschaffung
Abbildung 2: Die logistische Kette zwischen Abnehmer, Produzent und Zulieferer
Abbildung 4: Ziel der Logistik: Verkürzung der Durchlaufzeiten
Abbildung 5: Bausteine einer produktionssynchronen Beschaffung
Abbildung 6: Kriterien für die Auswahl von Zulieferanten
Abbildung 7: Durchdringungsgrad von JIT
Abbildung 8: Informations- und Materialfluss zwischen Daimler Benz und
Keiper- Recaro
Abbildung 9: Wirkungspotentiale von JIT- Reorganisationen
Tabelle 1: Lieferantenbewertung nach Zäpfel
III
1. Einleitung
Lange Jahre herrschte im industriellen Fertigungsbereich das Ziel der Kostendegression durch hohe Auslastung der Kapazitäten. Somit sollten möglichst große Stückzahlen von relativ wenigen Produktvarianten umgesetzt werden. Als sich jedoch der Wandel vom Verkäuferzum Käufermarkt vollzog und die Kundenwünsche immer ungewisser und unvorhersehbarer wurden, veränderten sich die Anforderungen an den Fertigungsbereich der Unternehmungen. Es sollte eine größere Variantenvielfalt bei gleichzeitig verringerten Stückzahlen je Variante realisiert werden. Da sich gleichzeitig die Produktlebenszyklen verkürzten, mussten die Unternehmen zunehmend in der Lage sein, flexibel zu reagieren. Ein Überdenken des Leistungsprozesses wurde schließlich aufgrund der verschärften Wettbewerbssituation zwingend notwendig. In diesem Zusammenhang kamen die Unternehmen häufig zu der Lösung, möglichst nachfragegenau, also Just in Time zu fertigen. Ziel dieser Hausarbeit ist, das JIT (Just in Time) - Konzept als neue Produktions - und Logistikstrategie vorzustellen, wobei der Bereich der Beschaffung hervorgehoben werden soll.
Als Untersuchungsobjekt wurde u.a. die Automobilbranche gewählt, da diese einen Kristallisationspunkt für die JIT- Einführung in der Bundesrepublik Deutschland darstellte. Auf Grund spezifischer Gegebenheiten ist sie ein Vorreiter in der Einbeziehung der Lieferanten in den Produktionsverbund. Hohe Produktionsstückzahlen bei höchsten Qualitätsansprüchen und hoher Variantenvielfalt haben hier früher die Einführung eines neuen Logistik- Konzepts erfordert, als dies in anderen Branchen der Fall war. 1 Um zu verdeutlichen, dass JIT mittlerweile in den verschiedensten Branchen Anwendung findet, wurde im Anschluss die Metallindustrie beispielhaft ausgewählt.
In Kapitel 2 werden die Grundlagen der JIT- Strategie charakterisiert. Hierbei wird zu Beginn die Frage nach dem Ursprung von JIT geklärt. Die begrifflichen Grundlagen beinhalten anschließend allgemeine Erläuterungen zum JIT- Konzept sowie zur damit verbundenen Beschaffung und Produktion. Den Abschluss dieses Kapitels bildet ein Überblick über die Steuerungskonzepte im Rahmen der JIT- Strategie.
1 Vgl. Jünemann, Reinhardt: Materialfluss und Logistik: systemtechnische Grundlagen mit Praxisbeispielen,
Berlin u.a., Springer-Verlag, 1989, S.90.
1
Den ersten Schwerpunkt dieser Arbeit bildet bereits Kapitel 3. Nach einer grafischen Darstellung der Bausteine des JIT- Konzepts folgt eine umfassende Ausführung der einzelnen Voraussetzungen der JIT- Beschaffung.
Kapitel 4 behandelt den zweiten Schwerpunkt der Hausarbeit. Zu Beginn wird erläutert, in welchem Zusammenhang der Einsatz einer JIT- Beschaffung für ein Unternehmen notwendig wird. Eine kurze Anwenderanalyse nach Branchen schließt das Unterkapitel 4.1 ab. Die drei folgenden Unterkapitel beinhalten die Grundkonzepte der JIT- Beschaffung anhand praktischer Beispiele. Während die ersten beiden Beispiele der Automobilbranche entstammen, beschäftigt sich das letzte Unterkapitel mit der Metallindustrie. Hierbei wird ein Speditionslagermodell entlang der logistischen Kette: Produzent => Logistik-Dienstleister =>Abnehmer dargestellt in Kombination mit einer Lieferantenansiedlung in Werksnähe. Zusätzlich wird das erweiterte Aufgabenfeld eines Spediteurs beispielhaft erläutert. Kapitel 5 beschreibt anfangs die Vor- und Nachteile der in den obigen Beispielen genannten Beschaffungsstrategien und endet mit allgemeinen Chancen und Risiken der JIT-Beschaffung.
Eine zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse und Wirkungen einer JIT- Beschaffung folgt schließlich in Kapitel 6.
