„Pass uf - En Laschtwage “
1 EINLEITUNG 1
1.1 Verkehrsunfallstatistik des Kantons Zürich 3
1.2 Gesetzliche Grundlagen 6
1.2.1 Pflichten Lastwagenfahrer, Ausrüstung 6
1.2.2 Pflichten des Fussgängers, Radfahrers 7
2 ANALYSEN 8
2.1 Zielgruppenanalyse 8
2.2 Bedingungsanalyse 11
2.2.1 Die Klasse 11
2.2.2 Infrastruktur 12
2.2.3 Zeitlicher Rahmen 12
2.2.4 Geltende Regeln 13
3 LEKTIONSZIELE/LERNINHALTE 13
3.1 Richtziele 14
3.2 Grobziel 14
3.3 Feinziele 14
3.3.1 Diagramm Ziele 15
3.4 Lerninhalte 15
3.4.1 Theoretische Hinführung zum Thema. 16
3.4.2 Praktische Hinführung zum Thema 16
3.4.3 Kontrolle und Nachbearbeitung des Themas 18
4 UNTERRICHTSPLANUNG 19
4.1 Vorlage Unterrichtsplanung 19
4.2 Arbeitsblätter, Präsentation und I-V-K 19
4.2.1 Input - Arbeitsblatt 20
4.2.2 Verarbeitung - Bastelbogen 20
4.2.3 Kontrolle - Lernkontrolle 21
4.2.4 Powerpoint Präsentation (PPT) 21
4.2.5 Elternbrief 22
Diplomarbeit VI-Kurs 2010/2011 des SPI
„Pass uf - En Laschtwage “
4.3 Zusammenarbeit mit der Lehrperson/Schulleitung 23
4.3.1 Halten der Lektion durch Verkehrsinstruktor 24
4.3.2 Nachbereitend zur Lektion durch Lehrperson 26
5 UNTERRICHTSREFLEXION 26
5.1 Positives und Negatives 27
5.2 Medienpräsenz 28
5.3 Zusammenarbeit mit Transportunternehmen 28
5.4 Lernwert und Nutzen 29
6 BIBLIOGRAPHIE 31
6.1 Internet 32
6.2 Anhang 32
6.2.1 Unterrichtsunterlagen 32
6.2.2 Unterrichtsplanung 32
Diplomarbeit VI-Kurs 2010/2011 des SPI
1 Einleitung
In unregelmässigen Abständen ereignen sich immer wieder Unfälle zwischen Lastwagen und Fussgängern/Radfahrern. Oft sind diese Unfälle darauf zurück zu führen, dass der Lastwagenlenker gewisse Bereiche um sein Fahrzeug nicht einsehen kann. Diese nicht einsehbaren Bereiche werden sichttote Winkel, im Volksmund schlicht „tote Winkel“ genannt, und können folgendermassen definiert werden:
„Mit dem Begriff „Toter Winkel“ werden in der Regel bestimmte Bereiche vor, neben oder hinter Fahrzeugen bezeichnet, die von den Fahrern nicht eingesehen werden können - weder direkt noch mit Hilfe von Spiegeln. Das Problem betrifft vor allem LKW-Fahrer, aber durchaus auch die Fahrer von Kleintransportern und PKWs.“ 1
Unfälle, welche auf den toten Winkel zurückgeführt werden können, zählen zu den schwersten im Strassenverkehr und enden aufgrund des unausgeglichenen Kräfteverhältnisses der beiden Parteien oft tragisch. 2 Meist trägt der Fussgänger schwere Verletzungen davon, in manchen Fällen verstirbt er noch am Unfallort.
abbiegen wollte, und einer Schülerin auf ihrem Fahrrad. Dabei übersah der Lenker das 11jährige Mädchen, welches sich rechts neben dem LKW und tragischer weise genau im toten
1 Die deutschen Versicherer und Deutsche Verkehrwacht (Hg.), Helmi © - sicher ist cool: Lektion 12 Toter Winkel (Grünwald bei München: Verkehrswacht Medien Center, 2003), 2.
2 Vgl. dazu: Harald Schlicht und Lars Johnsen, Raus aus dem toten Winkel! Das Konzept, Round Table Deutschland (Hg.), (Ammerland: o.V., 2008), 2.
3 Die Gemeinde Dietlikon wird durch die Stadtpolizei Kloten im Rahmen des Kommunalpolizeilichen Abkommens „Hardwald“ betreut.
