Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
I. Inhaltsverzeichnis
I. Inhaltsverzeichnis 1
II. Abbildungsverzeichnis 3
III. Tabellenverzeichnis 4
IV. Abkürzungsverzeichnis 6
1. Einführung und Vorgehensweise 7
1.1. Ausgangssituation, Problemstellung und Motivation 7
1.2. Internationale Situation 13
1.3. Forschungsfrage, Erkenntnisziele und Untersuchungsgegenstand 17
1.4. Notwendigkeit einer empirischen Untersuchung 19
1.5. Forschungsdesign, Forschungsmethode und Forschungsprozess. 20
2. Thematischer Bezugsrahmen und Klärung der Begriffe 25
2.1. Ubiquitous computing 25
2.2. Ubiquitous City 26
2.3. Ubiquitous City Dienste und Infrastruktur 28
2.4. E-Government und -MGovernment 30
3. Konzeption der empirischen Untersuchung 34
3.1. Untersuchungsobjekt, Grundgesamtheit, Erhebungseinheit und
Untersuchungseinheit 34
3.2. Herleitung der Fragestellung zur Subgruppenanalyse 36
3.3. Fragebogenaufbau, Gütekriterien der Messung und erhobene Merkmale 38
3.3.1. Fragebogenaufbau 39
3.3.2. Mess-Skala und Gütekriterien der Messung 40
3.3.3. Demographische Merkmale der Kommune 43
3.3.4. Teilnehmermerkmale 45
3.3.5. Dienstattraktivität 46
3.3.6. Nutzenpotenzial der übergeordneten Anwendungsbereiche 54
3.3.7. Treiber, Barrieren und Ziele 54
3.4. Evaluierung Fragebogen und Umfragewerkzeug 58
3.5. Befragungsmethode und Umfragedurchführung 60
3.5.1. Befragungsmethode. 60
3.5.2. Umfragedurchführung 62
4. Ergebnisse der Umfrage. 63
4.1. Antwort- und Teilnahmeverhalten 63
4.2. Datenaufbereitung 66
4.3. Beschreibung der Datenbasis: Merkmale der Kommunen, Teilnehmer und
die Repräsentativität der Stichprobe 67
1/151
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
4.3.1. Demographische Merkmale der Kommunen 67
4.3.2. Merkmale der Umfrageteilnehmer. 85
4.3.3. Repräsentativität der Umfrage 90
4.4. Auswertung der untersuchten Aspekte der Dienste 93
4.4.1. Nutzenpotenzial der Anwendungsbereiche 93
4.4.2. Attraktivität der drahtloser Kommunikationsdienste 95
4.4.3. Aktuelle Dienstrealisierung 97
4.4.4. Dienstrealisierung geplant (nächste zwei Jahre) 100
4.4.5. Dienstrealisierung und Planung in den Kommunen 104
4.4.6. Motivationsfaktoren für die Diensteinführung (Treiber) 107
4.4.7. Hindernisse der Diensteinführung (Barrieren) 110
4.4.8. Übergeordnete Ziele der Diensteinführung 113
4.5. Subgruppenanalyse der Attraktivitätseinschätzung 115
5. Zusammenfassung, Diskussion der Ergebnisse und Ausblick 121
V. Literaturverzeichnis 124
VI. Danksagung 135
VII. Anhang 136
2/151
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
II. Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Struktur des Forschungsprozesses
Abbildung 2: Diffusion of Innovation, Technology Adoption Life Cycle Model
Abbildung 3: Verwendete 7-Punkt Likert-Skala zur Datenerhebung
Abbildung 4: Umfragebesucher, Umfrageteilnehmer und Umfrageabbrecher
Abbildung 5: Bundeslandzugehörigkeit der Umfrageteilnehmer
Abbildung 6: Box-Plot des Merkmals Einwohnerzahl der Kommune
Abbildung 7: Kommunen nach Einwohnerzahl sortiert
Abbildung 8: Scatterplot Einwohnerzahl vs. Verwaltungsangestellte
Abbildung 9: Box-Plot des Merkmals IT-Mitarbeiter
Abbildung 10: Scatterplot Einwohnerzahl vs. IT-Mitarbeiter.
Abbildung 11: Box-Plot des Merkmals IT-Mitarbeiter in der Planung
Abbildung 12: Scatterplot Einwohnerzahl vs. IT-Mitarbeiter in der Planung,
Abbildung 13: Vorhandensein kommunaler IT-Strategien
Abbildung 14: Box-Plot des Merkmals kommunaler Haushalt in Mio.
Abbildung 15: Scatterplot der Einwohnerzahl vs. Haushalt der Kommunen.
Abbildung 16: Box-Plot des Merkmals IT-Etat der Kommunen in Mio.
Abbildung 17: Scatterplot der Einwohnerzahl vs. IT-Etat
Abbildung 18: Box-Plot des Merkmals IT-Etat-Anteil am kommunalen Haushalt
Abbildung 19: Scatterplot Einwohnerzahl vs. IT-Etat Anteil am
kommunalen Haushalt
Abbildung 20: Investitionsvolumen für drahtlose Kommunikationsdienste
Abbildung 21: Scatterplot Einwohnerzahl vs. Investitionsvolumen
Abbildung 22: Alter der Teilnehmer
Abbildung 23: Geschlecht der Teilnehmer
Abbildung 24: Einstufung der Teilnehmer in die Verwaltungshierarchie
Abbildung 25: Innovationstyp der Teilnehme.
Abbildung 26: Informationsgrad der Teilnehmer
Abbildung 27: Scatterplot Einwohnerzahl vs. angebotene Dienste
Abbildung 28: Scatterplot Einwohnerzahl vs. geplante Dienste
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
III. Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: Infrastrukturtechnologien für drahtlose Kommunikationsdienste 29
Tabelle 2: Struktur und Gliederung des Fragebogens 40
Tabelle 3: Demographische Merkmale der Kommunen 44
Tabelle 4: Merkmale der Teilnehmer 46
Tabelle 5: Übersicht der in der Befragung vorgestellten Dienste 54
Tabelle 6: Übersicht der untersuchten Treiber, Hindernisse und Ziele 58
Tabelle 7: Umfrageteilnahme in Abhängigkeit von der Größe der Kommunen 65
Tabelle 8: Bundeslandzugehörigkeit der teilnehmenden Kommunen 68
Tabelle 9: Lage- und Streumaße des Merkmals Einwohner 70
Tabelle 10: Lage- und Streumaße des Merkmals Verwaltungsangestellte 72
Tabelle 11: Lage- und Streumaße des Merkmals IT-Mitarbeiter 74
Tabelle 12: Lage- und Streumaße des Merkmals Mitarbeiter in der IT-Planung 75
Tabelle 13: Lage- und Streumaße des Merkmals kommunaler Haushalt in Mio. 78
Tabelle 14: Lage- und Streumaße des Merkmals IT-Etat in Mio. 80
Tabelle 15: Lage- und Streumaße des Merkmals Anteil IT-Etat am
kommunalen Haushalt 82
Tabelle 16: Verwaltungsbereichszugehörigkeit und Position in der Kommune 86
Tabelle 17: Repräsentativität der Grundgesamtheit für ausgesuchte Merkmale 92
Tabelle 18: Nutzenpotenzial der Anwendungsbereiche der Dienste 94
Tabelle 19: Übersicht der Attraktivität aller untersuchten Dienste 96
Tabelle 20: Übersicht Realisierungsstand der Dienste 99
Tabelle 21: Übersicht der geplanten Dienste (in den nächsten zwei Jahren) 101
Tabelle 22: Nicht vorhandene und in den nächsten 2 Jahren geplante Dienste 103
Tabelle 23: Nicht geplanten und nicht realisierte Diensten des Dienstportfolios 104
Tabelle 24: Umsetzungsstand und Planung drahtloser Kommunikationsdienste 106
Tabelle 25: Fördernder Einfluss der Faktoren auf die Realisierung der Dienste 107
Tabelle 26: Hindernisse der Dienstrealisierung 111
Tabelle 27: Übergeordnete Ziele der Diensteinführung 113
Tabelle 28: Klassenbildung für die Subgruppenanalyse 116
Tabelle 29: Signifikante Unterschiede der Attraktivitätseinschätzung der
Subgruppen der Teilnehmermerkmale 117
Tabelle 30: Signifikante Unterschiede der Attraktivitätseinschätzung der
Subgruppen der kommunalen Merkmale 119
Tabelle 31: Detaillierte Übersicht der Attraktivitätseinschätzung der Dienste 138
Tabelle 32: Wilcoxon-Rangsummentest Merkmal Alter 139
4/151
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
Tabelle 33: Wilcoxon-Rangsummentest Merkmal Position in der
Verwaltungshierarchie. 140
Tabelle 34: Wilcoxon-Rangsummentest Merkmal Innovationstyp 141
Tabelle 35: Wilcoxon-Rangsummentest Merkmal Informationsgrad 142
Tabelle 36: Wilcoxon-Rangsummentest Merkmal Einwohner der Kommune 143
Tabelle 37: Wilcoxon-Rangsummentest Merkmal geographische Lage Ost/West. 143
Tabelle 38: Wilcoxon-Rangsummentest Merkmal geographische Lage Nord/Süd 144
Tabelle 39: Wilcoxon-Rangsummentest Merkmal IT-Mitarbeiter in der Planung 144
Tabelle 40: Wilcoxon-Rangsummentest Merkmal IT-Strategie vorhanden 145
Tabelle 41: Wilcoxon-Rangsummentest Merkmal IT-Strategie mit
E -/-MGovernment Berücksichtigung 145
Tabelle 42: Wilcoxon-Rangsummentest Merkmal relative IT-Ausgaben 147
Tabelle 43: Wilcoxon-Rangsummentest Merkmal Dienst vorhanden. 148
Tabelle 44: Wilcoxon-Rangsummentest Merkmal Dienst geplant 149
Tabelle 45: Wilcoxon-Rangsummentest Merkmal Dienst vorhanden geplant 150
5/151
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
IV. Abkürzungsverzeichnis
2G 2te Generation Mobilfunkstandard 3G 3te Generation Mobilfunkstandard CVS Comma Separated Values CMS Content Management System DST Deutscher Städtetag E-Mail Electronic Mail EDV Elektronische Datenverarbeitung ePA Elektronischer Personalausweis EDGE Enhanced Data Services for GSM Evolution GIS Geografische Informationssysteme GPS Globales Positionierungssystem GPRS General Packed Radio Services IrDA Infrared Data Association IT Informationstechnologie IuK (englisch ICT) Informations- und Kommunikationstechnologien E-Government Electronic-Government M-Government Mobile-Government MS Microsoft® NFC Near Field Communication ÖPNV Öffentlicher Personennahverkehr RFID Radio Frequency Identification SMS Short Message Service TAM Technologie Akzeptanz Modell Tetra Terrestrial Trunked Radio UMTS Universal Mobile Telecommunications System UC Ubiquitous City WiFi Wireless Fidelity WiMax Worldwide Interoperability for Microwave Access WLAN Wireless Local Area Network
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
1. Einführung und Vorgehensweise
Das einleitende Kapitel führt den Leser an die Thematik der ubiquitous city 1 (UC) Dienste heran und liefert einen Überblick über die aktuelle Situation auf diesem Gebiet. Es erläutert die Notwendigkeit einer empirischen Untersuchung und die damit verfolgten Forschungsziele dieser Arbeit.
1.1. Ausgangssituation, Problemstellung und Motivation
Die Bedeutung von RFID-, Wireless- und Sensortechnologien hat in den letzten Jahren kontinuierlich zugenommen. Bereits heute wird eine Vielzahl von auf diesen Technologien aufbauenden Diensten 2 angeboten und im privaten Bereich sowie in der Wirtschaft genutzt. Beispielsweise optimieren und verwalten Unternehmen des produzierenden Gewerbes ihre Lieferketten mit Hilfe von RFID- und Sensortechnologie. Transportunternehmen reagieren mit dynamischen
Transportrouten für ihre Fahrzeuge auf Änderungen der Verkehrssituation und Auftragslage. 3 Konsumenten können sich mit einem Mobiltelefon über die günstigste Einkaufsmöglichkeit für ein Produkt in einem bestimmten Umkreis ihres Standortes informieren. Eltern haben die Möglichkeit, den Aufenthaltsort ihrer Kinder über deren Mobiltelefon oder einen GPS-Empfänger zu prüfen. Besitzer von Endgeräten mit Bluetooth-Funktechnik tauschen Daten drahtlos aus. Mobile Gesundheitsassistenten für Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen überwachen per Sensortechnik die Körperfunktionen und senden regelmäßig oder in Notfällen die Patientendaten zu einem Arzt. 4 Durch den ZigBee Funk-Standard können
1 Die Erläuterung und Definition des Begriffes findet im Kapitel 2.2 statt.
2 Unter einem Dienst wird im Rahmen dieser Arbeit jede softwarebasierte Anwendung
verstanden, die Nutzern bestimmte Informationen oder Funktionalitäten bereitstellt die diese in ihrem Alltag (d.h. beruflich oder privat) unterstützen. Dabei wird mindestens eine der oben erwähnten drahtlosen Kommunikationstechnologien genutzt. Beispiele dafür sind die RFID gestützte Bibliotheksverwaltung, mobile Bezahlmöglichkeiten für Parkscheine und ÖPNV-Tickets oder digitale ortsbezogene Stadtinformationssysteme. Kommunale drahtlose Kommunikationsdienste sind die Realisierung solcher Dienste in Kommunen im Rahmen der E- und M-Government-Angebote, die durch die kommunalen Verwaltungen z.B. für Bürger, Besucher, Wirtschaft und die Verwaltungsarbeit angeboten werden, um die
Verwaltungsarbeit effizienter und bedarfsgerecht zu gestalten. Eine Auseinandersetzung mit den Begriffen findet im Kapitel 2.1, 2.2 und 2.3 statt.
3 Vgl. Demmelhuber / Gneiting (2005, S. 22).
4 Vgl. DStGB (2005, S. 29).
Seite 7/151
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
Haushaltsgeräte und -sensoren miteinander kommunizieren und die Vision des „smart and connected home“ 5 wird Wirklichkeit. Die Studie „Pervasive Internet & Smart Services Forecast“ der Harbor Research Inc. aus dem Jahr 2009 prognostiziert eine Verdreifachung des Gesamtmarktes für allgegenwärtiges Internet und intelligente Dienste von knapp 100 Milliarden Dollar 2009 auf 300 Milliarden Dollar 2010. 6 Wie das Internet setzen sich diese Technologien immer stärker durch und durchdringen den Alltag der Menschen.
Immer mehr Anwendungsbereiche werden durch mobile Kommunikationsdienste erschlossen. Treiber dieser Entwicklung sind unter anderen die private Nachfrage und Nutzung der angebotenen Dienste, die steigende Verfügbarkeit immer leistungsfähigerer mobiler Endgeräte und die fallenden Kosten für die mobile Internetnutzung. So gab der Präsident des BITKOM 7 Prof. Dr. August-Wilhelm Scheer in einer Pressemitteilung bekannt, „2010 werden mehr als 20 Millionen mobile Internet-Geräte verkauft“. Außerdem erwartet er, „Der Umsatz mit mobilen Datendiensten steigt voraussichtlich um acht Prozent auf 5,6 Milliarden“. 8
Von dieser Entwicklung, und den vielseitigen Innovationen, können auch die deutschen Städte und Gemeinden profitieren. Drahtlose Kommunikationsdienste, realisiert und betrieben durch die Kommunen, könnten zu einer Verbesserung der kommunalen Leistungserbringung, der Steigerung der kommunalen Attraktivität und der Lebensqualität beitragen. 9 So können zum Beispiel Kosten durch Verwaltungsoptimierung und -automatisierung eingespart werden. Aber auch die Qualität der Kommunikation der Verwaltungen mit den Bürgern und Unternehmen lässt sich durch effiziente und interaktive Kommunikationswege verbessern. 10 In den letzten Jahren ist eine Zunahme kommunaler Projekte und angebotener Dienste auf diesem Gebiet zu beobachten. Dies lässt auf eine wachsende Attraktivität für die Kommunen schließen. Jedoch ist unklar, ob es sich nur um die
5 “Smart Home” ist die Weiterentwicklung verschiedener Haushaltsautomatisierungs-
lösungen, die auf der Nutzung einfacher Sensoren und Schalter basierten. Die Geräte können untereinander durch Funktechnologie kommunizieren. Osipov (2008, S. 265).
6 Vgl. Harbor Research (2009, S. 5), die Veränderungen durch die aktuelle Wirtschaftskrise
des Jahres 2009 wurde in der Prognose nicht berücksichtigt.
7 Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V.
8 BITKOM (2010).
9 Vgl. Grabow / Knipp / Schneider (2009, S. 74), Roggenkamp (2004, S. 2).
10 Vgl. Nijkamp / Cohen-Blankshtain (2009).
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
Realisierung einiger weniger Erfolg versprechender oder repräsentativer Angebote handelt, oder eine übergeordnete langfristige kommunale IT-Strategie hinter dieser Entwicklung steht. Dieser und weiteren Fragen geht die vorliegende Arbeit nach.
Konkrete Aussagen zum aktuellen oder geplanten Dienstangebot der Kommunen, zur Attraktivität oder zu den Strategien der Nutzung dieser Dienste ließen sich vor dieser Arbeit nicht treffen. Die Gewinnung von Informationen zu diesen Fragen gestaltete sich sehr schwierig. Viele Kommunen geben auf ihrer Webpräsenz keine oder nur indirekt Auskunft über ihr Engagement und ihre Strategie auf dem Gebiet der drahtlosen Kommunikationsdienste. Informationen oder Schwerpunkte der IT-oder E-Government- Strategie 11 werden in den seltensten Fällen angeboten oder sind nur sehr schwer zu finden. 12 Die föderale Struktur und Organisation der Bundesrepublik Deutschland führte dazu, dass Kommunen oft unabhängig voneinander eine heterogene IT-Landschaft aufgebaut haben und mit viel Aufwand teils gleichartige Lösungen entwickeln. Eine bundesweite Koordination oder ein Informationsaustausch zu bestimmten Technologien und Entwicklungen findet oft nicht statt. 13 Zudem fehlt ein übergeordneter Dachverband, der Studien und Statistiken zu kommunalen Dienstangeboten, Best-Practice-Ansätzen oder Strategien anbietet. Vitako, die Bundes-Arbeitsgemeinschaft kommunaler IT-Dienstleister in Deutschland, beschäftigt sich zwar mit E-Government, jedoch führt eine Suche nach M-Government 14 oder drahtlose Kommunikationsdienste auf der Webseite zu keinen Treffern. Im Bereich Veröffentlichungen werden keine Dokumente mit Bezug zu den Themen angeboten. 15 Auch die verlagsgestützte Online-Plattform Kommune 21 bietet nur bedingt nutzbare Informationen zum Thema drahtloser Kommunikationsdienste. Es werden fast ausschließlich Pressetexte des Bundes, der Städte und Gemeinden mit Bezug zu E-Government,
11 Unter E-Government (Electronic-Government oder E-Regierung) wird die Vereinfachung
und Durchführung von Verwaltungsaufgaben mit Hilfe von IuK (Informations- und Kommunikationstechniken) verstanden. Eine genaue Definition erfolgt im Kapitel 2.4.
12 Das wurde im Zuge der Suche nach den Kontaktdaten der Ansprechpartner für die
Teilnahme an der Studie, die im Rahmen dieser Arbeit durchgeführt wurde (näheres im Kapitel 3), festgestellt. Hierzu wurden die Webseiten von ca. 100 der 187 größten deutschen Städte und Gemeinden mit mehr als 50.000 Einwohnern untersucht.
13 Vgl. Kubicek (2004, S. 24).
14 M-Government steht für Mobile-Government. Eine genaue Definition erfolgt im Kapitel 2.4.
15 Dies zeigte die Untersuchung der Webseite der Bundes-Arbeitsgemeinschaft kommunaler
IT-Dienstleister in Deutschland, www.vitako.de, am 31.03.2010.
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
Internet oder Kommunikationstechnik online angeboten. 16 Die 2005 gestartete Initiative „M-Städte“ des Deutscher Städte- und Gemeindebund (DStGB) hatte sich zum Ziel gesetzt, eine Plattform für Austausch und Information zu mobilen Verwaltungsanwendungen (M-Government) zu schaffen. 17 Die Beteiligung der Kommunen an dieser landesweiten Plattform blieb aus und so ist diese seit 2009 nicht mehr aktiv. Dies konnte auch die Partnerschaft und Mitwirkung des Fraunhofer Heinrich-Hertz-Instituts und die Berliner Senatsverwaltung für Inneres und Sport nicht verhindern. 18
Die kommunalen RFID-, Wireless- und Sensortechnologiedienste werden in dieser Arbeit als ubiquitäre 19 kommunale Dienste bzw. kommunale drahtlose Kommunikationsdienste bezeichnet. In der wissenschaftlichen Literatur, vor allem zu den südkoreanischen ubiquitous city Ansätzen, wird auch die Bezeichnung ubiquitous city Dienste verwendet. Dies erfolgt entsprechend den im Kapitel 2.1, 2.2 und 2.3 gegebenen Definitionen. Durch die drahtlose Datenübertragungstechnik und die Fähigkeit der Vernetzung der zugrunde liegenden Technologien können diese Dienste theoretisch überall verfügbar gemacht werden. Der finanzielle Aufwand hierfür ist jedoch enorm und steht nicht immer im Verhältnis zum Nutzen, deshalb werden die Dienste in Deutschland Schritt für Schritt eingeführt. Potenziell können diese Dienste jedoch immer weiter ausgebaut und vernetzt werden, bis sie flächendeckend (allgegenwärtig) in bestimmten Lebensräumen verfügbar sind. Eine Vision dafür wären Sensornetzwerke zur Messung des Straßenverkehrsaufkommens, ÖPNV-Auslastung, Luftverschmutzung und Lärmbelästigung. Diese könnten stadtweit Messdaten erheben und drahtlos zu einer Verkehrsverwaltungszentrale übertragen. Dort werden die Daten ausgewertet und genutzt, um Ampelphasenschaltungen zu optimieren, Geschwindigkeitsbegrenzung
dynamisch an das Verkehrsaufkommen und die Luftverschmutzung anzupassen, Einbahnstraßen und Parkleitsysteme entsprechend der gegebenen Anforderungen zu steuern. Des Weiteren könnte die Anzahl der Transportmittel des ÖPNV gesteuert werden. So werden dynamisch Auslastungsspitzen abgefangen und eine
16 Festgestellt auf der Webseite www.kommune21.de am 31.03.2010.
17 Vgl. IZMF (2007, S. 1f.).
18 Das ergab eine Analyse der Plattform http://de.groups.yahoo.com/group/mStaedte/ am
09.04.2010. Im Gründungsjahr der Plattform 2006 gab es lediglich 18 Beiträge, 2007 waren es noch 16, 2008 waren es nur noch 7 und 2009 gab es keine Beiträge mehr.
19 Das Wort ubiquitär, auch allgegenwärtig oder omnipräsent, steht für allgemein verbreitet,
überall vorkommend und nutzbar.
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
komfortableres Nahverkehrssystem angeboten. Es wäre möglich, die Bürger durch Informationsdienste für deren mobile Endgeräte über die aktuellen Angebote, Veränderungen und Probleme der Verkehrssteuerung zu informieren.
Transportaufkommen könnte von der Straße auf den ÖPNV verlagert und stark belastete Verkehrswege entlastet werden.
Doch von der Vision eines breiten Angebotes ubiquitärer kommunaler Dienste scheinen deutsche Kommunen noch weit entfernt zu sein. 20 Dies legt auch ein Blick auf die aktuelle Situation in den Verwaltungen deutscher Kommunen nahe. Im Bereich der bereits angebotenen E-Government-Dienste, als dessen
Weiterentwicklung und Ergänzung M-Government gesehen wird 21 , nimmt Deutschland keine führende Rolle im europäischen Vergleich ein. 22 Immerhin geben 33 Prozent der deutschen Bevölkerung in der Studie 5. ePerformance Report 2009 an, in den letzten drei und/oder in den letzten zwölf Monaten E-Government-Dienste genutzt zu haben. Das bedeutet, dass sie mit Hilfe eines internetfähigen Endgerätes ein oder mehrere elektronische Verwaltungsangebote genutzt haben. Oft handelt es sich dabei um E-Mail Verkehr, Informationsgewinnung auf den Webseiten der Kommunen oder Kontakt mit dem Finanzamt. 80% der Bevölkerung nehmen aktuell noch persönlich vor Ort Kontakt mit den Behörden auf. Das zeigt eine weitere Studie von TNS Emnid aus dem Jahr 2009. 23 In dieser wird außerdem festgestellt, „knapp jeder zweite Bundesbürger würde bei akzeptablen Online-Angeboten ganz auf Behördengänge verzichten.“ Ein genereller Bedarf und eine Nutzungsbereitschaft für E-Government sind also vorhanden. Diese Erkenntnis lässt sich unter Berücksichtigung bestimmter Einschränkungen auch auf die innovativen M-Government-Angebote übertragen, denen die UC-Dienste zuzurechnen sind. Dies belegt die Studie „Mobile Kommunikation in der öffentlichen Verwaltung“ des Deutschen Forschungsinstituts für öffentliche Verwaltung Speyer aus dem Jahr 2008. 24 Eine weitere Studie des Jahres 2008 aus Belgien untersuchte die
20 Vgl. Knopp (2005, S. 275).
21 Vgl. die Ausführungen im Kapitel 2 und Roggenkamp (2004, S. 5).
22 Dies zeigt die Studie 5. ePerformance Report von Graumann / Speich (2009, S. 82). Der Indexwert für Deutschland (80) für die Nutzung von E-Government-Diensten von Unternehmen liegt weit hinter dem des führenden EU-Staats Finnland (136). Auch in der privaten Nutzung von E-Government-Diensten liegt Deutschland (103) hinter dem Spitzenreiter Norwegen (194) weit zurück. Vgl. Graumann / Speich (2009, S. 84).
23 TNS Emnid (2009, S. 13).
24 Vgl. Reinermann / Franz (2008, S. 18ff.).
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
Attraktivität bestimmter Dienste aus Sicht der Endnutzergruppe Bürger. Sie kommt zu dem Schluss, dass ein Bedarf besonders für Zeit und Geld sparende Anwendungsszenarien besteht. 25
Eine erste Literaturrecherche zu internationalen wissenschaftlichen
Veröffentlichungen zu dem Thema ergab eine Vielzahl innovativer, teils visionärer, Anwendungsszenarien für drahtlose Kommunikationsdienste in kommunaler Trägerschaft. Einige Dienste werden bereits in deutschen Kommunen für Bürger, Wirtschaft oder die öffentliche Verwaltung angeboten. So ist es möglich in Hamburg Fahrscheine für den ÖPNV mit dem Mobiltelefon zu bezahlen. Touristen können sich in Coburg mit einem mobilen Endgerät über die Geschichte der Stadt durch das digitale Stadtgedächtnis informieren. In Friedrichshafen wurde ein ortsbezogenes Notrufsystem, derBUTLER® von der Fonium Deutschland GmbH, zur Verbesserung der Lebensqualität und Mobilität für Senioren realisiert. Rückschlüsse auf die Attraktivität einzelner Dienste aus kommunaler Sicht (Anbietersicht) lassen sich daraus jedoch nicht ohne Weiteres ableiten. Dazu sind die Informationen über bereits angebotene Dienste sehr schwer zu finden. Es ist nicht anzunehmen, dass die Vielzahl möglicher Anwendungsszenarien von den Kommunen in gleichem Maße als attraktiv eingeschätzt wird. Das kommunale Interesse dürfte - im Gegenteilfür bestimmte Dienste höher und für andere wiederum niedriger ausfallen. Jedoch können die deutschen Kommunen aktuell nicht auf solche vergleichenden
Informationen zurückgreifen. Diese würden sie jedoch bei der Evaluation und Auswahl geeigneter Dienste unterstützen. Darüber hinaus könnten diese Informationen wiederum mit der Attraktivitätseinschätzung durch die späteren Endnutzer der Angebote verglichen werden. Dadurch kann die Schnittmenge an Diensten ermittelt werden, die aus Anbieter- und Nutzersicht in hohem Maße attraktiv ist. Die Umsetzung dieser „high potential“ Dienste führt zur Realisierung eines hohen Nutzenpotenzials auf Anbieter und Nutzerseite. Das Risiko mangelnder Endnutzerakzeptanz und Systemnutzung verringert sich dadurch, da die Nützlichkeit einen direkten Einfluss auf die Nutzungsintension bzw. Systemnutzung hat wie das Technologieakzeptanzmodell aufzeigt. 26 So kann wiederum das Problem der mangelnden Wirtschaftlichkeit reduziert werden. Auch könnte über die Nutzung dieser Informationen einer mangelnden Marktorientierung bei der Entwicklung und dem Angebot dieser Dienste entgegengearbeitet werden.
25 Vgl. Pierson u.a. (2008, S. 111).
26 Vgl. Beier u.a. (2006, S. 146ff.).
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
Ein ähnliches Bild zeichnet sich für die Treiber, Hindernisse und Ziele die mit der Entwicklung dieser Dienste verbunden sind. Empirisch fundierte Informationen über die optimalen Rahmenbedingungen der Dienstrealisierung sind nicht vorhanden. Sie würden jedoch einen wichtigen Beitrag leisten, um bessere Bedingungen für ein größeres Angebot nutzenstiftender Dienste zu schaffen. Mit der Verbesserung dieses Sachverhalts beschäftigt sich die vorliegende Arbeit.
Als Fazit bleibt festzuhalten, dass wissenschaftlich fundierte empirische Daten zur aktuellen Situation und zu speziellen Aspekten kommunal angebotener drahtloser Kommunikationsdienste in Deutschland nicht verfügbar sind. Diese werden jedoch von den Verwaltungen, der Industrie und der Forschung benötigt. Dieses Defizit will die Forschungsarbeit, die im Rahmen des Wireless City Berlin Projektes erfolgt, beheben.
1.2. Internationale Situation
Ein Blick auf die internationalen UC-Konzepte lässt das Spektrum der möglichen zukünftigen Entwicklungen aber auch die Probleme erahnen. So werden global unterschiedliche Strategien verfolgt. Südkorea will aktuell eine Vorreiterrolle auf diesem Gebiet einnehmen. Es versucht durch ein landesweit groß angelegtes UC-Konzept in den dreizehn größten Städten des Landes Technologie- und Servicekompetenz aufzubauen und die Gesellschaft in eine „ubiquitous society“ 27 zu transformieren. 28 Mit einem einzigen großen UC-Konzept sollten die Bedürfnisse aller großen Städte des Landes abgedeckt werden und über UC-Projekte eine Transformation in U-Cities stattfinden. Dies stellte sich als nicht realisierbarer Ansatz heraus. Im Jahr 2009 befanden sich die meisten UC-Projekte immer noch in einer konzeptionellen Phase. 29 Das Technologieland will überproportional vom erwarteten Boom der UC-Projekte in den nächsten Jahren als Dienstleister, Technologielieferant und Partner profitieren und seine technologische Macht und Attraktivität für ausländische Investments präsentieren. Deshalb wurde bei der Entwicklung der U-Cities ein starker Fokus auf die Infrastruktur und die Bedürfnisse
27 Darunter versteht Südkorea seine Vision einer zukünftigen Informationsgesellschaft, vgl.
Shin (2009, S. 516).