2. Grundlagen der Just in Time -Strategie
2.1 Ursprung
Das Entstehen der JIT -Strategie geht auf TOYOTA in Japan zurück, wo nach dem 2. Weltkrieg Kapitalmangel, aber auch Raumknappheit herrschten. Die Produktivität war zurückgegangen und es herrschte das allgemeine Bedürfnis nach einer Neuorientierung. Aus diesem Grund entwickelte Taiichi Ohno das JIT- Prinzip für die Produktionsplanung in Analogie zum Einkauf in einem Supermarkt. 2 Hierbei wird eine bestimmte Ware aus dem Regal entnommen, die Lücke wird bemerkt und wieder aufgefüllt. TOYOTA hoffte aufgrund des bereits angesprochenen chronischen Platzmangels möglichst ohne Lager und mit geringen Durchlaufzeiten auszukommen. In den 50iger Jahren entwarf TOYOTA schließlich das Kanban- Fertigungssystem. In den darauffolgenden Jahren folgten weitere japanische
2 Vgl. Weber, Jürgen/Baumgarten, Helmut: Handbuch Logistik: Management von Material- und
2
Unternehmen dieser Neuerung und Erfolgsmeldungen bezüglich Umschlagshäufigkeit der Bestände, Flexibilität und Lieferservice erreichten Ende der 70er Jahre die USA und Deutschland. Als die Amerikaner als erste das japanische Fertigungskonzept aufgriffen und es auf ihre Verhältnisse anpassten, entstand der Begriff „ Just in Time Production“. 3
2.2 Das Just in Time- Konzept
Unter der Forderung der Bedarfserfüllung zum richtigen Zeitpunkt, in richtiger Qualität und Menge am richtigen Ort erfolgt eine Rationalisierung und Vereinfachung des unternehmensinternen- und externen Informations- und Materialflusses mit dem Ziel, die Aktivitäten des Wertschöpfungsprozesses entsprechend der Marktbedürfnisse auszurichten. 4 Es soll möglichst nachfragegenau produziert und das zu verarbeitende Material produktionssynchron beschafft werden. Das JIT- Konzept konzentriert sich folglich auf eine bedarfsmengen- und bedarfszeitpunktgenaue Fertigung und Zulieferung, die zu einer Verringerung der Lagerbestände an Zulieferteilen sowie Zwischen- und Fertigprodukten führt. Der Idealzustand ist eine bestandslose Fertigung, wobei Rohmaterial, Teile, Komponenten und Fertigprodukte erst dann bezogen, erstellt und montiert werden, wenn sie sofort im Anschluss benötigt werden. Diese Fertigung auf Bedarf ermöglicht dem Unternehmer u.a. eine Erhöhung der Flexibilität, wodurch er in der Lage ist, eine kurzfristige Lieferung qualitativ hochwertiger Produktvarianten, entsprechend der Kundenwünsche zu gewährleisten. 5
Das JIT- Konzept besteht aus mehreren Bausteinen (Abb.1). 6
Baustein 1 : Integrierte Informationsverarbeitung
Im Rahmen der integrierten Informationsverarbeitung werden bestehende integrierte Modularprogramme um die Prinzipien und Konzepte der JIT- Produktion erweitert. Diese Umgestaltung soll die Erfüllung vielfältiger Planungs-, Dispositions- und Kontrollaufgaben in
Warenflußprozessen, Stuttgart: Schäffer- Poeschel, 1999, S.39.
3 Vgl. Oeldorff, Gerhard/ Olfert, Klaus: Kompendium der praktischen Betriebswirtschaft:
Materialwirtschaft 10. Aufl., Ludwigshafen, Friedrich Kiehl Verlag, 2002, S.287.
4 Vgl. Wildemann, Horst: Das Just-in-Time Konzept- Produktion und Zulieferung auf Abruf, 1.Aufl.,
Frankfurt am Main, 1988, Frankfurter Allgemeine Zeitung, S.11.
5 Vgl. Bloech, Jürgen/ Bogaschewsky, Ronald/ Götze, Uwe: Einführung in die Produktion- 3.Aufl.,
Heidelberg: Physika- Verl., 1998, S. 310f.
3
Hinblick auf Produkt, Technologie und Zuliefersituation ermöglichen. Die in vielen Unternehmen zur Produktionsplanung und - steuerung eingeführten MRP-Systeme( Material Requirement Planning) bilden hierbei die Grundlage für die Einführung von JIT- Prinzipien in der Produktionsplanung und -steuerung (PPS) und ermöglichen eine Integration der betrieblichen und der technischen Datenverarbeitung zu einem CIM- System ( Computer Integrated Manufacturing Systems) mit gemeinsamem Grunddatenbestand. Eine erfolgreiche Einführung eines JIT- PPS- Systems kann hierbei u.a. durch einen Methodenmix 7 im PPS-Bereich umgesetzt werden. 8
Baustein 2: Fertigungssegmentierung
Segmentierung bedeutet im Großen und Ganzen, notwendige Strukturveränderungen innerhalb der logistischen Kette umzusetzen. Hierzu zählen im internen Bereich die Entflechtung der Kapazitäten. Im externen Bereich gilt es, die Anzahl der Zulieferer zu reduzieren und deren direkte Kopplung an das Fertigungsprogramm des Abnehmers sowie eine Übertragung von logistischen Funktionen auf Dienstleistungs-oder
Speditionsunternehmen zu realisieren. 9
Baustein 3: Produktionssynchrone Beschaffung 10
6 Vgl. Wildemann, H.: Das Just- in- Time- Konzept, a.a.O., S.11f.
7 Ausführung folgt in Kapitel 2.5.
8 Wildemann, Horst: Das Just-in-Time Konzept, a.a.O., S.29f.
9 Vgl. ebenda, S. 95.
4
Arbeit zitieren:
Christina Schäfer, 2003, Voraussetzung für die Anwendung und Einsatzschwerpunkte einer produktionssynchronen Beschaffung (Just in Time) anhand praktischer Beispiele, München, GRIN Verlag GmbH
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