Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
2. Methodik 3
3. Fallstudien 5
3.1 Angola und die UNITA 5
3.1.1 Konfliktverlauf 5
3.1.2 Spoileranalyse 7
3.2 Mosambik und die RENAMO 9
3.2.1 Konfliktverlauf 9
3.2.2 Spoileranalyse 10
4. Vergleich 13
5. Fazit 15
6. Literaturverzeichnis
6.
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1. Einleitung
Die asymmetrischen Kriege und Konflikte der vergangenen Jahrzehnte bringen verschiedenste neue Akteure hervor, die einer gesonderten Betrachtung bedürfen, um ihre Motive, Strategien und Ziele zu verstehen. 1 Einer dieser Akteure, speziell im Rahmen innerstaatlicher Konflikte, ist der Spoiler. Bei Spoilern in Friedensprozessen handelt es sich um ein Konzept zur Erklärung derjenigen Gruppierungen innerhalb eines Konflikts, die bewusst die Beendigung desselben verhindern wollen und jegliche Friedensbestrebungen unterminieren. 2 Stephen John Stedman definiert Spoiler wie folgt:
„Leaders and parties who believe that peace emerging from negotiations threatens their
power, worldview, and interests, and use violence to undermine attempts to achieve it“ 3
Diese Definition soll Grundlage der Hausarbeit sein. Die Arbeit fragt dabei nach dem Vorhandensein zentraler Merkmale von Spoilern, die die Wiederaufnahme beziehungsweise Weiterführung von Gewalt nach einem Friedensvertrag begünstigen.Und, sofern derartige Merkmale ausgemacht werden können, welche konkreten Faktoren es in welcher Ausprägung sind, die zur Beendigung von Gewalt und der Aufgabe der destruktiven Haltung seitens der Spoiler gegenüber den Friedensbemühungen führen.
Die übergeordnete Frage, in dessen Rahmen die Arbeit angesiedelt sein soll, beschäftigt sich mit der Erklärung von Krieg und Frieden durch das Spoilerkonzept, ob es Anhaltspunkte für Zusammenhänge gibt und sich die Theorie für dieses Thema eignet. Dabei leitet sich die Forschungsfrage aus der Annahme ab, dass bestimmte Merkmale von Spoilern ein bestimmtes Verhalten zur Folge haben.
1 Vgl. Zangl, Bernhard/Heupel, Monika, Die empirische Realität des „Neuen Krieges“ (= InIIS‐
Arbeitspapier, Bd. 27), Bremen 2003, S. 33‐34.
2 Vgl. Schneckener, Ulrich, Warum manche den Frieden nicht wollen. Eine Soziologie der Störenfriede (=
Diskussionspapier der FG, Bd. 8), Berlin 2003, S. 4.
3 Stedman, Stephen John, Spoiler Problems in Peace Processes, in: International Security, Vol. 22 (1997),
S. 5.
1
Die Relevanz der Arbeit ergibt sich dabei aus der mittlerweile alltäglichen Realität der internationalen Politik, welche in Konflikten immer öfter mit derartigen Parteien umgehen muss, um zu einem friedlichen Ende zu kommen und im Falle des Scheiterns bereits zu viele Tote zu beklagen hatte.
Um zu einem aussagekräftigen Ergebnis hinsichtlich der Fragestellung zu kommen, sollen zwei Fälle im Rahmen eines most similar casedesigns verglichen werden. Hierfür wird zunächst die Methode der Arbeit erklärt, um anschließend die beiden Fälle grob zu umreißen und tiefergehend die Spoiler zu analysieren und letztlich einen Vergleich durchzuführen, der Antwort auf die beschriebene Problematik geben soll.
Es soll hiermit ein kleiner Beitrag zur Erklärung der Verhaltensweisen von Spoilern und den Möglichkeiten zu einer friedlichen Beisetzung des Konflikts gemeinsam mit dem Spoiler geleistet werden.
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2. Methodik
Für die Untersuchung der Fragestellung nach denzentralen Merkmalen von Spoilern, die die Wiederaufnahme bzw. Weiterführung von Gewalt begünstigen, wurde ein most similar case design gewählt. Bei dieser Methode werden möglichst ähnliche Fälle untersucht, die sich allerdings hinsichtlich der unabhängigen Variable unterscheiden, um somit die interne Varianz zu erklären. 4 Das Design eignet sich gut, da auch bei einer kleinen untersuchten Fallauswahl ein gehaltvolles Ergebnis erzielt und Störvariablen bewusst ausgeschlossen werden können. 5 Bei der Fallauswahl wurde neben der Erfüllung der Anforderungen des Forschungsdesigns, vor allem Wert darauf gelegt, dass der Konflikt abgeschlossen ist und als solcher betrachtet und untersucht werden kann.
Hinsichtlich der Operationalisierung werden folgende Indikatoren angewendet, um die Variable Spoiler zu messen: Es wird zwischen der Position und des Typus des Spoilers sowie des Ursprungs des Spoiling unterschieden. So gibt es im Falle der Position nach Stedman interne und externe Spoiler, wobei Interne den Friedensprozess zunächst mittragen und erst später erneut dagegen vorgehen, wohingegen Externe den Friedensgesprächen von vorneherein nicht beigewohnt haben und klar gegen jegliche Bemühung zur friedlichen Beilegung des Konflikts kämpfen. 6 Den Typus des Spoilers unterscheidet Stedman nicht trennscharf, weshalb hier auf Schneckeners Typologie zurückgegriffen wird, die zwischen grievance, greed, creed und Autismus der Gewalt unterscheidet und eine eindeutigere Einordnung ermöglicht. Diese Typologie erklärt Spoiler auf der Grundlage ihrer Handlungsmotive, die entweder Furcht vor dem Entstehen oder weiteren Bestehen von Missständen durch den zukünftigen Frieden sein können (=grievance) oder weil der Spoiler politisch bzw. ökonomisch von der Konfliktsituation profitiert hat und dies auch weiterhin anstrebt (=greed) oder weil er seine Identität bedroht sieht und die Marginalisierung seiner Gruppierung durch den Frieden befürchtet (=creed). Schneckeners vierter Typus erklärt Spoiler als Opfer jahrzehntelanger kriegerischer Auseinandersetzung, durch die der bewaffnete Kampf
4 Vgl. Jahn, Detlef, Einführung in die vergleichende Politikwissenschaft, Wiesbaden 2006, S. 76.
5 Vgl. ebd., S.77.
6 Vgl. Stedman, Spoiler Problems, S. 8. 3
Arbeit zitieren:
Johannes Wander, 2011, Der verhinderte Frieden - Merkmale von Spoilern als Erklärung der Gewaltanwendung nach einem Friedensvertrag, München, GRIN Verlag GmbH
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