28 Vgl. Kim (2008, S. 221).
29 Vgl. Choi (2009, S. 17ff.).
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
der Wirtschaft gelegt. 30 Der technologiegetriebene Ansatz führte jedoch dazu, dass soziale und kulturelle Aspekte nicht ausreichend berücksichtigt wurden. 31 Aktuell sind fast alle Projekte wegen Finanzierungsschwierigkeiten, auch durch die Finanzkrise des Jahres 2008, gestoppt oder werden in andere IT-Projekte überführt. 32 Shin weist in seinen Ausführungen zudem auf die negativen Effekte hin, die die UC-Dienste auf die Endnutzer haben. So werden die Projekte wie große „Experimente“ durchgeführt, in denen die betroffenen Menschen nicht an der Planung beteiligt werden. Ethische Aspekte wie Sicherheit, Privatsphäre oder Urheberschutz werden unzureichend berücksichtigt. Es werden sogar die fehlenden Gesetze und geringen Ansprüche der Menschen an Privatsphäre genutzt, um immer kritischere Technologien, auch durch ausländische Investoren, zu testen. 33 Die Hauptprobleme der südkoreanischen UC-Initiative sind die zu starke Gewichtung der Technologiekomponente im Projekt, die fehlende Endnutzerintegration, die überhöhten Nutzungs- und Potenzialvorhersagen und die fehlende Evaluierung über die Projektlaufzeit. 34
In den USA hingegen werden unterschiedliche Herangehensweisen verfolgt. Häufig findet sich in der wissenschaftlichen Literatur die Analyse von Projekten, die den Fokus auf den Auf- und Ausbau einer drahtlosen Kommunikationsinfrastruktur (WLAN/WiFI) in Kommunen gelegt haben. 35 Diese Projekte sollen helfen die
digitale Spaltung des Landes zu beseitigen, die durch die schlechte Versorgung mit drahtgebundenen Breitbandanbindungen gerade im ländlichen Bereich entstanden ist. 36 Jedoch zeigt sich, dass die Hauptprobleme gerade die mangelnde Wettbewerbsfähigkeit gegenüber privaten Anbietern und die Wirtschaftlichkeit der Projekte sind. 37 Das Center for Digital Governments ermittelte, dass eine große Anzahl der städtischen WLAN-Projekte in den USA nicht erfolgreich waren. 38 In amerikanischen, wie auch in deutschen Kommunen ist ein wachsendes Angebot an drahtlosen Kommunikationsdiensten zu beobachten, dass nicht im Rahmen eines
30 Vgl. Shin (2009, S. 516).
31 Vgl. Kwon / Kim (2007, S. 148/151).
32 Vgl. Shin (2009, S. 522ff.).
33 Vgl. O'Connell (2005, S. 1f.).
34 Vgl. Shin (2009, S. 523f.).
35 Z.B. in Tapia u.a. (2006, S. 362) und Center for Digital Governments (2008, S. 8f.).
36 Vgl. Shaffer (2007, S. 204).
37 Vgl. McClure (2005, S. 1ff.).
38 Vgl. Center for Digital Governments (2008), Blum (2010, S. 1ff.)
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
umfassenden UC-Projektes durch die Kommunen geschaffen wird. 39 So kann beispielsweise die Anwendung SeeClickFix in amerikanischen Städten genutzt werden, um mobil Verbesserungsbedarf zu bestimmten Objekten in den Städten aufzuzeigen. Empirisch gestützte Daten zum Dienstangebot oder Aspekten der Realisierung konnten jedoch nicht gefunden werden. In den USA sind zudem auch große Projekte, wie das Manhattan Harbor Projekt, die einen ähnlich visionären Ansatz wie die südkoreanischen UC-Projekte verfolgen, anzutreffen. 40 Speziell in diesem Projekt wird eine Stadt komplett neu geplant und erstellt und von Anfang an mit einer drahtlosen Kommunikationsinfrastruktur und Diensten ausgerüstet. 41
In den europäischen Staaten zeichnet sich eine selektivere Herangehensweise und Realisierung aussichtsreicher UC-Dienste ab. Großprojekte für den Auf-oder
Ausbau ganzer Städte mit einem breiten UC-Dienstportfolio sind hier noch nicht zu finden. So werden sukzessiv neue Dienstangebote entsprechend des Bedarfs, dem Nutzen, der Wirtschaftlichkeit und der Finanzierbarkeit entwickelt oder bereits erfolgreiche Konzepte übertragen. 42 In den europäischen Staaten wird ein starker Fokus auf die Bedürfnisse der Endnutzer der Dienste gelegt. Dies wird unter anderem durch europäische Studien deutlich, wie z.B. von Pierson u.a. (2008) zum Thema Attraktivität drahtloser Kommunikationsdienste aus Endnutzersicht oder der Untersuchung zur künftigen Ausgestaltung der Berliner Servicelandschaft von Grabow u.a. (2009). Der Ansatz des organischen Wachstums kommunal angebotener U-City-Dienste über eine selektive Implementierung verschiedener aussichtsreicher Lösungen scheint zum jetzigen Zeitpunkt auch für deutsche Kommunen die erfolgversprechendste Herangehensweise zu sein. 43 Sie senkt die Kosten und das Risiko und erhöht den Nutzen der aus den drahtlosen Kommunikationsdiensten durch die Städte und Gemeinden gezogen werden kann.
In den Entwicklungsländern werden vor allem M-Government-Angebote geschaffen, die auf der Nutzung von Mobiltelefonen und SMS aufbauen. Die Verbreitung von
39 Vgl. Trimi / Sheng (2008, S. 55).
40 Vgl. Kwon / Kim (2007, S. 144).
41 Das Manhattan Harbor Projekt ist das erste UC-Projekt in der USA. Auf einer Fläche von
ca. 56 Hektar entsteht eine von Grund auf neue Stadt. Vgl.
http://www.themanhattanharbour.com.
42 Vgl. Rannu / Semevsky (2005, S. 9ff.), Östberg (2003, S. 2ff.) und Mallenius / Rossi / Tuunainen (2007, S. 5ff.).
43 Vgl. Lee (2008, S. 7).
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
Computern, Laptops und der Ausbau der kabelbasierten Internetinfrastruktur ist in diesen Ländern noch nicht so weit vorangeschritten wie in den Industrie- oder Schwellenländern. Mobiltelefone haben hingegen eine viel weitere Verbreitung gefunden. 44 Auf diese Situation bauen auch die E-Government Initiativen dieser Länder auf. Die Angebote werden auf die vorhandene Infrastruktur abstimmt um möglichst vielen Menschen die Nutzung der Dienste zu ermöglichen. 45 Damit diese auch auf älteren leistungsschwachen Mobiltelefonen und mit geringer Datentransferbandbreite arbeiten können, werden vor allem einfache und intuitiv nutzbare Informations- und Transaktionsdienste angeboten. Oft basieren diese Dienste auf der Nutzung von SMS. 46 So können sich in Kenia Arbeiter des produzierenden Gewerbes (z.B. Fischer, Bauern) über die aktuellen Marktpreise ihrer Produkte informieren lassen und dadurch höhere Verkaufspreise bei den Händlern erzielen. 47
Die Studie 5. ePerformance Report vergleicht unter anderem auch die Nutzung von E-Government Angeboten durch Bürger und Wirtschaft in den europäischen Ländern. In dieser Untersuchung plaziert sich Deutschland leicht unter dem
europäischen Durchschnitt. 48 Da die M-Government Angebote dem E-Government zugeordnet werden, ist diese Positionierung auch für einen europäischen Vergleich der Nutzung mobiler Dienste anzunehmen. Dies sagt jedoch nichts über das Angebot in den einzelnen EU-Ländern aus, da jeder angebotene Dienst erst über einen längeren Zeitraum eine gewisse Nutzerakzeptanz entwickeln muss. Die Basis für einen internationalen Vergleich der Angebotssituation wird durch diese Arbeit geschaffen.
44 Vgl. Trimi / Sheng (2008, S. 55).
45 Vgl. Ghyasi / Kushchu (2004, S. 4) und Mengistu, Zo, Rho (2009, S. 1446).
46 Vgl. Mengistu, Zo, Rho (2009, S. 1448).
47 Vgl. Donner (2009, S. 42).
48 Vgl. die Studie Graumann / Speich (2009, S. 82ff.), 5. ePerformance Report 2009.
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
1.3. Forschungsfrage, Erkenntnisziele und
Untersuchungsgegenstand
Die vorliegende Arbeit hat das Ziel die folgende Forschungsfrage zu beantworten.
Wie ist die aktuelle Situation auf dem Gebiet kommunal angebotener drahtloser Kommunikationsdienste in deutschen Städten und Gemeinden mit mehr als 50.000 Einwohnern?
Wie bereits in den einführenden Kapiteln dieser Arbeit aufgezeigt wurde, handelt es sich um ein relativ neues Problem- und Forschungsfeld für das bisher nur sehr wenig wissenschaftlich empirisch gesichertes Wissen, speziell für die Situation in Deutschland, existiert. Deshalb sollen mit Hilfe einer Befragung empirische Basisdaten beschafft werden mit deren Hilfe anwendungsorientiertes Wissen und Erkenntnisse produziert werden. Die Nutzung der Ergebnisse kann sowohl durch die Verwaltungen, die Wirtschaft als auch die Wissenschaft erfolgen. Mit der Arbeit soll eine möglichst exakte Beschreibung dieses komplexen Sachverhaltes erarbeitet werden. Dabei handelt es sich um eine Momentaufnahme der aktuellen Situation und der Meinungen der Kommunen zum untersuchten Forschungsgegenstand. Es werden für einen bestimmten Zeitpunkt und für einen bestimmten räumlichen Bereich quantitativ präzise Informationen gewonnen.
Die Exploration des Untersuchungsgegenstandes Verwaltungsmeinung 49 deutscher Kommunen mit mehr als 50.000 Einwohnern bezüglich drahtloser
Kommunikationsdienste erfolgt mit den folgenden Erkenntniszielen.
49 Die Verwaltungsmeinung bezeichnet im Rahmen dieser Arbeit die vorherrschende Meinung
der relevanten Entscheidungsträger in der kommunalen Verwaltung zu den untersuchten Fragestellungen. Nicht die persönliche Meinung des Befragten soll erhoben werden. Der Befragte dient lediglich als kundiger Auskunftgeber (Experte), der - entsprechend seiner Stellung in der Verwaltung - eine mehr oder weniger restriktiv gebundene Rolle wahrnimmt und dieser entsprechend Meinungen „der Verwaltung“ zu äußern in der Lage ist. Weiterführende Informationen finden sich bei Plagemann (2007, S. 2ff.). Kromrey (2009, S. 238) zeigt die Zulässigkeit dieser Vorgehensweise auf.
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
1) Wie wird die Attraktivität einer Auswahl drahtloser Kommunikationsdienste und der übergeordneten Anwendungsbereiche durch die Kommunen eingeschätzt?
2) Welche drahtlosen Kommunikationsdienste der untersuchten Dienstauswahl wurden in den Kommunen bereits realisiert? 3) Für welche drahtlosen Kommunikationsdienste der untersuchten
Dienstauswahl ist in den nächsten zwei Jahren eine Realisierung geplant? 4) Welche Treiber (förderliche Faktoren) begünstigen am stärksten die Schaffung neuer drahtloser Kommunikationsdienste? 5) Was sind die größten Hindernisse der Dienstrealisierung durch die Kommunen?
6) Was sind die vorrangigen Ziele, die mit der Umsetzung drahtloser Kommunikationsdienste in den Kommunen erreicht werden sollen? 7) Wie hoch ist das geplante Investitionsvolumen der Kommunen für drahtlose Kommunikationsdienste in den nächsten zwei Jahren? 8) Gibt es spezielle Gruppen unter den Kommunen (Subgruppen), die signifikante Unterschiede in der Bewertung der Attraktivität der drahtlosen Kommunikationsdienste aufweist?
Die Untersuchung soll die Einstufung einer Auswahl von Diensten in eine Rangordnung entsprechend ihrer Attraktivität ermöglichen. Ebenfalls soll eine Auswahl von Treibern und Hindernissen in eine Ordnung gebracht werden, die den entsprechenden förderlichen oder hemmenden Charakter für eine Dienstrealisierung durch die Kommunen widerspiegelt. Die Ziele, die die Kommunen mit der Realisierung dieser Dienste verfolgen, werden analog in eine Rangordnung sortiert. Das Erkenntnisziel Nummer acht geht der Frage nach, ob die Ausprägungen bestimmter Merkmale der Kommunen, oder der Umfrageteilnehmer, einen Erklärungsbeitrag für die Einschätzung der Dienstattraktivität leisten. Dazu wird der folgenden Fragestellung nachgegangen: Gibt es signifikante Unterschiede im Antwortverhalten zwischen definierten Subgruppen der Stichprobe bezüglich der Einschätzung der Dienstattraktivität des Anwendungsbereiches Bürger- und Verwaltungsdienste. 50
Der Untersuchungsgegenstand ist die „Verwaltungsmeinung“ deutscher Kommunen zu speziellen Aspekten drahtloser Kommunikationsdienste. Dazu sollen als kundige Auskunftgeber über die jeweilige „Verwaltungsmeinung“ stellvertretend die
50 Die Herleitung der Fragestellung erfolgt im Kapitel 3.2.
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
kommunalen IT-Entscheider 51 genutzt werden. Somit sind statistische Einheit 52 und die Aussageeinheit nicht gleich 53 , was bei der Ausarbeitung des Fragebogens und der Evaluierung (Kapitel 3.4) berücksichtigt wurde. Um den potenziellen Einfluss persönlicher Merkmale der Umfrageteilnehmer auf das Antwortverhalten zu untersuchen, werden in der Subgruppenanalyse auch diesbezügliche Subgruppen analysiert.
1.4. Notwendigkeit einer empirischen Untersuchung
Eine empirische Untersuchung ist eine wissenschaftliche Methode mit deren Hilfe durch kontrollierte Beobachtung Erkenntnisse über Teilaspekte der Realität gewonnen werden können. 54 Dazu werden bestimmte Daten bzw. Informationen einer Stichprobe von Merkmalsträgern erhoben. Deren Auswertung lässt sowohl Rückschlüsse auf die Realität in der Stichprobe als auch in der Grundgesamtheit des Untersuchungsgegenstandes zu. Eine intensive Literaturrecherche zu dem Thema drahtlose Kommunikationsdienste ergab, dass bis zum Zeitpunkt dieser Arbeit keine strukturierten Daten und Analysen zum Angebot an Diensten in deutschen Kommunen verfügbar waren. Das Gleiche trifft auf Daten und Analysen zu den Treibern, Hindernissen und Zielen zu, unter denen die Kommunen diese Dienste realisieren. Diese Informationen sind jedoch für die Unterstützung der kommunalen Entscheidungsprozesse und für die weitere Arbeit des Wireless City Berlin Forschungsprojektes von großer Wichtigkeit. Aus diesen Gründen soll das Informationsdefizit mit einer empirischen Untersuchung der Situation durch eine methodisch geleitete Erhebung, Auswertung und Interpretation der benötigten Daten beseitigt werden.
Eine quantitative empirische Untersuchung ist besonders gut geeignet, um den noch relativ unbekannten Sachverhalt durch eine möglichst breit angelegte Deskription zu erkunden. Diese wird dadurch unterstützt, dass erste
51 Zu diesem Personenkreis gehören der kommunale CIO, der e-Government Leiter, der IT-
Amtsleiter, IT-Fachbereichsleiter, EDV/IT-Leiter oder Referatsleiter.
52 Die statistische Einheit wird auch als Erhebungseinheit oder Merkmalsträger
bezeichnet und ist der Träger der Informationen für die statistische Untersuchung. Vgl. Eckstein (2008, S. 13).
53 Vgl. Plagemann (2007, S. 2).
54 Vgl. Kromrey (2009, S. 14).
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
wissenschaftliche Erkenntnisse und Analysen über den zu untersuchenden Sachverhalt verfügbar sind. Auf diese konnte in der Konzeption des Forschungsdesigns aufgebaut werden. Die Daten sind sehr gut für die deskriptiv statistische Auswertung und die weiterführende Forschung geeignet. So können sowohl Subgruppenanalysen von Datensätzen mit bestimmten
Merkmalsausprägungen durchgeführt werden 55 , als auch die Suche nach Konstrukten, die einen signifikanten Erklärungsbeitrag für spezielle
Merkmalsausprägungen in der Stichprobe leisten. Die Daten der quantitativen Forschung ermöglichen es auch, bei einer genügend hohen Teilnehmerzahl, versteckte Strukturen, Gesetzmäßigkeiten und Ordnungen zu entdecken und diese zu testen. Die Ergebnisse eignen sich für den Vergleich mit den Erkenntnissen anderer empirischer Untersuchungen oder den Daten einer erneuten Erhebung zu einem späteren Zeitpunkt (Längsschnittanalyse).
1.5. Forschungsdesign, Forschungsmethode und
Forschungsprozess
Für die Durchführung des Forschungsvorhabens wird als Forschungsdesign eine Querschnittserhebung nichtexperimenteller Daten gewählt. Dies bedeutet, dass zu einem bestimmten Zeitpunkt mit einem geeigneten Datenerhebungsverfahren die zu untersuchenden Merkmale des Untersuchungsgegenstandes gemessen werden. 56 Für die Gewinnung der Erkenntnisse wird ein quantitativer Forschungsansatz verwendet. Dieser misst die relevanten institutionellen Aspekte über numerische Größen. Als Datenerhebungsverfahren wurde eine Befragung gewählt. Die Durchführung erfolgte vollstandardisiert und schriftlich mit dem
Datenerhebungsinstrument (Messinstrument) Online-Befragung 57 . Mit dessen Hilfe wurden die zu erhebenden Merkmale des Untersuchungsgegenstandes, vertreten durch die Auskünfte der kundigen Teilnehmer an der Umfrage (die Stichprobe der Grundgesamtheit), gemessen. Bei der Befragung handelte es sich um eine Expertenbefragung der IT-Entscheider der Kommunen. Die Auswertung der erhobenen Daten erfolgte mit Hilfe von deskriptiv statistischen Methoden. Für das
55 Was im Rahmen dieser Arbeit durchgeführt wird.
56 Vgl. Kuß (2010, S. 41).
57 Vgl. Kromrey (2009, S. 364).
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
vorgestellte Forschungsdesign wurde ein Forschungsprozess entwickelt, der in Abbildung 1 dargestellt ist. 58
Abbildung 1: Struktur des Forschungsprozesses
58 Die Entwicklung des Forschungsprozesses erfolgte in Anlehnung an das wissenschaftlich anerkannte Vorgehensmodell zur Untersuchung sozialer Realität. Vgl. Kromrey (2010, S. 70ff.).
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
Die Festlegung des erforderlichen Differenzierungsgrades durch die Wahl der Mess-Skalen erfolgte mit Hilfe einer Expertendiskussion und wird im Kapitel 3.3.2 erläutert. Die Bestimmung der Merkmalsträger, der Erhebungseinheit, der Grundgesamtheit sowie die Art und der Umfang der Stichprobe werden im Kapitel 3.1 behandelt. Im Kapitel 3.4 erfolgt die Beschreibung der Überprüfung und Optimierung des Fragebogens. Die Festlegung und technische Realisierung des Fragebogens wird im Kapitel 3.5.1 erläutert. Die Erhebung, Aufbereitung und Auswertung der Daten beschreiben die Kapitel 3.5.2 und 4.
Für die Konzeption der Befragung wurde eine umfangreiche Literaturrecherche zum Forschungsthema UC-Dienste in deutschen Kommunen durchgeführt. Diese ergab ein breites Spektrum an Quellen mit Informationen zu drahtlosen
Kommunikationsdiensten in Kommunen, UC-Projekten oder -Initiativen. Je nach der Zielstellung der Untersuchung standen überwiegend die Art des Projektes, die jeweilige Projektdurchführung, einzelne bereits realisierte Dienste oder spezielle Aspekte der Thematik im Vordergrund. Die gewonnenen Erkenntnisse 59 sind in das Design der Befragung eingeflossen, speziell in die Bestimmung von Indikatoren und Merkmalen für die Erhebung. Explizit soll an dieser Stelle auf die Arbeit von Basten und Berseck (2010) hingewiesen werden. Die qualitative Studie untersuchte anhand von Experteninterviews wichtige Aspekte der Realisierung drahtloser
Kommunikationsdienste in deutschen Kommunen. Die Ergebnisse der Studie lieferten wichtige Erkenntnisse speziell zum Spektrum der Treiber, Hindernisse und verfolgten Ziele. Diese wurden bei der Auswahl der zu untersuchten Merkmale berücksichtigt. An geeigneter Stelle werden außerdem einzelne Ergebnisse früherer Forschung für den kritischen Vergleich und die Diskussion der Befunde der vorliegenden Arbeit heran gezogen.
Die Realisierung der bereits erläuterten Erkenntnisziele erfolgte unter der Nutzung der Methoden der empirischen Sozialforschung und der deskriptiven Statistik. Diese sind für die Exploration institutioneller Phänomene und die Deskription institutioneller Wirklichkeit geeignet. 60 Die gewonnenen Daten unterstützen die Suche nach Merkmalsausprägungen der Kommunen und Teilnehmer, die einen
59 Die aus der Literatur gewonnen Erkenntnisse umfassen z.B. eine Vielzahl international
bereits genutzter oder geplanter Dienste, potenzielle Treiber, Hindernisse und Ziele von UC-Projekten. Speziell im Kapitel 3.2 erfolgt die Verknüpfung der Erkenntnisse aus der Literaturrecherche mit der Gestaltung des Fragebogens.
60 Vgl. Ernst u.a. (2002, S. 89).
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
Erklärungsbeitrag zum vorliegenden Antwortverhalten leisten. In der vorliegenden Arbeit stand speziell die anwendungsorientierte Forschung - die Durchführbarkeit des Forschungsvorhabens im Spannungsfeld der gegebenen Rahmenbedingungenim Vordergrund. Dieses setzt sich aus den unterschiedlichen Anforderungen der verschiedenen Anspruchsgruppen 61 der Umfrage zusammen und soll an dieser Stelle kurz erläutert werden. Für die Teilnehmer der Kommunen sind die Dauer der Umfrage, die Relevanz für die Verwaltungsarbeit und die Qualität der Ergebnisse zentrale Entscheidungskriterien für eine Beteiligung. 62 Aus Sicht der Forschung ist hingegen eine wissenschaftlich basierte und abgesicherte, möglichst umfassende und tiefgründige Analyse des Untersuchungsgegenstandes von Interesse. 63 Die Durchführung der Umfrage und die Auswertung der Daten müssen jedoch auch den Rahmenbedingungen der zugrunde liegenden Masterarbeit entsprechen. Der Vielzahl unterschiedlicher Anforderungen konnte durch das entwickelte
Studiendesign und dem verwendeten Messinstrument 64 entsprochen werden. So wurde ein möglichst breites Portfolio an Diensten zusammengestellt, das durch Tests mit den Fokusgruppen optimiert wurde. Das Design der Onlinebefragung minimierte den Aufwand der Teilnehmer während der Gewinnung des empirischen Wissens 65 und ist eine effektive und wissenschaftlich abgesicherte Art der Befragung. So wurden die Anforderungen der Anspruchsgruppen der Untersuchung berücksichtigt und bestmögliche empirische Forschungsbedingungen geschaffen. Eine detaillierte Erläuterung des Fragebogens erfolgt im Kapitel 3. Auf die Umfragedurchführung und die Wahl des Onlinefragebogens als Erhebungswerkzeug zur Minimierung von Fehlerquellen wird im Kapitel 3.4 detailliert eingegangen.
61 Vgl. Kromrey (2009, S. 12). Das Spannungsfeld der Interessen basierte auf den
Anforderungen der beteiligten Anspruchsgruppen wie z.B. das Wireless City Berlin Projekt, die Rahmenbedingungen der wissenschaftlichen Arbeit durch die Universität, die Testgruppe, die Zielgruppe des Fragebogens oder die Kommunen.
62 Plagemann (2007, S. 3).
63 Vgl. Kromrey (2009, S. 11).
64 Die Wahl des Messinstrumentes zur Abdeckung der unterschiedlichen Anforderungen wird im Kapitel 3.4.1 erläutert.
65 Beobachtung der Realität. Vgl. Kromrey (2009, S. 20).
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
Die gewonnenen Daten werden unter der Nutzung deskriptiver statistischer Verfahren verdichtet, wobei die Unübersichtlichkeit und Informationsfülle reduziert wird. Dazu sind die Softwarewerkzeuge SAS 9.2, SPSS 17 und Microsoft Excel 2007 (für die Darstellung der Daten in Diagrammen) verwendet worden. Verallgemeinerbare Beschreibungen, Erklärungen der Sachverhalte und
Zusammenhänge (Rückschlüsse auf die Grundgesamtheit) sind in einem bestimmten Rahmen möglich. Dafür ist die Untersuchung der Repräsentativität der Stichprobe zur Grundgesamtheit wichtig. Diese findet im Kapitel 4.3.3 über die Auswertung der demographischen Merkmale der Kommunen und der Teilnehmermerkmale statt.
Eine kritische Diskussion der Ergebnisse im Kapitel 5 der Arbeit rundet die wissenschaftliche Untersuchung ab. Sie setzt sich sowohl mit den Resultaten vorangegangener theoretischer Forschung als auch mit den Erkenntnissen qualitativer und quantitativer Untersuchungen des Themas auseinander. Das folgende Kapitel beschäftigt sich mit der Entstehungsgeschichte der Technologien, der Abgrenzung des Thematischen Bezugsrahmens und der Definition der Begriffe.
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
2. Thematischer Bezugsrahmen und Klärung der
Begriffe
Dieses Kapitel ordnet den Forschungsgegenstand der Arbeit in die relevanten Themengebiete und Forschungsbereiche ein und klärt die verwendeten Begriffe, die Entwicklung und die Zusammenhänge zwischen den erläuterten Thematiken und dem Forschungsgegenstand.
2.1. Ubiquitous computing
Den Begriff ubiquitous computing prägte erstmals Marc Weiser im Jahr 1988 während seiner Tätigkeit für das Xerox Palo Alto Resarch Center (PARC). Weiser beschreibt ubiquitous computing mit den Worten: „to make a computer so embedded, so fitting, so natural, that we use it without even thinking about it”. 66 Er umschreibt damit die dritte Generation von Computern, die nach der Ära des Großrechners und des PC in der Computerentwicklung zu erwarten war. Gemeint sind damit nahezu „unsichtbare“ Computer, die die Menschen allgegenwärtig in ihrem täglichen Leben umgeben, es ihnen erleichtern und die nicht mehr als Computer im herkömmlichen Sinn wahrgenommen werden. 67
Weiser beschreibt damit eine humanzentrierte Technikvision in der die Dienste die die Computer leisteten und die Bedürfnisse der Menschen im Mittelpunkt der Computerentwicklung stehen. Die Werkzeuge für die Erbringung dieser Dienste, Mikrocomputer oder in Objekte integrierte Computersysteme, treten in den Hintergrund und sollten möglichst von den Menschen nicht mehr wahrgenommen werden. Die allgegenwärtigen Computer verfügen zudem über die Fähigkeit untereinander drahtlos über Funknetzwerke zu kommunizieren und die Bearbeitung komplexer Aufgaben auf verschiedene Geräte zu verteilen. Ein weiteres Merkmal ist der sinkende Energieverbrauch bei einer stetig steigenden Rechenleistung. 68
In dieser Arbeit wird der Begriff ubiquitous computing, in Anlehnung an Jeon 69 , wie folgt definiert: „Ubiquitous computing ist eine technologische Umgebung in der
66 Jacko / Sears (2003, S. 14) und Krumm (2010, S. 2ff.).
67 Vgl. Weiser (1991, S. 1ff.).
68 Vgl. Weiser (1993, S. 1ff.).
69 Jeon u.a. (2007, S. 1230).
Seite 25/151
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
Computer unsichtbar in Objekte eingebettet sind. Sie sind untereinander vernetzt und Informationsaustausch und Kommunikation ist zu jeder Zeit an jedem Ort möglich.“.
Die Alltagserfahrung zeigt, dass die Vision vom ubiquitous computing heute teilweise schon Wirklichkeit geworden ist. Nicht wahrgenommene Computer umgeben die Menschen in den Industrieländern in ihrem täglichen Leben. In Automobilen wird eine Vielzahl an Computern und Sensoren verbaut die teilweise drahtlos miteinander kommunizieren und hochkomplexe Dienste oder
Fahrunterstützung wie ABS ermöglichen. RFID-Systeme finden eine zunehmende Verbreitung in unserer Gesellschaft und werden für die Realisierung von vielfältigen Diensten genutzt. 70 Die Verbreitung der allgegenwärtigen Computer schreitet mit immer neuen Entwicklungen und Anwendungsszenarien in alle Lebensbereichen voran. Dies ermöglicht auch in zunehmendem Maße ubiquitous computing Dienste im öffentlichen Bereich und führte zu dem ubiquitous city Konzept das im folgenden Kapitel erläutert wird.
2.2. Ubiquitous City
Das schnelle Wachstum der Städte, der zunehmende Bedarf Ressourcen einzusparen und die steigende Nachfrage der Bewohner nach komfortableren zeitsparenden Diensten führte wie in der Wirtschaft zur Nutzung von IuK in Kommunen weltweit. 71 Die Entwicklung des Internets und der allgegenwärtigen Computer begann die Anwendungsperspektive in Richtung allgegenwärtige Dienste, Netzwerkzugriff und Verbindung zu verschieben. Dies führte zu der Einführung der Konzepte ubiquitous community und ubiquitous city. Der erste Begriff wurde im Kontext der Städteentwicklung und Sozialwissenschaft geprägt und bezeichnet die neuen Formen der Interaktion und Transaktion von Menschen im städtischen Raum. Diese werden dem Konzept zufolge überall und zu jeder Zeit durch die allgegenwärtigen Netzwerke und Dienste möglich. 72
Das schnelle Zusammenwachsen der ubiquitous computing Technologie, IuK und geografische Informationssysteme (GIS) veränderte die Art und Weise, in der Menschen den städtischen Lebensraum wahrnehmen, nutzen und miteinander
70 Vgl. Finkenzeller (2008, S. 411).
71 Vgl. Yigitcanlar (2008, S. 2).
72 Vgl. Anttiroiko (2009, S.1 ff.).
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
interagieren. Es ermöglichte die Verbesserung der kommunalen Verwaltung, Planung und Infrastrukturentwicklung. So entstanden und entstehen vielfältige öffentliche und private Dienstangebote, die den Menschen das tägliche Leben erleichtern und von jedem Ort zu jeder Zeit genutzt werden können. 73 Diese Entwicklung führte zu den ubiquitous city Konzepten.
Lee u.a. (2008b) definieren ubiquitous cities als Städte, die eine ubiquitäre Infrastruktur und ubiquitäre Dienste für ihre Einwohner und Besucher anbieten. Ermöglichet wird dies durch die Nutzung ubiquitärer Technologien. 74 Die UC-Definitionen variieren stark in ihrem Inhalt und sind durch die koreanische Sichtweise und Forschungsarbeit geprägt. So definiert Hyang-Sook (2007) in seiner Arbeit „a u-city proposes real-time access and manipulation of information at any time and from anywhere, removing temporal and spatial restrictions from the equation“. 75 Dieser eher technischen Definition entgegen stellen sich Kwon und Kim (2007). Sie beschreiben eine UC als „a next generation urban space that includes a integrated set of ubiquitous services: a convergent form of both physical and online spaces. These services ultimately aim to enhance quality of life factors, such as convenience, safety and welfare”. 76
Die Bezeichnung ubiquitous city wird in der wissenschaftlichen Literatur erst in den letzten Jahren vermehrt verwendet. Davor wurden für ähnliche Konzepte die Begriffe digital city, smart city oder wireless city verwendet. 77 Seit dem Jahr 2006 ist die Anzahl der wissenschaftlichen Artikel zu dem Thema stark gestiegen, was häufig auf Forschungsarbeiten aus Südkorea basiert. In der Literatur wird zwischen neu gebauten Städten, den so genannten company towns zu denen auch das Manhattan Harbor Projekt in den USA und New Songdo City in Südkorea gehört, und bereits existierenden Städten unterschieden. Macias-Diaz (2010) zeigt, dass die Transformation einer bereits existierenden Stadt in eine UC aufwendiger ist als die Berücksichtigung der UC-Anforderungen beim Neubau einer Stadt entsprechend deren Geschäftsmodel. 78 Werden in eine existierende Stadt UC-Dienste integriert, verwendet Macias-Diaz dafür den Begriff digital city.
73 Vgl. Yigitcanlar (2008, S. 2) und Hyang-Sook u.a. (2007, S. 1148).
74 Vgl. Lee u.a. (2008b, S. 2f.).
75 Vgl. Hyang-Sook u.a. (2007, S. 1148).
76 Kwon / Kim (2007, S. 143).
77 Vgl. Malinova (2010).
78 Vgl. Macias-Diaz (2010, S. 771/774).
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
Shin (2009) gibt zu bedenken, dass der Begriff U-City ein so genanntes Buzz-Word 79 geworden ist. Eine sinnentleertes Wort, da es zu viele unterschiedliche Bedeutungen dafür gibt. 80 Deshalb wird in der vorliegenden Arbeit eine eigene Definition für den Begriff ubiquitous city verwendet.
Eine ubiquitous city ist eine Stadt, die auf der Basis von drahtloser Kommunikationsinfrastruktur (ubiquitous city Infrastruktur) allgegenwärtige Dienste 81 für ihre Anspruchsgruppen 82 anbietet um die urbane Lebensqualität zu verbessern und Ressourcen zu sparen. Allgegenwärtig bedeutet in diesem Zusammenhang, dass die Dienste potenziell zu jeder Zeit und von jedem Ort aus genutzt werden können. Dies ist natürlich wirtschaftlich und ökologisch nicht immer sinnvoll und angestrebt.
Beispiele für diese Dienste sind die RFID gestützte Bibliotheksverwaltung, mobile Bezahlmöglichkeiten für Parkscheine und ÖPNV-Tickets oder digitale ortsbezogene Stadtinformationssysteme. Die Kommunikationsinfrastruktur, basierend auf drahtgebundenen und drahtlosen Datennetzwerken, ist der wichtigste Aspekt der ubiquitous cities und wird im folgenden Kapitel näher erläutert.