Diplomarbeit VI-Kurs 2010/2011 des SPI 1
Winkel befand. Im Frühjahr 2010 ereignete sich aufgrund des toten Winkels ein Unfall in Kloten. Der LKW hielt an einer Einmündung an und wollte auf die querverlaufende Hauptstrasse einbiegen. Dazu musste der LKW ein Trottoir überqueren und der Lenker übersah eine Frau, welche mit dem Enkelkind im Kinderwagen vor dem Lastwagen vorbeiging. Das Kleinkind blieb wie durch ein Wunder unverletzt. Seine Grossmutter ist leider verstorben. Trotz mehreren Zusatzspiegeln konnte dieser Unfall nicht verhindert werden. „Jedes Fahrzeug hat verschiedene tote Winkel. Auch mit modernen Rückspiegeln bleiben Bereiche, die vom Fahrzeugführer nicht überblickt werden können.“ 4 Nebst Sensibilisierung der Lenker von Fahrzeugen mit erhöhtem Gefährdungspotenzial, gilt es, auch die Fussgänger und Radfahrer als schwächere Partei auf diese Gefahr aufmerksam zu machen.
Obwohl diese Thematik durch die polizeiliche Verkehrserziehung üblicherweise erst in der 6. oder 7. Klasse behandelt wird, 5 habe ich mich aufgrund der beschriebenen Relevanz und der gefährdeten Altersgruppe dazu entschieden, eine Lektion für die 3. Klasse zu gestalten. 6 Denn gemäss der Beratungsstelle für Unfallverhütung bfu erreicht die Anzahl von schwerverletzten Kindern gerade im Alter von sieben bis neun Jahren, also im Alter des Zielpublikums, ihren Höhepunkt, und nimmt mit zunehmendem Alter wieder ab:
4 ASTAG/Pro Velo/Fonds für Verkehrssicherheit, Der tote Winkel: erkennen-vermeiden (Bern: ASTAG).
5 Siehe dazu auch: http://www.8ig.tv/id-7-schuljahr.html vom 04.11.2010.
6 Die Stadtpolizei Kloten führt die Verkehrsinstruktion in Kloten vom Kindergarten bis zur dritten Klasse durch.
Diplomarbeit VI-Kurs 2010/2011 des SPI 2
Vor allem die Zahl der schwerverletzten Fussgänger in der Zielgruppe ist leider beachtenswert hoch, weshalb in der vorliegenden Arbeit die Problematik der toten Winkel aus Sicht des Fussgängers, und nur am Rande aus der des Radfahrers, betrachtet werden soll. Helmut Schrödel, Autor der Broschüre „Der Tote Winkel“, sagt dazu:
„Die Unfälle, die sich wegen des ‚toten Winkels‘ ereignen, zählen zu den schwersten im Strassenverkehr, da die Opfer kaum eine Chance haben. Relativ häufig sind auch Schulkinder davon betroffen.“ 7
1.1 Verkehrsunfallstatistik des Kantons Zürich
Gemäss vorsichtigen Schätzungen starben im Jahr 2006 in ganz Europa rund 400 Personen infolge des toten Winkels beim LKW. 8 Wie hoch die Zahl von Personen ist, welche im Zusammenhang mit dem toten Winkel verletzt oder getötet wurden, lässt sich für die Schweiz ebenfalls nur schätzen. Diese Unfallursache wird durch die VUSTA (Verkehrsunfallstatistik) nicht separat erfasst. Um trotzdem relevante Daten zu dieser Thematik zu erhalten, mussten diese beim zuständigen Dienst der Kantonspolizei Zürich erhältlich gemacht, aufbereitet und anschliessend umgerechnet werden. 9 In einem ersten Schritt sollen sämtliche Unfälle der letzten fünf Jahre dargestellt werden, bei denen ein LKW 10 und Fussgänger 11 oder Radfahrer beteiligt waren. Aus nachstehendem Diagramm wird deutlich, dass Fussgänger und Radfahrer gleichermassen betroffen sind von Unfällen mit einem LKW. Jedoch ist die Gefahr, dass Unfälle zwischen einem LKW und einem Fussgänger tödlich verlaufen, dreimal höher als bei Unfällen zwischen einem LKW und einem Radfahrer. Ist der LKW der Verursacher eines Unfalles, so steigt das Risiko, als Fussgänger bei einem solchen Unfall zu sterben, nochmals markant an und vervierfacht sich im Gegensatz zum Radfahrer.