2.3. Ubiquitous City Dienste und Infrastruktur
Wie bereits im Kapitel 2.2 erwähnt, basiert die Realisierung der UC-Konzepte und Dienste auf dem Aufbau einer drahtlosen Kommunikationsinfrastruktur. In dieser Arbeit werden kommunale drahtlose Kommunikationsdienste (bzw. Dienste) Synonym zum Begriff ubiquitous city services (UC-Dienste) verwendet, der überwiegend in der wissenschaftlichen Literatur zu den südkoreanischen UC-Projekten anzutreffen ist. Die UC-Infrastruktur, die die Dienste ermöglicht, basiert auf einer Kombination drahtloser Kommunikationstechnologien aus dem Bereich von RFID-, Wireless- und Sensortechnologien die untereinander wiederum drahtlos oder über ein kabelgebundenes Kommunikationsnetzwerk verbunden sind
79 Dem englischen Begriff Buzz-Word entspricht im Deutschen das Wort Schlagwort.
80 Shin (2009, S. 516).
81 Die Fußnote 2 definiert, was im Rahmen der Arbeit unter einem Dienst versanden wird.
82 Diese sind z.B. Bürger, Wirtschaft, Touristen oder Verwaltung.
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
(Backbone). 83 Eine Übersicht spezieller Technologien, die die Dienste ermöglichen, zeigt die folgende Tabelle. In dieser Arbeit kann jedoch nicht im Detail auf die vorgestellten Technologien eingegangen werden. Dazu wird auf externe Literatur, z.B. von Kruth (2004) 84 , verwiesen.
Tabelle 1: Infrastrukturtechnologien für drahtlose Kommunikationsdienste
83 Vgl. Lee u.a. (2008a).
84 Vgl. Kruth (2004, S. 159ff.).
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
2.4. E-Government und M-Government
Die in dieser Arbeit untersuchten drahtlosen Kommunikationsdienste, die durch die kommunalen Verwaltungen angeboten werden, sind dem E- und M-Government-Angebot der Kommunen zuzuordnen. Deswegen werden an dieser Stelle beide Begriffe erläutert, definiert und die Verknüpfung aufgezeigt.
Der Begriff E-Government hat sich in den letzten Jahren zu einem Schlüsselbegriff im Reformprozess der öffentlichen Verwaltung entwickelt. Einher gehend damit ist eine zunehmende Nutzung als Schlagwort zu erkennen. 85 Wie in den Ausführungen zum Schlagwortcharakter des Begriffs ubiquitous city im Kapitel 2.2, gibt es auch für E-Government eine Vielzahl von Definitionen. Das macht an dieser Stelle eine genaue Festlegung der Bedeutung für die weitere Verwendung in dieser Arbeit notwendig.
Im Rahmen dieser Arbeit wird die wissenschaftlich fundierte und oft zitierte Definition des Forschungsinstituts für öffentliche Verwaltung der Hochschule für Verwaltungswissenschaften Speyer verwendet. Der Begriff E-Government umfasst demnach „die Abwicklung geschäftlicher Prozesse im Zusammenhang mit Regieren und Verwalten (Government) mit Hilfe von Informations-und
Kommunikationstechniken über elektronische Medien“. 86 Dies umfasst sowohl die nationale oder Bundesebene, die Landesebene als auch die lokale oder kommunale Ebene.
Durch die gewählte Definition wird der Einschränkungen von Zink (2005) auf die reine Nutzung des Internets als die dem E-Government zugrunde liegende Technologie durch die Verwendung des weiter gefassten Begriffes IuK explizit nicht entsprochen. 87 Im Zuge der schnellen technologischen Entwicklung kommen auch über das Internet hinaus digitale Technologien in der Verwaltungs- und Regierungsarbeit zum Einsatz.
85 Vgl. Zink (2005, S. 30).
86 Lucke / Reinermann (2002, S. 1).
87 Vgl. Zink (2005, S. 37).
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
Mit der Umsetzung des E-Government und der damit verbundenen und erwarteten Verwaltungsreform werden die folgenden Ziele angestrebt. 88 - Verbesserung der Transparenz politischer Prozesse - Erhöhung der politischen Partizipation - Steigerung der Verwaltungseffektivität und -effizienz - Bessere Serviceangebote für die Bürger mit einem höheren Nutzen
Das E-Government umfasst dabei sowohl die Verwaltungsprozesse innerhalb des öffentlichen Sektors (Government-to-Government) als auch zwischen dem öffentlichen Sektor und der Bevölkerung (Government-to-Citizen, Citizen-to-Government), dem öffentlichen Sektor und der Wirtschaft (Government-to-Business, Business-to-Government) und dem öffentlichen Sektor und Non-Profit sowie Non-Government Organisationen (NPO/NGO-to-Government, Government-to-NPO/NGO). 89 Zusammenfassend werden diese Anspruchsgruppen, in Anlehnung an den in der Betriebswirtschaftslehre weit verbreiten Stakeholderansatz 90 , als die Stakeholder der Regierungsarbeit bezeichnet. 91
Die Vereinten Nationen verweisen darüber hinaus auf den evolutionären Charakter des E-Government. Umfassten vor dem Jahr 2002 nationale Projekte eher die Bereitstellung von Regierungsinformationen über statische Webseiten für die entsprechenden Zielgruppen, entwickelten sich diese später weiter zu Interaktionsplattformen. Dies erfolgte im Zuge der Weiterentwicklung der Internettechnologien von überwiegend einseitig gerichteten reinen
Informationsportalen hin zu interaktiven und kollaborativen Angeboten. Aktuell legen die Vereinten Nationen den Entwicklungsschwerpunkt auf Partizipations- und Transaktionssysteme, die in einem „whole-of-government approach“ eingebettet sind. Connected Governance ist der dafür verwendete Begriff. Dies bedeutet eine Verschiebung von dem reinen Bereitstellen von Services hin zur Nutzung von IuK zur Verbesserung des Nutzens der Angebote für Bürger und Staat. 92 Back- und Front-Office Lösungen der Regierung sollen besser verbunden werden, damit
88 Vgl. Friedrichs / Hart / Schmidt (2002, S. 29ff.); Zink (2005, S. 37); United Nations (2008, S. 5ff.); Bertelsmann (2002, S. 114).
89 Vgl. Lucke / Reinermann (2002, S. 1).
90 Weiterführende Informationen dazu liefert Freeman (1984, S. 55); Donaldson /
Preston(1995, S. 69); Lawrence / Weber (2008, S. 8).
91 Vgl. United Nations (2008, S. 8ff.).
92 Vgl. United Nations (2008, S. 4ff.).
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
sowohl auf Verwaltungs- wie auch auf Stakeholderseite eine Win-Win-Situation 93 geschaffen wird. 94 Auf Seiten der Regierungen können so u.a. größere Kostenersparnisse bei einer gleichzeitigen Erhöhung der Effizienz, Transparenz und dem Abbau von Verwaltungshindernissen erzielt werden. Die externen Effekte sind u.a. transparentere Verwaltungsvorgänge und auf die Bedürfnisse der Anspruchsgruppen zugeschnittene Angebote.
Die E-Government Situation in Deutschland
Die Vereinten Nationen erarbeiten regelmäßig die Studie UN E-Government survay, die die weltweite Situation der E-Government-Programme untersucht. Diese bietet wichtige Hinweise und eine Vergleichsbasis zum Stand der Realisierung der einzelnen Länderkonzepte. Das web measurement assessment untersucht, welche Bemühungen die Regierungen unternehmen um Regierungspolitik, Anwendungen und Werkzeuge an die wachsenden Bedürfnisse der Bürger anzupassen. Es misst die Onlinepräsenz der Regierungswebseiten und der angebotenen Möglichkeiten für Transaktion, Interaktion, beidseitige Kommunikation, Information und Vernetzung der Behörden und Dienstleistungen untereinander. Europa nimmt in diesem Vergleich in der Studie von 2008 eine führende Rolle ein, was den herausragenden Angeboten europäischer Staaten wie Dänemark (Erster Platz), Schweden (Zweiter Platz), Norwegen (Vierter Platz) und Frankreich (Fünfter Platz) geschuldet war. Deutschland schneidet in der Untersuchung aus dem Jahr 2008 im europäischen Vergleich eher schlecht ab und kam nur auf Platz 33. Dies war den schlechten Transaktionsangeboten für die Bürger und dem regierungsinternen
Vernetzungsstatus geschuldet. Während Dänemark bei den Transaktionsangeboten auf 80% und bei Vernetzung auf 93% der möglichen Punkte kam, lagen diese Werte für Deutschland lediglich bei 20% und 30%. 95
93 Dies wird auch als Doppelsieg-Strategie bezeichnet. Das Ziel ist, eine dauerhafte Lösung zu finden, die von allen Beteiligten getragen und akzeptiert wird. Beide Seiten brauchen das Gefühl, durch diese Lösung etwas gewonnen zu haben. Dies wird schon seit längeren zwischen Unternehmen und Kunden zur Errichtung langfristiger Beziehungen praktiziert. Vgl. Reiss / Präuer (2004, S. 252f).
94 Vgl. United Nations (2008, S. 6).
95 Vgl. United Nations (2008, S. 44/53).
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
Der E-Participation Index hingegen misst die Möglichkeit der Bürger, direkt auf politische Prozesse und Entscheidungen über IuK Einfluss zu nehmen. Hier war Deutschland nicht unter den besten 35 Nationen vertreten, da die Webangebote des Jahres 2008 wenige Möglichkeiten der politischen Einflussnahme und Interaktion boten. So zeigten die Werte von 5% der möglichen Punkte für elektronische Beratungsmöglichkeiten und 0% für elektronische
Entscheidungsbeteiligung ein enormes Verbesserungspotenzial im internationalen Vergleich auf der Landesebene auf. 96 Diese Angebotslücke kann unter anderem durch das Angebot drahtloser Kommunikationsdienste durch die Kommunen und den Staat geschlossen werden.
M-Government: Definition und Zusammenhang zwischen den Begriffen
Für die Definition des Begriffs M-Government wird in dieser Arbeit auf die Begriffsbestimmung von Östberg (2003) zurückgegriffen, da dieser die nachfolgend erläuterten Merkmale sehr gut wiederspiegelt. M-Government steht demnach für die Nutzung drahtloser Kommunikationstechnologien in der Regierungsverwaltung und die Lieferung von Diensten und Informationen zu Bürgern und Unternehmen. 97
M-Government wird als Bestandteil und Erweiterung des E-Governments gesehen, das die elektronische Verwaltungsarbeit um die Nutzung mobiler Technologien (bzw. drahtloser Kommunikationstechnologien) ergänzt. 98 Es ermöglicht das Angebot von Verwaltungsdiensten, die überall und zu jeder Zeit verfügbar sind und die Bedürfnisse der Nutzer besser befriedigen. 99 Durch die Nutzung drahtloser Kommunikationstechnologien wird die Realisierung von Diensten möglich, die die Fähigkeiten rein internetbasierter Verwaltungsangebote des E-Governments erweitern.
Der Forschungsgegenstand dieser Arbeit, kommunal angebotene drahtlose Kommunikationsdienste, ist somit im Allgemeinen dem Bereich des E-Governments und im Speziellen dem M-Government zuzuordnen. Deshalb wurde als Zielgruppe der Befragung die höchsten kommunalen IT-Entscheider, und falls vorhanden die E-Government-Beauftragten, gewählt. Auch die Untersuchung des Vorhandenseins
96 Vgl. United Nations (2008, S. 58ff.).
97 Vgl. Östberg (2003, S. 2).
98 Vgl. Mengistu / Zo / Rho (2009, S. 1446) und Östberg (2003, S. 2).
99 Vgl. Ghyasi / Kushchu (2004, S. 3).
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
einer E- und M-Government Strategie in den Kommunen, und die daraus zu erwartende tieferer Auseinandersetzung mit den Diensten, basiert auf den hier dargestellten Zusammenhängen.
Die Erläuterung des Aufbaus des Fragebogens und die Erkenntnisse die mit diesem gewonnen werden sollen findet im folgenden Kapitel 3 statt.
3. Konzeption der empirischen Untersuchung
Das dritte Kapitel erläutert detailliert den Aufbau des Fragebogens, die erhobenen Merkmale und die Verwendeten Mess-Skalen. Weiterhin geht es auf die Untersuchungseinheit, die Grundgesamtheit, Besonderheiten der Datenerhebung und die Evaluierung des Fragebogens ein.
3.1. Untersuchungsobjekt, Grundgesamtheit,
Erhebungseinheit und Untersuchungseinheit
Die Befragung wurde für die Zielgruppe der kommunalen IT-Entscheider oder Planer (z.B. städtischer CIO, EDV/IT-Leiter, Abteilungsleiter IT-Planung, Leiter e-Government) deutscher Städte und Gemeinden mit mehr als 50.000 Einwohnern entwickelt. Diese Festlegung wurde getroffen, da das Umfragethema im Besonderen für größere Kommunen von Interesse ist. Diese können überproportional von den Vorteilen der innovativen Dienste profitieren. Geschuldet ist das dem besseren Verhältnis von Investitionskosten zu Nutzer- und Nutzenpotenzial der Dienste. Kleinere Städte und Gemeinden haben den strukturellen Nachteil, dass den hohen Anfangsinvestitionen für den Aufbau und den Betrieb der Dienste eine geringere potenzielle Endnutzerzahl gegenüber steht. Dies führt im Allgemeinen zu einer schlechteren wirtschaftlichen Bilanz der Dienste. Zudem ist das benötigte Expertenwissen für die Realisierung der Dienste oft in Kommunen mit weniger als 50.000 Einwohnern nicht verfügbar. Die meist knappen Finanzmittel werden eher für die Bewältigung herkömmlicher Verwaltungsaufgaben genutzt, die in diesen
Seite 34/151
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
Städten und Gemeinden oft als dringender eingestuft werden. 100 Außerdem sind E-Government-Angebote, die technische Entwicklungsvorstufe von drahtlosen Kommunikationsdiensten, noch nicht so starke Verbreitet wie in Kommunen mit mehr als 50.000 Einwohnern. 101
Das Untersuchungsobjekt sind somit Kommunen, bzw. „die Meinung der Kommunen“. Die Grundgesamtheit ist gleich der Erhebungsgrundgesamtheit und umfasst nach der vorangegangenen Definition 187 deutsche Kommunen die die gestellten Anforderungen erfüllen. 102 Diese wurden eingeladen, durch einen ihrer höchsten IT-Entscheider oder Planer, an der Onlineexpertenbefragung
teilzunehmen. Diese stellen die Erhebungseinheit der Befragung dar, an der die Messwerte für das Untersuchungsobjekt erhoben werden. Die Fragestellungen wurden speziell auf diese Zielgruppe abgestimmt und so formuliert, dass die entsprechende Meinung der Verwaltung 103 ermittelt werden kann. Der Befragte dient als kundiger Auskunftgeber (Experte), der entsprechend seiner Stellung in der Verwaltung die vorherrschende Meinung bezüglich der Dienstattraktivität, der Treiber, der Hindernisse und der Ziele einer Dienstrealisierung ermittelt und für die Auswertung verfügbar macht. An dieser Stelle sei noch einmal darauf hingewiesen, dass Erhebungseinheit (Befragungsteilnehmer) und Aussageeinheit
(Untersuchungseinheit) nicht gleich sind. Dies wird bei der Entwicklung des Fragebogens und bei der Auswertung der Daten als potenzielle Fehlerquelle berücksichtigt. 104 Wie bereits im Kapitel 1.3 kurz erwähnt bilden die erhobenen Daten eine Momentaufnahme im permanenten Prozess der Willensbildung in den Verwaltungen. Wird zu einem späteren Zeitpunkt die Umfrage wiederholt, wird dies
100 In Anlehnung an die Erkenntnisse von Cohen-Blankshtain (2004, S. 2664).
101 Beckert u.a. (2004, S. 25 ff.).
102 Definition Grundgesamtheit: „Unter Grundgesamtheit ist diejenige Menge von Individuen,
Fällen, Ereignissen zu verstehen, auf die sich die Aussagen der Untersuchung beziehen sollen und die im Hinblick auf die Fragestellung und die Operationalisierung vorher eindeutig abgegrenzt werden muss“ von Kromrey (2009, S. 255). Die Erhebungsgrundgesamtheit ist eine Auswahl von Teilnehmern aus der Grundgesamtheit und umfasst die Fälle, aus der die Stichprobe gezogen wird.
103 Die Definition erfolgte in der Fußnote 49.
104 Die Berücksichtigung erfolgt speziell im Kapitel 3.3.2 mit der Überprüfung der
Gütekriterien der Messung, im Kapitel 3.4 mit der Evaluation des Fragebogens und im Kapitel 4.5 mit der Analyse des Antwortverhaltens spezieller Subgruppen. Die theoretische Betrachtung dazu liefert Plagemann (2007, S. 2). Untersuchungs- und Aussageeinheit werden in der Fachliteratur synonym verwendet. Vgl. Kromrey (2009, S. 212/260).
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
zwangsläufig zu anderen Daten führen, da die die Verwaltungsmeinung beeinflussenden Faktoren einem kontinuierlichen Veränderungsprozess unterliegen. Die Untersuchung basiert auf einer Totalerhebung der Grundgesamtheit und führte durch die eingeschränkte Antwortbereitschaft der Ansprechpartner zu einer Stichprobe deren Repräsentativität im Kapitel 4.3.3 untersucht wird. Der Begriff Stichprobe wird in dieser Arbeit entgegen dem allgemeinen Gebrauch nicht als eine durch ein Auswahlverfahren gezogene Teilmenge der Grundgesamtheit verstanden, zu der eine Erhebung der Merkmale erfolgt bei der es wiederum zu Ausfällen von Untersuchungseinheiten durch Teilnahmeverweigerung kommt. In dieser Arbeit bezeichnet der Begriff Stichprobe die durch eine Vollerhebung auf Basis der Grundgesamtheit von 187 Kommunen durch Ausfälle gewonnen kompletten Umfragedatensätze (Teilnahmen). Diese Unterscheidung fließt in die Untersuchung der Repräsentativität im Kapitel 4.3.3 mit ein.
3.2. Herleitung der Fragestellung zur
Subgruppenanalyse
Die Fragestellung, die dem Erkenntnisziel Nummer acht (Kapitel 1.3) zu Grunde liegt, basiert auf den Erkenntnissen aus den Forschungsergebnissen von Cohen-Blankshtain u.a. (2004), Davis (1989) und Pierson (2008). Diese ermitteln einen gewissen Einfluss bestimmter Merkmale ihrer Untersuchungsobjekte auf die Befragungsergebnisse.
Cohen-Blankshtain zeigt in seiner Forschungsarbeit 105 , dass die Wahrnehmung von IuK als mögliches Werkzeug zur Lösung von Verwaltungsaufgaben und kommunalen Problemen auf der persönlichen Wahrnehmung und der tatsächlichen Ausprägung kommunaler Probleme sowie dem Lösungspotenzial, das der jeweilige kommunale Entscheider der IuK zurechnet, basiert. Dies weist auf einen möglichen Einfluss von kommunalen und persönlichen Merkmalen auf das Antwortverhalten in der aktuellen Befragung hin.
Davis ermittelt in seiner Forschungsarbeit zum revidierten Technologie-Akzeptanz-Modell (TAM2), 106 dass die Nutzung von IT-Systemen von der Nutzungsabsicht abhängt die durch die persönlich wahrgenommene Nützlichkeit und
105 Vgl. Cohen-Blankshtain u.a. (2004, S. 2664/2665).
106 Vgl. Davis (1989 S. 332).
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
Benutzerfreundlichkeit beeinflusst wird. Auch dies deutet auf einen potenziellen Einfluss persönlicher Merkmale der Teilnehmer auf die Befragungsergebnisse hin.
Pierson greift die Berücksichtigung persönlicher Merkmale der Teilnehmer in seiner Arbeit zur Untersuchung der Einschätzung der Attraktivität drahtloser Kommunikationsdienste aus der Sicht der Endnutzer auf. 107 Er nutzt die diffusion of innovations Theorie von Rogers 108 für die Eingruppierung der untersuchten Dienste in Anwendungsbereiche durch bestimmte Focus-Gruppen und die Einschätzung der Attraktivität durch bestimmte Nutzergruppen. Rogers (2003) untersucht in seiner Arbeit die Dynamik der Akzeptanz/Übernahme/Nutzung von neuen Technologien durch die Menschen, indem er das Kaufverhalten analysiert und es entsprechenden Klassen zuordnet. In seiner Forschung ermittelte er grundsätzlich 5 Käuferklassen die die Ausbreitung von Innovationen repräsentieren. Die Abbildung 2 zeigt die Phasen der Ausbreitung von Innovationen und den Marktanteil (market share) der erreicht wird. Als Beispiel kann die technische Innovation Mobiltelefone betrachtet werden. Erst waren die Geräte und deren Nutzung teuer, die Technik noch nicht ausgereift und standardisiert. So nutzten überwiegend die sogenannten Innovatoren (zahlungskräftige und technikbegeisterte Menschen) diese technische Innovation. Das Produkt wurde weiter entwickelt, standardisiert und preisgünstig. Heute besitzt fast jeder Deutsche mindestens ein Mobiltelefon, so dass auch die sogenannten „technologiescheuen“ Menschen sie nutzen. Rogers unterscheidet in seinem Modell die folgenden Nutzergruppen: Innovatoren (Innovators), frühe Übernehmer (Early Adopter), frühe Mehrheit (Early Majority), späte Mehrheit (Late Majority) und die Nachzügler (Laggards). Das Modell verdeutlicht die Technologieannahme der jeweiligen Nutzergruppen über den Zeitverlauf und die damit verbundene Marktabdeckung (Market share, graue Linie).
107 Pierson u.a. (2008, S. 108).
108 Vgl. Rogers (2003, S. 281).
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
Die Arbeit von Pierson zeigt deutlich den Einfluss persönlicher Merkmale auf die Einschätzung der Attraktivität. Er untersucht jedoch die persönliche Bewertung der Dienste durch die Umfrageteilnehmer, wodurch Aussage und Erhebungseinheit - im Gegensatz zur vorliegenden Arbeit - gleich sind.
Alle Arbeiten deuten auf das Vorhandensein eines Einflusses auf das Antwortverhalten durch demographische und persönliche Merkmale hin. Deshalb wurde die im Kapitel 1.3 bereits vorgestellte Fragestellung zum Erkenntnisziel Nummer acht in die vorliegende Forschungsarbeit aufgenommen. Sie soll mit Hilfe der Analyse des Antwortverhaltens bestimmter Subgruppen, basierend auf einer im Kapitel 4.5 näher erläuterten Auswahl relevanter Teilnehmer-und
Kommunenmerkmale, untersucht werden.
3.3. Fragebogenaufbau, Gütekriterien der Messung und
erhobene Merkmale
Dieses Kapitel erläutert den Aufbau des Fragebogens, die erhobenen Merkmale und stellt eine Verbindung zu den wissenschaftlichen Quellen her, in denen die
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
jeweiligen Dienste, Treiber, Hindernisse und Ziele untersucht bzw. als relevant aufgeführt wurden.
3.3.1. Fragebogenaufbau
Die folgende Tabelle zeigt die Schwerpunkte der Umfrage, die Gliederung des Fragebogens und erläutert kurz die Dimensionen der Realität die untersucht wurden. Bei der Entwicklung des Designs des Fragebogens, speziell die Anordnung der Fragekomplexe und der einzelnen Fragen, wurden die allgemeinen Regeln der Fragebogenentwicklung berücksichtigt. 109 Zu Beginn der Umfrage wurden allgemein einführende Fragen zur Demographie der Kommune gestellt. Die persönlichen Fragen zum Alter, Geschlecht und die E-Mailadresse zum Zusenden der Umfrageergebnisse wurden am Ende der Befragung angeordnet. Zur Unterstützung der Beantwortung und zur Vermeidung gedanklicher Sprünge wurden die Fragen entsprechend der Zugehörigkeit zu ihren Themenschwerpunkten angeordnet. Generell wurde der Aufbau des Fragebogens so gestaltet, dass er konsistent durch das Thema führt und vorangegangene Fragen die Beantwortung aktueller Fragen unterstützen. Beispielsweise wird erst die Attraktivität der einzelnen Dienste gegliedert nach den übergeordneten Anwendungsbereichen erhoben und anschließend eine Bewertung der einzelnen Bereiche abgefragt. Die genauen Formulierungen der Fragen, als Indikatoren 110 zur Messung der untersuchten Merkmale, sowie die gewählten Skalen und thematischen Hintergründe werden in den folgenden Unterkapiteln zu den einzelnen Fragebogenkomplexen erläutert. Eine Druckvariante des kompletten Fragebogens befindet sich im Anhang dieser Arbeit. Die folgende Tabelle veranschaulicht die Struktur und Gliederung des Fragebogens. Der angegebene Anteil des jeweiligen Fragebogenkomplexes am gesamten Fragebogenumfang wurde auf Basis der Anzahl der in ihm abgefragter Merkmale ermittelt.
109 Vgl. Kuss / Eisend (2010, S. 110).
110 Kromrey (2009, S. 382) bemerkt dazu, „dass die Antworten auf Fragen im Befragungsbogen nicht die Ausprägung des eigentlichen interessierenden Merkmals, sondern lediglich Indikatoren für oder Aussagen über die interessierende Merkmalsausprägung ist“.
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
Tabelle 2: Struktur und Gliederung des Fragebogens
3.3.2. Mess-Skala und Gütekriterien der Messung
Für die Messung der demographischen Merkmale der Kommunen und der Merkmale der Teilnehmer wurden die in der Forschung häufig zu diesem Zwecke verwendeten Skalentypen Nominalskala und Ordinalskala verwendet. Für die Messung der Attraktivität der Dienste, der fördernden Einflüsse (Treiber), der hemmenden Einflüsse (Hindernisse), der Wichtigkeit der Ziele und des Informationsgrads der Teilnehmer wurde eine Intervallskala gewählt. Diese teilt das Intervall zwischen der unteren und oberen Intervallgrenze in empirisch interpretierbare Abstände. 111 Für die Datenerhebung durch den Onlinefragebogen wurde als Intervallskala eine 7-Punkt Likert-Skala, die das Intervall zwischen den beiden Extremwerten (z.B. nicht attraktiv und sehr attraktiv) visuell in sechs gleichgroße Bereiche unterteilt, eingesetzt. Allgemein wird davon ausgegangen, dass die Likert-Skala hinreichend gut den Anforderungen einer Intervallskalierung entspricht. 112 Abbildung 2 zeigt die verwendete Likert-Skala.
111 Vgl. Kromrey (2009, S. 204).
112 Kuss / Eisend (2010, S. 89).
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
Abbildung 3: Verwendete 7-Punkt Likert-Skala zur Datenerhebung
Die Skala weist keine neutrale Mitte auf und misst den Grad der qualitativen Merkmalsausprägung in der Dimension von nicht attraktiv bis sehr attraktiv (eindimensionale Skala). 113 Durch die Abbildung des Potenzialspektrums wird mit dem Item 4 kein mittlerer/neutraler Wert gewählt, sondern eine Qualitätsaussage im Spektrum zwischen nicht bis sehr attraktiv getroffen. Dadurch wird einer Verzerrung durch einen neutralen mittleren Wert einer Skala entgegen gewirkt. Die 7-Punkt-Skala 114 wurde gewählt, um eine möglichst feinstufige jedoch hinreichend zuverlässige Messung der Merkmale zu gewährleisten und den Verlust von Informationen zu vermeiden. Dies kann unter Umständen zu Lasten der Übersichtlichkeit und des einfachen Festlegens auf einen speziellen Wert der Merkmalsausprägung für die messende Person (Experte) gehen. Der
Informationsverlust ist jedoch kritischer zu bewerten als der Mehraufwand zur Festlegung der genauen Merkmalsausprägung. Die Zuverlässigkeit des
Messinstruments wurde in einem Pretest 115 mit 5 Teilnehmern geprüft und durch diese bestätigt. Es kam zu keinen Ungewissheiten über die Festlegung der Merkmalsausprägungen durch die verwendeten Skalen. Eine dennoch
möglicherweise eintretende Streuung (Unzuverlässigkeit des Messinstrumentes) in den gemessenen Merkmalsausprägungen die aus einer intuitiven Bewertung einer unsicheren messenden Person (IT-Experte) resultiert, z.B. durch eine Skala mit zu vielen Items, wird bei einem genügend großen Stichprobenumfang durch die normalverteilte (unsystematische) Streuung relativiert. Die Messung kann auf Grund der Abwesenheit von unsystematischen Messfehlern als zuverlässig, im Sinne der Reliabilität, angesehen werden, da der richtige Messwert dennoch sehr
113 Vgl. Kuss / Eisend (2010, S. 88).
114 Das Wissen über die Grundlagen der Skalentypen wird in dieser Arbeit als gegeben
angesehen und nicht näher erläutert. Eine vertiefende Auseinandersetzung mit dem Thema findet sich in Kromrey (2009, S. 221/224ff.).
115 Eine genaue Erläuterung der vorgenommenen Pretests findet im Kapitel 4.3.3 statt.
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
oft getroffen wird. 116 Ein Informationsverlust hingegen kann nicht kompensiert werden. Deskriptive statistische Methoden der Datenanalyse liefern einen präziseren Erkenntnisbeitrag, der bei einer Skala mit weniger Items (geringere Trennschärfe) verloren gehen würde.
Auf die Verwendung eines Konstrukts aus mehreren Indikatoren zur Messung bestimmter Merkmalsausprägungen wurde auf Grund der bereits bestehenden großen Anzahl an Merkmalen und der einfachen Verständlichkeit von Single-Item-Skalen verzichtet. Auch war für die Erreichung des Forschungsziels keine Nutzung von Konstrukten notwendig. Es zeigte sich in der Pretest-Phase, dass die verwendeten Indikatoren zur Messung der Konzepte eindeutig von den Beteiligten verstanden wurden. Dadurch sind drei der Bedingungen, die für den Einsatz von Single-Item-Skalen stehen, erfüllt. 117 Als Indikatoren kommen in der Befragung definitorische Indikatoren zum Einsatz. Durch sie wird die zu untersuchende Merkmalsdimension selbst erst definiert. 118 Bei definitorischen Indikatoren sind definitionsgemäß der Bedeutungsgehalt des definierten Begriffs und der durch die Indikatoren angezeigte Objektbereich identisch. Das führt auf der sprachlogischen Ebene zu einer hundertprozentigen Gültigkeit (Validität) der Indikatoren. 119 Diese definiert Kromrey folgendermaßen: „Gültig oder valide ist ein Indikator dann, wenn er tatsächlich den Sachverhalt anzeigt der mit dem definierten Begriff bezeichnet worden ist“. 120 Auch die Verständlichkeit und gleiche Interpretation der Indikatoren (verwendete Beschreibungen für das Merkmal) durch die Teilnehmer wurde in Pretests geprüft und als gut eingeschätzt. Dadurch wird den Gütekriterien standardisierter empirischer Sozialforschung entsprochen da die Validität der Indikatoren und die Reliabilität der Messung gegeben sind. 121
Die Dienst-Attraktivität wird in der Befragung als „die erwartete Nutzung (der Dienste, d. Verf.), die Verbesserung der kommunalen Leistungserbringung, die Steigerung der kommunalen Attraktivität und Lebensqualität“ definiert. Hieraus wird ersichtlich, dass bei der Verwendung eines Konstrukts, bestehend aus vier
116 Vgl. Kromrey (2009, S. 239f.).
117 Vgl. Kuss / Eisend (2010, S. 87f.).
118 Vgl. Kromrey (2009, S. 163).
119 Vgl. Kromrey (2009, S. 165).
120 Kromrey (2009, S. 165).
121 Eine ausführliche Behandlung des Themenkomplexes Qualitätssicherung der Umfrage
erfolgt im Kapitel 4.3.3.
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
Indikatoren für das Merkmal (Nutzung, Verbesserung, Steigerung Attraktivität, Steigerung Lebensqualität) sich der Messaufwand vervierfacht hätte. Die hohe Präzession, die durch die Messung erreicht worden wäre war zudem nicht für die Studiendurchführung gefordert.
In der anschließenden Erläuterung der untersuchten Merkmale und des Umfragedesigns wurde in der Strukturierung vom tatsächlichen Fragebogenaufbau abgewichen, um die Abfolge der Auswertung der Daten im Kapitel 4.3 und die dahinter stehende Logik widerzuspiegeln. Deswegen wird der letzte
Fragebogenkomplex - Merkmale des Teilnehmers - im Anschluss an die demographischen Merkmale der Kommunen behandelt und das Merkmal Investitionsvolumen für die Dienste als demographisches Merkmal der Kommune eingeordnet.
3.3.3. Demographische Merkmale der Kommune
Der erste Fragenkomplex beinhaltet sowohl einige leicht zu beantwortende „Eisbrecherfragen“ 122 um den Teilnehmer in die Umfrage einzuführen als auch wichtige Fragen zur Demographie der vertretenen Kommune. Die Merkmale, und die verwendeten Begriffe und Skalen für deren Messung, wurden in der ausgewählt 123 Designphase der Untersuchung sorgfältig und in der
Evaluierungsphase überprüft und angepasst. Die Wahl der verwendeten Begriffe zur Beschreibung und Messung der ausgewählten Merkmale der teilnehmenden Städte und Gemeinden orientierte sich am erwarteten Kenntnisstand der Zielgruppe und den Erkenntnissen aus der Fachliteratur zum untersuchten Thema. 124 Die demographischen Daten dienen der Analyse und Beschreibung der in der
122 Entsprechend den Empfehlungen zum Umfragedesign in Kuss / Eisend (2010, S. 110).
123 Dazu wurden die zu untersuchenden übergeordneten Anwendungsbereiche mit Hilfe der wissenschaftlichen Literatur festgelegt und ein möglichst breites Spektrum an Diensten, Treibern, Hindernissen und Zielen ermittelt und durch weitere relevante Szenarien und Faktoren ergänzt. Die relevanten Quellen zu den einzelnen Merkmalen sind bei deren Erläuterung mit aufgeführt.
124 Zur Prüfung und Minimierung von Fehlerquellen wurde entsprechend den Prüfempfehlungen von Kromrey (2009, S. 71) verfahren. Die Auswahl demographischer und persönlicher Merkmale basiert auf einer kontextbasierten Erweiterung der Überlegungen von Cohen-Blankshtain u.a. (2004, S. 2648/2652) und El-Kiki, Lawrence (2007, S. 780) vgl. auch Kapitel 3.2.
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
Stichprobe enthaltenen Kommunen und geben Aufschluss über die
Repräsentativität der Stichprobe im Bezug auf die Grundgesamtheit. Weiterhin ermöglichen sie die Durchführung der Subgruppenanalyse mit Hilfe des Wilcoxon-Rangsummentest um signifikante Unterschiede im Antwortverhalten der untersuchten Subgruppen zu bestimmten Merkmalen nachzuweisen. Die folgende Tabelle 2 zeigt die dazu erhobenen Merkmale und deren Mess-Skalen sowie den Eingabetyp im Onlinefragebogen.
Tabelle 3: Demographische Merkmale der Kommunen
125 Eine Nominalskala ist eine Mess-Skala deren Bezeichnungen der Wertausprägung nur auf Gleichheit/Ungleichheit hin interpretiert werden darf. Vgl. Kromrey (2009, S. 203).
126 Eine Ratioskala ist eine Verhältnisskala in der der Nullpunkt eine empirische Bedeutung hat und in der durch die Beziehungen zwischen den Zahlen der Mess-Skala auch die Abstände empirisch interpretierbar sind. Vgl. Kromrey (2009, S. 205).
127 Cohen-Blankshtain u.a. (2004, S. 2650) vertreten die These, dass in vielen Städten weder eine klare IT-Strategie vorhanden ist, noch ein expliziter Plan der wie IuK als ein politisches Werkzeug einsetzt werden kann. Zur Prüfung dieser These wurden die beiden Merkmale IT-Strategie und IT-Strategie mit E-Government und M-Government-Bestandteilen vorhanden in die Untersuchung aufgenommen.
128 Eine Ordinalskala ermöglicht sowohl die empirische Interpretation von Gleichheit oder Ungleichheit als auch der Rangordnung (größer/kleiner). Vgl. Kromrey (2009, S. 204).
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
3.3.4. Teilnehmermerkmale
Die Teilnehmer, in ihrer Rolle als kundige Auskunftgeber (Experten) über die untersuchten Merkmale der Verwaltungsmeinung, stellen durch das
Auseinanderfallen von Aussage- und Erhebungseinheit eine Quelle für Verzerrungen der Messwerte dar. Die nachfolgend aufgelisteten Merkmale wurden erhoben, um zu prüfen, ob die Teilnehmer die Grundgesamtheit repräsentieren und ob die Ergebnisse auf der Messung der Merkmale durch den Teilnehmerkreis basieren, für den die Umfrage entwickelt worden war. Zusätzlich kann in weiterführenden Auswertungen geprüft werden, ob es Teilnehmermerkmale gibt die einen Einfluss auf das Antwortverhalten besitzen und einen Erklärungsbeitrag zur Ausprägung bestimmter Merkmale liefern.
129 In Anlehnung an Rogers (2003, S. 281) Diffusion of Innovations Theorie, Cohen-Blankshtain u.a. (2004, S. 2664/2665) und Pierson u.a. (2008, S. 108).
130 ebd.
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
Tabelle 4: Merkmale der Teilnehmer
Das Merkmal Innovationstyp wurde in den Fragebogen aufgenommen, um die Untersuchung des Einflusses der persönlichen Einstellung auf die Beurteilung bestimmter Verwaltungsmeinungsausprägung zu ermöglichen. Zugleich lässt die Verteilung der Teilnehmer über die Innovationsgruppen einen Rückschluss auf die Repräsentation der Grundgesamtheit der 187 Kommunen 131 zu. Das von Cohen-Blankshtain entwickelte und verwendete umfassende Konstrukt zur Ermittlung der Einstellung gegenüber IuK in Verwaltungen wurde nicht verwendet, um dem Rahmen der Arbeit und dem festgelegten Fokus zu entsprechen. So wurde das Merkmal Innovationstyp, in Anlehnung an die Theorie von Rogers, entwickelt. Für deren Messung wurde ein durch die Teilnehmer direkt beobachtbarer Indikator gewählt. Dieser ist die Einordnung des Teilnehmers in eine von fünf Klassen des Technologiekaufverhaltens, basierend auf dem persönlichen Erstkaufverhalten von technologischen Innovationen. Die Merkmalsausprägung wird als Stellvertreter für das generelle persönliche Interesse des Teilnehmers an technologischen Neuerungen, speziell in der IuK, genutzt. Sie spiegelt den Grad der Offenheit gegenüber technologischen Innovationen des Technologieübernehmers
(Umfrageteilnehmer) wieder 132 und könnte die Beurteilung der Attraktivität der Dienste und der weiteren untersuchten Merkmale beeinflussen.
3.3.5. Dienstattraktivität
Die Datenerhebung und Auswertung der Attraktivität einer umfassenden Sammlung von drahtlosen Kommunikationsdiensten ist der Kern dieser wissenschaftlichen Arbeit. Hierzu wurde ein möglichst umfassendes Portfolio von 60 Dienstszenarien aus neun übergeordneten Anwendungsbereichen den Teilnehmern zur Bewertung vorgestellt. Zusätzlich zur Bewertung der einzelnen Dienste wurde erhoben, ob diese bereits in der Kommune angeboten werden oder eine Realisierung in den nächsten zwei Jahren geplant ist. Dadurch kann mit der Umfrage ein aktueller Überblick über die Dienstattraktivität aus kommunaler Sicht sowie über die bereits
131 Vgl. die Ausführungen zur Grundgesamtheit der Erhebung im Kapitel 3.5.2.
132 Vgl. Hensel / Wirsam (2008, S. 30).
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
betriebenen und geplanten Dienste erstellt werden. Weiterhin werden die Daten der Realisierung und geplanten Realisierung genutzt, um eine weitere
Subgruppenanalyse durchzuführen. Es wird geprüft, in wie weit die Merkmalsausprägung einen Einfluss (z.B. durch Erfahrungen mit den Diensten) auf die Attraktivitätseinschätzung der Dienste besitzt.
Ein weiteres erhobenes Merkmal, die Frage nach dem Vorhandensein eines konventionellen Dienstangebotes, das dem vorgestellten Szenario entspricht, führte in der Auswertung zu unstimmigen Ergebnissen. Beispielsweise hätte in jeder Kommune ein konventionelles Angebot zum Dienst Mobile Wahl existieren müssen. Das ist entsprechend den Ergebnissen nur in 52% der Kommunen der Fall. Diese Verzerrung der Messwerte der Merkmale von diesem Typ zieht sich durch alle Erhebungen zum konventionellen Dienstangebot. Die Gültigkeit des Begriffs ist per Definition gegeben. Die Unzuverlässigkeit, die sich durch systematische Abweichung vom wahren Wert äußert, konnte in der Evaluationsphase nicht festgestellt werden. Es ist zu vermuten, dass der Aufwand zur Beantwortung der Frage als zu hoch durch die Teilnehmer eingeschätzt wurde oder dass die Aussage von einigen Teilnehmern nicht beantwortet werden konnte. Auf Grund der Verzerrung der erhobenen Daten wurde eine Auswertung des Merkmalstyps nicht durchgeführt.
Eine umfassende Literaturanalyse lieferte eine Vielzahl bereits angebotener und noch zu entwickelnder drahtloser Kommunikationsdienste für Kommunen. Diese wurden um eigene innovative Dienstszenarien ergänzt, um ein möglichst umfassendes Spektrum zur Beurteilung der Attraktivität anzubieten. Bei der Zusammenstellung des Dienstportfolios wurde Wert auf die Auswahl realistischer Dienste gelegt. Die Eingrenzung erfolgte mit Hilfe von einer Fokusgruppe und den Erkenntnissen der Literaturrecherche. Nach der Bewertung der vorgegeben Dienstszenarien gab es die Möglichkeit weitere attraktive Dienste zu benennen, da das erarbeitete Dienstportfolio nicht erschöpfend ist. Davon machten die Teilnehmer jedoch keinen Gebrauch, was auf eine umfassende Auswahl an potenziellen Diensten der jeweiligen Anwendungsbereiche schließen lässt.
Zur Beantwortung der Fragen nach der Attraktivität der Dienste wurde eine 7-Punkt Likert-Skala (Intervallskala) verwendet, die das Intervall von 1 = nicht attraktiv bis 7 = sehr attraktiv misst. Zur Messung der Merkmale Vorhandensein
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
des mobilen Dienstes bzw. geplante Realisierung des mobilen Dienstes in den nächsten zwei Jahren wurde eine nominale ja/nein Skala verwendet.
In der Tabelle 5 werden die in der Befragung untersuchten 60 Anwendungsszenarien drahtloser Kommunikationsdienste der untersuchten Anwendungsbereiche stichpunktartig vorgestellt. Die Wahl der untersuchten Anwendungsbereiche basiert auf den Erkenntnissen der Literaturrecherche, die auf die Situation in deutschen Kommunen abgestimmt wurde. 133 Die Literaturquellen, auf deren Informationen das jeweils beschriebene Dienstszenario basiert, werdensoweit vorhanden- für die weiterführende Forschung in der Tabelle mit angegeben. Die zugehörige Fragestellung zur Einschätzung der Attraktivität lautete: „Wie hoch schätzen Sie die Attraktivität des vorgestellten drahtlosen Kommunikationsdienstes im Hinblick auf die erwartete Nutzung, die Verbesserung der kommunalen Leistungserbringung, die Steigerung der kommunalen Attraktivität und der Lebensqualität ein?“.
133 Vgl. die Ergebnisse von Kwon / Kim (2007, S. 147), Yigitcanlar (2008, S. 2f.) und Winkler
(2009, S. 17) .
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
Tabelle 5: Übersicht der in der Befragung vorgestellten Dienste
3.3.6. Nutzenpotenzial der übergeordneten Anwendungsbereiche
Nach der Einführung in die Thematik der Umfrage, über die Messung der Attraktivität der vorgestellten Dienstszenarien, schließt sich die Erhebung des Nutzenpotenzials der Dienste für die übergeordneten Anwendungsbereiche an. Dazu wurden die Teilnehmer gebeten, die bereits in der Tabelle 5 dargestellten 9 Anwendungsbereiche aus der Sicht der Kommunen zu beurteilen. Die Messung erfolgte mit Hilfe einer 7- Punkt Likert-Skala die das Intervall von 1 = kein Nutzenpotenzial bis 7 = sehr großes Nutzenpotenzial abbildete. Die zugehörige Frage lautete „Wie hoch würden Sie zusammenfassend das Nutzenpotenzial drahtloser Kommunikationsdienste in den gerade vorgestellten neun
Anwendungsbereichen einschätzen“?
3.3.7. Treiber, Barrieren und Ziele
Nach der Einschätzung des Nutzenpotenzials der Anwendungsbereiche wurden die Treiber, Hindernisse und Ziele, die mit der Umsetzung der drahtlosen Kommunikationsdienste in den Kommunen verbunden sind, untersucht. Die Liste der zur Bewertung angebotenen Treiber und Barrieren wurden mit Hilfe einer intensiven Literaturrecherche, Expertenbefragung und der Berücksichtigung der Ergebnisse der Analyse qualitativer Interviews von Basten und Bersek (2010) zusammengestellt. Die angebotenen Treiber, Barrieren und Ziele können durch Freitextfelder ergänzt werden, wovon jedoch in der Umfragedurchführung kein Gebrauch gemacht wurde.
Die quantitative Erhebung der Arbeit ergänzt die qualitativen Untersuchungen vorangegangener Forschungsarbeiten, auf denen größtenteils die Auswahl der
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
untersuchten Merkmale basiert. So erarbeitete El-Kiki / Lawrence (2007) 134 mit Hilfe einer quantitativen Umfrage (E-Mail Befragung mit 37 Teilnehmern) eine Übersicht von Hindernissen vom E- und M-Government-Diensten. Lam (2005) 135 , der 17 Interviewpartner zum gleichen Thema befragte, kam zu ähnlichen Ergebnissen. Er legte jedoch einen stärkeren Fokus auf die technischen Realisierungshindernisse. Beide Arbeiten ermöglichen jedoch keine Aussagen zu einer Rangfolge der Hindernisse. Ebenso ergänzt die Arbeit, eine qualitative Untersuchung (Interviews), von Basten und Bersek (2010) 136 die ersten Erkenntnisse zu Treibern, Hindernissen und Zielen (Lösungen) von kommunalen drahtlosen Kommunikationsdiensten. Die Auswahl und Zusammenfassung der Ziele wurde weiterhin durch die Ergebnisse der Umfrage Digital Cities Survey (2008), die ebenfalls über einen quantitativen Ansatz für eine beschränkte Auswahl von Zielen die Rangfolge ermittelte, 137 unterstützt. Alle in die Befragung aufgenommenen Merkmale wurden in einem Pretest durch eine Fokusgruppe evaluiert und optimiert. Die Tabelle 6 zeigt eine Übersicht über die untersuchten Merkmale und die wichtigsten Quellen.
Die Fragestellung, mit der die Motivationsfaktoren für die Diensteinführung (Treiber) untersucht wurden, lautete: „Wie hoch schätzen Sie den fördernden (treibenden/motivierenden) Einfluss folgender Faktoren ein, um drahtlose Kommunikationsdienste in ihrer Kommune zu realisieren?“. Analog dazu erfolgte die Formulierung der Fragestellung zur Untersuchung der Hindernisse für die Diensteinführung (Barrieren): „Wie hoch schätzen Sie den hemmenden/hindernden Einfluss folgender Faktoren ein, um drahtlose Kommunikationsdienste in ihrer Kommune zu realisieren?“. Die Untersuchung der übergeordneten Ziele wurde mit der Fragestellung „Wie wichtig waren/sind die folgenden übergeordneten Ziele für eine Diensteinführung in Ihrer Kommune? Berücksichtigen Sie bitte auch im Aufbau befindliche oder gegebenenfalls zukünftige drahtloser Kommunikationsdienste.“ durchgeführt.
134 Vgl. El-Kiki / Lawrence (2007, S. 781).
135 Vgl. wie Lam (2005, S. 518).
136 Vgl. Basten / Berseck (2010, S. 15ff.)
137 Vgl. Digital Cities Survey (2008, S. 9).
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
Tabelle 6: Übersicht der untersuchten Treiber, Hindernisse und Ziele
Im folgenden Kapitel wird die Evaluierung des bereits vorgestellten Fragebogens und der Umfragewerkzeuge erläutert.
3.4. Evaluierung Fragebogen und Umfragewerkzeug
Die Entwicklung des Fragebogens erfolgte unter der Berücksichtigung der besonderen Anforderungen der Grundgesamtheit der Erhebungseinheiten, der 187 kommunalen IT-Entscheider. In mehreren Iterationen wurden die erläuternden Formulierungen zur Erhebung der einzelnen Merkmale optimiert und die Technologielastigkeit der Fragen und Formulierungen reduziert. Die
Fragebogenevaluation durch 15 Teilnehmer ergab, dass Fragestellungen, die auf der Kenntnis der zugrundeliegenden Technologien aufbauten, ein weiteres Hindernis für die erfolgreiche Teilnahme darstellten. Da die zum Einsatz kommenden Technologien für eine Dienstrealisierung auch aus der Beschreibung
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
des Anwendungsszenarios gewonnen werden können, wurde auf die Untersuchung ihrer Attraktivitätseinschätzung verzichtet. Im Pretest stellte sich heraus, dass dies zu einer Überforderung der Auskunftsfähigkeit der Zielgruppe hätte führen können. 138 Bei der Auswahl der Evaluationsteilnehmer wurde auf eine interdisziplinäre Zusammenstellung von Vertretern aus der kommunalen Verwaltung, der Forschung, der IT, der Statistik und der Soziologie geachtet. Dies ermöglichte die Überprüfung aller wichtigen Faktoren der Fragebogengestaltung. Die interdisziplinäre Zusammenstellung ermöglichte auch die optimale Abstimmung des Fragebogens auf das Spannungsfeld der unterschiedlichen Anspruchsgruppen z.B. durch das Reduzieren der Techniklastigkeit. In der Phase der Umfragedurchführung zeigte sich der Erfolg dieses Vorgehens. So enthielten die Umfragedaten bspw. nur drei Kommentare mit Anregungen und Hinweise zur weiteren Optimierung und während der Umfragedurchführung gab es nur eine diesbezügliche Email. Drei der vier Anregungen umfassten die Möglichkeit, den Fragebogen durch mehrere kommunale Vertreter bearbeiten zu können. Es sei an dieser Stelle kurz darauf hingewiesen, dass zur Vermeidung von Verzerrungen im Datenset, der Schaffung gleicher Umfragebedingungen und zur Verringerung des zeitlichen Aufwandes diese Möglichkeit nicht angeboten wurde. Die Vor- und Nachteile werden ausführlich im Kapitel 3.5.1 diskutiert.
Für die Umfragedurchführung wurde der Fragebogen in einen Onlinefragebogen übertragen, was auch im Kapitel 3.5.1 näher erläutert wird. Auf die Evaluierung dieses internetbasierten Fragebogens wurde besonderer Wert gelegt. Die aufwendige individuelle Erzeugung von Variablen mit Hilfe von HTML-Code stellte eine große Fehlerquelle dar. In drei Testzyklen mit mehreren Testdurchläufen wurde die korrekte Verarbeitung der Eingabewerte in die vorgesehenen 334 Speichervariablen überprüft. Anschließend erfolgte ein Test der
Bedienerfreundlichkeit mit einer Gruppe von 5 Testkandidaten, die Mängel in der Darstellung und im Bedienverhalten der Umfragewebseite aufdeckten. Zum Beispiel waren bereits eingegebene Informationen nach der Benutzung des HTML-Zurück-Button in der Webseite nicht mehr verfügbar und mussten durch die Tester erneut eingegeben werden. Dieser Mangel konnte nur durch den Verzicht auf die Verwendung eines Zurück-Button abgestellt werden, um Fehler- und Umfrageabbrüche zu minimieren. Die Fehlerquelle lag in der Umsetzung des Datenspeicheralgorithmus für individuell erzeugte Variablen. Ein weiteres Problem
138 Speziell ein Experte und Pretest-Teilnehmer aus der Senatsverwaltung für Inneres und
Sport Berlin zeigte die Problematik auf.
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
stellte die Speicherung von Zahlen mit Punktdarstellung der Tausenderstellen dar. Im Datenexportformat cvs und xls wurden die Werte durch eine Konvertierung in den Datentyp Datum verändert. In der Phase der Aufbereitung der Daten wurde dieser Fehler korrigiert.
So bleibt festzuhalten, dass der Fragebogen entsprechend den Anforderungen der Forschungsarbeit und der Teilnehmer erstellt, sorgfältig evaluiert und in einen Onlinefragebogen übertragen wurde. Dadurch wurde das Vorhandensein der Gütekriterien empirischer Sozialforschung Zuverlässigkeit und Gültigkeit für die Datenerhebung geprüft und bestätigt. 139
3.5. Befragungsmethode und Umfragedurchführung
3.5.1. Befragungsmethode
Die Datenerhebung wurde mittels Online-Umfragewerkzeug EFD Survey -Enterprise Feedback Suite 7.1 der Firma Global Park durchgeführt. Dieses ist unter der Webseite www.unipark.de zu erreichen. Die Enterprise Feedback Suite 7.1 wurde für die Durchführung ausgewählt, nachdem eine Evaluation ergeben hatte, dass der Leistungsumfang des Produktes den Anforderungen der
Fragebogenkodierung genügte. Speziell die Anforderung, eigene Variablen zu erstellen und frei im HTML-Code zu platzieren, wurde erfüllt. So konnte eine überschaubare und anwenderfreundliche Anordnung im Fragebogen ermöglicht werden.
Die internetbasierte Befragungsmethode wurde als Messinstrument gewählt, um zu möglichst unverfälschten Informationen über die Kommune durch den jeweiligen Teilnehmer zu gelangen. Sie ist sehr gut geeignet, um empirisches Wissen durch kontrollierte Beobachtungen (Messung) zu gewinnen. 140 So wurden für alle Kommunen gleiche Bedingungen während der Datenerhebung geschaffen. Dadurch konnte einem Grundprinzip der empirischen Sozialforschung, der Standardisierung der Messsituation, entsprochen werden. 141 In den gewonnenen Daten wurden so Datensätze vermieden, die unter unterschiedlichen Messsituationen zustande gekommen sind. So wären herkömmliche papierbasierte Fragebogen in einigen
139 Vgl. die Ausführungen im Kapitel 3.3.2. und Kromrey (2009, S. 239).
140 Kromrey (2009, S. 20).
141 Kromrey (2009, S. 21).
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
Kommunen durch einen Umfrageteilnehmer ausgefüllt worden und in anderen Kommunen durch mehrere Teilnehmer verschiedener Verwaltungsbereiche. Dies hätte über die nicht standardisierte Messsituation hinaus auch zu Verzerrungen der Messung durch die Beteiligung weiterer kommunaler Organisationseinheiten oder Fachabteilung geführt. Der zeitliche Aufwand der Kommunen für die Teilnahme und Organisation konnte durch die internetbasierte Befragungsmethode gering gehalten werden.
Ein papierbasierter Fragebogen bietet hingegen die Möglichkeit, die Umfrage problemlos zu unterbrechen und zu einem späteren Zeitpunkt fortzuführen. Dies ließ sich durch die spezielle Codierung der Variablen mit der EFD Survey -Enterprise Feedback Suite nicht realisieren. Er könnte auch zur Beantwortung fachspezifischer Fragen verwaltungsintern an unterschiedliche Ansprechpartner gesendet werden. Dies hätte jedoch eine höhere Bearbeitungszeit und eine Mehrbelastung der Kommunen zur Folge. Eine Verzerrung der Befragungsergebnisse durch die Beteiligung weiterer kommunaler
Organisationseinheiten oder Fachabteilungen hätte nicht vermieden werden können. Insgesamt wäre der zeitliche Aufwand für das Ausfüllen des Fragebogens gestiegen, was die Bereitschaft zur Teilnehme an der bereits umfangreichen Befragung wahrscheinlich weiter gesenkt hätte. 142
Durch die Wahl der Befragungsmethode konnte weiterhin der Aufwand und die Kosten der Kommunen für die verwaltungsinterne Weiterleitung und das Rücksenden zum Initiator der Verwaltungsbefragung erheblich gesenkt werden. Für die Umfragedurchführung ergab sich der Vorteil, dass Fehlerquellen bei der manuellen Digitalisierung der Umfrageergebnisse von Papierfragebögen nicht auftreten konnten. Weiterhin wurde der Arbeitsaufwand durch Systembrüche in der Phase der Umfragedurchführung minimiert. Auch konnte die Funktionalität Teilnehmerverwaltung der Enterprise Feedback Suite 7.1 für die automatisierte Versendung personalisierter Einladungsemails genutzt werden. Dies erhöhte im Allgemeinen Antwort und Teilnehmerquote und reduzierte den Arbeitsaufwand. 143
142 Während der Umfragedurchführung sagten 9 Kommunen die Teilnahme explizit wegen des hohen zeitlichen Aufwandes ab.
143 In Anlehnung an Lammenett (2009, S. 82) und Aschoff (2005, S. 6).
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
3.5.2. Umfragedurchführung
Die Durchführung der Umfrage erfolgte über einen Zeitraum von 2 Monaten. Die Bitte zur Teilnahme an der Befragung wurde zeitlich versetzt an zwei verschiedene Ansprechpartner der 187 Kommunen gestellt. Die eine Ansprechperson, die lediglich um die Weiterleitung der Umfrage an die entsprechende Person (den IT-Entscheider) gebeten wurde und der kurz das Thema und das eventuelle Nutzenpotential der Studie für die Kommune dargelegt wurde, war der höchste kommunale Vertreter, der/die Bürgermeister/in und der/die Oberbürgermeister/in. Nach 10 Tagen wurde durch eine weitere E-Mail die Bitte zur Weiterleitung erneuert und somit der höchste kommunale Entscheider an die Umfrage erinnert. Parallel wurde der höchste kommunale IT-Entscheider direkt zur Umfrage durch eine personalisierte E-Mail eingeladen. Der höchste kommunale Entscheider erhielt nach 10 weiteren Tagen eine zweite Erinnerungs-E-Mail während an den IT-Entscheider die erste Erinnerung per E-Mail gesendet wurde. Auch der IT-Entscheider erhielt nach weiteren 10 Tagen eine zweite Erinnerung.
Der Grund für das Anschreiben des höchsten kommunalen Entscheiders war die Überlegung, dass die Teilnahmebereitschaft der kommunale IT-Entscheider oder Planer höher ist, wenn die höchsten kommunalen Vertreter die Umfrage befürworten und eventuell auf die Teilnahme bestehen, da sie an den Ergebnissen der Studie interessiert sind. In den ersten 10 Tagen konnten 10 Teilnehmer gewonnen werden. Im restlichen Verlauf der Umfrage nahmen weitere 40 Personen teil.
Die Kontaktdaten wurden in beiden Fällen aus dem Verzeichnis Deutschland kommunal 2010 144 entnommen und durch die Daten einer umfassenden Internetrecherche aktualisiert und ergänzt. Auf dieser Arbeit basieren auch die Erkenntnisse über das Informationsangebot auf kommunalen Webseiten, die in der Fußnote 12, Kapitel 1.1, beschrieben sind.
144 Grönebaum (2010).
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
4. Ergebnisse der Umfrage
4.1. Antwort- und Teilnahmeverhalten
Ein Hindernis für die Teilnahme stellte zweifellos der hohe zeitliche Bearbeitungsaufwand von ca. 50 Minuten für den Fragenkatalog mit 334 Variablen dar. Die dennoch gute Teilnahmebereitschaft ist im besonderen Maße dem hohen Interesse der teilnehmenden Kommunen an der kostenlosen Nutzung der Ergebnisse dieser Studie, und somit der Thematik, zu verdanken. Insgesamt konnten 50 Datensätze durch die Umfrage gewonnen werden. Sechs Kommunen verwiesen als Begründung der Nichtteilnahme auf die fehlende ausdrückliche Befürwortung der Umfrage durch den Deutschen Städtetag (DST). Auch die Einschätzung des DST, dass die Umfrage „zweifellos ein interessantes Thema anspricht“ 145 und von der ausdrücklichen Befürwortung nur abgesehen wird, weil „der Umfang über den gewöhnlichen Rahmen einer Umfrage hinaus geht“, konnte diese Kommunen nicht von einer Teilnahme überzeugen. Die Auswertung der Daten des Umfragewerkzeuges ermöglichte das folgende Diagramm (Abbildung 4) zur Besucher-, Teilnehmer- und Abbrecherzahl. Unter Besuchern werden im Rahmen der Analyse alle Personen gezählt, die die Umfragewebseite besucht haben. Darin enthalten sind auch mehrmalige Besuche einer Person oder Besuche unterschiedlicher Personen aus einer Kommune. Der Ausfüllgrad gibt die Anzahl von Umfrageteilnehmern an, die bis zum jeweiligen Prozentsatz an der Umfrage
teilgenommen haben. Unter Abbrecher wird die Anzahl an Teilnehmern verstanden, die mindestens mit dem Ausfüllen der ersten Fragebogenseite begonnen haben, die Umfrage aber vor dem regulären Ende abbrachen. Die Anzahl an Absagen beinhaltet alle Kommunen, die telefonisch oder per E-Mail die Teilnahme an der Umfrage abgesagt haben.
145 Aus der Stellungnahme des Referenten des Deutschen Städtetages Harald Lwowski vom
25.05.2010.
Seite 63/151
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
Abbildung 4: Umfragebesucher, Umfrageteilnehmer und Umfrageabbrecher
Für eine detaillierte Analyse des Beteiligungsverhaltens der Kommunen wurden die Rohdaten des Umfragewerkzeuges und die Teilnehmerverwaltungsdaten genutzt. Die folgende Tabelle 7 stellt die Beteiligung der nach der Einwohnerzahl in Klassen geordneten Städte und Gemeinden dar. Im Rahmen dieser Arbeit erfolgt die Klassenbildung entsprechend den logischen Klassen zu den Städtegrößen: klein (50.000 - 100.000 Einwohner), mittel (100.001 - 200.000 Einwohner) und groß (> 200.000 Einwohner). Die „Anzahl der Städte“ (N) gibt den absoluten Anteil der Städte der Grundgesamtheit an der entsprechenden Städtegröße an. Der Wert für n gibt hingegen die absoluten Anzahl der an der Umfrage teilgenommenen Kommunen an der jeweiligen Städtegröße für den jeweils analysierten Bereich (komplette Umfrage, Teilnahme abgebrochen, …) an. Die Prozentangabe spiegelt den relativen Anteil der Kommunen im Analysierten Bereich an der Anzahl der Städte einer bestimmten Größe wieder.
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
Tabelle 7: Umfrageteilnahme in Abhängigkeit von der Größe der Kommunen
Es ist zu erkennen, dass der Anteil der Städte und Gemeinden, die die Umfrage kompletten durchführten, bei den großen Kommunen (> 200 Tausend Einwohner) mit 30,6 Prozent leicht über dem Anteil aller teilnehmenden Kommunen von 26,7 Prozent liegt. Dies stützt die These aus Kapitel 3.1, dass große Kommunen ein höheres Interesse an der Umfragethematik haben als kleinere. Weiterhin zeigen die Teilnahmequoten der drei Klassen, dass die gewonnenen Daten das Verhältnis von kleinen, mittleren und großen Kommunen der Grundgesamtheit in einem ausreichenden Maße repräsentiert. Jedoch ist bei der Auswertung und Interpretation der Ergebnisse zu beachten, dass diese von den Antworten der kleinen Kommunen dominiert werden. Diese bilden einen Anteil von 58 Prozent an den teilnehmenden Kommunen, wohingegen mittlere Kommunen auf 20 Prozent und große Kommunen auf 22 Prozent kommen.
Die Tabelle 7 zeigt weiterhin, dass die Abbruchquote von 14,8 Prozent bei den kleinen Kommunen deutlich höher ist als bei den Mittleren und den Großen. Ein Grund dafür ist die während der Umfrage wachsende Erkenntnis, dass die Thematik für die eigene kleine Kommune aktuell wenig Relevanz besitzt oder ein Mangel an benötigten Informationen vorliegt. 146 Eine Absage der Teilnahme kommt bei 23,3 Prozent der Kommunen mittlerer Größe vor und ist dort häufiger als bei den großen und kleinen Städten und Gemeinden. Keine Reaktion auf die Einladung zur Umfrage erfolgte in mittleren (46,5 Prozent) und großen Kommunen (47,2 Prozent) ähnlich häufig und deutlich öfter als in kleinen Städten und Gemeinden die auf einen Wert von 39,8 Prozent kamen.