7 Helmut Schrödel, Der Tote Winkel: Gefahr erkennen-vermeiden-bewältigen (München: Bundesver-band der Unfallkassen, 1999.), 2.
8 Vgl. dazu: Harald Schlicht und Lars Johnsen, Raus aus dem toten Winkel! Das Lehrerskript, Round Table Deutschland (Hg.) (Ammerland: 2008), 3.
9 Sämtliche Zahlen wurden durch Fw Marcel Schmid, DV Verkehrstechnik der Kapo ZH, aus der Verkehrsunfallstatistik des Kts. Zürich ausgewertet. Die Zahlen berücksichtigen den gesamten Kanton Zürich, ohne die Städte Winterthur und Zürich, da diese eine eigene Statistik führen. Die Zahlen betreffen den Zeitraum vom 01.01.2006 bis zum 31.12.2010. Die gesamte Auswertung, inklusive der Planunterlagen zur Kennzeichnung der Unfallorte liegt dieser Arbeit im Anhang bei.
10 Zur Kategorie LKW zählen gemäss VUSTA auch Trolleybusse und Linienbusse des öffentlichen Verkehrs, sowie Reisecars.
11 Die Kategorie Fussgänger unterteilt sich in Fussgänger und Benützer von fahrzeugähnlichen Geräten (FäG) wobei diese Unterteilung in vorliegender Arbeit nicht berücksichtigt wurde.
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Mehr als 23% aller Unfälle zwischen einem LKW und einem Fussgänger verlaufen für den Fussgänger tödlich, wenn der LKW der Unfallverursacher ist. Demgegenüber verlaufen Unfälle zwischen Radfahrern und LKW’s nur zu gut 6% tödlich für die schwächere Partei. Daraus kann die Schlussfolgerung gezogen werden, dass die Wichtigkeit zur Sensibilisierung von Fussgängern für die Thematik des toten Winkels ungleich höher ausfällt als für Radfahrer. Diese Erkenntnis stützt auch die Wichtigkeit der Bemühungen welche durch vorliegende Arbeit in die Schüler der dritten Klassen investiert werden, wobei der Inhalt sich spezifisch an die Fussgänger richtet.
Diplomarbeit VI-Kurs 2010/2011 des SPI 4
Nun stellt sich aber die Frage, wie viele Unfälle durch den toten Winkel verursacht wurden. Die oben stehenden Zahlen werden dazu mit dem Faktor 0.67 multipliziert. Gemäss der aktuellen Unfallforschung in Deutschland wird davon ausgegangen, dass rund zwei Drittel aller Unfälle zwischen Fussgängern/Radfahrern und Lastwagen auf den toten Winkel zurück zu führen sind. 12 Für den Zeitraum von fünf Jahren ergeben sich somit für den Kanton Zürich die nachstehenden Werte.
(ohne Städte Zürich und Winterthur) rund 21 Verkehrsunfälle zwischen einem LKW und einem Fussgänger oder Radfahrer aufgrund des toten Winkels. Trotz dem unausgeglichenen Kräfteverhältnis der Unfallbeteiligten ist dabei fest zu stellen, dass beinahe 69% aller Unfälle mit leichten Verletzungen für die schwächere Partei endeten. Dies kann unter Umständen darauf zurückgeführt werden, dass der LKW zum Unfallzeitpunkt mit geringer Geschwindigkeit unterwegs war, da diese Unfälle erfahrungsgemäss meist während einem Richtungswechsel oder Rangiermanöver geschehen. Im genannten Zeitraum kam es „nur“ zu rund drei Unfällen mit Todesfolge, bei denen der tote Winkel als Unfallursache angesehen werden muss. Jeder Tote im Strassenverkehr ist jedoch ein Toter zu viel. Die Bestrebungen seitens der Verkehrsinstruktion in den Schulen sollen zum Ziel haben, die Anzahl von im Strassen- 12 DieserWert beruht auf Schätzungen und Erfahrungen der Unfallforscher. Vgl. dazu Helmut Schrödel, a.a.O., 3.
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Arbeit zitieren:
David Jäggi, 2011, Die Thematik der "toten Winkel" beim LKW, München, GRIN Verlag GmbH
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