146 Die Information basiert auf der Nachfrage unter den Umfrageabbrechern.
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
Die Antwortquote von 26,7 Prozent aller 187 deutschen Kommunen mit mehr als 50.000 Einwohnern wird vom Autor als sehr gut eingeschätzt. Die erhaltenen Daten ermöglichen sowohl eine deskriptive statistische Auswertung der
Umfrageergebnisse als auch die spätere Suche nach Informationen, die einen Erklärungsbeitrag zum jeweiligen Antwortverhalten leisten. Auch die
Subgruppenanalyse kann mit den Daten durchgeführt werden. Eine ähnlich hohe Rücklaufquote wie in der Umfrage von Cohen-Blankshtain, aus dem Jahr 2004 (51,1 Prozent) 147 konnte nicht erreicht werden. Ursachen dafür sind der bedeutend größere Umfang, die anspruchsvolle breite Thematik und der strenge Fokus auf die Zielgruppe (Erhebungseinheit). Eine Diskussion, in wie weit die Stichprobe die Grundgesamtheit repräsentiert, findet im Kapitel 4.3.3 statt.
4.2. Datenaufbereitung
Die Datenbasis wurde nach dem Export aus dem Umfragewerkzeug EFD Survey -Enterprise Feedback Suite einer Plausibilitätsprüfung unterzogen, bereinigt und angereichert. Die Plausibilitätsprüfung umfasste die demographischen Merkmale der Kommunen, speziell die Anzahl der Verwaltungsangestellten, des
Verwaltungshaushalts und des IT-Budget. So wurde bspw. die Anzahl der Verwaltungsangestellten vom Messwert 23 auf den richtigen Wert (Haushaltsplan 2009) von 3800 korrigiert. Während der Datenbereinigung wurden alle 179 Datensätze entfernt, bei denen die Umfrage nicht begonnen oder vorzeitig abgebrochen wurde. Die Originalwerte des Merkmals IT-Etat in Millionen Euro wurden mit Hilfe eines Editors für Dateien im CVS-Format aus der Exportdatei ausgelesen und in das Excel-Format übertragen. Dadurch wurden die Fehler in den Daten der XLS-Export-Dateien behoben. Die Merkmale IT-Etat in Millionen Euro und Haushalt in Millionen Euro wurden der Einheit des Merkmals entsprechend umcodiert. Aus beiden Werten wurde das neue Merkmal prozentualer Anteil der IT am gesamten Haushalt berechnet. Fehlende Werte wurden umcodiert, so dass die auswertende Software diese als solche erkennen konnte. Dadurch konnten sie bei der Analyse als fehlende Werte behandelt werden, so dass immer nur die Anzahl gültiger Werte (n) in die jeweilige Auswertung einfloss. Die Auswertung der Daten erfolgte mit SAS 9.2 und die grafische Darstellung mit Microsoft Excel 2007, SPSS 17 und teilweise SAS 9.2.
147 Vgl. Cohen-Blankshtain u.a. (2004, S. 2652).
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
4.3. Beschreibung der Datenbasis: Merkmale der
Kommunen, Teilnehmer und die Repräsentativität der
Stichprobe
Das folgende Kapitel untersucht die Merkmale der teilgenommenen Kommunen sowie Teilnehmer und setzt sich mit der Repräsentativität der Stichprobe im Verhältnis zu der Grundgesamtheit der Untersuchungseinheit auseinander.
4.3.1. Demographische Merkmale der Kommunen
Bundesland
Die Auswertung des Merkmals „Bundesland dem die Kommune angehört“ ergibt die Informationen in Tabelle 8 über die Anzahl an Städten und Gemeinden die aus den jeweiligen Bundesländern in der Stichprobe enthalten sind. Die Frage nach der Bundeslandzugehörigkeit der Kommune haben alle 50 Teilnehmer der Umfrage beantwortet (n=50). Der prozentuale Anteil der vertretenen Bundesländer in der Stichprobe wurde ohne Nachkommastellen angegeben, da dies bei n = 50 nicht sinnvoll ist.
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
Tabelle 8: Bundeslandzugehörigkeit der teilnehmenden Kommunen
Die größten Abweichungen im Verhältnis der vertretenen Kommunen in der Grundgesamtheit zu den vertretenen Kommunen in der Stichprobe gibt es, mit minus 6,16 Prozent und plus 5,31 Prozent, für Niedersachsen und Baden-Württemberg. Da alle anderen Abweichungen unter diesen Werten liegen, repräsentiert die Stichprobe die Grundgesamtheit für dieses Merkmal in einem ausreichenden Maße. Eine grafische Aufbereitung der Bundesland- und Stadtstaatzugehörigkeit zeigt die folgende Abbildung 5.
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
In der Abbildung wird deutlich, dass 68,00 Prozent der teilnehmenden Kommunen aus Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Bayern kommen. In der Grundgesamtheit liegt deren Anteil bei 61,49 Prozent. Kommunen der neuen Bundesländer sind mit einem Anteil von 14,00 Prozent (Grundgesamtheit 12,32 Prozent) vertreten. In der Stichprobe sind Kommunen aus allen 13 deutschen Bundesländern enthalten. Von den drei Stadtstaaten hat sich nur Bremen an der Umfrage beteiligt. Somit haben sich Kommunen aus allen Bundesländern und einem Stadtstaat beteiligt. Die Stichprobe repräsentiert dadurch auch das Verhältnis von alten zu neuen Bundesländern (Ost/West) und nördliche zu südlichen Bundesländern (Nord/Süd) in einem ausreichenden Maße. Aufbauend auf diesem Merkmal wird im Kapitel 4.5 eine Subgruppenanalyse zu möglichen Ost/West und Nord/Süd Unterschieden im Antwortverhalten der Kommunen durchgeführt.
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
Einwohner
Die deskriptive statistische Auswertung der Einwohnerzahl der teilnehmenden Kommunen ergibt folgende Werte für die Lagemaße arithmetisches Mittel (mean) und Median sowie die Streumaße Standartabweichung (standard deviation), Variationskoeffizient (CV), Quartilsabstand (IQR) und Minimum und Maximum. 148 Der Median, das Minimum, das Maximum sowie der Quartilsabstand werden zusätzlich mithilfe eines Box-Plots visualisiert, der eine Übersicht über die Verteilung der Daten liefert.
Tabelle 9: Lage- und Streumaße des Merkmals Einwohner
Auffällig ist der große Unterschied zwischen dem Wert des Median und dem arithmetischen Mittel. Der Median ist robuster gegenüber extremen Werten an den Rändern der Verteilung. 149 Der fast doppelt so hohe Wert des arithmetischen Mittels
148 Auf eine Definition und Erläuterung der Lage- und Streumaße wird in der Arbeit
verzichtet, da es sich um allgemein bekannte deskriptive statistische Grundlagen handelt. Dazu sei auf die einschlägige Fachliteratur, z.B. Kromrey (2009, S. 395), verwiesen.
149 Götze u.a. (2002, S. 23).
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
ist ein Hinweis auf das Vorhandensein von einigen Städten mit einer hohen Einwohnerzahl. Die Werte für das Minimum und Maximum bestätigen diese Annahme. Sie zeigen, dass sich Kommunen von 50.000 bis 1.000.000 Einwohner an der Umfrage beteiligt haben. Diese große Spannweite der Werte ist auch der Grund für die hohe Standartabweichung von 176.230 und des
Variationskoeffizienten von 113,46%. Im Box Plot 150 sind ebenfalls drei, durch einen Stern markierte, Extremwerte außerhalb der Spange des 1,5 fachen Quartilsabstand zu erkennen. Eine weitere grafische Aufbereitung der Einwohnerzahl der Kommunen ist in Abbildung 7 dargestellt, die ebenfalls die Merkmalsausprägung in der Stichprobe verdeutlicht.
150 Der Box-Plot ist eine ergänzende Grafik zur Häufigkeitsdarstellung. Da auch er zu den allgemein bekannten Grundlagen der deskriptiven Statistik gehört, wird auf tiefere Erläuterung in dieser Arbeit verzichtet und auf weiterführende Literatur, z.B. Götze u.a. (2002, S. 32ff.) verwiesen. Die maximale Breite der Spangen an den Rändern der Box wird entsprechend der allgemein anerkannten Definition von John W. Tukey auf den 1,5-fachen Interquartilsabstands (IQR, Boxbreite) beschränkt. Vgl. Nagel u.a. (1996, S. 35). Die Zahlen an den extremen Werten entsprechen der Nummerierung der Kommunen in der Abbildung 7.
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
Da die Werte der Merkmale Verwaltungsangestellte und Haushalt der Kommune logischerweise mit der Größe der Kommune korrelieren, sind auch für diese Merkmale die drei extremen Werte zu finden. Deswegen wird auf eine grafische Darstelllung der Lage- und Streumaße durch den Box-Plot für diese Merkmale verzichtet.
Im Kapitel 4.5 wird für das Merkmal Einwohner der Kommune, entsprechend dem Erkenntnisziel Nummer acht im Kapitel 1.3, eine Subgruppenanalyse durchgeführt. Dabei wird das Antwortverhalten der beiden Gruppen kleine Kommunen (< 84.000 Einwohner) und große Kommunen (> 84.000 Einwohner) auf signifikante Unterschiede getestet.
Verwaltungsangestellte
Die Tabelle 10 beschreibt die Verteilung der Werte der Stichprobe für das Merkmal Anzahl der Verwaltungsangestellten der Kommune durch die bereits vorgestellten Lage- und Streumaße.
Tabelle 10: Lage- und Streumaße des Merkmals Verwaltungsangestellte
Auch für dieses Merkmal sind die großen Unterschiede zwischen den Lagemaßen arithmetischen Mittel und Median sowie die hohen Werte der Streumaße auffällig. Dies ist der hohen Zahl von Verwaltungsangestellten der bereits identifizierten großen Kommunen geschuldet und führt zu einer beträchtlichen Verschiebung des arithmetischen Mittels auf den Wert von 2013,6 Verwaltungsangestellten. Die Werte liegen in einem Bereich von 350 Verwaltungsangestellten (Minimum) und 17.000 (Maximum). Die Abbildung 8 zeigt den Zusammenhang zwischen den Verwaltungsangestellten und der Einwohnerzahl der Kommunen. Im Scatterplot ist
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
der ausgeprägte, lineare Zusammenhang deutlich erkennbar und wird durch den Korrelationskoeffizienten 151 von r = 0,971 bestätigt.
Interne und externe IT-Mitarbeiter
Die Auswertung des Merkmals Anzahl der internen und externen IT-Mitarbeiter (IT-Mitarbeiter) der Kommunen in der Tabelle 11 zeigt einen noch stärkeren Unterschied zwischen dem arithmetischen Mittel und dem Median. 49 Kommunen der Stichprobe haben für dieses Merkmal einen Wert angegeben.
151 Diese Arbeit nutzt zur Messung der Güte der linearen statistischen Beziehung zwischen
zwei nicht klassierten Merkmalen den Korrelationskoeffizienten nach Bravais-Pearson (r). Dafür wird die Regressionsgerade in Form der „besten Schätzlinie“ der unterstellten Beziehung zwischen den Merkmalen mathematisch präzise bestimmt. Der
Korrelationskoeffizient bewegt sich in einem Bereich von +1 (perfekte positive Assoziation) bis -1 (perfekte negative Assoziation), wobei der Wert Null kein linearer Zusammenhang zwischen beiden Merkmalen bedeutet. Eine tiefere Auseinandersetzung dazu findet in Kromrey (2009, S. 471/486) statt und kann an dieser Stelle nicht erfolgen.
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
Tabelle 11: Lage- und Streumaße des Merkmals IT-Mitarbeiter
Das arithmetische Mittel ist mit einem Wert von 50 um ca. 3,5 mal größer als der Median mit 14. Wieder ist der ausreißerrobusten Median dem arithmetischen Mittel vorzuziehen. Die Kommunen der Stichprobe beschäftigen zwischen 2 und 300 IT-Mitarbeiter.
Im Box-Plot in der Abbildung 9 sind für dieses Merkmal fünf extreme Werte in der Datenbasis zu erkennen. Es ist zu beachten, dass der Wert 250 IT-Mitarbeiter zweimal vorhanden ist. Die Zahlen bezeichnen die Datensätze der Stichprobe.
Der Scatterplot in Abbildung 10 veranschaulicht den Zusammenhang zwischen der Einwohnerzahl und der Anzahl der IT-Mitarbeiter. Ein gewisser linearer Zusammenhang ist erkennbar, jedoch ist dieser nicht so stark ausgeprägt wie der Zusammenhang zwischen Einwohnerzahl und Anzahl der Verwaltungsangestellten. Dies kann anhand des Korrelationskoeffizienten bestätigt werden (r = 0,781).
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
Bemerkenswert sind die beiden extremen Werte von 200 und 280 IT-Mitarbeitern der Kommunen mit unter 300.000 Einwohnern.
Mitarbeiter in der IT-Planung
Auf die IT-Planung und das Anforderungsmanagement der Kommunen entfallen entsprechend den Werten in der Tabelle 12 im Mittel (Median) drei IT-Mitarbeiter. Dieser Wert weicht wiederum deutlich vom arithmetischen Mittel mit 5 Mitarbeitern ab und liegt in der Spannweite zwischen dem Minimum vom null und dem Maximum von 40 IT-Mitarbeiter in der Planung nahe der unteren Grenze der Verteilung.
Tabelle 12: Lage- und Streumaße des Merkmals Mitarbeiter in der IT-Planung
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
Auch für dieses Merkmal zeigt der Box-Plot in der Abbildung 11 die sieben extremen Werte in der Verteilung.
Für die Betrachtung des Zusammenhangs zwischen der Anzahl der IT-Mitarbeiter in der Planung und der Einwohnerzahl in der Kommune wird der in Abbildung 12 dargestellte Scatterplot verwendet. Es zeigt sich, dass die Werte für kleine und große Kommunen stark um die Trendlinie variieren. In größeren Kommunen ab ca. 120.000 Einwohnern gibt es in der Stichprobe immer IT-Mitarbeiter in der Planung.
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
Wie in Abbildung 12 zu erkennen ist, fällt die lineare Abhängigkeit zwischen der Einwohnerzahl und der Anzahl der IT-Mitarbeitern in der Planung schwächer aus als in den vorangegangen Abhängigkeitsuntersuchungen. Der Korrelationskoeffizient beträgt 0,621.
IT-Strategie, IT-Strategie mit E-Government / M-Government Auf die Frage nach dem Vorhandensein einer IT-Strategie in der Kommune antworten 39 der teilnehmenden Kommunen mit ja (78 Prozent) und 11 mit nein (22 Prozent). Die Frage, ob eine vorhandene IT-Strategie auch E-Government und M-Government berücksichtigt, beantworteten 28 Städte mit ja (56 Prozent) und 22 mit nein (44 Prozent). Diese Ergebnisse sind in der Abbildung 13 zu sehen. Das bedeutet, dass in 28 Prozent der Fälle, in denen die Kommunen über eine IT-Strategie verfügen, E- und M-Government noch nicht berücksichtigt wird. In 44 Prozent der Kommunen werden demnach drahtlose Kommunikationsdienste ohne das Vorhandensein einer übergeordneten IT-Strategie, die auch E- und M-Government berücksichtigt, realisiert und betrieben. Die Anzahl der Antworten betrug für beide Merkmale n = 50. Diese Ergebnisse zeigen, dass sich die Situation, die Cohen-Blankshtain u.a. (2004) beschreiben und die auf einer Befragung aus dem Jahr 1999 basiert, stark verändert hat. 152 IuK wird im Jahr 2010 in deutschen Kommunen im überwiegenden Fall als politikrelevantes Werkzeug für die Verwaltungsarbeit angesehen, was sich im Vorhandensein einer IT-Strategie mit E-und M-Government-Bestandteilen zeigt.
152 Cohen-Blankshtain u.a. (2004, S. 2664) kommen zu der Erkenntnis, dass (1999) „in den
meisten Städten kein strategisches Nachdenken über IuK stattfindet“.
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
Haushalt in Mio. €
Die Tabelle 13 beinhaltet die Werte der Lage- und Streumaße für das Merkmal kommunaler Haushalt in Mio. €. Das mittlere Haushaltseinkommen (Median) der Kommunen der Stichprobe beträgt 227 Millionen Euro und bewegt sich in einer Spannweite von 93 bis 3.000,00 Mio. €. Auch hier liegt der Wert des arithmetischen Mittels, durch seine Anfälligkeit gegenüber extremen Werten, mit 480 deutlich über dem des Median von 227. Die Standartabweichung von 644 ist größer als das arithmetische Mittel, entsprechend hat der Variationskoeffizient einen Wert von 134,26 Prozent, was für eine starke Streuung der Werte spricht.
Tabelle 13: Lage- und Streumaße des Merkmals kommunaler Haushalt in Mio. €
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
Durch den Box-Plot der Verteilung werden drei Kommunen mit extremen Werten für den kommunalen Haushalt ersichtlich. Es ist zu erkennen, dass es sich hierbei um die Kommunen mit der größten Einwohnerzahl handelt. Dies zeigen die Nummern der Fälle, die identisch mit der Nummerierung in der Abbildung 7 (Einwohnerzahl der Kommunen) sind.
Die Abbildung 15 zeigt den Zusammenhang zwischen den Einwohner und dem Haushalt über den die Kommunen verfügen. Ein linearer Zusammenhang zwischen beiden Merkmalen ist deutlich erkennbar. Dies wird durch den
Korrelationskoeffizient von 0.961 bestätigt. Die positive, lineare Abhängigkeit zwischen der Einwohnerzahl und dem kommunalen Haushalt kann wie folgt interpretiert werden: Je größer die Stadt gemessen an ihrer Einwohnerzahl, desto größer ist ihr Etat.
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
IT-Etat in Mio. €
Die Spannweite des Merkmals IT-Etat der Kommunen reicht vom Minimum 0,2 Millionen Euro bis zum Maximum von 20 Millionen Euro. Im Mittel nutzen die Kommunen 1,85 Mio. € für die kommunale IT. Auch für dieses Merkmal fallen die verhältnismäßig hohe Standartabweichung mit 4,50 im Verhältnis zum arithmetischen Mittel von 3,79 und der hohe Variationskoeffizient von 118,72 Prozent auf. 46 Kommunen haben für das Merkmal einen Wert angegeben. Die Lage- und Streumaße zeigt die Tabelle 14.
Tabelle 14: Lage- und Streumaße des Merkmals IT-Etat in Mio. €
Einer der fehlenden Werte gehört zur größten Kommune in der Erhebung. Deshalb ist davon auszugehen, dass der Median und das arithmetische Mittel der
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
Grundgesamtheit wahrscheinlich größer sind als in der Stichprobe. Der Box-Plott in Abbildung 16 zeigt zwei extremen Werten.
Der folgende Scatterplot bildet den Zusammenhang zwischen der Einwohnerzahl und dem IT-Etat der Kommunen in der Stichprobe ab. In der Abbildung 17 werden die Unterschiede im IT-Etat großer Kommunen deutlich. Im visuellen Vergleich mit dem Diagramm „Scatterplot Einwohnerzahl vs. Haushalt der Kommunen“, Abbildung 15, streuen die Werte in Abbildung 17 mehr, was auf einen schwächeren linearen Zusammenhang schließen lässt. Tatsächlich ist der Korrelationskoeffizient zwischen Einwohnerzahl und IT-Etat um 0.137 kleiner als zwischen Einwohnerzahl und dem Etat der Kommunen. Dies unterstützt die Vermutung, dass der IT-Etat der Kommunen von einer Vielzahl von Faktoren abhängt, von denen nur einer die Einwohnerzahl der Kommune ist. 153
153 Nijkamp u.a. (2009, S.12) identifizieren in Ihrer Arbeit z.B. einen weiteren Faktor: der wahrgenommne Effekt und die Einschätzung von IuK für die Stadtentwicklung durch die kommunalen Entscheider.
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
IT-Etat-Anteil am kommunalen Haushalt
Das Merkmal wurde aus den Umfragedaten zum IT-Etat und zum Haushaltsvolumen der Kommune berechnet und gibt den prozentualen Anteil des IT-Etats am gesamten Haushalt wieder. Es leistet einen Erklärungsbeitrag zum Stellenwert, den die IT in der jeweiligen Gemeinde einnimmt. Beide Lagemaße arithmetisches Mittel und Median unterscheiden sich nur geringfügig. Dennoch wird der Median als Mittelwert verwendet, um den IT-Etat Anteil am kommunalen Haushalt auf 0,79 Prozent zu beziffern. Die Spannweite reicht vom Minimum 0,10 bis zum Maximum von 3,43 Prozent IT-Etat-Anteil am gesamten kommunalen Haushalt.
Tabelle 15: Lage- und Streumaße des Merkmals Anteil IT-Etat am kommunalen Haushalt
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
Der Box-Plot in Abbildung 18 für das Merkmal IT-Etat-Anteil am kommunalen Haushalt zeigt einen extremen Wert. Dabei handelt es sich um eine Kommune mit 200.000 Einwohnern wie ein Vergleich mit Abbildung 7 und 19 zeigen.
Der folgende Scatterplot in Abbildung 19 veranschaulicht die unterschiedlichen Anteile des IT-Etats am kommunalen Haushalt in Abhängigkeit zu der Einwohnerzahl der Kommune. Sowohl der Scatterplot als auch der
Korrelationskoeffizient (r = 0,185) weisen darauf hin, dass keine Abhängigkeit zwischen der Einwohnerzahl und dem IT-Etat Anteil am Haushalt existiert.
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
Investitionsvolumen für drahtlose Kommunikationsdienste (3 Jahre) Den Abschluss der Untersuchung der demographischen Merkmalsausprägungen bildet das Merkmal Investitionsvolumen für drahtlose Kommunikationsdienste für die nächsten drei Jahre. Die grafisch aufbereiteten Befragungsergebnisse sind in der Abbildung 20 zu sehen.
Demnach werden 30 der befragten 50 Kommunen in den nächsten Jahren bis zu 100.000 Tausend Euro in drahtlose Kommunikationsdienste investieren. Nur zwei Kommunen werden mehr als fünf Millionen Euro dafür verwenden. Die Abbildung 21 zeigt das Investitionsvolumen in Abhängigkeit von der Einwohnerzahl der Kommunen. Der Zusammenhang zwischen Einwohnerzahl und Investitionsvolumen ist nur sehr gering, was auch durch den niedrigen Korrelationskoeffizient nach Kendalls Tau 154 von 0,120 deutlich wird. Bemerkenswert ist, dass die beiden höchsten Investitionsausgaben von zwei Städten mit weniger als 100.000 Einwohnern geplant sind.
154 Die Rangkorrelation nach Kendalls Tau Methode basiert auf rein ordinalen Daten, ohne
dass die Skalenwerte/Ränge Gleichabständigkeit (= Äquidistanz) aufweisen müssen wie für Spearmans Rangkorrelationskoeffizient. Deswegen eignet er sich für die vorliegenden Daten, die auf nicht gleichgroßen Investitionsklassen basieren. Weiterführende Informationen sind in Götze (2002, S. 84) zu finden.
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
4.3.2. Merkmale der Umfrageteilnehmer
Alter
Das Alter der Umfrageteilnehmer wurde in Form von Altersklassen (siehe Abbildung) abgefragt. 49 der 50 Teilnehmer haben die Frage nach ihrem Alter beantwortet (n = 49). Die Altersklasse der 20 bis 29-jährigen ist in der Stichprobe nicht vertreten. In 92 Prozent der Fälle waren die Teilnehmer im Alter von 40 bis 59 Jahren. Die folgende Abbildung 22 verdeutlicht die Altersstruktur der Teilnehmer.
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
Geschlecht
Die in der Abbildung 23 dargestellte Verteilung der Geschlechter ergibt sich aus den Daten der Stichprobe. Es ist erstaunlich, dass der Großteil der Teilnehmer (94 Prozent) männlich ist. Allgemein sind in der Informationstechnologie mehr Männer als Frauen tätig. In Führungspositionen sind wiederum mehr Männer als Frauen vertreten. Jedoch ist ein Frauenanteil von 6 % bemerkenswert gering.
Verwaltungsbereichszugehörigkeit und genaue Position in der Kommune Die Tabelle 16 stellt die Zugehörigkeit der Teilnehmer zu den kommunalen Ebenen der Verwaltungshierarchie dar. Dabei wurde unterschieden, ob die Position des Teilnehmers in der Kommune eher der IT-Organisation oder der allgemeinen Verwaltung zuzurechnen ist. In Abhängigkeit dieser Festlegung haben die Teilnehmer eine genaue Einstufung in die Verwaltungshierarchie, anhand der Wahl des Hauptaufgabengebietes, vorgenommen. Anhand der erhobenen genauen Bezeichnung der Position, konnte die Eingruppierung in vier Fällen präzisiert werden.
Tabelle 16: Verwaltungsbereichszugehörigkeit und Position in der Kommune
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
Die Analyse der Daten ergibt in 84 Prozent der Fälle eine Zugehörigkeit des Umfrageteilnehmers zur kommunalen IT-Organisation. In 58 Prozent der Fälle gehören die Teilnehmer den Gruppen höchster kommunaler IT-Entscheider oder IT-Führungskraft an. In die Gruppe sonstiges fallen Tätigkeitsgebiete, die nicht ohne weiteres einer speziellen Position zugewiesen werden konnten. In kleineren Kommunen sind mitunter nicht alle Hierarchieebenen tatsächlich vorhanden. Es kommt vor, dass der Referatsleiter IT bei sehr wenigen IT-Mitarbeitern auch die Position der IT- Führungskraft in der Kommune innehat.
Dieses Ergebnis zeigt den Erfolg der Bemühungen, die kommunale IT-Entscheider oder Planer für die Teilnahme zu gewinnen. In einigen Kommunen werden die strategischen IT-Entscheidungen durch andere Verwaltungsbereiche getroffen, wenn diese die IT-Dienstleistungen mit erbringen (z.B. das Hauptamt oder das Dezernat zentrale Dienste). 155 Dies ist ein Grund dafür, dass einige Kommunen einen Mitarbeiter einer anderen Organisationseinheit für die Umfrageteilnahme ausgewählt haben. Ein Blick auf die generelle Einstufung der Teilnehmer in die Verwaltungshierarchie zeigt die folgende Abbildung 24. Hier gehören 64 Prozent der Teilnehmer den Gruppen höchster kommunaler Entscheider oder Führungskraft, sowohl des IT als auch des Verwaltungsbereichs, an. Die Hierarchieebene Arbeitskreis oder Fachausschussmitglied ist unter der Teilnehmergruppe gar nicht vertreten (0/0%).
155 Dies ergab die Internetrecherche nach den entsprechenden Ansprechpartnern auf den
Webseiten der Kommunen.
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
Technologieinteresse der Teilnehmer - Innovationstyp
Die Auswertung und grafische Darstellung des Merkmals Innovationstyp der Teilnehmer zeigt die Abbildung 25 auf der folgenden Seite. Auf den ersten Blick kann weder eine besonders hohe Annahmebereitschaft gegenüber technologischen Innovationen, was sich in der Zugehörigkeit zu den frühen Käuferklassen (Innovator, frühzeitige Akzeptanz) widerspiegeln würde, noch eine besondere Ablehnung festgestellt werden.
Erst der Vergleich mit dem von Rogers ermittelten allgemeinen Verteilungsmodell (vgl. Abbildung 2 Kapitel 3.2), das Technology Adoption Life Cycle Model, 156 macht den Unterschied deutlich. Die Umfrageteilnehmer haben eine höhere Annahmebereitschaft gegenüber neuer technologischer Innovationen als sie im Allgemeinen bei den Menschen anzutreffen ist. So ist vor allem die Gruppe der frühen Mehrheit deutlich stärker ausgeprägt und die späte Mehrheit deutlich unterrepräsentiert. Das bedeutet, dass die von Roger angenommene theoretisch ideale Verteilung der Technologieannahme in der Stichprobe und, im Falle der Repräsentativität der Stichprobe, auch in der Grundgesamtheit der Kommune nicht vorgefunden wird. In Anbetracht des täglichen Umgangs der Teilnehmer mit IuK, der Anforderung innovative IT-Services für die Kommunen zur Entwicklung und den ständig neuen Innovationen auf diesem Gebiet, ist diese schnellere Innovationsannahme nicht weiter verwunderlich. Hinzu kommt, dass als Indikator das Kaufverhalten genutzt wurde, was durch die anzunehmende höhere Finanzkraft
156 Vgl. Rogers (2003, S. 281ff.) Diffusion of Innovations Theorie.
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
der Teilnehmergruppe beeinflusst wird. Es wird angenommen, dass die Stichprobe auch in diesem Teilnehmermerkmal die Grundgesamtheit widerspiegelt.
Informationsgrad der Umfrageteilnehmer
Die Auswertung des Merkmals Informationsgrad, das die Selbsteinschätzung des Informationsstandes der Teilnehmer zum Umfragethema beinhaltet, führt zu dem in der Abbildung 26 dargestellten Ergebnis.
Abbildung 26: Informationsgrad der Teilnehmer
Der Informationsstand zum Thema drahtlose Kommunikationsdienste wird von den Teilnehmern überwiegend gut und sehr gut eingeschätzt. Das minimiert die Verzerrungen die auftreten können, wenn die Teilnehmer nicht über ausreichend Kenntnisse und Hintergrundinformationen zur angemessen Beurteilen des Untersuchungsgegenstand verfügen. Dennoch zeigt sich, dass zumindest für die Gruppen zwei, drei und vier (20% der Teilnehmer) ein Informationsbedarf besteht.
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
4.3.3. Repräsentativität der Umfrage
Dieses Kapitel beschäftigt sich mit der Frage, ob die Ergebnisse der Untersuchung über die Stichprobe hinaus verallgemeinerbar sind. Dazu soll geklärt werden, in wie weit die Ergebnisse der Untersuchung repräsentativ, also verallgemeinerbar, für die Grundgesamtheit sind. Mit anderen Worten ausgedrückt: spiegeln die Ergebnisse der Stichprobe den Tatbestand in der definierten Grundgesamtheit der 187 Kommunen wider? Zur Klärung dieser Frage werden im Folgenden eine Qualitätssicherung der Umfrage und eine Prüfung der Repräsentativität durchgeführt. 157
Die Qualitätssicherung der Umfrageforschung
Zur Qualitätssicherung der Umfragedurchführung sind die Gütekriterien des Erhebungsinstruments, Befragung durch einen Fragebogen, zu überprüfen. Diese sind die Zuverlässigkeit (Validität), die Gültigkeit (Reliabilität) und die Prüfung des Erhebungsinstrumentes durch einen Pretest. Bereits im Kapitel 3.3.2 wurden die Zuverlässigkeit des Messinstruments und die Gültigkeit der Indikatoren untersucht und als gegeben festgestellt. Im gleichen Kapitel wurden außerdem erste Aussagen zum Pretest gemacht, die an dieser Stelle ergänzt werden sollen.
Pretests wurden vor der Befragung in drei unterschiedlichen Phasen der Fragebogenerstellung durchgeführt. Im ersten Test wurden die Zwischenresultate der Entwicklungsarbeit mit sachverständigen Kollegen und Teilnehmern einer kritischen Durchsicht und Diskussion unterzogen. Dies umfasste die Prüfung der abgefragten Dimensionen und Merkmale, die semantische Analyse der festgelegten Indikatoren 158 auf ihre Eignung, die Entscheidung für ein Erhebungsinstrument und die Suche und Entwicklung von geeigneten Mess-Skalen. Im zweiten Test wurde der fertige Fragebogen einer Evaluation mit 5 Teilnehmern unterzogen. Das Ziel waren Erkenntnisse zum zeitlichen Aufwand der Umfragedurchführung, zum Interesse am Umfragethema, zur Umsetzung einer optimalen thematischen Führung durch den Fragebogen, zur Verständlichkeit der Formulierungen und zu eventuellen Problemen bei der Beantwortung zu gewinnen. Im dritten Test mit ebenfalls 5 Teilnehmern wurde die endgültige Variante des Onlinefragebogens auf eine technisch einwandfreie Realisierung und optimale grafische Umsetzung hin überprüft. Alle durchgeführten Tests verliefen zufriedenstellend. So kann davon ausgegangen
157 Dies erfolgt entsprechend den Empfehlungen in Kromrey (2009, S. 262ff. und 375ff.).
158 Die entwickelten sprachlichen Konstrukte als Indikatoren der untersuchten Merkmale.
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
werden, dass durch die Pretests die Qualität des Erhebungsinstrumentes evaluiert und bestätigt worden ist.
Insgesamt wird für den Thematik Qualitätssicherung der Umfrage festgestellt, dass diese in ausreichendem Maße durchgeführt wurden und zu zufriedenstellenden Ergebnissen führte. Es wird sowohl den Gütekriterien standardisierter empirischer Sozialforschung entsprochen, als auch den Verfahren zur Qualitätssicherung in der Umfrageforschung.
Prüfung der Repräsentativität
Die Prüfung der Repräsentativität der Stichprobe erfolgt entsprechend den Anforderungen von Kromrey (2009, S. 261). Dazu sind die folgenden 4 Punkte zu prüfen.
1. Die Stichprobe ist ein verkleinertes Abbild der Grundgesamtheit hinsichtlich der folgenden Kriterien.
2. Die Einheit oder Elemente der Stichprobe sind definiert.
3. Die Grundgesamtheit ist angebbar und empirisch definiert. 4. Das Auswahlverfahren der Stichprobe ist angebbar und erfüllt Punkt 1.
Entsprechend den Ausführungen im Kapitel 3.1 handelt es sich bei der Stichprobe nicht um eine durch ein Auswahlverfahren gewonnene Teilmenge der Grundgesamtheit, für die die Erhebung durchgeführt wurde, sondern um den Rücklauf der Vollerhebung. Ein Auswahlverfahren (Punkt 4) wurde demnach nicht verwendet und die Stichprobe ist ein verkleinertes Abbild (1) der Grundgesamtheit die bereits im Kapitel 3.1 empirisch definiert (3) wurde. Auch die Einheit/Elemente der Stichprobe (2) sind definiert, d.h. es ist eindeutig festlegbar ob ein Element der Stichprobe zur Grundgesamtheit gehört oder nicht. Es existiert auch Repräsentativität der für die Forschungsfragen relevanten Variablen(1b), da die Stichprobe ein verkleinertes Abbild der Grundgesamtheit ist, für die der Fragebogen entwickelt und geprüft wurde. So bleibt an dieser Stelle nur die Prüfung der Gleichheit der Heterogenität der Elemente in der Stichprobe (1a) im Vergleich zu der Grundgesamtheit. Diese soll Verzerrungen in den Merkmalsausprägungen der gewonnenen Daten ausschließen, z.B. wenn nur große Kommunen an der Umfrage teilgenommen hätten, die die Übertragbarkeit der Untersuchungsergebnisse auf die
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
Grundgesamtheit einschränken würde. Dazu wird eine Auswahl relevanter demographischer Merkmale und Teilnehmermerkmale auf eine ähnliche Werteverteilung entsprechend der Grundgesamtheit untersucht. Da eine detaillierte Auswertung schon im vorangegangen Kapitel 4.3.1 und 4.3.2 erfolgte, wird an dieser Stelle nur noch auf die Ergebnisse verwiesen. Die folgende Tabelle 17 zeigt die auf eine ähnliche Werteverteilung hin untersuchten Merkmale (ihre Repräsentativität zur Grundgesamtheit) und die Ergebnisse.
Tabelle 17: Repräsentativität der Grundgesamtheit für ausgesuchte Merkmale
Kapitel 159 Weiterhin wurde im 4.3.2 anhand des Merkmals
Verwaltungsbereichszugehörigkeit geprüft, ob die vorher definierte Zielgruppe der Befragung auch im überwiegenden Maße die Teilnehmer der Befragung sind. Dies kann bestätigt werden. Auch verfügten die Teilnehmer über ausreichend Informationen zum Untersuchungsgegenstand (Kapitel 4.3.2 - Merkmal Informationsgrad), um als Experten stellvertretend für die Kommunen die Messung der Merkmalsausprägung vorzunehmen.
Das führt zu dem Fazit, dass die Stichprobe in allen untersuchten Merkmalen in einem ausreichenden Maße die Heterogenität der Grundgesamtheit (1a) repräsentiert und somit die Repräsentativität 160 als solches gegeben ist. Dadurch können die folgenden Ergebnisse der Auswertung der Umfragedaten zu den untersuchten Aspekten der Dienste auf die Grundgesamtheit der 187 deutschen Kommunen mit mehr als 50.000 Einwohnern verallgemeinert werden.
159 Bedeutet hier, dass die Stichprobe die Grundgesamtheit in einem ausreichenden Maß
repräsentiert (ja/nein).
160 Repräsentativität heißt in diesem Zusammenhang, „die Stichprobe ist ein verkleinertes
Abbild einer angebbaren Grundgesamtheit“. Kromrey (2009, S. 262).
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
4.4. Auswertung der untersuchten Aspekte der Dienste
In diesem Kapitel erfolgt die Auswertung der Daten zu den untersuchten Aspekten kommunaler drahtloser Kommunikationsdienste. Als erstes wird eine Übersicht über die Einschätzung des Nutzenpotenzials der übergeordneten Anwendungsbereiche der Dienste gegeben. Danach folgen die Ergebnisse der Attraktivitätseinschätzung der Dienste und deren aktuelle sowie geplante Realisierung in den Kommunen. Weiterhin werden die untersuchten Treiber, Hindernisse und Ziele in eine Rangordnung entsprechend ihrem Einfluss sortiert und die Ergebnisse diskutiert.
4.4.1. Nutzenpotenzial der Anwendungsbereiche
Die folgende Tabelle 18 zeigt das Nutzenpotenzial drahtloser
Kommunikationsdienste der untersuchten neun Anwendungsbereiche (Anw.- Bereich). DieTabellenspalte n gibt die Anzahl der zugrundeliegenden Datensätze an. Die Reihenfolge der Anwendungsbereiche ergibt sich aus dem arithmetischen Mittel (arithm. Mittel) aller Antworten, beginnend mit dem attraktivsten Anwendungsbereich. Das arithmetische Mittel gibt den durchschnittlichen in der Stichprobe gemessenen Wert wieder. Die Messwerte bewegen sich in einem Bereich von 1 - nicht attraktiv bis 7 - sehr attraktiv, entsprechend der im Kapitel 3.3.2 erläuterten Mess-Skala. Der Median (auch Zentralwert) bezeichnet den Grenzwert, der die nach der Größe sortierten Messwerte des Merkmals in zwei gleichgroße Gruppen teilt. Bei einer geraden Anzahl an Messwerten ergibt sich dieser aus dem Durchschnitt der beiden mittleren Werte. In der folgenden Auswertung der Attraktivität, Treiber, Ziele und Hindernisse sind jeweils beide Werte angegeben. Das arithmetische Mittel ermöglicht das feinstufige Sortieren und zuweisen eines Rangs (R.), wohingegen der Median den mittleren Wert der Verteilung angibt und Rückschlüsse auf die Verteilung ermöglicht. Weiterhin wird zum Vergleich der Einschätzung des Nutzenpotenzials der übergeordneten Anwendungsbereiche der Dienste der Mittelwert der Dienstattraktivität aller untersuchten Dienste des jeweiligen Anwendungsbereiches mit angegeben (arithm. Mittel AW-Dienste). Es ist zu erkennen, dass das Potenzial der Anwendungsbereiche immer höher eingeschätzt wird als der Mittelwert (arithmetisches Mittel) der tatsächlich gemessenen Attraktivität aller zugehörigen Dienste. Die Unterschiede resultieren unter anderem daraus, dass die Attraktivität der Dienste (Kapitel 3.3.5) und das Nutzenpotenzial der Anwendungsbereiche (Kapitel 3.3.6) im Fragebogen unterschiedlich definiert wurden. In die Bewertung des Nutzenpotenzials fließt z.B. die Vision von zukünftigen Diensten der Bereiche mit ein. Die Tabelle zeigt
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
weiterhin die prozentuale Häufigkeit der aufgetretenen Skalenwerte der Messung. Dies dient dem Vergleich der Häufigkeitsverteilung über den Skalenbereich und liefert wichtige Informationen zur Interpretation des arithmetischen Mittels (arith. Mittel) der Attraktivität.
Tabelle 18: Nutzenpotenzial der Anwendungsbereiche der Dienste
Die ersten sieben Anwendungsbereiche unterscheiden sich in ihrer Einschätzung des Nutzenpotenzials nur geringfügig. Lediglich Gesundheit und private Haushalte weisen einen größeren Abstand des arithmetischen Mittels des Nutzenpotenzials zu ihren Vorgängern auf. Die entsprechenden Dienste der Anwendungsbereiche mit einem hohen Nutzenpotenzial sind auch in der folgenden Tabelle 19 - Attraktivität der Dienste - verstärkt mit guten Attraktivitätseinschätzungen bewertet wurden. Die Dienste der Anwendungsbereiche Gesundheit und private Haushalte sind
verstärkt unter den nicht geplanten und nicht realisierten Diensten zu finden, wie die folgende Auswertung im Kapitel 4.4.4 zeigt. Bis auf Tourismus und Kultur und Bürger und Verwaltung erhielten alle übergeordneten Anwendungsbereiche Attraktivitätseinschätzungen über alle Skalenwerte. Die mitunter flachen und sehr breiten Verteilungen zeigen, dass vor allem in den weniger attraktiv eingeschätzten Anwendungsbereichen die Bewertung des Nutzenpotenzials weit auseinander geht. Im Gegensatz zum Anwendungsbereich Verkehr, wo 38 Prozent der Werte auf dem Median (5) liegen, entfallen für private Haushalte nur 24 Prozent der Messwerte auf den Median (4).
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
4.4.2. Attraktivität der drahtloser Kommunikationsdienste
Die Tabelle 19 zeigt die Übersicht der Attraktivitätseinschätzung der untersuchten
und im Kapitel 3.3.5 bereits erläuterten Dienste. Die Reihenfolge ergibt sich aus
dem Rang der durchschnittlichen Attraktivitätseinschätzung der Kommunen
(arithm. Mittel) und beginnt mit dem attraktivsten Dienst Mobiler Feuerwehr
Support. In der Tabelle werden die Anzahl der Bewertungen n, das arithmetische
Mittel und der Median aufgeführt und ergeben sich analog der Erläuterung des
vorangegangenen Kapitels.
Dienst arithm.
R. Dienst Name Anwendungsbereich n Median
Nr. Mittel
1 18 Mobiler Feuerwehr Support Sicherheit 48 5,54 6
2 17 Digitale Authentifizierung Sicherheit 48 5,13 5
3 24 Elektronische Bibliothekskarte Bildung 45 5,02 6
4 57 Drahtloser Breitband-Internetzugang Private Haushalte 42 4,83 6
5 4 Mobile Verwaltungsarbeit Bürger Verwaltungsd. 49 4,82 5
6 10 Intelligente Gebäudesteuerung Umwelt 49 4,78 5
7 19 Mobiler Polizei Support Sicherheit 41 4,73 5
8 25 Mobile Bibliothek Bildung 46 4,67 5
9 46 Mob. Touristenführer/Stadtinformation Tourismus und Kultur 46 4,59 4
10 45 Sensorgestützter Netzbetrieb Infrastruktur 40 4,58 5
11 12 Luftverschmutzungs-Informationssystem Umwelt 46 4,57 5
12 5 Stadtinformationsdienst Bürger Verwaltungsd. 49 4,49 5
12 15 Ortsbezogener Notruf Sicherheit 47 4,49 5
13 39 Mobile Bezahlung von ÖPVN-Tickets Verkehr 43 4,47 5
14 9 Intelligente Straßenbeleuchtung Umwelt 48 4,46 5
16 6 Mobile Bezahlung Bürger Verwaltungsd. 49 4,45 5
16 41 Parkleitdienst Verkehr 44 4,45 5
17 53 Mobiles Ticketbuchungssystem Tourismus und Kultur 42 4,40 5
18 14 Lärmbelastungs-Informationssystem Umwelt 46 4,37 5
19 7 Drahtloser Dokumenttransfer Bürger Verwaltungsd. 49 4,27 4
20 13 Wasserverschmutzungs-Informationssys. Umwelt 46 4,26 5
21 8 Mobile Bürgerdienste Bürger Verwaltungsd. 49 4,24 4
22 36 Intellig. Transportkoordinationssystem Verkehr 43 4,23 4
23 21 Sicherheitswarndienst Sicherheit 44 4,20 4
24 35 Sensorgestützte Fahrgastinformation Verkehr 41 4,17 4
25 32 Barriere freie Navigation Gesundheit 43 4,16 5
26 44 Intelligente Objektverwaltung Infrastruktur 44 4,14 4
27 49 Besichtigungsempfehlungssystem Tourismus und Kultur 43 4,07 4
28 52 Informationskioske Tourismus und Kultur 46 4,04 4
29 37 Intelli. Verkehrswegeplanung / Wartung Verkehr 42 4,02 4
29 38 Dyn. Routenplanung f. Transportdienste Verkehr 41 4,02 4
30 1 Mobiles Vorschlagswesen Bürger Verwaltungsd. 49 3,88 4
95/151
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
Tabelle 19: Übersicht der Attraktivität aller untersuchten Dienste
Die Zusammenstellung an Diensten wurde durch die Teilnehmer nicht weiter ergänzt. Deswegen kann von einer umfassenden Auswahl ausgegangen werden. Die mittleren Attraktivitätsmaße aller Dienste liegen deutlich über dem kleinsten Skalenwert nicht attraktiv (1). Die Mittelwerte der Attraktivität der untersuchten Dienste befinden sich in einem Bereich von 2,90 bis 5,54. Das zeigt, dass alle untersuchten Dienste eine gewisse Relevanz und Attraktivität für die Kommunen besitzen.
Bei den einzelnen Attraktivitätseinschätzungen sind große Unterschiede zu erkennen. 31 der untersuchten Dienste werden durch die Kommunen als überdurchschnittlich attraktiv eingeschätzt, d.h. das arithmetische Mittel der Messwerte der Attraktivitätseinschätzung liegt in der oberen Hälfte der Attraktivitätsskala im Bereich von attraktiv (4, mittlerer Wert der Skala) bis sehr
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
attraktiv (7). Die zehn Dienste mit der höchsten Attraktivitätseinschätzung (Rang eins bis zehn) gehören zu folgenden übergeordneten Anwendungsbereichen: Sicherheit (3 Dienste), Bildung (2), Tourismus und Kultur (1), Bürger und Verwaltungsdienste (1), Umwelt (1), Infrastruktur (1) und private Haushalte (1). Somit sind auch Dienste auf den ersten Rängen zu finden, deren übergeordnete Anwendungsbereiche in der Nutzenpotenzialeinschätzung (Kapitel 4.4.1) auf den hinteren Rängen liegt. Weiterhin ist zu erkennen, dass die Werte für das arithmetische Mittel und den Median mitunter deutlich voneinander abweichen. Dies lässt auf Ausreißer in den Daten schließen. Nähere Informationen dazu liefert die detaillierte Übersicht der Häufigkeitsverteilung der Messwerte, sowie der Lage- und Streumaße der Dienstattraktivität im Anhang dieser Arbeit. Aus Gründen der Übersichtlichkeit der Tabelle 20 wurde an dieser Stelle auf die Abbildung verzichtet. Wie zu erwarten war, sind unter den Diensten mit einer unterdurchschnittlichen Attraktivität, Rang 30 bis 51, überdurchschnittlich oft Dienste der
Anwendungsbereiche Gesundheit und private Haushalte zu finden sind. Die Auswertung der Hindernisse der Dienstrealisierung (Kapitel 4.4.6) wird dazu einen Erklärungsbeitrag leisten.
Die folgenden beiden Kapitel beschäftigen sich mit der Auswertung der Umfrageergebnisse zu den bereits angebotenen und geplanten Diensten. Hierbei ist interessant, inwieweit die zehn Dienste mit den höchsten Attraktivitätswerten bereits realisiert wurden oder dies für die nächsten zwei Jahre geplant ist.
4.4.3. Aktuelle Dienstrealisierung
Die folgende Tabelle 20 zeigt die Anzahl bereits realisierter Dienste (D. vorh.) in den Kommunen, die sich an der Umfrage beteiligt haben. Die Sortierung entspricht dem Rang (R.) der Häufigkeit der Realisierung. Bei gleicher Realisierungsanzahl erfolgt die Sortierung entsprechend der Attraktivität der Dienste (absteigend). Weiterhin sind die übergeordneten Anwendungsbereiche (Anw.-Bereich), die Werte für n, das arithmetische Mittel und der Median der Dienstattraktivität sowie der absolute und prozentuale Anteil (%) an Kommunen 161 , in denen der Dienst bereits vorhanden, ist angegeben.
161 Im Verhältnis zum Stichprobenumfang (50).
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
D. arithm. D.
R. Dienst Name Anw.-Bereich n Med.
Nr. Mittel vorh.
1 18 Mobiler Feuerwehr Support Sicherheit 48 5,54 6 21 42
2 4 Mobile Verwaltungsarbeit Bürger Verw. 49 4,82 5 18 36
3 24 Elektronische Bibliothekskarte Bildung 45 5,02 6 13 26
4 25 Mobile Bibliothek Bildung 46 4,67 5 10 20
5 17 Digitale Authentifizierung Sicherheit 48 5,13 5 8 16
6 46 Mob. Touristenführer/Stadtinformation Tourismus K. 46 4,59 4 7 14
6 5 Stadtinformationsdienst Bürger Verw. 49 4,49 5 7 14
7 6 Mobile Bezahlung Bürger Verw. 49 4,45 5 6 12
8 45 Sensorgestützter Netzbetrieb Infrastruktur 40 4,58 5 5 10
8 8 Mobile Bürgerdienste Bürger Verw. 49 4,24 4 5 10
9 10 Intelligente Gebäudesteuerung Umwelt 49 4,78 5 4 8
9 19 Mobiler Polizei Support Sicherheit 41 4,73 5 4 8
9 39 Mobile Bezahlung von ÖPVN-Tickets Verkehr 43 4,47 5 4 8
9 41 Parkleitdienst Verkehr 44 4,45 5 4 8
9 7 Drahtloser Dokumenttransfer Bürger Verw. 49 4,27 4 4 8
9 36 Intellig. Transportkoordinationssystem Verkehr 43 4,23 4 4 8
9 3 Mobile Demokratie Bürger Verw. 49 3,86 4 4 8
10 57 Drahtloser Breitband-Internetzugang Private Haush. 42 4,83 6 3 6
10 44 Intelligente Objektverwaltung Infrastruktur 44 4,14 4 3 6
10 52 Informationskioske Tourismus K. 46 4,04 4 3 6
10 1 Mobiles Vorschlagswesen Bürger Verw. 49 3,88 4 3 6
10 42 Carsharing Verkehr 41 3,68 4 3 6
10 43 Mitfahrangebotsbörse Verkehr 41 3,68 4 3 6
10 16 Öffentliche Videoüberwachung Sicherheit 47 3,34 4 3 6
11 53 Mobiles Ticketbuchungssystem Tourismus K. 42 4,40 5 2 4
11 21 Sicherheitswarndienst Sicherheit 44 4,20 4 2 4
11 35 Sensorgestützte Fahrgastinformation Verkehr 41 4,17 4 2 4
11 23 Elektr. Schüler- und Studierendenkarte Bildung 42 3,86 4 2 4
11 20 Personenortung Sicherheit 43 3,37 3 2 4
12 12 Luftverschmutzungs-Informationssystem Umwelt 46 4,57 5 1 2
12 13 Wasserverschmutzungs-Informationssys. Umwelt 46 4,26 5 1 2
12 37 Intelli. Verkehrswegeplanung / Wartung Verkehr 42 4,02 4 1 2
12 38 Dyn. Routenplanung f. Transportdienste Verkehr 41 4,02 4 1 2
12 48 Museumsführer Tourismus K. 44 3,86 4 1 2
12 47 Mobiles Stadtgedächtnis Tourismus K. 43 3,65 4 1 2
12 27 Mediziner Informationsdienst Gesundheit 38 3,63 4 1 2
12 11 Intelligente Müllentsorgung Umwelt 47 3,53 4 1 2
12 33 Gesundheitsdokumenttransfer Gesundheit 37 3,35 3 1 2
12 22 Bildungsinformationssystem Bildung 47 3,11 3 1 2
13 15 Ortsbezogener Notruf Sicherheit 47 4,49 5 0
13 9 Intelligente Straßenbeleuchtung Umwelt 48 4,46 5 0
13 14 Lärmbelastungs-Informationssystem Umwelt 46 4,37 5 0
13 32 Barriere freie Navigation Gesundheit 43 4,16 5 0
13 49 Besichtigungsempfehlungssystem Tourismus K. 43 4,07 4 0
98/151
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
Tabelle 20: Übersicht Realisierungsstand der Dienste
Die Untersuchung der bereits realisierten Dienste zeigt, dass 39 der untersuchten 60 Dienste bereits einmal oder öfters in deutschen Kommunen realisiert wurde. Wird die Rangordnung der Dienstrealisierung mit der Attraktivität verglichen, ergeben sich nur leichte Unterschiede. Die zehn Dienste mit der höchsten Attraktivitätseinschätzung aus der Tabelle 19 sind alle im Bereich von Rang eins bis zehn zu finden. Die zehn am häufigsten realisierten Diensten (alle Dienste bis Rang acht) gehören zu den folgenden Anwendungsbereichen Bürger und Verwaltung (4), Bildung (2), Sicherheit (2), Tourismus und Kultur (1) und Infrastruktur (1). Dienste der zwei Anwendungsbereiche mit der schlechtesten Attraktivitätseinschätzung (Gesundheit, private Haushalte) sind unter den ersten neun Rängen nicht vertreten.
Auffällig ist der Dienst Mobile Bürgerdienste. Dieser ist verhältnismäßig häufig realisiert worden (Rang 8), obwohl er in der Attraktivitätsreihenfolge nur den Rang 21 einnimmt. Wird die Häufigkeitsverteilung der Attraktivitätseinschätzung 162 des Dienstes zur näheren Betrachtung herangezogen, ist das uneinheitliche Antwortverhalten für den Dienst auffällig. Es liegt eine mehrgipflige Verteilung vor, die Häufungen der Messwerte bei den guten Bewertungen, den mittleren und schlechten besitzt. Der Dienst ist also für einige Kommunen sehr und für andere wiederum nur mittelmäßig oder nicht attraktiv. Dies leistet einen Erklärungsbeitrag für die verhältnismäßig hohe Anzahl an Realisierungen bei einer eher
162 Die detaillierte Attraktivitätseinschätzung der Dienste ist im Anhang dieser Arbeit zu
finden.
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
mittelmäßigen Attraktivität des Dienstes. Unter den noch nicht realisierten Diensten sind einige zu finden deren Attraktivität verhältnismäßig hoch eingeschätzt wurde. Zum Beispiel die Dienste ortsbezogener Notruf (4,49; Rang 12), Intelligente Straßenbeleuchtung (4,46; Rang 14) und Lärmbelastungs-Informationssystem (4,37; Rang 18). Das folgende Kapitel wird zeigen, ob einige dieser Dienste für die Umsetzung in den nächsten zwei Jahren vorgesehen sind und die nicht vorhandene aktuelle Realisierung auf andere Faktoren, wie z.B. auf eine noch fehlende technische Realisierbarkeit, zurückzuführen ist.
4.4.4. Dienstrealisierung geplant (nächste zwei Jahre)
Die Ergebnisse der Untersuchung der in den nächsten zwei Jahren geplanten Dienste (D. gepl.) zeigt die folgende Tabelle 21. Die Anordnung der Spalten entspricht der vorangegangenen Tabelle 20. Interessant ist die Betrachtung der geplanten Dienste unter Berücksichtigung der Anzahl der Dienstrealisierungen und dem arithmetischen Mittel der Attraktivität.
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
7 3 Mobile Demokratie Bürger Verw. 49 3,86 4 3 6
7 48 Museumsführer Tourismus K. 44 3,86 4 3 6
8 36 Intellig. Transportkoordinationssystem Verkehr 43 4,23 4 2 4
8 49 Besichtigungsempfehlungssystem Tourismus K. 43 4,07 4 2 4
8 47 Mobiles Stadtgedächtnis Tourismus K. 43 3,65 4 2 4
8 26 m-Kindergarten Bildung 47 3,53 4 2 4
8 22 Bildungsinformationssystem Bildung 47 3,11 3 2 4
8 2 Mobile Wahl Bürger Verw. 49 3,08 3 2 4
9 39 Mobile Bezahlung von ÖPVN-Tickets Verkehr 43 4,47 5 1 2
9 21 Sicherheitswarndienst Sicherheit 44 4,20 4 1 2
9 44 Intelligente Objektverwaltung Infrastruktur 44 4,14 4 1 2
9 42 Carsharing Verkehr 41 3,68 4 1 2
9 43 Mitfahrangebotsbörse Verkehr 41 3,68 4 1 2
9 27 Mediziner Informationsdienst Gesundheit 38 3,63 4 1 2
9 11 Intelligente Müllentsorgung Umwelt 47 3,53 4 1 2
9 28 Patienteninformationsdienst Gesundheit 38 3,50 4 1 2
9 60 Mobile Soziale Netzwerke Private Haush. 40 3,35 3 1 2
9 16 Öffentliche Videoüberwachung Sicherheit 47 3,34 4 1 2
9 51 2D-Code Informationsdienst Tourismus K. 41 3,29 4 1 2
10 19 Mobiler Polizei Support Sicherheit 41 4,73 5 0
10 45 Sensorgestützter Netzbetrieb Infrastruktur 40 4,58 5 0
10 37 Intelli. Verkehrswegeplanung / Wartung Verkehr 42 4,02 4 0
10 38 Dyn. Routenplanung f. Transportdienste Verkehr 41 4,02 4 0
10 59 Mobile Seniorendienste Private Haush. 42 3,88 4 0
10 23 Elektr. Schüler- und Studierendenkarte Bildung 42 3,86 4 0
10 31 Mobile Telemedizindienste Gesundheit 38 3,76 4 0
10 54 Vernetzte Wohnwelt Private Haush. 42 3,64 4 0
10 34 Spenderinformationsdienst Gesundheit 38 3,61 4 0
10 58 Mobile Nachbarschaftshilfe Private Haush. 41 3,59 3 0
10 30 Mobile Pflegedienstverwaltung Gesundheit 37 3,51 4 0
10 20 Personenortung Sicherheit 43 3,37 3 0
10 33 Gesundheitsdokumenttransfer Gesundheit 37 3,35 3 0
10 29 Angehörigeninformationsdienst Gesundheit 38 3,26 3 0
10 40 Maut-/Nutzungsgebührenabrechnung Verkehr 38 3,11 3 0
10 55 Gemeinschaftseinkauf Private Haush. 41 3,07 3 0
10 50 Mobiles Fernsehen Tourismus K. 40 2,93 3 0
10 56 Haustierortung Private Haush. 40 2,90 3 0
Tabelle 21: Übersicht der geplanten Dienste (in den nächsten zwei Jahren)
Die Ergebnisse der Untersuchung zeigen, dass in den nächsten Jahren mit einem
zunehmenden Angebot an drahtlosen Kommunikationsdiensten zu rechnen ist. Die
Kommunen planen das bereits existierende Angebot von insgesamt 169 Diensten 163
163 Summe der Dienste die in den teilnehmenden Kommunen gezählt wurden. Bestimmte
Dienste sind in mehreren Kommunen bereits realisiert und wurden mehrfach gezählt.
101/151
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
weiter auszubauen und vor allem durch attraktive und verhältnismäßig wenig realisierte Dienste zu ergänzen. In den nächsten zwei Jahren ist Umsetzung von weiteren 134 164 Diensten geplant. Das bestehende Angebot wird dadurch um 79,3 Prozent erhöht. Dies bestätigt die Ergebnisse Attraktivitätseinschätzung der Dienste für die Kommunen. Am häufigsten sollen digitale Authentifizierung (10 mal), mobile Bezahlung (8) und drahtloser Dokumenttransfer (7) realisiert werden. Hierbei ist interessant, dass mobile Bezahlung (Rang 16) und drahtloser Dokumenttransfer (Rang 20) eher im Mittelfeld der überdurchschnittlich attraktiv bewerteten Dienste liegen. Jedoch ist mit acht, sechs und vier bereits realisierten Diensten noch viel Potenzial für den Ausbau des Angebots in weiteren Kommunen vorhanden. Die acht am häufigsten geplanten Dienste (bis Rang 5) entstammen den folgenden Anwendungsbereichen: Bürger und Verwaltung (4), Sicherheit (2), Bildung (1) und Umwelt (1). Die nachfolgenden Ränge sechs, sieben und acht liegen mit vier, drei und zwei geplanten Diensten sehr eng beieinander und beinhalten insgesamt 23 Dienste. Das zeigt, dass sehr viele unterschiedliche Dienste geplant sind und die Anwendungsmöglichkeiten der Technologien in vielfältiger Weise genutzt werden. Eine weitere interessante Beobachtung ist, dass für die Dienste sensorgestützter Netzbetrieb und mobiler Polizei Support keine weiteren Realisierungen durch Kommunen geplant sind, obwohl diese eine hohe Attraktivitätseinschätzung erhalten haben und bisher nur fünf bzw. vier Mal realisiert wurden. Die Gründe dafür sind vermutlich unter den Hindernissen der Dienstrealisierung (Kapitel 4.4.6) zu suchen.
Zu den 39 bereits angebotenen Diensten, die unterschiedlich häufig in den Kommunen anzutreffen sind, werden in den nächsten zwei Jahren zehn weitere hinzukommen. Diese sind in der Tabelle 22 aufgeführt und nach der Anzahl der geplanten Realisierung (D. geplant) sortiert. Die Tabelle zeigt weiterhin die Anzahl der Werte n, die Häufigkeitsverteilung der Messwerte über die Attraktivitätsskala, das arithmetische Mittel (ari. Mittel) und den Median (Med.).
164 Zählung erfolgte analog der vorangegangenen Fußnote.
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
Tabelle 22: Nicht vorhandene und in den nächsten 2 Jahren geplante Dienste
Die Attraktivität dieser bisher noch nicht angebotenen Dienste bewegt sich in einem Bereich von 3,08 (Rang 48 der Dienstattraktivitätstabelle 20) bis 4,49 (Rang 12). Die am häufigsten geplanten Dienste dieser Gruppe weisen auch die höchste Attraktivitätsbewertung auf. Wird die Verteilung der einzelnen Bewertungen der Attraktivität (eins bis sieben) betrachtet fällt auf, dass alle Dienste auch mit den Attraktivitätsstufen sechs oder sieben bewertet wurden. Es gibt demnach immer eine gewisse Anzahl an Kommunen, für die die Dienste eine weit überdurchschnittliche Attraktivität besitzen. Vermutlich wird die Realisierung der Dienste in Kommunen geplant, für die diese eine hohe Attraktivität besitzen auf Grund bestimmter kommunaler Einflussfaktoren. Diese könnten z.B. ein besonderer Nutzen aus der Realisierung oder das Einnehmen einer Vorreiterrolle sein. Bemerkenswert ist die Planung des Dienstes Mobile Wahl durch zwei Kommunen, obwohl dieser nur auf den viertletzten Rang (48) der Attraktivitätsbewertung liegt.
Die Anzahl der nicht geplanten und nicht realisierten Dienste des untersuchten Dienstportfolios beläuft sich auf 11. Gründe dafür könnten darin liegen, dass die Anwendungsszenarien noch zu visionär sind, der Nutzen und/oder Bedarf nicht gesichert ermittelt werden kann, andere Dienste eine höhere Priorität besitzen oder Hindernisse der Realisierung im Wege stehen. Die folgende Tabelle 23 zeigt diese Gruppe von Diensten.
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
Tabelle 23: Nicht geplanten und nicht realisierte Diensten des Dienstportfolios
Die Dienste sind alle unterdurchschnittlich attraktiv, liegen in einem Attraktivitätsbereich von 2,90 bis 3,88 und weisen kaum Bewertungen der Stufe sieben der Attraktivitätsskala auf. Sie gehören zu den Anwendungsbereichen private Haushalte (5), Gesundheit (4), Tourismus und Kultur (1) und Verkehr (1). Das gehäufte Auftreten von Diensten der Anwendungsbereiche private Haushalte und Gesundheit ist die logische Konsequenz der verhältnismäßig schlechten Einschätzung des Nutzenpotenzials in der Tabelle 18. Im Kapitel 4.4.6 und 4.4.7 erfolgt die Auswertung der Daten der untersuchten Treiber und Hindernisse. Diese können auf einen Zusammenhang zu den Ergebnissen der Dienste in Tabelle 23 hin betrachtet werden, was einen Erklärungsbeitrag für die Gründe der Nichtrealisierung leistet.
4.4.5. Dienstrealisierung und Planung in den Kommunen
Die für die teilnehmenden Kommunen geplanten und bereits realisierten Dienste gliedern sich folgendermaßen aus. 37 Kommunen verfügen über mindestens einen der vorgestellten Dienste. Sechs Kommunen, die aktuell über keine Dienste verfügen, planen in den nächsten zwei Jahren mindestens einen der vorgestellten Dienste zu realisieren. Im Durchschnitt (Median) verfügen die Kommunen bereits über drei Dienste und planen in den nächsten zwei Jahren zwei weitere zu realisieren. Nur sieben (14 Prozent) Kommunen haben bisher keine Dienste realisiert und planen dies auch nicht für die nächsten 2 Jahre.
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
Die beiden folgenden Abbildungen 27 und 28 zeigen das Verhältnis der Einwohner der Kommunen zu den bereits angebotenen und für die nächsten zwei Jahre geplanten Diensten.
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
In beiden Abbildungen lässt sich keine klare Abhängigkeit zwischen der Einwohnerzahl und den bereits realisierten bzw. geplanten Diensten erkennen. Dies bestätigen auch die Korrelationskoeffizienten von 0,270 (im Vergleich Einwohnerzahl vs. angebotene Dienste Abbildung 27) und 0,447 (im Vergleich Einwohnerzahl vs. geplante Dienste Abbildung 28). Jedoch bieten alle Kommunen mit mehr als 250.000 Einwohnern bereits mindestens einen Dienst an. Von den 29 Kommunen mit einer Einwohnerzahl von 50.000 bis 100.000 (kleine Städte) verfügen 20 über bestehende Dienste. Fünf der neun Kommunen ohne aktuelles Angebot planen die Realisierung von mindestens einem Dienst in den nächsten zwei Jahren. Bei einer Einwohnerzahl von 100.001 bis 200.000 (mittlere Städte) verfügen acht von zehn Kommunen über Dienste. Keine der beiden Kommunen ohne bestehendes Angebot plant Dienste für die nächsten zwei Jahre. In der Gruppe der 11 Kommunen mit mehr als 200.000 Einwohnern (große Städte) verfügen neun über Dienste und eine der beiden Kommunen ohne bestehendes Angebot plant den Aufbau für die nächsten zwei Jahre. Wird die unterschiedliche Gruppenstärke berücksichtigt führt das zu der Feststellung, dass 69 Prozent der kleinen, 80 Prozent der mittleren und 82 Prozent der großen Kommunen bereits Dienste anbieten. Wird das Dienstangebot wie geplant in den nächsten zwei Jahren ausgebaut, würde 86 Prozent der kleinen, 80 Prozent der mittleren und 91 Prozent der großen Kommunen über mindestens einen Dienst verfügen. Die Tabelle 24 veranschaulicht diese Ergebnisse.
Tabelle 24: Umsetzungsstand und Planung drahtloser Kommunikationsdienste
Die Treiber, Hindernisse und Ziele der Dienstrealisierung werden in den folgenden Kapiteln ausgewertet.
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
4.4.6. Motivationsfaktoren für die Diensteinführung (Treiber)
Die Einschätzung des fördernden, treibenden Einflusses einer Auswahl potenzieller Motivationsfaktoren für die Realisierung der Dienste zeigt die folgende Tabelle 25. Die Rangordnung (R.) spiegelt die Sortierung entsprechend dem arithmetischen Mittel der Einschätzungen des fördernden Einfluss der Auswahl an Treibern wieder. Der Median (Me.) gibt Aufschluss über den Mittleren Wert der Verteilung und die Standartabweichung (Sta.) repräsentiert die Streuung um das arithmetische Mittel. Weiterhin liefert die Tabelle eine Aufschlüsselung der Verteilung der Werte auf die sieben Einflussklassen, die den Bereich kein Einfluss (1) bis sehr hoher Einfluss (7) abdecken.
In der Befragung wurde die Auswahl der Treiber um einen weiteren, vorhandene Finanzmittel, durch einen Teilnehmer ergänzt. Dieser wurde in der Studienplanung als Hindernis (finanzielle Situation der Kommune) eingestuft und zur Vermeidung
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
einer doppelten Aufführung nicht in die Liste der Treiber aufgenommen. Es kann aber davon ausgegangen werden, dass dieser essenziell wichtige Faktor, ohne den eine Dienstrealisierung nicht möglich ist, wahrscheinlich den mit Abstand größten Einfluss auf die Dienstrealisierung hat. Dies unterstützen der erste Rang in der Einschätzung der Hindernisse (Kapitel 4.4.6) und der dort erzielte hohe Wert des arithmetischen Mittels von 5,90. Da keine weiteren Vorschläge zur Ergänzung der Treiberliste gemacht wurden, kann von einer umfassenden Zusammenstellung ausgegangen werden.
Die Werte des arithmetischen Mittels der Treiber zeigen, dass sich alle untersuchten Faktoren in einem Einflussbereich von 3,73 bis 5,08 befinden. Sie liegen sehr dicht beieinander und nur zwei Einflussfaktoren haben einen unterdurchschnittlichen Wert für das arithmetische Mittel des fördernden Einflusses. Alle anderen untersuchten Treiber besitzen einen überdurchschnittlichen Einfluss auf die Realisierung drahtloser Kommunikationsdienste in den untersuchten Kommunen. Jedoch ist zu bemerken, dass keiner der Faktoren im hohen (6) bis sehr hohen (7) Einflussbereich liegt. Das zeigt, dass unter den untersuchten Faktoren keiner einen außerordentlich hohen (zwingenden) Einfluss auf die Realisierung von Diensten ausübt. Die Betrachtung der zehn Treiber mit dem höchsten Einfluss erfolgt bis Rang 9 und liefert das folgende Ergebnis. Der am höchsten bewertet Faktor ist die kommunale Wirtschaftsförderung (arithm. Mittel 5,08). Diese kann sowohl durch die Umsetzung der Dienste durch kommunale angesiedelte Unternehmen (z.B. IT-Unternehmen oder kommunale Rechenzentren) als auch durch die Unterstützung angesiedelter Unternehmen durch die Dienste erreicht werden und die Attraktivität der Kommune für Unternehmen steigern. Die folgenden zwei Faktoren mit dem nächst höchstem Einfluss auf die Realisierung sind das Vorhandensein eines elektronischen Verwaltungsprozesses (Rang 2; arith. Mittel 4,98) sowie ein allgemeines Nutzenpotenzial (Rang 3; 4,92) d.h. ein Nutzen ist sowohl für die Anwender als auch für die Kommune vorhanden. Auf Rang vier folgt das Vorhandensein einer IT-Strategie (4,87) in den Kommunen. Dies zeigt die Wichtigkeit des bereits im Kapitel 4.3.1 untersuchten Merkmals der Kommunen. Eine mögliche Erklärung ist die stärkere Wahrnehmung von IT, und somit auch der drahtlosen Kommunikationsdienste als Werkzeug zur Umsetzung der
verwaltungspolitischen Ziele. Aber auch eine vorhandene Dienstleistungsstrategie (Rang 6; 4,55) hat einen überdurchschnittlichen Einfluss auf die Realisierung der
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
Dienste und geht meistens mit der Analyse des Bedarfs 165 (Rang 5; 4,74) einher. Auf Rang 7 folgt der Treiber finanzielle Anreize (4,52) die durch Fördermittel geschaffen werden können oder in Form von Effizienz- bzw. Effektivitätssteigerung die dem Zwang zum Sparen gerecht werden. Auch ein effektives Entscheidungsgremium (Rang 8; 4,47) unterstützt die Dienstrealisierung in den Kommunen. Auf Rang 9 schließen sich Kosten- und Risikominimierung (4,36) und ein konstanter politischer Wille (ebenfalls 4,36) an. Zu den folgenden, noch überdurchschnittlich einflussreich eingeschätzten Treiberfaktoren gibt es eine Lücke von 0,20 im Wert des arithmetischen Mittels. Die Einschätzungen des Einflusses dieser Gruppe (Rang 10 bis 13) befinden sich in einem Einflussbereich von 4,04 bis 4,16.
Auf den letzten drei Plätzen befinden sich die Faktoren Projektpartnerschaft in der Projektentwicklung (Platz 13), die Nutzbarkeit von themenspezifischen Netzwerken (Platz 14) und die Projektpartnerschaft auf dem Gebiet der Infrastruktur- und/oder Dienstrealisierung (Platz 15). Diese spielen eher eine untergeordnete Rolle, besitzen aber immer noch einen nur leicht unterdurchschnittlichen Einfluss 166 . Diese eher umsetzungsorientierten Faktoren ordnen sich von ihrem Rang den strategischen und nutzenorientierten Treibern unter. Werden die ersten Ränge der Treiberhierarchie betrachtet, wird erkenntlich, warum der Anwendungsbereich Private Haushalte 167 aus kommunaler Sicht wenig attraktiv für die Realisierung von drahtlosen Kommunikationsdiensten durch die Kommunen ist. Beispielhafte Gründe dafür sind, dass der Nutzen stärker auf der Seite der privaten Haushalte liegt, die Kommunen eher die falschen Dienstleister zur Deckung des Bedarfs sind, die Wirtschaftsförderung eher gering aus fällt und elektronische Verwaltungsprozesse können und brauchen nicht unterstützt zu werden.
Die Standartabweichung der Werte der einzelnen Treiber vom arithmetischen Mittel gibt Aufschluss über die Streuung der Bewertungen im untersuchten Einflussbereich. So ist die Streuung der Werte für den Faktor allgemeines Nutzenpotenzial mit 1,5 deutlich höher als für den Faktor elektronische Verwaltungsprozesse mit 1,2. Bei letzterem liegen die Werte dichter um das
165 Dies zeigt z.B. die Analyse der Anforderungen an die zukünftigen Verwaltungsdienste der
Stadt Berlin in Grabow u.a. (2009, S. 39).
166 Der unterdurchschnittliche Einfluss bezieht sich nur auf die Treiberränge 14 (arithmetisches Mittel 3,74) und 15 (arithmetisches Mittel 3,73).
167 Zum Vergleich können die Dienste in Tabelle 23 betrachtet werden.
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
arithmetische Mittel, was auf eine einheitlichere Beurteilung des Faktors durch die Kommunen hinweist und sich durch die Betrachtung der Häufigkeitsverteilung bestätigt. Das nächste Kapitel präsentiert das Gegenstück zu den Treibern der Diensteinführung, die Ergebnisse der untersuchten Hindernisse.
4.4.7. Hindernisse der Diensteinführung (Barrieren)
Die Tabelle 26, mit den nach dem arithmetischen Mittel sortierten Hindernis-Faktoren, ist analog der vorangegangenen Tabelle der Treiber aufgebaut. Sie liefert eine Übersicht der Auswertungsergebnisse der hinderlichen Faktoren der Realisierung der Dienste.
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
Tabelle 26: Hindernisse der Dienstrealisierung
Die Liste der Hindernisse, die der Realisierung der Dienste entgegen stehen, wurde durch die Teilnehmer der Befragung nicht weiter ergänzt. So kann auch hier von einer umfassenden Auswahl an Hindernissen ausgegangen werden. Alle untersuchten Faktoren sind relevant und befinden sich in einem Bereich des Einflusses (arithmetisches Mittel) von 3,62 bis 5,90 entsprechend der verwendeten Skala. Sie leisten einen Erklärungsbeitrag, warum die vorgestellten Dienste in der Attraktivitätseinschätzung generell keine höheren Attraktivitätswerte als 5,54 erzielen konnten. Der negative Einfluss auf die Dienstrealisierung wird mit Werten von bis zu 5,90 deutlich höher bewertet als der höchste förderliche Einfluss eines Treibers von 5,08. Dies ist ein Grund, warum in deutschen Kommunen noch nicht mehr Dienste umgesetzt wurden. Die hinderlichen Faktoren haben einen größeren Einfluss als die Treiber.
Die Auswertung der Daten der Hindernisfaktoren führt zu den folgenden zehn größten Hindernissen der Dienstrealisierung. Den höchsten negativen Einfluss hat die finanzielle Situation der Kommunen (Rang 1; 5,90). Darauf folgt das Investitions- und Refinanzierungsrisiko (Rang 2; 5,70) und unerwartete finanzielle Hürden (Rang 3; 5,63) der Kommunen. Alle drei Faktoren gehören zu der Gruppe der Finanzrisiken. Dies bestätigt die allgemein bekannte überwiegend schlechte finanzielle Situation der deutschen Kommunen. Sollte von einer übergeordneten Ebene (Bund, Land) ein stärkerer Ausbau des Dienstangebotes gewünscht werden, müssen vor allem diese Hindernisse mit geeigneten Mitteln abgebaut werden, speziell wenn Dienste realisiert werden sollen, die sich nicht refinanzieren, also über eine mangelnde Wirtschaftlichkeit verfügen. Da die mangelnde Wirtschaftlichkeit (Rang 4; 5,44) ein weiteres bedeutendes Hindernis darstellt, ist es nicht erstaunlich
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
wenn vermehrt wirtschaftlich tragfähige Dienste umgesetzt werden. Wirtschaftlich unrentable Dienste, die vielleicht über ein höheres Nutzenpotenzial für die Bürger verfügen, werden eher selten realisiert. Dies leistet einen Erklärungsbeitrag, warum aus dem Anwendungsbereich Gesundheit nur zwei von acht Diensten (jeweils einmal) realisiert wurden und die Attraktivität verhältnismäßig gering eingeschätzt wurde. Auch der Faktor mangelnde Priorität (Rang 7; 5,10) hängt in einem gewissen Maß von der finanziellen Situation der Kommunen ab. Dies ist der Fall, wenn die Lösung andere Probleme mit den beschränkten kommunalen Finanzmitteln höher priorisiert wird. Eine weitere Gruppe von Hindernissen basiert auf den Endnutzerfaktoren mangelndes Endnutzervertrauen in Sicherheit- und Datenschutz (Rang 5; 5,32), geringe Endnutzerakzeptanz (Rang 6; 5,24) und Unvereinbarkeit von Nutzerakzeptanz, technischer Machbarkeit und
Wirtschaftlichkeit (Rang 9; 4,81). Diese Faktoren spiegeln die Barrieren der Akzeptanz und Nutzung neuartiger Technologien wider sowie die in Deutschland ausgeprägte kritische Haltung gegenüber Sicherheits- und Datenschutzaspekten. Mit der Weiterentwicklung der zugrundeliegenden Technologien, der zunehmenden Verbreitung und Nutzung drahtloser Kommunikationsdienste im privaten sowie öffentlichen Raum und der Umsetzung von transparenten Sicherheitsstandards werden diese jedoch an Einflusskraft verlieren. 168 Zwei weitere Hindernisse aus der Gruppe der zehn größten negativen Einflussfaktoren auf die Dienstrealisierung stellen Interessensgruppenkonflikte (Rang 8; 4,92) und die mangelnde Marktorientierung (Rang 10; 4,80) dar. Die mangelnde Marktorientierung lässt sich durch repräsentative Befragungen der Nutzergruppen der Dienste hinsichtlich des Bedarfs, der Attraktivität und der Nutzungsbereitschaft von potenziellen Diensten beseitigen. 169 Die drei Faktoren mit dem geringsten negativen Einfluss auf die Dienstrealisierung sind: mangelndes technisches Know How (Rang 23; 3,86), Konkurrenz von privaten Dienstanbietern (Rang 24; 3,70) und wechselnde lokalpolitische Verhältnisse (Rang 25; 3,62).
Wird die Verteilung der Antworten auf die verschiedenen Werte der Skala der einzelnen Hindernisse betrachtet, zeigen sich die Unterschiede in der Einschätzung durch die Teilnehmer. Die Messwerte das Investitions- und Refinanzierungsrisiko (Rang 2) verteilen sich recht eng um den Skalenwert 6. Dadurch liegt eine
168 Vgl. dazu Trimi / Sheng (2008, S. 58).
169 Eine Studie aus Belgien liefert dazu erste internationale Ergebnisse. Vgl. Pierson u.a.
(2008).
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
eingipflige Verteilung 170 der Häufigkeit der gemessenen Werte vor. Dies führt zu der geringen Standartabweichung der Messwerte vom arithmetischen Mittel. Das bedeutet, dass die Einschätzungen der Teilnehmer sehr dicht beieinanderliegen und eine klare Tendenz zum Skalenwert sechs aufweisen. Das zeigt sich auch in dem Wert des Median. Im Vergleich dazu weist die Verteilung des Merkmals mangelndes technisches Know How (Rang 23) eine mehrgipflige Verteilung der Häufigkeit der Messwerte auf. Die Skalenwerte zwei, vier und sechs treten häufiger auf. Die Messwerte verteilen sich über einen breiteren Bereich, so dass eine klare Tendenz für dieses Hindernis nicht erkenntlich ist und die Aussagekraft des Wertes des arithmetischen Mittels geringer ausfällt als bei dem zuvor betrachteten Hindernis. Dies ist auch in dem höheren Wert der Standartabweichung von 1,8 zu erkennen. So schätzen 30 Prozent der Teilnehmer den hinderlichen Einfluss mit kein Einfluss (1) und sehr geringer Einfluss (2) ein, wohingegen 28 Prozent ihn als sehr hoher Einfluss (7) und hoher Einfluss (6) einschätzen. Dies muss bei der Betrachtung und Interpretation der Ergebnisse analog für alle entsprechenden Merkmale berücksichtigt werden. Die im folgenden Kapitel untersuchten Ziele hängen mit den Treibern und Hindernissen der Dienstrealisierung eng zusammen.
4.4.8. Übergeordnete Ziele der Diensteinführung
Die Tabelle 27, mit den Ergebnissen der Untersuchung der übergeordneten Ziele der Diensteinführung, folgt in ihrem Aufbau und der Interpretation der Werte ebenfalls den beiden vorangegangenen Tabellen. Der einzige Unterschied besteht darin, dass die Ziele mit Hilfe der Mess-Skala des Bereichs völlig unwichtig (1) bis sehr wichtig (7) eingeschätzt wurden.
Tabelle 27: Übergeordnete Ziele der Diensteinführung
170 Die Grundlagen der Verteilungsformen sind allgemein bekannt und werden deshalb in dieser Arbeit nicht weiter erläutert. Dazu wird auf weiterführende Literatur, z.B. Kromrey (2009, S.411), verwiesen.
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
Die einzelnen Messwerte der Wichtigkeit der mit der Realisierung drahtloser Kommunikationsdienste verfolgten Ziele bewegen sich in einem Skalenbereich von völlig unwichtig (1) bis sehr wichtig(7), wobei die niedrigen Skalenwerte eins und zwei selten gemessen wurden. Alle übergeordneten Ziele wurden als überdurchschnittlich wichtig (entsprechend dem arithmetischen Mittel)
eingeschätzt, also mit einem Wert größer 4. Die Werte des arithmetischen Mittels befinden sich in einem vergleichsweise kleineren Bereich von 4,22 bis 5,62 in dem die Ziele der ersten drei Ränge sehr dicht zusammen liegen. Das sind die Ziele Effizienzsteigerung (Rang 1; 5,62), Wirtschaftsförderung (Rang 2; 5,54) und Attraktivitätssteigerung (Rang 3; 5,53). Dem schließen sich die Ränge vier bis sechs mit einer beträchtlich niedrigeren Einschätzung der Wichtigkeit an. Diese Ziele sind Ökologie, Klima- und Umweltschutz (Rang 4; 4,72), politische Partizipation steigern (Rang 5; 4,40) und Verbesserung der sozialen Situation (Rang 6; 4,22). Der Unterschied des arithmetischen Mittels der Wichtigkeit der Ziele zwischen Rang drei und Rang vier beträgt 0,81 und somit fast einen ganzen Skalenwert. Ziele, die letztendlich zu einer Verbesserung der finanziellen Situation der Kommune führen, besitzen demnach eine größere Wichtigkeit. Die logische Konsequenz daraus ist, dass im besonderen Maße die entsprechenden Dienste durch die Kommunen realisiert werden. Das zeigt auch die Auswertung der bereits realisierten und geplanten Dienste (Tabelle 20 und 21). Die Standartabweichung der Messwerte vom arithmetischen Mittel fällt verhältnismäßig gering aus und liegt in einem Bereich von 1,0 bis 1,3. Mehrgipflige Verteilungen sind für die Merkmale nicht vorhanden, so dass die Werte des arithmetischen Mittel eine stärkere Aussagekraft bezüglich des Bewertungstrends besitzen. Im Kapitel 5 - Diskussionwerden die Ergebnisse der Auswertung des Kapitels 4.4 aufgegriffen und weiter diskutiert. Im folgenden Kapitel 4.5 werden die Ergebnisse der Subgruppenanalyse ausgewertet. Dabei wird darauf eingegangen, inwieweit diese einen
Erklärungsbeitrag zur Ausprägung der Messwerte der Attraktivitätseinschätzung leisten.
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
4.5. Subgruppenanalyse der Attraktivitätseinschätzung
Mit Hilfe der Subgruppenanalyse wird dem Erkenntnisziel Nummer acht aus dem Kapitel 1.3 nachgegangen. Anhand der folgenden untersuchten Merkmale der Kommunen und Teilnehmer, deren Merkmalsausprägungen potenziell einen Einfluss auf das Antwortverhalten ausüben, wurden die Daten in Subgruppen aufgeteilt. Die entsprechenden Merkmale wurden bereits im Kapitel 3.3.3, 3.3.4 und 3.3.5 vorgestellt und im Kapitel 4.4.1, 4.4.2, 4.4.3 und 4.4.4 ausgewertet. Die Aufteilung in Subgruppen erfolgte entsprechend einer logischen Klassenbildung zur jeweiligen Merkmalsausprägung und ist in der Tabelle 28 aufgeführt. Es wurde versucht, möglichst gleich große Klassen zu bilden wenn dies die Merkmalsausprägungen zulassen.
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
Tabelle 28: Klassenbildung für die Subgruppenanalyse
Die Prüfung auf ein signifikant unterschiedliches Antwortverhalten zwischen den gebildeten Subgruppen bzgl. Der Attrativitätseinschätzung erfolgte mit Hilfe des Wilcoxon-Rangsummentests für die acht Dienste des Anwendungsbereiches Bürger-und Verwaltungsdienste.
Der Wilcoxon-Rangsummentest ist das nichtparametrische Gegenstück zum t-Test und ist ein Test zum nichtparametrischen Lokationsvergleich und somit für den Vergleich der Mediane zweier unabhängiger Zufallsgrößen geeignet. Dazu werden zwei unabhängige Stichproben, die jeweils n und m Datenwerte liefern, betrachtet. Die x 1 ,…,x n sind Realisationen der Zufallsgröße X und die y 1 ,…,y m sind Realisationen der Zufallsgröße Y. X und Y besitzen stetige Verteilungsfunktionen. Der Test geht von dem Grundgedanken aus, dass bei Gültigkeit von H0: Median(x)=Median(y) versus H1:Median( x)≠Median(y) die in der Stichprobe gefundenen Werte keine Tendenz zu höheren oder kleineren Werten zeigen. Wenn der p-Wert kleiner 0,05 ist wird H0 abgelehnt und H1 angenommen. Für eine detaillierte Herleitung und eine genaue Beschreibung der Durchführung des Tests siehe Büning / Trenkler (1994, S. 131).
Der Anwendungsbereich Bürger- und Verwaltungsdienste wurde stellvertretend für alle 60 Dienstszenarien gewählt. Er verfügt über eine verhältnismäßig hohe Zahl von Diensten (8), die durch die Teilnehmer am häufigsten bewertet wurden (n = 49 Antworten für alle acht Dienste). Dadurch kann die Subgruppenbildung aus der Menge von 49 Datensätzen vorgenommen werden. Mit den Ergebnissen des Wilcoxon-Rangsummentests beschäftigt sich der folgende Abschnitt.
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
Ergebnisse der Subgruppenanalyse der Teilnehmermerkmale
Für die Teilnehmermerkmale Alter und Position in der Verwaltungshierarchie ergab der Wilcoxon-Rangsummentest kein signifikant unterschiedliches Antwortverhalten zwischen den jeweiligen Subgruppen bezüglich der Attraktivitätseinschätzung aller untersuchten acht Dienste. Die ausführlichen Ergebnisse zu allen untersuchten Merkmalen sind im Anhang der Arbeit im Kapitel A.2 aufgeführt. Für die Merkmale Innovationstyp und Informationsgrad Technologien und Dienst ergaben sich die in der Tabelle 29 aufgeführten signifikanten Unterschiede im Antwortverhalten zwischen den jeweiligen untersuchten Gruppen. Signifikant sind alle Vergleiche mit einem p-Wert von unter 0,05. Die Tabelle zeigt für das jeweils untersuchte Merkmal die zugehörigen Dienste (Dienst Nr.), für die die Attraktivitätseinschätzungen der verglichenen Subgruppen (Vergleichsgruppe A und Vergleichsgruppe B) signifikant unterschiedlich sind. Dabei gibt die Anzahl (n) in A und die Anzahl (n) in B die jeweilige Gruppenstärke an. Die Spalte Vergleich zeigt die Art des Unterschiedes in der Attraktivitätseinschätzung zwischen den beiden Subgruppen.
Subgruppen der Teilnehmermerkmale
Die Gruppe 1 (Innovatoren und frühzeitige Akzeptanz) des Merkmals Innovationstyp bewertet den Dienst Nr. 3 (mobile Demokratie) des Anwendungsbereiches Bürger- und Verwaltungsdienste signifikant besser als die Gruppe 3 (späte Mehrheit, Nachzügler). Weiterhin wird der Dienst Nr. 5 (Stadtinformationsdienst) durch die Subgruppen zu dem gleichen
Anwendungsbereich von der Gruppe 1 signifikant besser bewertet als von der Gruppe 2 (frühe Mehrheit). Für alle weiteren untersuchten Dienste zu dem Merkmal ergeben sich keine signifikanten Unterschiede in der Attraktivitätseinschätzung zwischen den untersuchten Gruppen. Die ermittelten Unterschiede für die Dienste treten nicht zwischen den gleichen Subgruppen auf. Es lässt sich jedoch logisch nachvollziehen, dass die Attraktivität der Dienste von der Teilnehmergruppe mit
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
einer frühzeitigen Innovationsakzeptanz und Innovationsannahme (Gruppe 1) in beiden Fällen höher eingeschätzt wird. Somit bleibt festzuhalten: es gibt logisch nachvollziehbare Unterschiede in der Bewertung, diese treten nur in zwei der untersuchten 24 Fälle 171 signifikant auf und sie treten nicht zwischen den gleichen Vergleichsgruppen auf. Sie folgen der logischen Struktur, dass die Gruppe 1 die Dienste attraktiver einschätzt als die Gruppen 2 und 3. Eine allgemeine Aussage kann auf Grund der zwei Fälle jedoch nicht getroffen werden.
Für das Merkmal Informationsgrad Technologie und Dienste zeigt sich nur für den Dienst Nr. 4 zwischen zwei Subgruppen (Gruppe 2 und Gruppe 3) ein signifikant unterschiedliches Antwortverhalten in der Attraktivitätseinschätzung. Auch dieser signifikante Unterschied in der Attraktivitätsbewertung lässt sich logisch nachvollziehen. Gruppe 3, mit einem hohen Informationsgrad, bewertet in diesem Fall die Attraktivität des Dienstes Nr. 4 (mobile Verwaltungsarbeit) besser als die Gruppe 2 mit einem mittleren Informationsgrad. Auch dies deutet auf einen gewissen Einfluss der Ausprägung des Merkmals Informationsgrad Technologie und Dienste auf das Antwortverhalten hin, jedoch lassen sich auch hier keine allgemeinen Aussagen treffen.
Ergebnisse der Subgruppenanalyse der Merkmale der Kommunen
Für die Merkmale Einwohner der Kommune, Geographische Lage Ost/West, Geographische Lage Nord/Süd, IT-Mitarbeiter in der Planung, IT-Strategie vorhanden, Dienste vorhanden und Dienste geplante + vorhandene ergibt der Wilcoxon-Rangsummentest keine signifikanten Unterschiede im Antwortverhalten der Subgruppen. Die ermittelten Signifikanzen zeigt die Tabelle 30. Der Aufbau entspricht der Tabelle 29.
171 Die ausführlichen Ergebnisse des Wilcoxon-Rangsummentest aller untersuchten Merkmale zur Attraktivitätsbewertung der acht Dienste sind im Anhang dieser Arbeit (Kapitel VII -Anhang) zu finden.
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
Tabelle 30: Signifikante Unterschiede der Attraktivitätseinschätzung der Subgruppen der kommunalen Merkmale
Der ermittelte signifikante Unterschied im Antwortverhalten für das Merkmal relative IT-Ausgaben zwischen der Gruppe 2 (relative IT-Ausgaben des kommunalen Haushaltes von 0,6 bis unter 1 Prozent) und der Gruppe 4 (keine Angaben) soll aufgrund der geringen Gruppengröße der Gruppe 4 (n<5) nicht berücksichtigt werden.
Im Gegensatz dazu lässt sich die signifikant besser eingeschätzte Attraktivität des Dienstes Nr. 5 (Stadtinformationsdienst) durch die Gruppe 2 (IT-Strategie berücksichtigt E-/M-Government) im Vergleich zur Gruppe 1 (IT-Strategie berücksichtigt E-/M-Government nicht) logisch nachvollziehen. Durch die Berücksichtigung von E-/M-Government in der IT-Strategie haben sich die Kommunen bereits stärker mit den Möglichkeiten der IuK als Werkzeug zur Erreichung der kommunalpolitischen Ziele auseinandergesetzt. Weiterhin
unterstützt die jeweilige Gruppenstärke von 22 bzw. 27 Datensätzen die Aussagekraft des signifikanten Unterschiedes. Da jedoch nur ein signifikanter Unterschied für die acht untersuchten Fälle ermittelt werden konnte, können wiederum keine allgemeinen Aussagen getroffen werden.
Für das Merkmal Dienst geplant konnte abweichend von den bisherigen Ergebnissen die beachtliche Anzahl von sieben Fällen mit signifikant unterschiedlichen Einschätzungen der Attraktivität ermittelt werden. Das entspricht 29 Prozent der untersuchten 24 Fälle. Für die Dienste mobile Demokratie (3),
Stadtinformationsdienst (5), mobile Bezahlung kommunaler Gebühren (6) und drahtloser Dokumenttransfer (7) wurde eine signifikant unterschiedliche Bewertung der Attraktivität ermittelt. Für zwei Dienste wurde eine höhere
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
Attraktivitätseinschätzung durch die Gruppe 1 (3 bis 22 geplante Dienste) im Vergleich zur Gruppe 3 (keine geplanten Dienste) ermittelt. In fünf Fällen konnte die signifikant höhere Attraktivitätseinschätzung für die Gruppe 2 (1 bis 2 geplante Dienste) im Vergleich zur Gruppe 3 festgestellt werden. Die Ergebnisse lassen sich logisch nachvollziehen und das gehäufte Auftreten weist auf einen verhältnismäßig hohen Einfluss der Ausprägung des Merkmals Dienst geplant auf die Attraktivitätseinschätzung hin. Um eine allgemeine Aussage über den Zusammenhang treffen zu können, sollte der Einfluss jedoch genauer untersucht werden. Überraschenderweise ließen sich für die Merkmale Dienst vorhanden und Dienst geplant + vorhanden keine signifikanten Unterschiede in der Attraktivitätseinschätzung nachweisen.
Die Ergebnisse der Untersuchung bestätigen die Erkenntnisse aus der dem Kapitel 3.2 zugrunde liegenden Literatur. Es wurde gezeigt, dass für die Merkmale Innovationstyp, Informationsgrad Technologie und Dienste, relative IT-Ausgaben, IT-Strategie mit E-/M-Government Berücksichtigung und Dienste geplant ein signifikanter Einfluss der Merkmalsausprägung auf das Antwortverhalten bestimmter Subgruppen existiert. Daher ist es sinnvoll, den Einfluss auf das Antwortverhalten mit weiterführenden Methoden zu untersuchen. Die Auswertung ergab weiterhin, dass der Einfluss der Teilnehmermerkmale auf die Attraktivitätseinschätzung seltener nachgewiesen werden konnte als für die kommunalen Merkmale, was auf eine geringere Beeinflussung hin deutet. Die Anzahl an Fällen, in denen ein signifikant unterschiedliches Antwortverhalten für die Teilnehmermerkmale nachgewiesen wurde lässt jedoch generell auf einen eher geringen Einfluss schließen. Im Gegensatz dazu stehen die Erkenntnisse zu den untersuchten kommunalen Merkmalen. Für diese kann von einem höheren Einfluss auf das Antwortverhalten ausgegangen werden. Deswegen sollten für weiterführende Untersuchungen verstärkt die kommunalen Merkmale genutzt werden.
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
5. Zusammenfassung, Diskussion der Ergebnisse und
Ausblick
Die repräsentative Erhebung zur aktuellen Situation auf dem Gebiet der kommunal angebotenen drahtlosen Informationsdienste hat gezeigt, dass in den Kommunen bereits ein Angebot von 169 Diensten existiert und dieses in den nächsten zwei Jahren um 134 Dienste weiter ausgebaut wird. Im Durchschnitt (Median) bieten die Kommunen bereits drei Dienste an und planen die Realisierung von zwei weiteren. Aktuell sind bereits 39 der vorgestellten 60 Dienste in einer oder mehreren Kommunen vorhanden. In den nächsten zwei Jahren werden 10 weitere hinzukommen. Die Einschätzung der Attraktivität der vorgestellten Dienste variiert erheblich. Sie wird in einem geringeren Maß durch Merkmale der Teilnehmer und in einem höheren Maß durch Merkmale der Kommunen beeinflusst, wie der Wilcoxon-Rangsummentest gezeigt hat. Die gesammelten Daten werden von den Einschätzungen der kleineren Kommunen dominiert, was der Median (84.000) der Einwohnerzahl der beteiligten Kommunen zeigt. Die Subgruppenanalyse zu dem Merkmal Einwohnerzahl führte jedoch nicht zu signifikanten Unterschieden im Antwortverhalten bezüglich der Attraktivitätseinschätzung der Dienste. Es kann also gefolgert werden, dass die Attraktivität der Dienste nur in einem sehr geringen Maße mit der Einwohnerzahl zusammen hängt. Von einer Beeinflussung durch weitere Faktoren kann jedoch ausgegangen werden, wie die Umfrageergebnisse zum Einfluss der Treiber und Hindernisse zeigen. Die geplante und aktuelle Realisierung der Dienste wird durch die Attraktivitätseinschätzung beeinflusst. Dies wird aus der Auswertung der geplanten und bereits realisierten Dienste ersichtlich. Demnach führt eine relativ hohe Attraktivitätseinschätzung zu relativ häufig geplanten und realisierten Diensten. Bei einer relativ geringen
Attraktivitätseinschätzung existiert im Gegensatz dazu häufig weder eine Realisierung noch ist diese geplant. Die Untersuchung der Treiber ermöglichte deren Einordnung in eine Rangfolge entsprechend ihrem Einfluss. Auch die Hindernisse wurde dementsprechende sortiert, so dass als größter negativer Einfluss auf die Dienstrealisierung die Gruppe der finanziellen Hindernisse und Risiken ermittelt werden konnte. Die Treiber mit dem größten Einfluss verbessern direkt oder indirekt die finanzielle Situation der Kommunen. Im Einklang mit diesen Ergebnissen hängen die wichtigsten angestrebten Ziele der Realisierung mit der Verbesserung der finanziellen Situation der Kommunen zusammen. Berücksichtigt werden muss, dass bestimmte Dienste per Gesetzgebung auf kommunaler Ebene
Seite 121/151
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
umgesetzt werden müssen wie z.B. Anwendungen für den elektronischen Personalausweis. Dies kann auch einen Einfluss auf die Bewertung der Attraktivität der Dienste ausüben.
Die von Nijkamp / Cohen-Blankshtain (2009, S. 10) ermittelte höhere Priorisierung der Nutzung von IuK zur Erreichung von wirtschaftlichen Zielen durch kommunale Entscheidungsträger wird durch die Ergebnisse dieser Studie unterstützt. Die Dienste mit der höchsten Attraktivitätseinschätzung sowie die bereits am häufigsten realisierten und geplanten Dienste zielen stärker auf die Verbesserung der finanziellen Situation der Kommunen ab.
Die Erkenntnisse von Basten / Berseck (2009, S. 15ff.) zu den Treibern und Hindernissen der Dienstrealisierung konnten mit dieser Arbeit präzisiert werden. Die Einschätzung der Umfrageteilnehmer hat ergeben, dass in besonderem Maß finanzielle Aspekte einen hindernden Einfluss ausüben. Unter den Treibern verfügen diejenigen über einen hohen Einfluss, die im Ergebnis die finanzielle Situation der Kommunen verbessern. Hingegen kommen die von Basten / Berseck über die Anzahl der Nennungen ermittelten Hindernisse mit dem größten Einfluss (Platz 1: Marktorientierung -12 Nennungen, Platz 2: Nutzerakzeptanz und
Nutzerorientierung - jeweils 10 Nennungen) in dieser Studie nur auf Rang 10 bzw. 6. 172 Auch für die Rangordnung der Treiber ergibt sich ein anderes Bild. So erreichten die Treiber mit einer hohen Anzahl an Nennungen (Platz 1: Netzwerke -9 Nennungen, Platz 2: u.a. gezielter Einsatz von Fördermitteln und politischer Wille - 8 Nennungen) in dieser Studie nur Rang 14, 9 und 7. Jedoch ist zu beachten, dass die Bezeichnungen mitunter nicht identisch sind.
Al-khamayseh u.a. (2006, S.5) untersuchten die Erfolgsfaktoren von M-Government und zeigten, dass die Bedürfnisse und Präferenzen der Nutzer sowie die Nutzerakzeptanz einen hohen Einfluss auf die erfolgreiche Realisierung von M-Government-Angeboten besitzen. Auch Kwon / Kim (2007, S. 144) weisen in ihrer Arbeit darauf hin. Die aktuelle Studie zeigt, dass diese Einschätzung auch durch die Vertreter der deutschen Kommunen geteilt wird. So wird den Treibern allgemeines Nutzenpotenzial (Rang 3) und Bedarf (Rang 5) sowie den Hindernissen Mangelndes Vertrauen der Endnutzer (Rang 5), geringe Endnutzerakzeptanz (Rang 6), mangelnde Marktorientierung (Rang 10) und mangelnde Endnutzerinformation (Rang 12) ein hoher Einfluss zugerechnet. Deshalb ist es empfehlenswert, die
172 Das Merkmal Nutzerorientierung wurde in dieser Studie nicht abgefragt.
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
Nutzerbedürfnisse und Präferenzen bezüglich der Dienste genau zu untersuchen und mit den Ergebnissen der Attraktivitätseinschätzung durch die Kommunen abzugleichen. Erste Erkenntnisse zur Einschätzung des Interesses an bestimmten M-Government-Diensten liefert die Untersuchung von Pierson u.a. (2008, S. 112). Durch die Kombination der Attraktivitätseinschätzung aus kommunaler Sicht und aus Endnutzersicht lassen sich die besonders aussichtsreichen Dienste ermitteln und realisieren. Dadurch wird der Nutzen für die Anbieter und Endnutzer optimiert und eine Win-Win-Situation für beide Seiten geschaffen.
Die Entwicklung auf dem Gebiet der drahtlosen Kommunikationsdienste in deutschen Kommunen bleibt auch in Zukunft ein interessantes Forschungsgebiet. Zusätzlich zu einer Studie über die Attraktivitätseinschätzung bestimmter Dienste aus Nutzersicht ist eine zweite Studie unter den Kommunen mit gleichem Aufbau interessant. Sie würde die zeitlichen Veränderungen in den Einschätzungen der untersuchten Aspekte aufzeigen und dadurch eine Aussage bezüglich des Entwicklungstrends zulassen. Unabhängig davon ist zu erwarten, dass sich die Verbreitung der Dienste auch in den folgenden Jahren fortsetzen wird. Der größte Treiber dafür ist die angespannte finanzielle Situation vieler Kommunen und die erwarteten Einsparungspotenziale die sich über die Dienste realisieren lassen. So können die Bürger, die Wirtschaft, die Besucher und die Verwaltungsmitarbeiter weiterhin auf eine Zunahme innovativer drahtloser Kommunikationsdienste in den deutschen Kommunen hoffen.
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
V. Literaturverzeichnis
Al-khamayseh, Shadi / Lawrence, Elaine / Zmijewska, Zmijewska (2006): Towards understanding success factors in interactive mobile government in: The Proceedings of Euro mGov (2006): page 3 - 5. Citeseer, Princeton.
Anttiroiko, A.-V (2009): Urban u-community: a new dimension of urban development in: International Journal of Innovation and Regional Development (2009): Ausgabe 1 (4), S.464. Inderscience Publischers, Olney.
Aschoff, Martin (2005): Professionelles Direkt- und Dialogmarketing per E-Mail. Carl Hanser Verlag, München.
Audenhoven, Leo van / Ballon, Pieter / Poel, Martijn / Staelens, Tomas (2007): Government policy and wireless city networks: a comparative analysis of motivations, goals, services and their relation to network structure in: The Southern African Journal of Information and Communication Issue (2007): Vol. 8. University of the Witwatersrand, Wits.
Basten, Maje / Berseck, Nadja (2009): Einflussfaktoren auf den
Entscheidungsprozess von Ubiquitous City Initiativen aus der Perspektive städtischer Entscheidungsträger - Eine qualitativ-empirische Untersuchung. Institut für Wirtschaftsinformatik der Humboldt-Universität zu Berlin, Berlin.
Bae, Kyung-Jae / Jeong, Yoon-Seok / Shim, Woo-Sub / Oh, Kyoung-Geun / Kang, Ji-Hei / Hann, Hye-Yeon / Kwak, Seung-Jin (2006): The Ubiquitous Library for the Blind and Physically Handicapped - A Case Study of the LG Sangnam Library, Korea. Worls Library and Information Congress: 72 nd IFLA General Conference and Council, Seoul.
Beckert, Bernd / Georgieff, Peter / Kimpeler, Simone / Zoche, Peter (2004): IT-Einsatz und Umsetzung von E-Government in Städten und Gemeinden Baden-Württembergs. Fraunhofer-Institut Systemtechnik und Innovationsforschung ISI, Karlsruhe.
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
Beier, Guido / Spiekermann, Sarah / Rothensee, Matthias (2006): Die Akzeptanz zukünftiger Ubiquitous Computing Anwendungen in: Heinecke, A. M. / Paul, H. (2006): Mensch und Computer im StrukturWandel. Oldenbourg Verlag, München.
Bertelsmann Stiftung (2002): Balanced E-Government - Elektronisches Regieren zwischen administrativer Effizienz und bürgernaher Demokratie in: in: Friedrichs, Stefan / Hart, Thomas / Schmidt, Oliver (2002): E-Government - Effizient verwalten - demokratisch regieren. Verlag Bertelsmann Stiftung, Gütersloh.
BITKOM (2010): Presseinformation: Etwa jeder vierte Internetnutzer surft mobil. Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien, Berlin, 05.04.2010.
Büning, Herbert / Trenkler, Götz (1994): Nichtparametrische statistiche Methoden. De Gruyter, New York.
Center for Digital Government (2008): Digital Cities Survey - Executive Summary. e.Republic Inc., Folsom.
Choi, Jaz Hee-jeong (2009): The city is connections : Seoul as an urban network in: Multimedia Systems (2010): Volume 16, Number 1 / Februar 2010. Springer Verlag, Berlin.
Cilingir, Demir / Kushchu, Ibrahim (2004): E-government and m-government: Concurrent leaps by Turkey in: Proceedings of European Conference on E-Government (ECEG 2004): pages 17 - 18. Trinity College, Dublin.
Cohen-Blankshtain, Galit / Nijkamp, Peter / van Montfort, Kees (2004): Modelling ICT Perceptions and Views of Urban Front-liners in: Urban Studies (2004): Vol. 41, No. 13, December 2004. Sage Publications, London.
Davis, Fred D. (1989): Perceived usefulness, perceived ease of use, and user acceptance of information technology in: MIS quarterly (1989): pages 319 - 340. JSTOR.
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
Demmelhuber, Simon / Gneiting, Stefan (2005): Mobile Kommunikation -Anwendungsbeispiele für Kommunen, Bürger und Wirtschaft. Deutscher Städte-und Gemeindebund, Berlin.
Donaldson, Thomas / Preston, Lee E. (1995): The stakeholder theory of the corporation: concepts, evidence, and implications in: Academy of Management Review (1995): Ausgabe 20 (1), S. 65. Academy of Management, New York.
Donner, Jonathan (2009): Mobile-based livelihood services in Africa: pilots and early deployments in: Fernández-Ardèvol, Mireia / Híja, Adela Ros (2010): Communication Technologies in Latin America and Africa: A multidisciplinary perspective. Internet Interdisciplinary Institute of the Open University of Catalonia (UOC), Barcelona.
DStGB (2005): Mobile Kommunikation -Anwendungsbeispiele für Kommunen, Bürger und Wirtschaft. Deutscher Städte- und Gemeindebund, Berlin.
Dudacek, Karel / Ledvina, Jirí / Vais, Václav / Vavricka, Vlastimil (2001): Integrated Identification System at the University of West Bohemia -Architecture, Use and Experiences in: Knop, Jan / Schirmbacher, Peter (2001) Proceedings of the 7th International Conference of European University Information Systems (EUNIS2001). Humboldt-Universität zu Berlin, Berlin.
Eckstein, Peter P. (2008): Statistik für Wirtschaftswissenschaftler - Eine realdatenbasierte Einführung mit SPSS. Gabler Verlag, Wiesbaden.
El-Kiki, Tarek / Lawrence, Elaine / Steele, Robert (2005) A Management Framework for Mobile Government Services. CollECTeR, Sydney.
El-Kiki, Tarek / Lawrence, Elaine (2007) - Emerging Mobile Government Services -Strategies for Success in: 20 th Bled eConference eMergence (2007): Merging and Emerging Technologies, Processes, and Institutions June 4 - 6, 2007. Bled, Slovenia.
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
Ernst, Wiebke / Jetzkowitz, Jens / König, Matthias / Schneider, Jörg (2002): Wissenschaftliches Arbeiten für Soziologen. Lehr- und Handbücher der Kultur-und Sozialwissenschaften. Oldenbourg Wissenschaftsverlag, München.
Finkenzeller, Klaus (2008): Grundlagen und praktische Anwendungen von Transpondern, kontaktlosen Chipkarten und NFC. Hanser Fachbuchverlag, München.
Freeman, Robert Edward (1984): Strategic Management. A Stakeholder Approach. Pitman Publishing, Boston.
Friedrichs, Stefan / Hart, Thomas / Schmidt, Oliver: Die Bürgernähe auf dem Schirm: Verwalten und Regieren nach dem Balanced-E-Government Ansatz in: Friedrichs, Stefan / Hart, Thomas / Schmidt, Oliver (2002): E-Government -Effizient verwalten - demokratisch regieren. Verlag Bertelsmann Stiftung, Gütersloh.
Glencross, Andrew / Leosk, Nele / Marvet, Peeter / Trechsel, Alexander H. (2007): Analysis Report - Grant agreement no. eParticipation 2006/01/021. e-Governance Academy Foundation, Tallinn.
Grabow, Busso / Knipp, Rüdiger / Schneider, Stefan (2009) - ServiceStadt Berlin 2016. Deutsches Institut für Urbanistik GmbH (Difu), Berlin.
Graumann, Sabine / Speich, Anselm (2009): 5. ePerformance Report 2009 IKT-Standort Deutschland im europäischen Vergleich. Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi), Berlin.
Grönebaum, Stefan (verantwortlicher) (2010): Deutschland kommunal 2010 - Das Nachschlagewerk. NetworkMedia GmbH, Berlin.
Ghyasi, A. Farshid / Kushchu, Ibrahim (2004): m-Government: Cases of Developing Countries. Mobile Government Lab (mGovLab) - International University of Japan, Niigata.
Götze, Wolfgang / Deutschmann, Christel / Link, Heike (2002): Statistik - Lehr-und Übungsbuch aus der Tourismus- und Verkehrswirtschaft. Oldenbourg Verlag, München.
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
Grabow, Busso / Knipp, Rüdiger / Schneider, Stefan (2009) - ServiceStadt Berlin 2016. Deutsches Institut für Urbanistik GmbH (Difu), Berlin.
Han, Tack-Don / Cheong, Cheolho / Ahn, Jae-Won u.a. (2004) - Implementation of New Services to Support Ubiquitous Computing for Campus Life on: Second IEEE Workshop on Software Technologies for Future Embedded and Ubiquitous Systems (WSTFEUS'04) (2004).
Harbor Research (2009): Report Overview - Pervasive Internet & Smart Services Forecast 2009. Harbor Research, San Francisco / Zürich.
Hensel, Michael / Wirsam, Jan (2008): Diffusion von Innovationen: Das Beispiel Voice Over IP. Gabler I GWV Fachverlag GmbH, Wiesbaden.
Hermanns, Heike (2008): Mobile democracy: Mobile phones as democratic tools in: Politics (2008): Volume 28 Issue 2, Pages 74 - 82. Political Studies Association and Blackwell Publishing Ltd, Oxford.
Hopkinson, Alan (2007): State of the art in RFID technology (in libraries). Middlesex University, Hendon.
Huijnen, Claire (2006): Mobile tourism and mobile government - An Inventory of European Projects. European Centre for Digital Communication EC/DC, Maastricht.
Humphreys, Lee (2010): Mobile Social Networks and Urban Public Space in: New Media Society (2010): published online 9 February 2010. Sage Publications, London.
Hyang-Sook, Cho / Byung-Sun, Cho / Woong-Hee, Park (2007): Ubiquitous-City Business Strategies: The Case of South Korea. PICMET 2007 Proceedings, Portland.
IZMF (2007): Dialog - 17ter Newsletter des Informationszentrums Mobilfunk e.V. ProPress Verlags GmbH, Bonn.
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
Jacko, Julie A. / Sears, Andrew (2003): The Human-Computer Interaction Handbook - Fundamentals, Evolving Technologies and Emerging Applications. Lawrence Erlbaum Associates, Inc., Publishers, Mahwah.
Jeon, Nam Joo / Leem, Choon Seong / Kim, Min Hyung / Shin, Hyoun Gyu (2007): A taxonomy of ubiquitous computing applications in: Wireless Personal Communications (2007): Volume 43, Number 4 / Dezember 2007. Springer Science & Business Media Netherlands, Dordrecht.
Kim, Tschangho John (2008): Planning for knowledge cities in ubiquitous technology spaces: opportunities and challenges in: Yigitcanlar, Tan / Velibeyoglu, Koray / Baum, Scott (2008): Creative Urban Regions: Harnessing Urban Technologies to support Knowledge City Initiatives. Idea Group Inc (IGI), Hershey.
Kwon, Ohbyung / Kim, Jihoon (2007) - A Methodology of Identifying Ubiquitous Smart Services for U-City Development in: Ubiquitous Intelligence and Computing (2007): Volum 4611/2007. Springer Verlag, Berlin.
Knopp, Michael (2005): Mobile Government in Germany: Legal Aspects and Demands on Mobilizing the Administration, in: Kushchu, I. / Kuscu, M. (Hrsg.) (2005): Proceedings of EURO mGOV 2005. Mobile Government Consortium International LLC.
Kromrey, Helmut (2009): Empirische Sozialforschung. Lucius & Lucius Verlagsgesellschaft, Stuttgart.
Krumm, John (2010): Ubiquitous Computing Fundamentals. Chapman & Hall/CRC, Boca Raton.
Kruth, Wilhelm (2004): Grundlagen der Informationstechnik - Kompaktwissen Informationstechnik für Datenschutz- und Security-Management. Datakontext, Frechen.
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
Kubicek, Herbert (2004): E-Government im Dickicht des Föderalismus. Vermeintliche und tatsächliche Herausforderungen auf dem Weg zu nützlichen digitalen Verwaltungsverfahren. Alcatel SEL Stiftung für
Kommunikationsforschung, Stuttgart.
Kushchu, Ibrahim / Kuscu, M. Halid (2003): From E-government to M-government: Facing the Inevitable in: The 3rd European Conference on e-Government (ECEG 2003). Trinity College, Dublin. (auch verfügbar auf www.mgovlab.org).
Kuß, Alfred / Eisend, Martin (2010): Marktforschung - Grundlage der Datenehebung und Datenanalyse. Gabler Fachverlag GmbH, Wiesbaden.
Kwon, Ohbyung / Kim, Jihoon (2007): A Methodology of Identifying Ubiquitous Smart Services for U-City Development in: Lecture Notes in Computer Science (2007): Volume 4611/2007. Springer Verlag, Berlin.
Lam, Wing (2005): Barriers to e-government integration in: Journal of Enterprise Information Management (2005): Vol. 18 No. 5, 2005 pp. 511-530. Emerald Group Publishing Limited, Bingley.
Lammenett, Erwin (2009): Praxiswissen Online-Marketing. Gabler I GWV Fachverlag GmbH, Wiesbaden.
Lawrence, Anne T. / Weber, James (2008): Business and Society. McGraw Hill, Boston .
Lee, Sang-Ho / Yigitcanlar, Tan / Han, Jung-Hoon / Leem, Youn-Taik (2008a): Ubiquitous urban infrastructure - infrastructure planning and development in Korea in: Innovation and the City (2008): Innovative Cities, Volume 10, Issue 2-3. eContent Management.
Lee, S. / Han, H. / Leem, Y. / Yigitcanlar, T (2008a): Towards ubiquitous city: concepts, planning and experiences in the Republic of Korea’ in: Yigitcanlar, Tan / Velibeyoglu, Koray / Baum, Scott (2008): Knowledge-Based Urban
Development: Planning and Applications in the Information Era. Information Science Reference, London.
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
Von Lucke, Jörgen / Reinermann, Heinrich (2000): Speyerer Definition von Electronic Government - Ergebnisse des Forschungsprojektes Regieren und Verwalten im Informationszeitalter. Forschungsinstitut für öffentliche Verwaltung bei der Deutschen Hochschule für Verwaltungswissenschaften Speyer, Speyer.
Malinova, M. (2010): Digital, Ubiquitous, Smart, Wireless: What Else is the Future City Going to Be?. Institut für Wirtschaftsinformatik, Humboldt-Universität zu Berlin.
Mallenius, Seppo / Rossi, Matti / Tuunainen, Virpi Kristiina (2007): Factors affecting the adoption and use of mobile devices and services by elderly peopleresults from a pilot study. University of Southern California, Los Angeles.
McClure, David P. (2005): Not in the public interest - The myth of municipal Wi-Fi networks. New Millennium Research Council, Washington.
Mengistu, Desta / Zo, Hangjung / Rho, Jae Jeung (2009): M-government: Opportunities and Challenges to Deliver Mobile Government Services in Developing Countries on: Fourth International Conference on Computer Sciences and Convergence Information Technology (2009), Seoul.
Nagel, Matthias / Benner, Axel / Ostermann, Rüdiger / Henschke, Klaus (1996): Grafische Datenanalyse. Gustav Fischer Verlag, Stuttgart.
Nijkamp, Peter / Cohen-Blankshtain, Galit (2009): The Importance of ICT for Cities: e-Governance and Cyber Perceptions in: Serie Research Memoranda 0005. Faculty of Economics, Business Administration and Econometrics, VU University Amsterdam.
O'Connell, Pamela Llicalzi (2005): Korea's High-Tech Utopia, Where Everything Is Observed in: The New York Times (2005): Ausgabe 5ter Oktober 2005. The New York Times Company. New York.
Östberg, Olov (2003): A Swedish View on ‘Mobile Government’. International Symposium on E & M-Government, Seoul.
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
Osipov, Maxim (2008): Home Automation with ZigBee. Springer-Verlag, Berlin -Heidelberg.
Pierson, Jo / Jacobs, An / Dreessen, Katrien / De Marez, Lieven (2008): Exploring and Designing Wireless City Applications by Way of Archetype User Research within a Living Lab in: Observatorio (2008): Vol. 2, No. 2, Page 99. OberCom.
Plagemann, Susanne (2007): Meinungsforschung der Kommunen durch Umfragen in: Deutsches Institut für Urbanistik (2007): Difu-Berichte 2/2007. Deutsches Institut für Urbanistik, Berlin.
Rannu, Rain / Semevsky, Maarija (2005): Mobile Services in Tartu - Existing services, best practices, methodology and suggestions for future development. Praxis Centre for Policy Studies, Tallinn.
Rainermann, Heinrich / Franz, Arne (2008): Mobile Kommunikation in der öffentlichen Verwaltung -Anwendungsbereiche, Implikationen und
Zukunftsperspektiven. Forschungsinstitut für öffentliche Verwaltung bei der Deutschen Hochschule für Verwaltungswissenschaften Speyer, Speyer.
Reiss, Michael / Präuer, Arndt (2004): Win-Win Partnerships in Sourcing: Empirical Evidence from Germany in: Berndt, Ralph (2004): Competitiveness und Ethik. Springer Verlag, Berlin.
Rogers, Everett M. (2003): Diffusion of Innovations. Free Press, New York.
Roggenkamp, Klas / Celensü, Su / Hüsgen, Alexander / Lucka, Thomas / Plum, Alexander (2003) - Mobile Government - Electronic Business Projekt. Universität der Künste, Berlin.
Roggenkamp, Klas (2004): Development modules to unleash the potential of Mobile Government - Developing mobile govemment applications from a user perspective. Institute of Electronic Business e.V., Berlin.
Rossel, Pierre / Finger, Matthias / Misuraca, Gianluca (2006): Mobile e-Government Options: Between Technology-driven and User-centric in: The Electronic Journal of e-Government (2006): Volume 4 Issue 2, pp 79 - 86. Kidmore End.
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
Setten, Mark van / Pokraev, Stanislav / Koolwaaij, Johan (2004) - Context-Aware Recommendations in the Mobile Tourist Application COMPASS in:
Communications of the ACM (2004): Volume 47 , Issue 12 (December 2004). The ACM Digital Library, New York.
Shaffer, Gwen (2007): Frame-Up - An Analysis of Arguments for and against Municipal Wireless Initiatives in: Public Works Management & Policy (2007): Vol. 11 No. 3, January, Page 204-216. Sage Publications, London.
Shin, Dong-Hee (2009): Ubiquitous city: Urban technologies, urban infrastructure and urban informatics in: Journal of Information Science (2009): Ausgabe 35 (5), S. 515. SAGE Publications, London.
Slacka, Frances / Rowley, Jennifer (2001) - Kiosks 21 - A new role for information kiosks? in: International Journal of Information Management (2002): Volume 22, Issue 1, February 2002, Pages 67-83. Elsevier Science Ltd, New York.
Tapia, Andrea / Maitland, Carleen / Stone , Matt (2006): Making IT work for municipalities: Building municipal wireless networks in: Government Information Quarterly (2006): Volume 23, Issues 3-4, 2006, Pages 359-380. Elsevier Inc., New York.
TNS Emnid (2009): Das Online-Amt - Wunsch oder Wirklichkeit. Ergebnisse einer repräsentativen Bevölkerungsbefragung in der Bundesrepublik Deutschland. TNS Emnid, Medien- und Sozialforschung GmbH, Bielefeld.
Trimi, Silvana / Sheng, Hong (2008): Emerging Trends in M-Government in: Communications of the ACM (2008): Vol. 51, No. 5, New York.
United Nations (2008): UN E-Government survay 2008. United Nations publication, New York.
Weiser, Marc (1991): The computer for the 21st Century in: Baecker, Ronald M. / Grudin, Johathan / Buxton, William A.S / Greenberg, Saul (1995): Human-Computer Interaction - Toward the Year 2000. Morgan Kaufmann Publishers, Inc., San Francisco.
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
Weiser, Marc (1993): Some computer science issues in ubiquitous computing in: Communications of the ACM (1993): Ausgabe 36 (7), S. 75. ACM, New York.
Wetekam, Harald (2007): Energieeinsparung an der Straßenbeleuchtung in Kassel durch elektronische Leistungsabsenkung. Kassel University Press, Kassel.
Winkler, Till (2009): Wireless City Initiatives in Europe - Towards a Service-Oriented Approach. Institute of Information Systems Humboldt University Berlin, Berlin.
Yigitcanlar, Tan (2008): Urban management revolution : intelligent management systems for ubiquitous cities. In: The International Symposium on Land, Transport and Marine Technology, 5-6 November 2008. KOFST International Convention Center, Seoul.
Zink, Wolfgang (2005): E-Government in Frankreich und in Deutschland - Ein policy-analytischer Vergleich der Programme auf nationaler Ebene. ERGON Verlag, Würzburg.
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
VI. Danksagung
Mit dieser Masterarbeit endet ein spannendes und bewegtes Kapitel in meinem Leben. Mein Weg führte mich von der Technikerschule über die Fachhochschule bis zur Humboldt-Universität zu Berlin. Diese schöne und herausfordernde Zeit war nicht immer leicht. Umso wichtiger war es für mich, meine Familie und meine Freunde als unterstützende und motivierende Wegbegleiter zu haben. Auch in den Phasen großer Anspannung und wenig freier Zeit für Privates, haben sie immer großes Verständnis für meine jeweilige Situation aufgebracht und mich nach Möglichkeiten unterstützt. Dafür möchte ich mich sehr bei ihnen bedanken.
Ein ganz besonderer Dank gilt Juliane Lüttke für ihr aufopfernde Unterstützung, Motivation und das aufgebrachte Verständnis für die zeitlichen und räumlichen Einschränkungen, gerade während der Zeit der Masterarbeit. Auch möchte ich ihr für die wertvolle fachliche Beratung zu wichtigen methodischen Aspekten meiner Arbeit während der unterschiedlichen Entwicklungsphasen danken.
Meinen Eltern möchte ich für ihre langjährige Unterstützung während der gesamten Studienzeit danken. Ohne sie wäre ich jetzt nicht da wo ich jetzt bin. Sie waren für mich immer eine besondere Kraftquelle und Antrieb, auch in schwierigen Situationen. Meiner Gerda Ernst möchte ich noch speziell für die konstruktiven Anregungen zur Masterarbeit danken. Sie haben mir sehr geholfen.
Alexander Thiele möchte ich für die Beratung zur Konzeption und Durchführung der Arbeit recht herzlich danken. Besonders für die viele Zeit die er für lange Diskussionen und konstruktive Empfehlungen, oft bis tief in die Nacht hinein, für mich erübrigen konnte.
Till Winkler möchte ich sehr herzlich für die hervorragende Betreuung der Masterarbeit danken. Seine Unterstützung, Anregungen und Hinweise waren mir immer eine große Hilfe. Auch half er mir dabei mich kritisch mit der Arbeit auseinander zu setzen und nicht den Fokus für die wesentlichen Aspekte aus den Augen zu verlieren.
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
VII. Anhang
Der Anhang beinhaltet die detaillierte Übersicht der Attraktivitätseinschätzung, die ausführlichen Ergebnisse des Wilcoxon-Rangsummentests und die Druckversion des Onlinefragebogens
Detaillierte Übersicht der Attraktivitätseinschätzung
Die folgende Tabelle beinhaltet die detaillierte Übersicht der Umfrageergebnisse zur Einschätzung der Attraktivität der vorgestellten Dienstszenarien mit den zugehörigen Lage- und Streumaßen der Verteilung. Die Tabelle ist entsprechend den Werten des arithmetischen Mittels sortiert, beginnend mit dem größten Wert. In Ihrem Aufbau entspricht sie der Tabellen im Kapitel 4.4.2. Jedoch wurde auf die Spalten Rang und übergeordneter Anwendungsbereich verzichtet um die Verteilung der Werte über den Mess-Skalenbereich von 1 - nicht attraktiv (1) bis 7 - sehr attraktiv (7), die Standartabweichung (sta. Abw.), den Variationskoeffizienten (var. Koeff.), die Minimum (Min) und Maximum (Max) Werte und den Quartilsabstand (QA) darstellen zu können.
Seite 136/151
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
Tabelle 31: Detaillierte Übersicht der Attraktivitätseinschätzung der Dienste
Ergebnisse des Wilcoxon-Rangsummentest
In diesem Abschnitt des Anhangs befinden sich die ausführlichen Ergebnisse des Wilcoxon-Rangsummentest. Comparison ist die Art des Vergleichs, Result beinhaltet das Ergebnis (n.s. = nicht signifikant, l.s. = lokal signifikant) und der weitere Aufbau ist Analog dem Kapitel 4.5. Ermittelte Signifikanzen sind grau hinterlegt. Als erstes folgen die Ergebnisse der untersuchten Teilnehmermerkmale, danach die Merkmale der Kommunen.
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
Tabelle 32: Wilcoxon-Rangsummentest Merkmal Alter
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
Tabelle 35: Wilcoxon-Rangsummentest Merkmal Informationsgrad
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
Kommunale Merkmale
Tabelle 36: Wilcoxon-Rangsummentest Merkmal Einwohner der Kommune
Tabelle 37: Wilcoxon-Rangsummentest Merkmal geographische Lage Ost/West
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
Tabelle 38: Wilcoxon-Rangsummentest Merkmal geographische Lage Nord/Süd
Tabelle 39: Wilcoxon-Rangsummentest Merkmal IT-Mitarbeiter in der Planung
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
Tabelle 40: Wilcoxon-Rangsummentest Merkmal IT-Strategie vorhanden
Tabelle 41: Wilcoxon-Rangsummentest Merkmal IT-Strategie mit E-/M-Government Berücksichtigung
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
Tabelle 42: Wilcoxon-Rangsummentest Merkmal relative IT-Ausgaben
Peter Ernst Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
Tabelle 45: Wilcoxon-Rangsummentest Merkmal Dienst vorhanden + geplant
Arbeit zitieren:
Peter Ernst, 2010, Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Informatik - Wirtschaftsinformatik: Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Informatik - Wirtschaftsinformatik: neuer Titel erschienen: Ubiquitous City Dienste in deutschen Kommunen
Peter Ernst hat einen neuen Text hochgeladen
Governing American Cities: Inter-Ethnic Coalitions, Competitions, and ...
Michael Jones-Correa
Three-Dimensional Structure of Wood: A Scanning Electron Microscope St...
B. A. Meyland, B. G. Butterfield
Spores of the Pteridophyta: Surface, Wall Structure, and Diversity Bas...
Alice F. Tryon, B. Lugardon, Tryon Alice
0 Kommentare